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Frühjahr 2017 | An die Freunde der Kirche

An die Freunde der Kirche

Frühjahr 2017 Generalkonferenz

Wenn Sie den Preis für Offenbarung zahlen, sich demütigen, lesen, beten und umkehren, öffnet sich der Himmel und Sie werden wissen, dass Jesus der Messias ist.

Ich ließ mich an einem Freitagnachmittag, am 16. September 1988, im Gemeindehaus der Gemeinde Vicente López in Buenos Aires in Argentinien taufen und wurde Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Ein sehr guter Freund, Alin Spannaus, taufte mich an diesem Tag, und ich fühlte mich glücklich, leichter und war begierig, mehr zu lernen.

Elder Costas Taufe

Heute möchte ich darüber sprechen, welche Lektionen ich auf meinem Weg zur Taufe gelernt habe – Lektionen die, wie ich hoffe, denen unter Ihnen helfen können, die noch keine Mitglieder der Kirche sind. Ich bete darum, dass Ihr Herz vom Geist berührt wird, so wie meines berührt wurde.

Erstens: Die Missionare treffen

Warum sollte jemand ohne schwerwiegende Herausforderungen, Bedürfnisse oder Fragen daran interessiert sein, sich die Lektionen der Missionare anzuhören? Nun, in meinem Fall war es Liebe – Liebe zu einer jungen Frau namens Renee. Ich hatte mich in sie verliebt und wollte sie heiraten. Sie war anders und hatte andere Maßstäbe als die meisten jungen Frauen, die ich kannte. Aber sie gefiel mir so gut, und ich wollte sie heiraten – doch sie sagte Nein!

Elder Costa und seine Frau

Ich verstand das nicht. Ich dachte, dass ich eine sehr gute Partie wäre! Ich war ein gutaussehender, 24 Jahre alter Uni-Absolvent mit einer hervorragenden Arbeitsstelle. Sie sprach von ihren Zielen – dass sie jemanden heiraten wollte, der mit ihr in den Tempel ging, und dass sie eine ewige Familie haben wollte – und lehnte meinen Antrag ab. Ich wollte die Beziehung mit ihr weiterführen und so willigte ich ein, den Missionaren zuzuhören. Ist das ein guter Grund, sich mit den Missionaren zu treffen? Nun, für mich war es das.

Als ich mich das erste Mal mit den Missionaren traf, habe ich nicht viel von dem verstanden, was sie sagten. Um ehrlich zu sein, habe ich vielleicht auch nicht richtig zugehört. Mein Herz war einer neuen Religion gegenüber verschlossen. Ich wollte nur beweisen, dass sie Unrecht hatten, und Zeit gewinnen, Renee davon zu überzeugen, mich trotz allem zu heiraten.

Inzwischen waren meine Kinder selbst auf Mission oder erfüllen gerade eine Mission, und ich bin mir der Opfer bewusst, die diese jungen Männer und Frauen bringen, um anderen das Evangelium Jesu Christi nahezubringen. Jetzt wünschte ich, ich hätte den wundervollen Missionaren, die mich belehrt haben – Elder Richardson, Elder Farrell und Elder Hyland –, mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

Basierend auf der ersten Lektion, die ich gelernt habe, lege ich Ihnen, den Freunden der Kirche, ans Herz: Nehmen Sie die Missionare bitte ernst, wenn Sie sich mit ihnen treffen. Sie opfern bedeutende Jahre ihres Lebens nur für Sie.

Zweitens: Die Kirche besuchen

Als ich das erste Mal eine Versammlung der Kirche besuchte, hörte ich vieles, worunter ich mir nichts vorstellen konnte. Wer waren die Bienenkorbmädchen? Was war das Aaronische Priestertum oder die Frauenhilfsvereinigung?

Wenn Sie heute zum ersten Mal eine Versammlung der Kirche besuchen und nicht alles verstehen, machen Sie sich keine Sorgen! Ich habe auch nichts verstanden. Aber ich erinnere mich noch an meine Eindrücke, die neuen Gefühle – den Frieden und die Freude, die ich gespürt habe. Damals wusste ich es nicht, aber das war der Heilige Geist, der mir ins Ohr und ins Herz flüsterte: „Du bist hier richtig.“

Lassen Sie mich diese Lektion so zusammenfassen: Wenn Sie etwas nicht verstehen, machen Sie sich keine Sorgen. Denken Sie an das, was Sie gefühlt haben; es kommt von Gott.

Drittens: Das Buch Mormon lesen

Ich traf mich mehrmals mit den Missionaren, machte aber kaum Fortschritte. Ich hatte nicht das Gefühl, eine Bestätigung für die Wahrheit des Evangeliums erhalten zu haben.

Eines Tages fragte mich Renee: „Liest du eigentlich im Buch Mormon?“

Ich verneinte. Ich hörte mir doch an, was die Missionare zu sagen hatten. Reichte das nicht?

Mit Tränen in den Augen bezeugte mir Renee, dass sie wusste, dass das Buch Mormon wahr ist. Sie erklärte, ich könne nur herausfinden, ob es wahr ist, wenn ich es – Sie ahnen es – lesen würde. Und dann müsse ich darüber beten.

Lesen Sie das Buch Mormon, denken Sie darüber nach und fragen Sie „Gott, den Ewigen Vater, im Namen Christi … mit aufrichtigem Herzen, mit wirklichem Vorsatz … und Glauben an Christus“ (Moroni 10:4), ob es wahr ist und ob dies die wahre Kirche ist.

Nun die dritte Lektion in einem Satz: Wenn Sie dieses hier empfangen – das Buch Mormon – und Sie gebeten werden, es zu lesen und Gott zu fragen, ob es wahr ist, dann tun Sie es bitte!

Der letzte Punkt: Umkehren

Die letzte Erfahrung, über die ich sprechen möchte, ist die Umkehr. Nachdem ich alle Lektionen der Missionare gehört hatte, war ich immer noch nicht davon überzeugt, dass ich irgendetwas an meinem Leben ändern müsse. Da sagte Elder Cutler, ein junger, selbstbewusster Missionar, der nur wenig Spanisch sprach, eines Tages zu mir: „Joaquin, lassen Sie uns gemeinsam Alma 42 lesen. Dabei setzen wir dann Ihren Namen ein.“

Ich fand das zwar albern, aber ich tat, worum Elder Cutler gebeten hatte, und las in Vers 1: „Und nun, mein Sohn [Joaquin], bemerke ich, dass es noch etwas gibt, was deinen Sinn beunruhigt, was du nicht verstehen kannst.“ Oh! Das Buch sprach zu mir!

Dann lasen wir in Vers 2: „Nun siehe, mein Sohn [Joaquin], ich werde es dir erklären“, und danach wird der Fall Adams beschrieben.

Und in Vers 4: „Und so sehen wir, dass [Joaquin] eine Zeit gewährt wurde, umzukehren.“

Wir lasen langsam weiter, Vers für Vers, bis wir zu den letzten drei Versen kamen. Da ergriff mich eine gewaltige Macht. Das Buch sprach direkt zu mir, und ich begann zu weinen, als ich las: „Und nun, [Joaquin,] mein Sohn, wünsche ich, du würdest dich von diesen Dingen nicht mehr beunruhigen lassen, sondern dich nur von deinen Sünden beunruhigen lassen, mit jener Unruhe, die dich hinabführt zur Umkehr.“ (Vers 29.)

Heute ist mir klar, dass ich erwartet hatte, Offenbarung zu empfangen, ohne den Preis dafür zu zahlen. Bis dahin hatte ich noch nie wirklich zu Gott gesprochen, und es schien mir dumm, zu jemandem zu sprechen, der nicht anwesend war. Ich musste mich demütigen und tun, worum ich gebeten wurde, auch wenn es mir mit meinem weltlichen Verstand unsinnig vorkam.

An diesem Tag öffnete ich dem Geist mein Herz, spürte den Wunsch umzukehren und wollte mich taufen lassen. Vor diesem Tag war Umkehr etwas Negatives für mich, das nur mit Sünde und Fehlverhalten zusammenhing, aber plötzlich sah ich es in einem anderen Licht: als etwas Positives, das den Weg zu Wachstum und Glück ebnet.

Elder Cutler ist heute hier und ich möchte ihm dafür danken, dass er mir die Augen geöffnet hat. Jede Entscheidung, die ich seitdem getroffen habe, ist von diesem Augenblick beeinflusst worden, als ich mich gedemütigt und um Vergebung gebetet habe und das für mich erlittene Sühnopfer Jesu Christi Teil meines Lebens wurde.

Zusammengefasst lautet die letzte Lektion also: Kehren Sie um. Nichts bringt Sie näher zum Herrn Jesus Christus als der Wunsch, sich zu ändern.

Lieber Freund der Kirche, wenn Sie heute zuhören, sind Sie sehr nahe daran, die größte Freude zu finden. Sie stehen kurz davor!

Mit all der Kraft meines Herzens und aus der Tiefe meiner Seele möchte ich Sie ermuntern: Gehen Sie vorwärts und lassen Sie sich taufen! Es ist das Beste, was Sie jemals tun werden. Es wird nicht nur Ihr Leben verändern, sondern auch das Leben Ihrer Kinder und Enkelkinder.

Elder Costa und seine Frau am Tag ihrer Hochzeit

Der Herr hat mich mit einer Familie gesegnet. Ich habe Renee geheiratet und wir haben vier wunderbare Kinder bekommen. Und da ich getauft bin, kann ich so wie Lehi einst meine Kinder ermuntern, von der Frucht vom Baum des Lebens zu essen, welche die Liebe Gottes ist (siehe 1 Nephi 8:15; 11:25). Ich kann ihnen helfen, zu Christus zu kommen.

Deshalb denken Sie bitte über meine Erfahrungen nach: 1. Nehmen Sie die Missionare ernst, 2. gehen Sie in die Kirche und vergessen Sie nie die Gefühle geistiger Art, die Sie gehabt haben, 3. lesen Sie das Buch Mormon und fragen Sie den Herrn, ob es wahr ist, und 4. kehren Sie um und lassen Sie sich taufen.

Ich bezeuge Ihnen: Wenn Sie den Preis für Offenbarung zahlen, sich demütigen, lesen, beten und umkehren, öffnet sich der Himmel und Sie werden wissen, wie ich jetzt weiß, dass Jesus der Messias ist. Er ist mein und auch Ihr Erretter. Im Namen Jesu Christi. Amen.