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Herbst 2016 | Das Abendmahl kann uns dabei helfen, heilig zu werden

Das Abendmahl kann uns dabei helfen, heilig zu werden

Herbst 2016 Generalkonferenz

Fünf Anregungen, wie die regelmäßige Teilnahme am heiligen Abendmahl einen stärkeren Einfluss auf uns haben kann

Zu meinen frühesten Erinnerungen gehören die Abendmahlsversammlungen, die bei uns zu Hause in Warrnambool in Australien abgehalten wurden. Zwischen zehn und fünfzehn Mitglieder besuchten unseren Zweig. Mein Vater war einer von drei Priestertumsträgern und hatte oft die Gelegenheit, das Abendmahl zu segnen. Ich erinnere mich an die Gefühle, die ich hatte, wenn er demütig und achtsam die Abendmahlsgebete vorlas. Seine Stimme zitterte oft, wenn er den Geist verspürte. Manchmal musste er innehalten, um seine Emotionen unter Kontrolle zu bringen, ehe er das Gebet beendete.

Als Fünfjähriger konnte ich die Bedeutung dessen, was gesagt und getan wurde, nicht gänzlich verstehen. Dennoch wusste ich, dass es etwas Besonderes war. Ich konnte in diesen Momenten, wenn mein Vater darüber nachsann, wie sehr der Erretter uns liebt, den beruhigenden Einfluss des Heiligen Geistes verspüren.

Der Erretter sagt uns: „Dies sollt ihr immer für diejenigen tun, die umkehren und sich in meinem Namen taufen lassen; und ihr sollt es zum Gedächtnis meines Blutes tun, das ich für euch vergossen habe, damit ihr dem Vater bezeugt, dass ihr wahrhaftig immer an mich denkt. Und wenn ihr wahrhaftig immer an mich denkt, wird mein Geist mit euch sein.“ (3 Nephi 18:11.)

Ich möchte uns alle dazu auffordern, über fünf Anregungen nachzudenken, wie die regelmäßige Teilnahme am heiligen Abendmahl – eine heilige Handlung, die uns dabei helfen kann, heilig zu werden – einen stärkeren Einfluss auf uns haben kann.

1. Sich auf das Abendmahl vorbereiten

Wir können mit unserer Vorbereitung auf das Abendmahl lange vor Beginn der Abendmahlsversammlung beginnen. Der Samstag kann eine gute Zeit sein, über unseren geistigen Fortschritt und unsere Vorbereitung nachzudenken.

Vorbereitung auf den Sonntag

Auf unserem Weg, so zu werden wie unser Vater im Himmel, ist das Erdenleben eine unverzichtbare Gabe. Unweigerlich bringt es Prüfungen und Schwierigkeiten mit sich, durch die wir uns ändern und wachsen können. König Benjamin zufolge ist der „natürliche Mensch … ein Feind Gottes … und wird es für immer und immer sein, wenn er nicht den Einflüsterungen des Heiligen Geistes nachgibt und den natürlichen Menschen ablegt und durch das Sühnopfer Christi, des Herrn, ein Heiliger wird“ (Mosia 3:19). Wenn wir vom heiligen Abendmahl nehmen, haben wir die Gelegenheit, Gott unser Herz und unsere Seele noch umfassender zu weihen.

Während unserer Vorbereitung wird unser Herz reuig, wenn wir unsere Dankbarkeit für das Sühnopfer Christi zum Ausdruck bringen, von unseren Fehlern und Verfehlungen umkehren und den Vater darum bitten, uns weiterhin auf unserem Weg, ihm ähnlicher zu werden, zu helfen. Dann können wir uns auf die Gelegenheit freuen, die uns das Abendmahl bietet, nämlich an das Sühnopfer Christi zu denken und unsere Verpflichtung gegenüber den von uns eingegangenen Bündnissen zu erneuern.

2. Frühzeitig eintreffen

Das Abendmahl wird zu einer wertvolleren Erfahrung, wenn wir einige Zeit vor Beginn der Versammlung ankommen und während des musikalischen Vorspiels nachsinnen.

Frühzeitig zur Abendmahlsversammlung eintreffen

Präsident Boyd K. Packer hat gesagt: „Ein musikalisches Vorspiel, das andächtig gespielt wird, ist Nahrung für den Geist. Es öffnet der Inspiration die Tür.“1 Präsident Russell M. Nelson hat erklärt: „Dies ist nicht der richtige Moment für Gespräche oder den Austausch von Informationen, sondern eine Zeit für gebeterfülltes Nachsinnen, in der sich die Führungskräfte und die Mitglieder geistig auf das Abendmahl vorbereiten.“2

3. Das Abendmahlslied mitsingen und den Text in sich aufnehmen

Das Abendmahlslied ist ein besonders wichtiger Bestandteil des Abendmahls. Musik erhebt unsere Gedanken und Gefühle. Das Abendmahlslied hat eine noch größere Wirkung, wenn wir uns auf den Text und die darin enthaltene Lehre konzentrieren. Wir lernen viel von Aussagen wie „was du erduldet hast [für uns]“3, „wollen wir demutsvoll und rein dem Heiland Herz und Hände weihn“4 und „wo Lieb, Gerechtigkeit und Gnad uns führen himmelan“5.

Kirchenlieder singen und den Text in sich aufnehmen Den Text der Kirchenlieder bewusst singen

Wenn wir ein Kirchenlied singen, um uns darauf vorzubereiten, von den Symbolen zu nehmen, kann der Text zu einem Bestandteil des Bundes werden, den wir eingehen. Betrachten Sie zum Beispiel diese Worte: „Wir lieben dich, Herr; unser Herz ist voll. Wir gehen deinen erwählten Weg.“6

4. Geistig an den Abendmahlsgebeten teilnehmen (siehe Moroni 4 und 5)

Anstatt die bekannten Worte der Abendmahlsgebete auszublenden, können wir viel lernen und noch mehr spüren, wenn wir geistig teilnehmen und über die Verpflichtungen und die damit einhergehenden Segnungen nachdenken, die in diesen heiligen Gebeten enthalten sind.

Segnung des Brotes

Das Brot und das Wasser werden für unsere Seele geheiligt. Sie erinnern uns an das Opfer des Erretters und daran, dass er uns dabei helfen kann, heilig zu werden.

In den Gebeten wird erklärt, dass wir vom Brot nehmen zum Gedächtnis des Leibes des Sohnes, den er als Lösegeld gegeben hat, damit wir auferstehen können. Das Wasser trinken wir zum Gedächtnis des Blutes des Sohnes, das er bereitwillig vergossen hat, damit wir erlöst werden können, sofern wir umkehren.

In den Gebeten werden die Bündnisse mit der Formulierung „dass sie willens sind“ eingeleitet (Moroni 4:3). In dieser Formulierung steckt sehr viel potenzielle Macht. Sind wir willens, zu dienen und teilzunehmen? Sind wir willens, uns zu ändern? Sind wir willens, unsere Schwächen anzugehen? Sind wir willens, auf andere zuzugehen und ihnen Gutes zu tun? Sind wir willens, auf den Erretter zu vertrauen?

Wenn die Verheißungen ausgesprochen werden und wir vom Abendmahl nehmen, bestätigen wir im Herzen, dass wir willens sind:

  • den Namen Jesu Christi auf uns zu nehmen

  • nach besten Kräften alle seine Gebote zu halten

  • immer an ihn zu denken

Das Gebet endet mit der erhabenen Einladung und Verheißung: „Damit sein Geist immer mit ihnen sei.“ (Moroni 4:3.)

Paulus hat geschrieben: „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.“ (Galater 5:22,23.) Wunderbare Segnungen und Gaben stehen uns offen, wenn wir unsere Bündnisse halten.

5. An Christus denken und über ihn nachsinnen, während die Symbole ausgeteilt werden

Die andächtigen Momente, in denen Priestertumsträger das Abendmahl austeilen, können für uns heilig werden.

Das Brot wird ausgeteilt

Während das Brot ausgeteilt wird, können wir darüber nachsinnen, dass der Erretter als höchsten Ausdruck seiner Liebe für uns „den Tod auf sich [genommen hat], auf dass er die Bande des Todes löse, die sein Volk binden“ (Alma 7:12).

Wir können uns daran erinnern, dass der herrliche Segen der Auferstehung „allen zuteil[wird:] seien sie geknechtet oder frei, seien sie männlich oder weiblich, seien es die Schlechten oder die Rechtschaffenen; und es wird nicht einmal ein Haar von ihrem Kopf verloren sein; sondern alles wird zu seiner vollkommenen Gestalt wiederhergestellt“ (Alma 11:44).

Das Wasser wird ausgeteilt

Während das Wasser ausgeteilt wird, können wir uns an die Bitte des Erretters erinnern:

„Denn siehe, ich, Gott, habe das für alle gelitten, damit sie nicht leiden müssen, sofern sie umkehren; …

und dieses Leiden ließ mich, selbst Gott, den Größten von allen, der Schmerzen wegen zittern und aus jeder Pore bluten und an Leib und Geist leiden – und ich wollte den bitteren Kelch nicht trinken und zurückschrecken.“ (LuB 19:16,18.)

Wir erinnern uns daran, dass er „[unsere] Schwächen auf sich [genommen hat], auf dass sein Inneres von Barmherzigkeit erfüllt sei gemäß dem Fleische, damit er gemäß dem Fleische wisse, wie er seinem Volk beistehen könne gemäß [unseren] Schwächen“ (Alma 7:12).

Wenn wir darüber nachdenken, was das Abendmahl für uns bedeutet, können wir uns fragen:

  • Was werde ich diese Woche tun, um mich besser auf das Abendmahl vorzubereiten?

  • Kann ich mehr dazu beitragen, dass der Beginn der Abendmahlsversammlung von Andacht und Offenbarung begleitet sein kann?

  • Welche Lehre wurde im Abendmahlslied vermittelt?

  • Was habe ich gehört und gefühlt, als ich den Abendmahlsgebeten zugehört habe?

  • Worüber habe ich nachgedacht, als das Abendmahl ausgeteilt wurde?

Elder David A. Bednar hat gesagt: „Das Abendmahl ist eine heilige und immer wiederkehrende Einladung, aufrichtig umzukehren und geistig erneuert zu werden. Allein dadurch, dass man vom Abendmahl nimmt, werden keine Sünden vergeben. Doch wenn wir uns gewissenhaft vorbereiten und an dieser heiligen Handlung mit reuigem Herzen und zerknirschtem Geist teilnehmen, ist uns verheißen, dass der Geist des Herrn immer mit uns sein wird. Und dadurch, dass die heiligende Macht des Heiligen Geistes immer bei uns ist, können wir uns stets Vergebung für unsere Sünden bewahren.“7

Ich gebe Zeugnis für die vielfältigen Segnungen, die uns offenstehen, wenn wir unsere Vorbereitung auf das heilige Abendmahl und unsere geistige Teilnahme daran verbessern. Darüber hinaus bezeuge ich, dass uns diese Segnungen offenstehen, weil der Vater im Himmel uns liebt und sein geliebter Sohn Jesus Christus das unbegrenzte Sühnopfer für uns vollbracht hat. In seinem heiligen Namen, ja, im Namen Jesu Christi. Amen.

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