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Herbst 2016 | „Einen erwählten Seher werde ich erwecken“

„Einen erwählten Seher werde ich erwecken“

Herbst 2016 Generalkonferenz

Weil Joseph Smith ein Prophet war, gibt es für uns mehr als ein Fenster zum Himmel – das gesamte Tor zur Ewigkeit steht uns offen.

Als Moroni Joseph Smith zum ersten Mal erschien, erklärte er ihm, dass sein „Name … bei allen Nationen … für gut und böse gelten“1 werde. Wir haben erlebt, dass diese Prophezeiung in Erfüllung gegangen ist. Im Kampf zwischen Gut und Böse hat die Wiederherstellung des Evangeliums durch den Propheten Joseph Smith die Gläubigen, die ihm folgen, inspiriert, aber auch Gegner heraufbeschworen, die die Sache Zions und Joseph Smith selbst grimmig bekämpfen. Dieser Kampf ist nicht neu. Er begann, kurz nachdem Joseph Smith in den heiligen Hain ging, und setzt sich heute noch viel sichtbarer im Internet fort.

Der Herr verkündete Joseph Smith:

„Die Enden der Erde werden sich nach deinem Namen erkundigen, und Narren werden dich verspotten, und die Hölle wird gegen dich wüten,

während die im Herzen Reinen und die Weisen und die Edlen und die Tugendhaften beständig nach Rat und Vollmacht und Segnungen unter deinen Händen trachten werden.“2

Ich gebe heute all denen Zeugnis, die die heilige Mission von Joseph Smith, dem Propheten der Wiederherstellung, besser verstehen wollen.

Wir haben es nicht nötig, zurückhaltend zu sein, wenn wir für seine Mission als Prophet, Seher und Offenbarer Zeugnis ablegen, denn der Herr hat schon immer durch Propheten gewirkt.3 Dank der durch Joseph Smith wiederhergestellten Wahrheiten wissen wir viel mehr über unseren Vater im Himmel und den Erretter Jesus Christus. Wir kennen ihre göttlichen Eigenschaften, ihre Beziehung zueinander und zu uns und den großen Plan der Erlösung, der es uns möglich macht, in ihre Gegenwart zurückzukehren.

Brigham Young sagte über Joseph Smith: „In den Ratsversammlungen der Ewigkeit, lange vor der Grundlegung der Welt, wurde verfügt: Er, Joseph Smith, sollte der Mann sein, der in der letzten Evangeliumszeit dieser Welt das Gotteswort für die Menschen hervorbringen und die Fülle und Kraft des Priestertums des Gottessohnes empfangen sollte. Der Blick des Herrn ruhte auf ihm[, denn er] wurde in der Ewigkeit dazu vorherordiniert, über diese letzte Evangeliumszeit zu präsidieren.“4

Damit er auf diese große Aufgabe gut vorbereitet werden konnte, kam Joseph Smith in einer liebevollen Familie zur Welt, die viele Belastungen und Prüfungen des Lebens kannte. Als Jugendlicher nahm er „lebhaften Anteil und hatte sehr ausgeprägte Gefühle“5 Gott gegenüber, aber er war verwirrt wegen der widersprüchlichen religiösen Ansichten, die damals von den Predigern verkündet wurden. Glücklicherweise ließ er sich durch seine Fragen nicht im Glauben schwächen. Er suchte in der Bibel nach Antworten und fand diesen Ratschlag: „Fehlt es aber einem von euch an Weisheit, dann soll er sie von Gott erbitten; Gott wird sie ihm geben, denn er gibt allen gern und macht niemand einen Vorwurf.“6

Er berichtet: „Nie ist einem Menschen eine Schriftstelle mit mehr Macht ins Herz gedrungen als diese damals mir. Es war so, als ergieße sie sich mit großer Stärke in jede Regung meines Herzens. Wieder und wieder dachte ich darüber nach.“7

Joseph Smith setzte diese geistigen Eindrücke mit einfachem Glauben in die Tat um. Er fand ein abgeschiedenes Fleckchen, kniete nieder und „fing an, Gott die Wünsche [seines] Herzens vorzutragen“8. Seine Beschreibung dessen, was geschah, ist sehr machtvoll:

„Ich [sah] gerade über meinem Haupt, heller als das Licht der Sonne, eine Säule aus Licht, die allmählich herabkam, bis sie auf mich fiel. …

Als das Licht auf mir ruhte, sah ich zwei Personen von unbeschreiblicher Helle und Herrlichkeit über mir in der Luft stehen. Eine von ihnen redete mich an, nannte mich beim Namen und sagte, dabei auf die andere deutend: Dies ist mein geliebter Sohn. Ihn höre!9

Joseph Smith sah Gott, den ewigen Vater, und Jesus Christus, den Erretter und Erlöser der Welt. Das war Joseph Smiths erste Vision. In den folgenden Jahren übersetzte er das Buch Mormon durch die Gabe und Macht Gottes. Zahlreiche weitere himmlische Wesen erschienen ihm und stellten Wahrheiten und Vollmachten wieder her, die seit Jahrhunderten verloren waren. Diese Kundgebungen an Joseph Smith öffneten die Fenster des Himmels und lassen uns die herrliche Ewigkeit erblicken. Sein Leben bezeugt: Wenn es uns an Weisheit fehlt, können wir Gott voller Glauben darum bitten und Antworten bekommen – manchmal durch himmlische Wesen, doch meistens durch die Macht des Heiligen Geistes, der durch inspirierte Gedanken und Gefühle zu uns spricht.10 Durch den Heiligen Geist können wir „von allem wissen, ob es wahr ist“11.

Für viele von uns ist der erste Schritt zu einem Zeugnis vom Propheten Joseph Smith, dass wir das Buch Mormon lesen. Ich habe das Buch Mormon zum ersten Mal von Anfang bis Ende durchgelesen, als ich am Seminar am frühen Morgen teilgenommen habe. Mit meiner kindlichen Vorstellungskraft hatte ich mir vorgenommen, so zu lesen, als sei ich Joseph Smith, der die Wahrheiten im Buch Mormon zum ersten Mal entdeckt. Das hatte einen solchen Einfluss auf mein Leben, dass ich auch weiterhin das Buch Mormon auf diese Weise lese. Ich merke oft, dass meine Wertschätzung für den Propheten Joseph Smith und für die wiederhergestellten Wahrheiten in diesem kostbaren Buch dadurch zunimmt.

Stellen Sie sich beispielsweise seine Gefühle vor, als er die Verse über die Taufe zur Sündenvergebung übersetzte. Ihm war ja gesagt worden, dass er sich keiner bestehenden Kirche anschließen solle, also hatte er natürlich Fragen zu dieser errettenden heiligen Handlung. Seine Fragen brachten ihn erneut dazu, zu beten, und infolge dieses Gebets erschien Johannes der Täufer, der das Aaronische Priestertum und die Vollmacht zu taufen wiederherstellte.12

Wie hat sich Joseph Smith wohl gefühlt, als er zum ersten Mal davon erfuhr, dass Jesus Christus den Menschen auf dem amerikanischen Kontinent erschienen war? Christus hatte sie belehrt, für sie gebetet, ihre Kranken geheilt, ihre Kinder gesegnet, Priestertumsvollmacht übertragen und ihnen das Abendmahl gereicht.13 Damals war es Joseph Smith vielleicht nicht bewusst, aber alles, was er über die heiligen Handlungen und die Organisation der Urkirche Christi erfuhr, bereitete ihn darauf vor, dem Herrn bei der Wiederherstellung dieser gleichen Kirche auf der Erde zu helfen.

Während Joseph Smith das Buch Mormon übersetzte, betrauerten er und seine Frau Emma den Tod ihres neugeborenen Sohnes. Damals lehrten viele Prediger, dass Kinder, die ungetauft sterben, für immer verdammt seien. Stellen Sie sich also vor, wie Joseph Smith sich gefühlt haben muss, als er diese Worte des Propheten Mormon übersetzte: „[Kleine] Kinder brauchen keine Umkehr und keine Taufe. … Die kleinen Kinder sind in Christus lebendig, ja, von der Grundlegung der Welt an.“14

Aber vielleicht war für den jungen Joseph Smith die beeindruckendste Stelle im Buch Mormon das dritte Kapitel in 2 Nephi. Dieses Kapitel enthält eine Prophezeiung aus alter Zeit über einen „erwählten Seher“, den der Herr in den Letzten Tagen erwecken werde – einen Seher namens Joseph, nach seinem Vater benannt. Dieser Prophet in der Zukunft sollte „hoch geachtet“ sein und für sein Volk ein Werk „von großem Wert“ tun. Er sollte „groß sein gleichwie Mose“ und sollte die Macht erhalten, „[Gottes] Wort hervorzubringen“.15 Überlegen Sie nur, wie sich Joseph Smith gefühlt haben muss, als er begriff, dass es in dieser Prophezeiung um ihn ging! Er übersetzte nicht nur einen geschichtlichen Bericht, er übersetzte eine Vision von den Letzten Tagen, von der einem Wunder gleichkommenden Wiederherstellung des Evangeliums Jesu Christi – und Joseph selbst sollte dabei mithelfen!

Heute, nach fast 200 Jahren, kann man leicht erkennen, wie sich diese Prophezeiung erfüllt hat. Wir wissen, dass Joseph Smith als Prophet des Herrn Erstaunliches vollbracht hat. Aber bedenken Sie, dass er zu der Zeit, als er diese Prophezeiung übersetzte, noch sehr wenig von dem getan hatte, was die Propheten vorhergesagt hatten. Er war ein junger Mann Anfang 20. Die Kirche war noch nicht gegründet. Es gab keine Gemeinden und Zweige, keine Missionare und keine Tempel. Kaum jemand hatte von Joseph Smith gehört, und einige, die ihn kannten, stellten sich öffentlich gegen ihn. Jetzt betrachten Sie das großartige Werk, das der Herr durch die Hand seines Propheten vollbracht hat, allem Widerstand gegen ihn zum Trotz. Ist nicht schon die Erfüllung dieser Prophezeiung ein überzeugender Beweis für Joseph Smiths Berufung als Prophet?

All denen, die vielleicht an ihrem Zeugnis von Joseph Smith zweifeln oder denen fehlerhafte, irreführende oder oberflächliche Aussagen über sein Leben und Wirken zu schaffen machen, lege ich ans Herz, die Früchte zu betrachten – die vielen Segnungen, die wir durch das Wunder der Mission Joseph Smiths, des Propheten der Wiederherstellung, empfangen haben.

Weil er ein Prophet war, gehören Offenbarungen und Propheten nicht mehr der Vergangenheit an. Der „Tag der Wundertaten“ – Visionen, Heilung und Dienst von Engeln – hat nicht aufgehört.16

Weil er ein Prophet war, stehen jedem von uns die Macht und die Segnungen des heiligen Priestertums offen, darunter die Taufe, die Gabe des Heiligen Geistes und das Abendmahl.

Weil er ein Prophet war, haben wir die Segnungen und heiligen Handlungen des Tempels, die uns an Gott binden, die uns zu seinem Volk machen und uns „die Macht des Göttlichen“ kundtun, damit wir eines Tages „das Angesicht Gottes, nämlich des Vaters, sehen und leben“ können.17

Weil er ein Prophet war, wissen wir, dass Ehe und Familie ein unerlässlicher Teil von Gottes Plan für unser Glücklichsein sind. Wir wissen, dass durch die heiligen Handlungen und Bündnisse des Tempels unsere kostbaren Familienbande auf ewig Bestand haben können.

Weil er ein Prophet war, gibt es für uns mehr als ein Fenster zum Himmel – das gesamte Tor zur Ewigkeit steht uns offen. Wir können „den einzigen wahren Gott … erkennen und Jesus Christus, den [er] gesandt [hat]“18. Wir können ewiges Leben haben.

Vor allem aber: Weil Joseph Smith ein Prophet war, haben wir Zeuge um Zeuge, Zeugnis um Zeugnis, dass Jesus Christus der Sohn Gottes und der Erretter der Welt ist. Wir haben eine ununterbrochene Reihe von besonderen Zeugen für Jesus Christus. Dazu gehören unser heutiger Prophet, Präsident Thomas S. Monson, die Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft und die Mitglieder des Kollegiums der Zwölf Apostel. Ihrem Zeugnis füge ich mein einfaches, aber sicheres Zeugnis hinzu: Jesus Christus lebt und führt seine Kirche. Joseph Smith war und ist der Prophet der Wiederherstellung. Das Priestertum und die Vollmacht Gottes sind wieder auf der Erde. Mögen wir furchtlos unser Zeugnis und unsere Dankbarkeit für diesen großartigen Propheten, Seher und Offenbarer des Herrn verkünden, darum bete ich im heiligen Namen Jesu Christi. Amen.

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