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Frühjahr 2017 | Drum trau auf Gott und harre aus

Drum trau auf Gott und harre aus

Frühjahr 2017 Generalkonferenz

Wenn wir standhaft sind und in unserem Glauben nicht wanken, vergrößert der Herr unsere Fähigkeit, uns über die Herausforderungen des Lebens zu erheben.

Liebe Brüder und Schwestern, zu Beginn meiner heutigen Botschaft möchte ich bezeugen, dass ich weiß, dass Präsident Thomas S. Monson der Prophet Gottes in unserer Zeit ist. Seine Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft und die Zwölf Apostel sind wahrhaftig ebenfalls Propheten, Seher und Offenbarer. Sie vertreten den Herrn Jesus Christus und sind befugt, seine Absichten und seinen Willen so zu verkünden, wie es ihnen offenbart wird. Ich bezeuge, dass wir Sicherheit finden, wenn wir ihrem Rat folgen. Der Herr inspiriert sie, hervorzuheben, dass wir unseren Glauben an den Vater im Himmel, seinen Sohn Jesus Christus und dessen Sühnopfer stärken müssen, damit wir nicht wanken, wenn wir uns den Herausforderungen unserer Zeit gegenübersehen.

Im Buch Mormon lesen wir von einem Mann namens Ammon, der vom Land Zarahemla aus in das Land Lehi-Nephi gesandt wurde, um nach anderen Nephiten zu forschen. Dort stieß er auf König Limhi und sein Volk, die in der Knechtschaft der Lamaniten waren. König Limhi fasste Mut aufgrund dessen, was ihm Ammon über sein Volk in Zarahemla berichtete. Sein Herz war mit so großer Hoffnung und Freude erfüllt, dass er sein Volk am Tempel versammelte und sprach:

„Darum erhebt das Haupt und freut euch, und setzt euer Vertrauen in Gott. …

Wenn ihr euch mit voller Herzensabsicht zum Herrn wendet … und ihm mit allem Eifer eures Sinnes dient, … wird er euch aus der Knechtschaft befreien, wie er will und wie es ihm gefällt.“1

Die Worte Ammons hatten eine derart tiefgreifende Wirkung auf den Glauben von König Limhis Volk, dass alle mit Gott einen Bund schlossen, ihm ungeachtet ihrer schwierigen Umstände zu dienen und seine Gebote zu halten. Aufgrund ihres Glaubens waren diese Menschen in der Lage, einen Plan aufzustellen, wie sie aus den Händen der Lamaniten entrinnen konnten.2

Brüder und Schwestern, bitte denken Sie darüber nach, wie wichtig die Aufforderung war, die König Limhi an sein Volk richtete, und welche Bedeutung sie für uns hat. Er sagte: „Erhebt das Haupt und freut euch, und setzt euer Vertrauen in Gott.“ Mit diesen Worten forderte Limhi sein Volk auf, mit den Augen des Glaubens in die Zukunft zu blicken. Die Menschen sollten ihre Ängste durch Optimismus und Hoffnung, die aus dem Glauben erwachsen, ersetzen und nicht zögern, ihr Vertrauen ungeachtet der Umstände in Gott zu setzen.

Das Erdenleben ist eine Zeit der Prüfung, in der wir auf die Probe gestellt werden. Gott möchte sehen, ob wir alles tun, was auch immer der Herr, unser Gott, uns gebietet.3 Dies erfordert unerschütterlichen Glauben an Christus, selbst in sehr schwierigen Zeiten. Es erfordert, dass wir mit beständigem Glauben an Christus vorwärtsstreben, uns vom Geist leiten lassen und darauf vertrauen, dass Gott für uns sorgen wird.4

Am Ende seines irdischen Wirkens, kurz bevor er gefangen genommen wurde, sagte der Erretter zu seinen Jüngern: „In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.“5

Denken Sie mit mir einen Moment lang darüber nach: Jesus Christus, der einziggezeugte Sohn des Vaters, führte ein Leben ohne Sünde und überwand alle Versuchungen, Schmerzen, Herausforderungen und Bedrängnisse der Welt. In Getsemani vergoss er viele Tropfen Blut und litt schreckliche, unbeschreibliche Schmerzen. Er nahm all unsere Schmerzen und Krankheiten auf sich. Er ist bereit, jedem von uns zu helfen und jede Last mitzutragen. Durch sein Leben, sein Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung beseitigte er alles, was uns daran hindern könnte, auf Erden Freude zu haben und Frieden zu finden. Die Segnungen seines Sühnopfers erstrecken sich auf all diejenigen, die Christus annehmen und sich selbst verleugnen, und auf diejenigen, die sein Kreuz auf sich nehmen und dem Erretter als seine wahren Jünger nachfolgen.6 Wenn wir daher Glauben an Jesus Christus und sein Sühnopfer ausüben, empfangen wir Kraft, unsere Lasten werden leichter gemacht, ja, mit Christi Hilfe überwinden wir die Welt.

Brüder und Schwestern, wenn wir die Kraft und die Hoffnung betrachten, die wir vom Erretter erhalten können, haben wir allen Grund, unser Haupt zu erheben und uns zu freuen und unerschütterlich vorwärtszustreben, „denn wer zweifelt, ist wie eine Welle, die vom Wind im Meer hin und her getrieben wird. … Er ist ein Mann mit zwei Seelen, unbeständig auf all seinen Wegen.“7

Auch König Limhi drängte: „[Wendet] euch mit voller Herzensabsicht zum Herrn [und dient] ihm mit allem Eifer eures Sinnes …, wenn ihr dies tut, wird er euch aus der Knechtschaft befreien, wie er will und wie es ihm gefällt.“8

Hören Sie, was der Erretter selbst sagt. Er fordert uns eindringlich auf:

„Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich! …

Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. …

Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“9

Gott segnet uns gemäß unserem Glauben.10 Durch Glauben leben wir im Bewusstsein der Absichten Gottes und haben einen ewigen Blickwinkel. Glaube ist ein praktischer Grundsatz, der Eifer weckt. Er ist eine unerlässliche, lebendige Kraft, die sich in unserer positiven Haltung und unserem Wunsch ausdrückt, bereitwillig alles zu tun, worum Gott und Jesus Christus uns bitten. Er lässt uns auf die Knie sinken, um den Herrn um Führung anzuflehen. Beseelt von Glauben stehen wir auf und schreiten zur Tat, voller Zuversicht, dass wir das erreichen, was mit Gottes Willen in Einklang steht.

Als ich vor Jahren Missionspräsident war, erhielt ich einen Anruf von den Eltern eines unserer lieben Missionare. Sie teilten mir mit, dass seine Schwester verstorben war. Ich kann mich noch an diesen bewegenden Moment erinnern, als der Missionar und ich über Gottes wunderbaren Erlösungsplan für seine Kinder und darüber sprachen, wie dieses Wissen ihn trösten werde.

Er war zwar wegen dieses Unglücks bestürzt und traurig, aber trotz seiner Tränen und dank seines Glaubens an Gott war er glücklich über das Leben, das seine Schwester gehabt hatte. Er brachte unerschütterliches Vertrauen in die liebevolle Barmherzigkeit des Herrn zum Ausdruck. Entschieden teilte er mir mit, er werde seine Mission voller Glauben und Eifer fortsetzen, um der Verheißungen Gottes für ihn und seine Familie würdig zu sein. In dieser Zeit der Not wandte dieser treue Missionar sein Herz Gott zu, setzte all sein Vertrauen in ihn und verpflichtete sich erneut, dem Herrn voller Glauben und mit allem Eifer zu dienen.

Brüder und Schwestern, wenn wir nicht in beständigem Vertrauen auf Gott und in dem Wunsch verwurzelt sind, ihm zu dienen, haben wir wegen der schmerzhaften Erfahrungen des Erdendaseins möglicherweise das Gefühl, mit einer schweren Last beladen zu sein. Vielleicht verlieren wir auch die Motivation, das Evangelium voll und ganz zu leben. Ohne Glauben verlieren wir die Fähigkeit, die Absichten unseres Gottes in Bezug auf das, was später in unserem Leben noch geschehen wird, wertzuschätzen.11

In solchen Momenten der Prüfung versucht der Widersacher, der ständig auf der Lauer liegt, unsere Vernunft und Logik gegen uns zu richten. Er will uns davon überzeugen, dass es sinnlos ist, die Grundsätze des Evangeliums zu leben. Bitte denken Sie daran: Die Logik des natürlichen Menschen „lässt sich nicht auf das ein, was vom Geist Gottes kommt. Torheit ist es für ihn.“12 Vergessen wir nicht: Der Satan „ist ein Feind Gottes und [er] kämpft beständig gegen ihn und lädt ein und lockt [uns], zu sündigen und beständig das zu tun, was böse ist“13. Wir dürfen nicht zulassen, dass er uns täuscht, denn dann wanken wir in unserem Glauben und verlieren die Macht, Gottes Segnungen zu erlangen.

Wenn wir standhaft sind und in unserem Glauben nicht wanken, vergrößert der Herr unsere Fähigkeit, uns über die Herausforderungen des Lebens zu erheben. Wir werden in die Lage versetzt, negative Impulse unter Kontrolle zu halten, und entwickeln die Fähigkeit, selbst scheinbar riesengroße Hindernisse zu überwinden. Ebendies versetzte König Limhis Volk in die Lage, sich durch eine spektakuläre Flucht aus lamanitischer Gefangenschaft zu befreien.

Brüder und Schwestern, ich ermuntere Sie, all Ihr Vertrauen in Gott und in die Worte seiner Propheten zu setzen. Ich ermuntere Sie, Ihre Bündnisse mit Gott zu erneuern und ihm mit ganzem Herzen zu dienen, auch wenn das Leben mal schwierig ist. Ich bezeuge, dass Sie kraft Ihres unerschütterlichen Glaubens an Christus aus der Gefangenschaft, die Sünde, Zweifel, Unglaube, Traurigkeit oder Leid verursachen, befreit werden und all die Segnungen empfangen, die unser liebevoller Vater im Himmel verheißen hat.

Ich bezeuge, dass es Gott wirklich gibt. Er lebt. Er liebt uns. Er hört unsere Gebete, die wir in Augenblicken des Glücks, aber auch in Augenblicken des Zweifels, der Traurigkeit oder Verzweiflung sprechen. Ich bezeuge, dass Jesus Christus der Erretter der Welt ist. Er ist der Erlöser.

Ich schließe meine heutige Botschaft mit dem Text des Kirchenliedes „Und löst sich hier das Rätsel nicht“:

Ob über deinem Leben nie des Glückes lichte Sonne scheint,

nur düstre Wolken spät und früh, einst wirst du sehn, wie ers gemeint.

O murre nicht und frag nicht viel, er ist und bleibt dein treuster Freund,

er kennt den Weg, er kennt das Ziel, einst wirst du sehn, wie ers gemeint.

Drum trau auf Gott und harre aus, wie dunkel auch der Weg dir scheint,

dorthin, wo Gottes Licht uns scheint, dort wirst du sehn, wie ers gemeint.14

Dies alles sage ich im heiligen Namen Jesu Christi. Amen.

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