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Frühjahr 2017 | Der herrliche Plan unseres Vaters

Der herrliche Plan unseres Vaters

Frühjahr 2017 Generalkonferenz

Dank Gottes heiligem Plan wissen wir, dass Geburt und Tod in Wirklichkeit nur Meilensteine auf unserer Reise zum ewigen Leben bei unserem Vater im Himmel sind.

Zu Beginn meiner Ausbildung als Arzt durfte ich einer jungen Mutter bei der Geburt ihres ersten Kindes helfen. Sie war ruhig, konzentriert und glücklich. Als das Kind da war, reichte ich ihr das kostbare Neugeborene. Freudentränen strömten ihr über die Wangen, und sie nahm dieses soeben geborene Baby in die Arme und untersuchte es von Kopf bis Fuß. Sie drückte den Kleinen an sich, voller Liebe, wie nur eine Mutter sie haben kann. Es war ein Vorzug, in diesem Raum bei ihr zu sein.

Unser aller Leben begann auf diese Weise. Aber war unsere Geburt wirklich der Anfang? Die Welt betrachtet Geburt und Tod als Anfang und Ende. Doch dank Gottes heiligem Plan wissen wir, dass Geburt und Tod in Wirklichkeit nur Meilensteine auf unserer Reise zum ewigen Leben bei unserem Vater im Himmel sind.1 Sie sind unerlässliche Bestandteile im Plan des Vaters – heilige Augenblicke, in denen die Sterblichkeit und der Himmel aufeinandertreffen. Heute möchte ich anhand dessen, was ich in all den Jahren als Arzt und während meines Dienstes in der Kirche über Geburt und Tod gelernt habe, Zeugnis für den herrlichen Plan unseres Vaters geben.

„Bevor wir geboren wurden, haben wir bei Gott gelebt, dem Vater unseres Geistes. [Wir alle] hier auf Erden sind buchstäblich Brüder und Schwestern in Gottes Familie“2, und jeder von uns ist ihm kostbar. Wir lebten vor unserer irdischen Geburt äonenlang bei ihm – lernten, trafen Entscheidungen und bereiteten uns vor.

Da der Vater im Himmel uns liebt, möchte er, dass wir die größte Gabe erhalten, die er uns geben kann: die Gabe des ewigen Lebens.3 Er kann uns diese Gabe nicht einfach geben. Wir müssen sie empfangen, indem wir uns für ihn und seine Wege entscheiden. Dafür war es notwendig, seine Gegenwart zu verlassen und eine wunderbare, aber schwierige Reise des Glaubens, Wachstums und Werdens anzutreten. Die Reise, die unser Vater für uns ausgearbeitet hat, wird als Erlösungsplan oder als Plan des Glücklichseins bezeichnet.4

In einer großen vorirdischen Ratsversammlung erzählte der Vater uns von seinem Plan.5 Als wir den Plan verstanden hatten, waren wir so glücklich, dass wir vor Freude jubelten und die Morgensterne zusammen jauchzten.6

Dieser Plan ist auf drei großen Säulen errichtet – den Säulen der Ewigkeit.7

Die erste Säule ist die Erschaffung der Erde, der Handlungsort für unsere irdische Reise.8

Die zweite Säule ist der Fall unserer ersten irdischen Eltern, Adam und Eva. Aufgrund des Falls wurden uns ein paar wunderbare Dinge zuteil. Wir konnten geboren werden und einen physischen Körper erhalten.9 Ich werde meiner Mutter ewig dafür dankbar sein, dass sie meine Brüder und mich auf die Welt gebracht und uns in Hinblick auf Gott unterwiesen hat.

Gott gab uns auch die Entscheidungsfreiheit – die Fähigkeit und das Recht, selbst zu wählen und zu handeln.10 Damit wir gute Entscheidungen treffen, hat der Vater im Himmel uns Gebote gegeben. Wenn wir die Gebote halten, zeigen wir Gott jeden Tag, dass wir ihn lieben, und er segnet uns.11

Da der Vater wusste, dass wir uns nicht immer gut entscheiden, oder, mit anderen Worten, sündigen würden, gab er uns die dritte Säule – den Erretter Jesus Christus und sein Sühnopfer. Durch sein Leiden bezahlte Christus den Preis für den physischen Tod und für Sünde.12 Er hat gesagt: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.“13

Jesus Christus führte ein vollkommenes Leben und hielt immer die Gebote seines Vaters. „Er wandelte auf den Straßen Palästinas“, lehrte die Wahrheiten der Ewigkeit, „heilte die Kranken, machte die Blinden sehend und weckte die Toten auf“14. Er zog umher und tat Gutes15 und „forderte alle eindringlich auf, seinem Beispiel nachzueifern“16.

Am Ende seines irdischen Lebens kniete er nieder und betete:

„Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen. …

Und er betete in seiner Angst noch inständiger und sein Schweiß war wie Blut, das auf die Erde tropfte.“17

Mit dem, was Christus dem Propheten Joseph Smith sagte, macht er uns das Ausmaß seines Leidens besser begreiflich:

„Ich, Gott, habe das für alle gelitten, damit sie nicht leiden müssen, sofern sie umkehren;

aber sofern sie nicht umkehren, müssen sie leiden so wie ich,

und dieses Leiden ließ mich, selbst Gott, den Größten von allen, der Schmerzen wegen zittern und aus jeder Pore bluten und an Leib und Geist leiden.“18

Dort im Garten Getsemani fing Christus damit an, den Preis für unsere Sünden und unsere Krankheiten, Schmerzen und Schwächen zu bezahlen.19 Deshalb werden wir mit diesen Schwächen nie allein sein, wenn wir beschließen, mit ihm zu wandeln. „Er wurde gefangen genommen und aufgrund falscher Anschuldigungen angeklagt. Er wurde für schuldig befunden, um die wütende Menge zufriedenzustellen, und zum Kreuzestod auf Golgota verurteilt.“ Am Kreuz gab er „sein Leben hin, um für die Sünden aller Menschen zu sühnen. Er war die große Gabe, die stellvertretend für alle Menschen dargebracht wurde, die je auf der Erde leben sollten.“20

Er verkündete:

„Siehe, ich bin Jesus Christus, von dem die Propheten bezeugt haben, er werde in die Welt kommen.

Und siehe, ich bin das Licht und das Leben der Welt; und ich habe aus jenem bitteren Kelch getrunken, den der Vater mir gegeben hat, und habe den Vater verherrlicht, indem ich die Sünden der Welt auf mich genommen habe.“21

Dann, am ersten Tag der Woche22, erhob er sich mit einem vollkommenen, auferstandenen Körper, der nie wieder den Tod erleiden würde, vom Grab. Und weil er auferstanden ist, werden auch wir auferstehen.

Ich bezeuge, dass Christus wahrhaftig aus dem Grab auferstanden ist. Doch um dies tun zu können, musste er zuerst sterben – und wir müssen es ebenso. So müssen auch wir handeln.

Eine weitere große Segnung in meinem Leben bestand darin, dass ich in jenen Augenblicken, in denen ich am Bett von Sterbenden saß, die Nähe des Himmels spüren konnte. Vor einigen Jahren betrat ich früh am Morgen das Krankenhauszimmer einer Witwe, die ein treues Mitglied der Kirche war. Sie hatte Krebs. Zwei ihrer Töchter saßen bei ihr. Als ich an ihr Bett trat, erkannte ich schnell, dass sie nicht länger litt, weil sie kurz zuvor gestorben war.

In jenem Augenblick des Todes war der Raum von Frieden erfüllt. Ihre Töchter waren traurig, verspürten aber auch Trost, da ihr Herz von Glauben erfüllt war. Sie wussten, dass ihre Mutter nicht fortgegangen, sondern nach Hause zurückgekehrt war.23 Selbst in Augenblicken tiefsten Kummers, in den Augenblicken, in denen die Zeit stillsteht und das Leben so ungerecht zu sein scheint, können wir bei unserem Erretter Trost finden, weil auch er gelitten hat.24 Es war mir eine Ehre, in diesem Zimmer zu sein.

Wenn wir sterben, verlässt unser Geist unseren Körper, und wir begeben uns zum nächsten Abschnitt unserer Reise – in die Geisterwelt. Sie ist ein Ort des Lernens, der Umkehr, der Vergebung und des Werdens,25 wo wir auf die Auferstehung warten.26

An einem großen Tag in der Zukunft wird sich jeder, der geboren wurde, aus dem Grab erheben. Unser Geist und unser Körper werden wieder in ihrer vollkommenen Gestalt vereint. Alle werden auferstehen, „seien sie alt oder jung, … seien sie männlich oder weiblich, seien es die Schlechten oder die Rechtschaffenen; und … alles wird zu seiner vollkommenen Gestalt wiederhergestellt“27.

Nach der Auferstehung wird uns die herrliche Segnung zuteil, von unserem Erretter gerichtet zu werden, der gesagt hat:

„[Ich werde] alle Menschen zu mir ziehen, damit sie gemäß ihren Werken gerichtet werden.

Und es wird sich begeben: Wer umkehrt und sich in meinem Namen taufen lässt, der wird erfüllt werden; und wenn er bis ans Ende ausharrt, siehe, ihn will ich vor meinem Vater schuldlos halten an dem Tag, da ich dastehe, um die Welt zu richten.“28

Durch Christus und sein Sühnopfer werden dann alle, die sich dafür entscheiden, ihm zu folgen, indem sie Glauben ausüben, umkehren, sich taufen lassen, die Gabe des Heiligen Geistes empfangen und bis ans Ende ausharren,29 feststellen, was am Ende ihrer Reise auf sie wartet: „als Erben ewigen Lebens ihre göttliche Bestimmung“30 zu erlangen. Sie werden in die Gegenwart ihres Vaters zurückkehren, um für immer bei ihm zu leben. Mögen wir uns gut entscheiden.

Zu unserem Dasein gehört sehr viel mehr als nur das, was zwischen Geburt und Tod geschieht. Ich lade Sie ein: Kommen Sie und folgen Sie Christus nach!31

Ich lade alle Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ein, jeden Tag zu Christus zu kommen und in ihm vollkommen zu werden und auf alles zu verzichten, was ungöttlich ist, damit „[ihr] dadurch, dass das Blut Christi vergossen wurde, … heilig werdet, ohne Makel“32.

Ich lade diejenigen, die noch keine Mitglieder dieser Kirche sind, ein, zu kommen und das Buch Mormon zu lesen und den Missionaren zuzuhören. Kommen Sie und haben Sie Glauben und kehren Sie von Ihren Sünden um! Kommen Sie und lassen Sie sich taufen und empfangen Sie den Heiligen Geist! Kommen Sie und führen Sie ein glückliches Leben, das von Christus erfüllt ist! Ich verheiße Ihnen: Wenn Sie zu ihm kommen und seine Gebote halten, können Sie in diesem oft turbulenten Erdenleben Frieden finden und einen Sinn erkennen und „ewiges Leben in der künftigen Welt“33 erlangen.

Diejenigen, die selbst schon von diesen Wahrheiten gekostet, sich jedoch aus irgendeinem Grund davon entfernt haben, lade ich ein, zurückzukommen. Kommen Sie heute zurück! Unser Vater und der Erretter lieben Sie. Ich bezeuge, dass Christus die Macht hat, Ihre Fragen zu beantworten, Ihren Schmerz und Ihren Kummer zu heilen und Ihnen Ihre Sünden zu vergeben. Ich weiß, dass dies wahr ist. Ich weiß, dass dies alles wahr ist. Christus lebt! Dies ist seine Kirche. Im Namen Jesu Christi. Amen.

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