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Frühjahr 2017 | Die Gottheit und der Erlösungsplan

Die Gottheit und der Erlösungsplan

Frühjahr 2017 Generalkonferenz

Weil wir die Wahrheit über die Gottheit und unsere Beziehung zu ihr kennen, haben wir für unsere Reise durch das Erdenleben den perfekten Wegweiser.

I.

In unserem ersten Glaubensartikel wird verkündet: „Wir glauben an Gott, den ewigen Vater, und an seinen Sohn, Jesus Christus, und an den Heiligen Geist.“ Wir schließen uns anderen Christen in diesem Glauben an einen Vater und einen Sohn und einen Heiligen Geist an, aber unsere Ansichten von ihnen unterscheiden sich von den Ansichten anderer. Wir glauben nicht an das, was die christliche Welt als die Lehre von der Dreifaltigkeit bezeichnet. In seiner ersten Vision sah Joseph Smith zwei eigenständige Personen, zwei Wesen, wodurch klar wurde, dass die damals vorherrschenden Ansichten über Gott und die Gottheit nicht richtig waren.

Im Gegensatz zu der Ansicht, dass Gott ein unfassbares und unbegreifliches Mysterium sei, ist vielmehr wahr, dass das Wesen Gottes und unsere Beziehung zu ihm sehr wohl begreiflich sind und den Schlüssel zu allem anderen in unserer Lehre bilden. In der Bibel ist das große Abschiedsgebet Jesu verzeichnet, in dem er erklärt: „Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.“ (Johannes 17:3.)

Die Bibel

Das Bestreben, Gott und sein Werk zu erkennen, begann schon vor dem Erdenleben und findet hier nicht sein Ende. Der Prophet Joseph Smith erklärte: „Es wird noch eine ganze Weile dauern, nachdem wir durch den Schleier gegangen sind, bis wir [alle Grundsätze der Erhöhung] erlernt haben.“1 Wir bauen auf dem Wissen auf, das wir uns in der vorirdischen Geisterwelt angeeignet haben. Der Prophet Jesaja, der den Israeliten das wahre Wesen Gottes und dessen Beziehung zu seinen Kindern nahebringen wollte, verkündete deshalb, wie es in der Bibel steht:

„Mit wem wollt ihr Gott vergleichen und welches Bild an seine Stelle setzen? …

Wisst ihr es nicht, hört ihr es nicht, war es euch nicht von Anfang an bekannt? Habt ihr es nicht immer wieder erfahren seit der Grundlegung der Erde?“ (Jesaja 40:18,21.)

Wir wissen, dass die drei Mitglieder der Gottheit getrennte, eigenständige Wesen sind. Wir wissen es aus einer Klarstellung, die wir dem Propheten Joseph Smith verdanken: „Der Vater hat einen Körper aus Fleisch und Gebein, so fühlbar wie der eines Menschen, ebenso der Sohn; aber der Heilige Geist hat keinen Körper aus Fleisch und Gebein, sondern ist eine Person aus Geist. Wäre es nicht so, könnte der Heilige Geist nicht in uns wohnen.“ (LuB 130:22.)

Was die erhabene Stellung Gottvaters innerhalb der Gottheit betrifft und die jeweiligen Aufgaben, die jede einzelne Person erfüllt, hat der Prophet Joseph erklärt:

Der Prophet Joseph Smith

„Jeder, der die Himmel offen sah, weiß, dass es dort im Himmel drei Personen gibt, die die Schlüssel der Macht besitzen, und dass einer über alle präsidiert.

[Sie] werden erster Gott, der Schöpfer, zweiter Gott, der Erlöser, und dritter Gott, der Zeuge oder Testator, genannt. …

Der Vater präsidiert als das Oberhaupt oder der Präsident, Jesus ist der Mittler, und der Heilige Geist gibt Zeugnis.“2

II. Der Plan

Unsere Beziehung zu den Mitgliedern der Gottheit ist uns durch das, was über den Erlösungsplan offenbart worden ist, klar.

Fragen wie: „Woher kommen wir?“, „Warum sind wir hier?“ und „Wie geht es mit uns weiter?“ werden durch den in den heiligen Schriften so bezeichneten „Plan der Errettung“, „großen Plan des Glücklichseins“ oder „Plan der Erlösung“ (Alma 42:5,8,11) beantwortet. Das Evangelium Jesu Christi steht im Mittelpunkt dieses Plans.

Als Geistkinder Gottes wünschten wir uns in einem Dasein vor diesem Erdenleben das ewige Leben, das uns bestimmt war. Wir hatten uns so weit entwickelt, wie es uns ohne ein sterbliches Dasein mit einem physischen Körper möglich war. Um uns diese Gelegenheit zu verschaffen, präsidierte der Vater im Himmel über die Erschaffung dieser Welt, auf der wir, nachdem uns die Erinnerung an das, was unserer irdischen Geburt voranging, entzogen worden war, unsere Bereitschaft unter Beweis stellen konnten, die Gebote Gottes zu halten und durch die sonstigen Schwierigkeiten, die das Erdenleben mit sich bringt, Erfahrungen zu sammeln und uns weiterzuentwickeln. Im Laufe dieses Erdenlebens und infolge des Falls unserer ersten Eltern sollten wir jedoch den geistigen Tod erleiden, indem wir von der Gegenwart Gottes abgeschnitten, durch Sünde beschmutzt und dem physischen Tod unterworfen werden würden. Im Plan des Vaters waren Mittel und Wege vorhergesehen und bereitet, all diese Hindernisse zu überwinden.

III. Die Gottheit

Nachdem wir wissen, welchen Zweck der große Plan Gottes hat, befassen wir uns nun mit den jeweiligen Aufgaben der drei Mitglieder der Gottheit in diesem Plan.

Beginnen wir mit einer Lehre aus der Bibel. Am Ende seines zweiten Briefes an die Korinther gibt der Apostel Paulus diesen beinahe beiläufigen Hinweis auf die Gottheit, bestehend aus Vater, Sohn und Heiligem Geist: „Die Gnade Jesu Christi, des Herrn, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft3 des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“ (2 Korinther 13:13.)

In dieser Schriftstelle in der Bibel wird die Gottheit benannt und auf die alles entscheidende und belebende Liebe Gottvaters, die barmherzige und errettende Mission Jesu Christi und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes hingewiesen.

Gottvater

Mit Gottvater fängt alles an. Wir wissen zwar verhältnismäßig wenig über ihn, doch was wir wissen, ist entscheidend für das Verständnis seiner erhabenen Stellung, unserer Beziehung zu ihm und seiner leitenden Rolle im Erlösungsplan, bei der Schöpfung und bei allem anderen, was darauf folgte.

Wie Elder Bruce R. McConkie kurz vor seinem Tod schrieb: „Im höchsten und endgültigen Sinn des Wortes gibt es nur einen wahren, lebendigen Gott. Er ist der Vater, der allmächtige Elohim, das höchste Wesen, der Schöpfer und Herrscher des Universums.“4 Er ist der Gott und Vater sowohl Jesu Christi wie auch von uns allen. Präsident David O. McKay hat gesagt: „Die erste grundsätzliche Lehre, für die Jesus Christus eintrat, war, dass hinter und über allem Gottvater, der Herr des Himmels und der Erde, steht.“5

Was wir über das Wesen Gottvaters wissen, ergibt sich größtenteils aus dem Wirken und den Aussagen seines einziggezeugten Sohnes, Jesus Christus. Wie Elder Jeffrey R. Holland gesagt hat, bestand eines der wichtigsten Ziele, die mit dem Wirken Jesu erreicht werden sollten, darin, den sterblichen Menschen zu offenbaren, „wer Gott, unser ewiger Vater, ist[, und uns] das wahre Wesen seines Vaters, unseres Vaters im Himmel, [zu] zeigen und näher[zu]bringen“6. Die Bibel enthält das Zeugnis eines Apostels, dass Jesus „das Abbild“ seines Vaters war (Hebräer 1:3), womit lediglich Jesu eigene Aussage näher erläutert wird, nämlich: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“ (Johannes 14:9.)

Gottvater ist der Vater unseres Geistes. Wir sind seine Kinder. Er liebt uns, und alles, was er tut, ist zu unserem ewigen Nutzen. Er ist der Urheber des Erlösungsplans, und dank seiner Macht wird das Ziel seines Plans für die höchste Herrlichkeit seiner Kinder erreicht.

Der Sohn

Für den sterblichen Menschen ist Jesus Christus das sichtbarste Mitglied der Gottheit. In einer hervorragenden Aussage zur Lehre erklärt die Erste Präsidentschaft 1909, dass Christus „der Erstgeborene unter allen Söhnen Gottes ist – der Erstgezeugte im Geist und der Einziggezeugte im Fleisch“7. Der Sohn, der Größte von allen, wurde vom Vater erwählt, den Plan des Vaters auszuführen: Er sollte mit der Macht des Vaters Welten ohne Zahl erschaffen (siehe Mose 1:33) und die Kinder Gottes durch seine Auferstehung vom Tod und durch sein Sühnopfer von Sünde erretten. Dieses erhabene Opfer wird zutreffend als „das zentrale Ereignis der gesamten Menschheitsgeschichte“8 bezeichnet.

Der Herr Jesus Christus

Bei den einzigartigen, heiligen Anlässen, als Gottvater den Sohn persönlich vorstellte, sagte er: „Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.“ (Markus 9:7; siehe auch Lukas 9:35; 3 Nephi 11:7; Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:17.) Demnach ist es Jesus Christus, Jehova, der Herr und Gott Israels, der zu den Propheten und durch sie spricht.9 Deshalb stellte sich Jesus, als er nach seiner Auferstehung den Nephiten erschien, als „der Gott der ganzen Erde“ vor (3 Nephi 11:14). Deshalb spricht Jesus zu den Propheten im Buch Mormon und zu den Heiligen der Letzten Tage oft als „der Vater und der Sohn“, ein Titel, den die Erste Präsidentschaft und das Kollegium der Zwölf Apostel vor gut 100 Jahren in einer inspirierten Erläuterung der Lehre erklärt haben.10

Der Heilige Geist

Das dritte Mitglied der Gottheit ist der Heilige Geist, der auch einfach nur der Geist, der Geist Gottes oder der Tröster genannt wird. Er ist das Mitglied der Gottheit, durch das uns persönliche Offenbarung zuteilwird. Als Person aus Geist (siehe LuB 130:22) kann er in uns wohnen und die wichtige Aufgabe als Kommunikator zwischen dem Vater und dem Sohn und den Kindern Gottes auf Erden erfüllen. Aus vielen Schriftstellen geht hervor, dass seine Mission darin besteht, Zeugnis für den Vater und den Sohn abzulegen (siehe Johannes 15:26; 3 Nephi 28:11; LuB 42:17). Der Erretter hat verheißen, dass der Tröster uns alles lehren, uns an alles erinnern und uns in die ganze Wahrheit führen wird (siehe Johannes 14:26; 16:13). Demnach hilft uns der Heilige Geist, zwischen Wahrheit und Irrtum zu unterscheiden, er leitet uns bei wichtigen Entscheidungen und hilft uns, die Schwierigkeiten des Erdenlebens zu meistern.11 Er ist auch das Mittel, wodurch wir geheiligt werden, also von Sünde gereinigt und geläutert (siehe 2 Nephi 31:17; 3 Nephi 27:20; Moroni 6:4).

IV.

Wie hilft uns das Verständnis dieser vom Himmel offenbarten Lehre von der Gottheit und vom Erlösungsplan nun bei unseren aktuellen Herausforderungen?

Weil wir die Wahrheit über die Gottheit und unsere Beziehung zu ihr, den Zweck des Lebens und das Wesen unserer ewigen Bestimmung kennen, haben wir für unsere Reise durch das Erdenleben den perfekten Wegweiser und vollkommene Sicherheit. Wir wissen, wen wir anbeten und warum. Wir wissen, wer wir sind und was aus uns werden kann (siehe LuB 93:19). Wir wissen, wer dies alles ermöglicht, und wir wissen, was wir tun müssen, um die höchsten Segnungen zu empfangen, die uns durch den Erlösungsplans Gottes zuteilwerden. Woher wissen wir das alles? Wir wissen es aus den Offenbarungen, die Gott seinen Propheten und jedem von uns persönlich gibt.

Um einmal zu dem zu werden, was der Apostel Paulus als „Christus in seiner vollendeten Gestalt“ (Epheser 4:13) beschrieben hat, ist weit mehr erforderlich, als sich Wissen anzueignen. Es genügt noch nicht einmal, dass wir vom Evangelium überzeugt sind. Wir müssen so handeln und denken, dass wir uns durch das Evangelium bekehren. Im Gegensatz zu den weltlichen Institutionen, die uns lehren, etwas zu wissen, fordern der Erlösungsplan und das Evangelium Jesu Christi von uns, dass wir etwas werden.

Präsident ThomasS. Monson

Präsident Thomas S. Monson sagte bei der letzten Generalkonferenz:

„Entscheidend für den Plan [der Erlösung] ist unser Erretter, Jesus Christus. Ohne sein Sühnopfer wären alle Menschen verloren. Es ist jedoch nicht genug, lediglich an ihn und seine Mission zu glauben. Wir müssen arbeiten und lernen, forschen und beten, umkehren und uns verbessern. Wir müssen Gottes Gesetze kennen und sie leben. Wir müssen seine errettenden Verordnungen empfangen. Nur auf diese Weise erlangen wir wahres, ewiges Glück. …

Aus tiefster Seele und in aller Demut gebe ich Zeugnis für jenes großartige Geschenk, nämlich den Plan, den der Vater für uns hat. Dieser Plan ist der einzig vollkommene Weg zu Frieden und Glück – im Diesseits wie auch in der künftigen Welt.“12

Ich schließe mich mit meinem Zeugnis dem unseres Propheten und Präsidenten an. Ich bezeuge, dass wir einen Vater im Himmel haben, der uns liebt. Ich bezeuge, dass wir einen Heiligen Geist haben, der uns leitet. Und ich bezeuge, dass durch Jesus Christus, unseren Erretter, alles möglich ist. Im Namen Jesu Christi. Amen.

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