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Frühjahr 2017 | Zurückkehren und empfangen

Zurückkehren und empfangen

Frühjahr 2017 Generalkonferenz

In Gottes Gegenwart zurückzukehren und die ewigen Segnungen zu empfangen, die uns zuteilwerden, wenn wir Bündnisse schließen und halten, sind die wichtigsten Ziele, die wir uns setzen können.

Meine Brüder und Schwestern, ich habe jetzt die Aufgabe, zu Ihnen zu sprechen, und Sie haben die Aufgabe, zuzuhören. Mein Ziel ist, meine Aufgabe zu beenden, bevor Sie mit Ihrer fertig sind. Ich werde mein Bestes geben.

Im Laufe der Jahre habe ich beobachtet, dass diejenigen, die in dieser Welt am meisten erreichen, eine Vision für ihr Leben haben. Sie haben Ziele, die ihnen helfen, ihre Vision im Blick zu behalten, und taktische Pläne, wie sie diese Ziele erreichen wollen. Zu wissen, wohin man geht und wie man dorthin gelangen will, verleiht dem Leben Sinn, Zweck und Erfüllung.

Manch einer hat Schwierigkeiten, zwischen einem Ziel und einem Plan zu unterscheiden, bis er merkt, dass ein Ziel ein Bestimmungsort oder ein Ende ist. Ein Plan hingegen ist der Weg, auf dem man dorthin gelangt. Man kann zum Beispiel das Ziel haben, an einen bestimmten, unbekannten Ort zu fahren. Einige von Ihnen, liebe Schwestern, wissen, dass wir Männer oft meinen, wir wüssten, wie wir dorthin kommen. Wir sagen dann oft: „Ich weiß, es muss hier gleich um die Ecke sein.“ Meine Frau lächelt jetzt bestimmt. Das Ziel war klar, aber es gab keinen guten Plan, den Bestimmungsort zu erreichen.

Wenn man ein Ziel setzt, hat man im Grunde bereits „am Anfang das Ende vor Augen“. Beim Planen erarbeitet man einen Weg, wie man zu diesem Zielpunkt gelangt. Ein Schlüssel zum Glücklichsein liegt darin, dass wir verstehen, welche Ziele wirklich wichtig sind, und dann unsere Zeit, Mühe und Aufmerksamkeit auf das verwenden, was uns sicher dorthin bringt.

Gott, der himmlische Vater, hat uns das vollkommene Beispiel für Zielsetzung und Planung gegeben. Sein Ziel ist es, „die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen“1, und der Erlösungsplan ist sein Mittel, diesen Plan umzusetzen.

Zum Plan unseres geliebten himmlischen Vaters gehört, dass wir mit unserem sterblichen Körper wachsen, uns strecken, lernen und ihm ähnlicher werden können. Indem unser ewiger Geist mit einem physischen Körper bekleidet wird und wir nach den Lehren und Gebote seines Sohnes, des Herrn Jesus Christus, leben und wir eine ewige Familie gründen, können wir durch das Sühnopfer des Erretters Gottes Ziel verwirklichen: die Unsterblichkeit und das ewige Leben für seine Kinder mit ihm in seinem celestialen Reich.

Für eine kluge Zielsetzung muss einem bewusst sein, dass kurzfristige Ziele nur dann effektiv sind, wenn sie zu klar definierten längerfristigen Zielen führen. Ich glaube, ein wichtiger Schlüssel zum Glücklichsein besteht darin, dass man lernt, wie man im Rahmen des ewigen Planes unseres himmlischen Vaters eigene Ziele setzt und Pläne aufstellt. Wenn man sich auf diesen ewigen Pfad konzentriert, macht man sich unweigerlich würdig, in seine Gegenwart zurückzukehren.

Es ist gut, Ziele und Pläne für unseren Beruf, unsere Ausbildung und sogar für unser Golfspiel zu haben. Es ist auch wichtig, dass wir Ziele für unsere Ehe, unsere Familie und unsere Ratsgremien und Berufungen in der Kirche haben. Das gilt vor allem für die Missionare. Aber unsere wichtigsten und vorrangigen Ziele sollten sich in den ewigen Plan des himmlischen Vaters einfügen. Jesus hat gesagt: „Trachtet ihr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Rechtschaffenheit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden.“2

Experten für Zielsetzung sagen uns: Je einfacher und überschaubarer ein Ziel ist, desto machtvoller ist es. Wenn wir ein Ziel auf ein klares Bild oder ein, zwei überzeugende, symbolische Wörter reduzieren können, kann dieses Ziel ein Teil von uns werden und buchstäblich alles steuern, was wir denken und tun. Ich glaube, in dieser Hinsicht gibt es zwei Wörter, die Gottes Ziele für uns und unsere eigenen wichtigsten Ziele gut ausdrücken. Diese Wörter lauten zurückkehren und empfangen.

In seine Gegenwart zurückzukehren und die ewigen Segnungen zu empfangen, die uns zuteilwerden, wenn wir Bündnisse schließen und halten, sind die wichtigsten Ziele, die wir uns setzen können.

Wir kehren zurück und empfangen, indem wir „unerschütterliche[n] Glauben“ an den Herrn Jesus Christus haben und uns „ganz auf die Verdienste dessen verlassen, der mächtig ist zu erretten“ und „mit Beständigkeit in Christus vorwärtsstreben, erfüllt vom vollkommenen Glanz der Hoffnung und von Liebe zu Gott und zu allen Menschen“ und uns „am Wort von Christus weide[n] und bis ans Ende ausharr[en]“3.

Luzifer hat den Plan des Vaters, der es uns ermöglicht, in die Gegenwart des Vaters zurückzukehren und seine Segnungen zu empfangen, nicht akzeptiert. Vielmehr lehnte er sich auf und versuchte, den Plan des Vaters gänzlich abzuändern. Er wollte die Herrlichkeit, Ehre und Macht Gottes für sich haben. Infolgedessen wurde er mit seinen Gefolgsleuten aus der Gegenwart Gottes ausgestoßen und „wurde der Satan, ja, nämlich der Teufel, der Vater aller Lügen, die Menschen zu täuschen und zu verblenden und sie nach seinem Willen gefangen zu führen, ja, alle, die nicht auf [die] Stimme [des Herrn] hören wollen“4.

Infolge seiner vorirdischen Entscheidungen kann der Satan weder zurückkehren noch empfangen. Das Einzige, was ihm bleibt, ist, dem Plan des Vaters entgegenzuarbeiten, indem er von jeder nur möglichen Verlockung und Versuchung Gebrauch macht, um uns zu Fall zu bringen und uns so elend zu machen, wie er selbst es ist.5 Der Plan des Satans zum Erreichen seines teuflischen Ziels betrifft jeden Menschen, jede Generation, jede Kultur und jede Gesellschaft. Er nutzt laute Stimmen – Stimmen, die danach trachten, die sanfte, leise Stimme des Heiligen Geistes zu übertönen, die uns „alles zeigen“6 kann, was wir tun sollen, um zurückzukehren und zu empfangen.

Diese Stimmen gehören jenen, die Evangeliumswahrheit missachten und das Internet, soziale Medien und Printmedien, Radio, Fernsehen und Filme nutzen, um auf verlockende Weise Unmoral, Gewalt, abstoßende Sprache, Schmutz und Verderbtheit so darzustellen, dass wir von unseren Zielen und Plänen für die Ewigkeit abgelenkt werden.

Zu diesen Stimmen können auch wohlmeinende Menschen gehören, die von den weltlichen Philosophien von Männern und Frauen verblendet sind, die danach trachten, den Glauben zu zerstören und diejenigen von ihrer ewigen Ausrichtung abzubringen, die einfach nur versuchen, in die Gegenwart Gottes zurückzukehren und alles zu empfangen, „was [unser] Vater hat“7.

Ich habe festgestellt: Wenn ich darauf konzentriert bleiben will, zurückzukehren und die verheißenen Segnungen zu empfangen, muss ich mich regelmäßig fragen, wie es um mich steht.

Es ist ein wenig so, als hätte man ein ganz privates Interview mit sich selbst. Und wenn das ungewöhnlich klingt, dann denken Sie einmal darüber nach, wer Sie in dieser Welt besser kennt als Sie selbst. Sie kennen Ihre Gedanken, Ihre verborgenen Taten, Ihre Wünsche und Träume, Ihre Ziele und Pläne. Und Sie wissen besser als jeder andere, wie Sie auf dem Weg zurückzukehren und zu empfangen vorankommen.

Als Orientierungshilfe für dieses private Interview lese und überdenke ich gern die Worte zur Selbsterkenntnis im fünften Kapitel von Alma, wo Alma fragt: „Seid ihr geistig aus Gott geboren? Habt ihr sein Abbild in euren Gesichtsausdruck aufgenommen? Habt ihr diese mächtige Wandlung in eurem Herzen erlebt?“8 Almas Fragen erinnern daran, was zu unseren Zielen und Plänen zählen sollte, damit wir zurückkehren und empfangen können.

Denken Sie an die Einladung des Erretters: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.

Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.“9

Wenn wir unseren Glauben an die Macht des Herrn Jesus Christus vermehren, unserer Seele durch Sündenvergebung Ruhe zu verschaffen, unvollkommene Beziehungen zu retten, geistige Wunden, die das Wachstum hemmen, zu heilen und uns zu stärken und zu befähigen, die Eigenschaften Christi zu entwickeln, schätzen wir auch das Ausmaß des Sühnopfers unseres Herrn Jesus Christus mehr.10

Nehmen Sie sich in den kommenden Wochen Zeit, überprüfen Sie Ihre Ziele und Pläne für Ihr Leben und vergewissern Sie sich, dass sie mit dem großen Plan zusammenpassen, den der Vater im Himmel für unser Glücklichsein hat. Wenn Sie umkehren und sich ändern müssen, dann überlegen Sie, ob Sie es nicht jetzt tun wollen. Nehmen Sie sich die Zeit, gebeterfüllt darüber nachzudenken, welche Korrekturen notwendig sind, damit Sie „das Auge nur auf die Herrlichkeit Gottes gerichtet“11 halten können.

Wir müssen die Lehre und das Evangelium Jesu Christi im Mittelpunkt unserer Ziele und Pläne behalten. Ohne ihn ist kein ewiges Ziel möglich und unsere Pläne, unsere ewigen Ziele zu erreichen, werden mit Sicherheit scheitern.

Die Erklärung „Der lebendige Christus“

Eine weitere Hilfe ist die Erklärung „Der lebendige Christus – das Zeugnis der Apostel“12, die der Kirche am 1. Januar 2000 vorgelegt wurde. Bringen Sie ein Exemplar davon so an, dass Sie es sehen können, und nehmen Sie sich Zeit, die einzelnen Aussagen in diesem inspirierten Zeugnis für Christus durchzugehen, das von seinen besonderen Zeugen gegeben und unterschrieben wurde.

Die Erklärung „Der lebendige Christus“ und die Proklamation „Die Familie“

Ich möchte Ihnen ans Herz legen, sich parallel dazu mit der Proklamation an die Welt zur Familie zu befassen. Wir sprechen oft über die Proklamation zur Familie, aber denken Sie bitte auch daran, sie im Licht der errettenden Macht des lebendigen Christus zu lesen. Ohne den lebendigen Christus bleiben unsere schönsten Erwartungen unerfüllt. In der Proklamation zur Familie heißt es: „Durch den göttlichen Plan des Glücklichseins können die Familienbeziehungen über das Grab hinaus Bestand haben. Heilige Handlungen und Bündnisse, die in einem heiligen Tempel zugänglich sind, ermöglichen es dem Einzelnen, in die Gegenwart Gottes zurückzukehren, und der Familie, auf ewig vereint zu sein.“13

Das kann nur geschehen, weil der lebendige Christus der sühnende Erretter und Erlöser der Welt ist.

In diesem Zusammenhang können Sie auch darüber nachdenken, ob Sie nicht in den Schriften forschen wollen, um Ihr Verständnis von den konkreten Wahrheiten, die in der Erklärung „Der lebendige Christus“ genannt werden, zu erweitern.

Wenn Sie diese Erklärung gebeterfüllt lesen, ist es so, als würden Sie das Zeugnis des Matthäus, Markus, Lukas, Johannes und der Propheten des Buches Mormon lesen. Sie wird Ihren Glauben an den Erretter stärken und Ihnen helfen, Ihren Blick weiterhin auf ihn zu richten, während Sie Ihre Pläne verfolgen, um Ihre ewigen Ziele zu erreichen.

Trotz unserer Fehler und Unzulänglichkeiten, Umwege und Sünden ermöglicht uns das Sühnopfer Jesu Christi umzukehren mit der Bereitschaft, zurückzukehren und die unvergleichlichen Segnungen zu empfangen, die Gott verheißen hat – für immer mit dem Vater und dem Sohn im höchsten Grad des celestialen Reiches zu leben.14

Wie Sie alle wissen, wird keiner dem Tod entrinnen. Daher sollten unser langfristiges Ziel und unser Plan darin bestehen, alles zu empfangen, was unser Vater im Himmel für einen jeden von uns vorgesehen hat, wenn wir zu ihm zurückkehren.15

Ich bezeuge, dass man hier auf Erden kein größeres Ziel haben kann, als auf ewig bei unseren himmlischen Eltern und unserem geliebten Erretter, dem Herrn Jesus Christus, zu leben. Doch es ist mehr als nur unser Ziel – es ist auch ihr Ziel. Sie lieben uns auf vollkommene Weise, mehr als wir auch nur ansatzweise verstehen können. Sie sind voll und ganz und auf ewig mit uns verbunden. Wir sind ihr Werk. Unsere Herrlichkeit ist ihre Herrlichkeit. Mehr als alles andere wünschen sie sich, dass wir nach Hause kommen – dass wir zurückkehren und ewiges Glück in ihrer Gegenwart empfangen.

Meine lieben Brüder und Schwestern, in einer Woche feiern wir Palmsonntag zum Gedenken an Christi triumphalen Einzug in Jerusalem. In zwei Wochen begehen wir den Ostersonntag im Gedenken an den Sieg des Erretters über den Tod.

Wenn wir an diesen beiden besonderen Sonntagen unsere Aufmerksamkeit auf den Erretter richten, dann denken wir doch an ihn und erneuern unsere lebenslange Verpflichtung, seine Gebote zu halten. Betrachten wir unser Leben eingehend, setzen wir uns Ziele und bringen wir unsere Pläne mit den Plänen Gottes so in Einklang, dass wir schließlich den kostbaren Vorzug genießen, zurückzukehren und zu empfangen. Dies ist mein demütiges Gebet. Im Namen Jesu Christi. Amen.

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