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Frühjahr 2018 | Errettende Verordnungen bringen uns wunderbares Licht

Errettende Verordnungen bringen uns wunderbares Licht

Frühjahr 2018 Generalkonferenz

Wenn Sie an Verordnungen teilhaben und die dazugehörigen Bündnisse ehren, wird Ihnen das in dieser zunehmend finsteren Welt wunderbares Licht und Schutz bringen.

Brüder und Schwestern, ich erfreue mich mit Ihnen am Evangelium, der Lehre von Christus.

Als Elder Neil L. Andersen Siebziger war, wurde er einmal von einem Freund gefragt, wie einem zumute ist, wenn man vor 21.000 Leuten im Konferenzzentrum spricht. Elder Andersen antwortete: „Es sind nicht die 21.000 Leute, die einen nervös machen, sondern die 15 Brüder, die hinter einem sitzen.“ Damals schmunzelte ich, doch jetzt geht es mir genauso. Wie gern ich doch diese 15 Männer habe, die ich als Propheten, Seher und Offenbarer bestätige.

Der Herr sagte Abraham, dass durch seine Nachkommen und das Priestertum alle Familien der Erde gesegnet sein werden, „ja, mit den Segnungen des Evangeliums [und] des ewigen Lebens“ (Abraham 2:11; siehe auch Vers 2-10).

Diese verheißenen Segnungen des Evangeliums und des Priestertums wurden auf der Erde wiederhergestellt, und 1842 vollzog der Prophet Joseph Smith das Endowment an einer begrenzten Anzahl Männer und Frauen. Mercy Fielding Thompson war eine von ihnen. Der Prophet sagte zu ihr: „[Das Endowment] wird dich aus der Finsternis in das wunderbare Licht bringen.“1

Heute möchte ich näher auf die errettenden Verordnungen und heiligen Handlungen eingehen, die uns alle in das wunderbare Licht bringen.

Verordnungen und Bündnisse

Im Nachschlagewerk Treu in dem Glauben steht: Eine „[heilige] Handlung [ist] eine formell mit der Vollmacht des Priestertums vorgenommene Handlung. [Heilige Handlungen, die] für unsere Erhöhung notwendig [sind, bezeichnet man] als errettende heilige Handlungen. Dazu gehören die Taufe, die Konfirmierung, die Ordinierung zum Melchisedekischen Priestertum (für Männer), das Endowment im Tempel und die Ehesiegelung.“2

Elder David A. Bednar hat erklärt: „Die errettenden und erhöhenden Verordnungen, die in der wiederhergestellten Kirche des Herrn durchgeführt werden, [bilden] die autorisierten Kanäle, durch die die Segnungen und Mächte des Himmels in unser Leben einfließen können.“3

So wie die zwei Seiten einer Münze gehören zu allen errettenden Verordnungen auch Bündnisse mit Gott. Gott verheißt uns Segnungen, wenn wir diese Bündnisse treu halten.

Der Prophet Amulek hat erklärt: „[Dies] ist die Zeit, … sich [vorzubereiten], Gott zu begegnen“ (Alma 34:32). Wie bereiten wir uns vor? Indem wir würdig heilige Handlungen empfangen. Wir müssen auch, wie Präsident Russell M. Nelson sagte, „auf dem durch Bündnisse vorgezeichneten Weg“ bleiben. Präsident Nelson sagte weiter: „Wenn Sie sich verpflichten, dem Erretter nachzufolgen, indem Sie Bündnisse mit ihm eingehen und diese auch halten, öffnet sich Ihnen die Tür zu jeder geistigen Segnung und zu jedem Anrecht, die allen Männern, Frauen und Kindern überall offenstehen.“4

John und Bonnie Newman haben, wie viele von Ihnen, die geistigen Segnungen empfangen, die Präsident Nelson verheißen hat. Eines Sonntags, nachdem Bonnie mit ihren drei kleinen Kindern in der Kirche gewesen war, sagte sie zu John, der kein Mitglied war: „Ich schaffe das nicht allein. Du musst dich entscheiden, ob du mit zu meiner Kirche kommst oder ob du eine Kirche aussuchst, zu der wir gemeinsam gehen können. Aber die Kinder müssen wissen, dass auch ihr Vater Gott liebt.“ Am darauffolgenden Sonntag und an jedem Sonntag danach kam John nicht nur mit, sondern er brachte sich ein, indem er über die Jahre in vielen Gemeinden, Zweigen und Primarvereinigungen Klavier spielte. Ich durfte John im April 2015 kennenlernen. Wir sprachen darüber, dass er seine Liebe zu Bonnie am besten dadurch zeigen kann, dass er mit ihr in den Tempel geht, was aber erst möglich wird, wenn er sich taufen lässt.

Nachdem er 39 Jahre lang in die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage gegangen war, ließ John sich 2015 taufen. Ein Jahr später ließen sich John und Bonnie im Memphis-Tennessee-Tempel siegeln, 20 Jahre nachdem Bonnie ihr Endowment empfangen hatte. Ihr 47-jähriger Sohn Robert sagte über seinen Vater: „Er ist richtig aufgeblüht, seit er das Priestertum empfangen hat.“ Und Bonnie ergänzte: „John war schon immer ein glücklicher, fröhlicher Mensch, aber seit er die heiligen Handlungen empfangen hat und seine Bündnisse hält, ist er noch liebenswerter geworden.“

Das Sühnopfer Christi und das Beispiel Christi

Vor vielen Jahren warnte Präsident Boyd K. Packer: „Gutes Verhalten ohne die Verordnungen des Evangeliums wird die Menschheit weder erlösen noch erhöhen.“5 Wir brauchen aber nicht nur die Verordnungen und Bündnisse, um zu unserem Vater zurückkehren zu können, sondern wir brauchen auch seinen Sohn Jesus Christus und dessen Sühnopfer.

König Benjamin hat verkündet, dass den Menschenkindern Errettung nur im und durch den Namen Christi zuteilwerden kann (siehe Mosia 3:17; siehe auch 3. Glaubensartikel).

Durch sein Sühnopfer hat Jesus Christus uns von den Auswirkungen des Falles Adams erlöst und unsere Umkehr und schließlich auch die Erhöhung ermöglicht. Durch sein Leben hat er uns ein Beispiel gegeben, wie wir die errettenden heiligen Handlungen empfangen sollen, in denen „die Macht des Göttlichen kundgetan“ wird (LuB 84:20).

Nachdem der Erretter sich hatte taufen lassen, „um alle Gerechtigkeit zu erfüllen“ (siehe 2 Nephi 31:5,6), versuchte ihn der Satan. Gleichermaßen hören unsere Versuchungen nach der Taufe oder der Siegelung nicht auf; aber wenn wir die heiligen Handlungen empfangen und die dazugehörigen Bündnisse halten, werden wir mit wunderbarem Licht erfüllt und wir empfangen Kraft, Versuchungen zu widerstehen und zu überwinden.

Warnung

Jesaja hat prophezeit, dass in den Letzten Tagen die Erde entweiht wird, weil ihre Bewohner das Gesetz verletzt haben (siehe Jesaja 24:5; vgl. auch LuB 1:15).

Eine Warnung, die dem Propheten Joseph Smith in diesem Zusammenhang offenbart wurde, war: „Sie nahen sich [dem Herrn] mit den Lippen [und] sie verkünden Menschengebote als Lehre, sie haben zwar eine Form der Gottesfurcht, aber sie leugnen deren Macht.“ (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:19.)

Auch Paulus hat gewarnt: „Den Schein der Frömmigkeit wahren sie, verleugnen aber deren Kraft. Wende dich von diesen Menschen ab!“ (2 Timotheus 3:5.) Ich wiederhole: Wenden Sie sich von diesen Menschen ab!

Die vielen Ablenkungen und Versuchungen des Lebens sind wie „reißende Wölfe“ (Matthäus 7:15). Es ist der wahre Hirte, der die Schafe und die Herde vorbereitet, schützt und warnt, wenn sich diese Wölfe nähern (siehe Johannes 10:11,12). Als Hirtengehilfen, die versuchen, dem vollkommenen Leben des guten Hirten nachzueifern, sind wir da nicht ebenso Hirten unserer eigenen Seele und auch der anderer? Mit dem Rat von Propheten, Sehern und Offenbarern, die wir gerade bestätigt haben, und mit der Macht und Gabe des Heiligen Geistes können wir die Wölfe kommen sehen, wenn wir wachsam und bereit sind. Wenn wir im Gegensatz dazu leichtfertige Hirten unserer Seele und der von anderen sind, wird es wahrscheinlich Verluste geben. Leichtfertigkeit führt zu Verlusten. Seien wir alle ein treuer Hirte.

Erlebnis und Zeugnis

Das Abendmahl ist eine heilige Handlung, die uns hilft, auf dem Pfad zu bleiben; und würdig davon zu nehmen zeigt, dass wir die Bündnisse halten, die mit allen übrigen Verordnungen verknüpft sind. Vor einigen Jahren, als meine Frau Anita und ich in der Arkansas-Mission Little Rock tätig waren, begleitete ich einmal zwei junge Missionare zu einem Termin. Während der Lektion sagte der liebe Bruder, den wir unterwiesen: „Ich war schon einmal in Ihrer Kirche. Wieso müssen Sie jeden Sonntag Brot essen und Wasser trinken? In unserer Kirche machen wir das zweimal im Jahr: zu Ostern und zu Weihnachten, dann ist das immer etwas ganz Besonderes.“

Wir sagten ihm, dass uns geboten wurde, uns oft zu versammeln, um „Brot und Wein“ (Moroni 6:6; siehe auch LuB 20:75) zu uns zu nehmen. Wir lasen ihm Matthäus 26 und 3 Nephi 18 vor. Doch er sah noch immer keine Notwendigkeit.

Dann machten wir folgenden Vergleich: „Stellen Sie sich vor, Sie sind in einen ziemlich schweren Autounfall verwickelt. Sie sind verletzt und bewusstlos. Jemand kommt vorbei, sieht, dass Sie bewusstlos sind, und wählt den Notruf. Ihnen wird geholfen und Sie erlangen Ihr Bewusstsein wieder.“

Dann fragten wir diesen Bruder: „Wenn Sie wieder zu sich kommen, welche Fragen werden Sie stellen?“

Er antwortete: „Ich würde wissen wollen, wie ich dorthin gekommen bin und wer mich gefunden hat. Ich würde mich geradezu täglich bei ihm bedanken wollen, weil er mir das Leben gerettet hat.“

Wir erklärten diesem lieben Bruder, wie der Erretter uns das Leben gerettet hat und wie wir ihm dafür immer wieder an jedem einzelnen Tag danken sollen.

Wir fragten ihn: „Wenn Sie wissen, dass er sein Leben für Sie und für uns gegeben hat, wie oft wollen Sie dann vom Brot und vom Wasser nehmen, die ja die Symbole für seinen Leib und sein Blut sind?“

Er sagte: „Ja, jetzt wird mir das klar. Eine Sache noch: Ihre Kirche ist nicht so lebendig wie unsere.“

Dazu sagten wir: „Was würden Sie tun, wenn der Erretter Jesus Christus durch Ihre Tür kommen würde?“

Er sagte: „Ich würde sofort auf meine Knie gehen.“

Wir fragten ihn: „Empfinden Sie das nicht auch, wenn Sie eine Kapelle der Heiligen der Letzten Tage betreten – Ehrfurcht gegenüber dem Erretter?“

Er sagte: „Natürlich, jetzt leuchtet mir auch das ein.“

An jenem Ostersonntag kam er zur Kirche – und danach immer wieder.

Ich fordere uns alle auf, sich diese Frage zu stellen: „Welche heiligen Handlungen, darunter auch das Abendmahl, muss ich empfangen, und welche Bündnisse muss ich eingehen, halten und ehren?“ Ich verheiße Ihnen: Wenn Sie an Verordnungen teilhaben und die dazugehörigen Bündnisse ehren, wird Ihnen das in dieser zunehmend finsteren Welt wunderbares Licht und Schutz bringen. Im Namen Jesu Christi. Amen.

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