Handbuch 2:
Die Kirche führen und verwalten

Aaronisches Priestertum

 

8.1 Definition und Zweck des Aaronischen Priestertums

Das Priestertum ist die Macht und Vollmacht Gottes. Es wird würdigen männlichen Mitgliedern der Kirche übertragen. Diejenigen, die Priestertumsschlüssel innehaben, sind für die Durchführung der heiligen Handlungen des Evangeliums, die Verkündigung des Evangeliums und die Führung des Reiches Gottes auf der Erde zuständig.

Das Aaronische Priestertum hat „den Schlüssel des Dienstes von Engeln und des vorbereitenden Evangeliums inne; und dieses Evangelium ist das Evangelium der Umkehr und der Taufe und der Sündenvergebung“ (LuB 84:26,27; siehe auch LuB 13:1; 107:20). Das Aaronische Priestertum hat auch „die Macht …, äußerliche Verordnungen zu vollziehen“ (LuB 107:14).

Näheres zum Zweck und zu den Schlüsseln des Priestertums finden Sie in Kapitel 2.

 8.1.1

Ämter und Pflichten im Aaronischen Priestertum

Im Aaronischen Priestertum gibt es die Ämter Diakon, Lehrer, Priester und Bischof. Mit jedem Amt im Priestertum sind Rechte, zu dienen, und damit einhergehende Pflichten verbunden; dazu gehört auch die Vollmacht, heilige Handlungen des Priestertums zu vollziehen. Näheres über die Ordinierung zum Amt eines Diakons, Lehrers oder Priesters finden Sie unter 20.7.

Diakon

Ein würdiger Bruder kann das Aaronische Priestertum empfangen und zum Diakon ordiniert werden, wenn er mindestens 12 Jahre alt ist. Ein Diakon hat folgende Aufgaben:

Er lebt rechtschaffen und hält sich würdig, sodass er das Priestertum ausüben kann. Er ist den Mitgliedern seines Kollegiums und den anderen Mitgliedern der Kirche ein gutes Vorbild.

Er teilt das Abendmahl aus (siehe 20.4.3).

Er ist dazu bestimmt, ein ortsgebundener geistlicher Diener zu sein und „über die Kirche zu wachen“ (LuB 84:111). Auch soll er „warnen, erläutern, ermahnen und lehren und alle einladen, zu Christus zu kommen“ (LuB 20:59). Dazu gehört auch, dass er den Kontakt zu den Mitgliedern seines Kollegiums und zu anderen Jungen Männern pflegt, die Mitglieder über Versammlungen der Kirche informiert, in Versammlungen spricht, anderen vom Evangelium erzählt und Zeugnis gibt.

Er hilft dem Bischof dabei, „in … zeitlichen Belangen zu amtieren“ (LuB 107:68). Dazu kann gehören, dass er das Fastopfer einsammelt, für die Armen und Bedürftigen sorgt, sich um das Gemeindehaus und das Grundstück kümmert und in den Versammlungen der Kirche als Bote des Bischofs in Erscheinung tritt.

Er nimmt als eifriger Schüler am Kollegiumsunterricht teil, um das Evangelium zu lernen.

Er hilft der Bischofschaft auch anderweitig, wie es dem Amt eines Diakons entspricht. Außerdem unterstützt er die Lehrer „in allen [ihren] Pflichten in der Kirche …, wenn es die Umstände erfordern“ (LuB 20:57).

Lehrer

Jeder würdige Junge Mann kann, sobald er 14 Jahre alt geworden ist, zum Lehrer ordiniert werden. Ein Lehrer hat die gleichen Aufgaben wie ein Diakon. Außerdem hat er folgende Aufgaben:

Er bereitet das Abendmahl vor (siehe 20.4.2).

Er hat die Pflicht, „immer über die Kirche zu wachen und bei ihnen zu sein und sie zu stärken“ (LuB 20:53). Diese Aufgabe erfüllt er unter anderem als Heimlehrer.

Er soll „sehen, dass es in der Gemeinde kein Übeltun gibt, auch keine Härte gegeneinander, weder Lügen noch Verleumden, noch üble Nachrede“ (LuB 20:54). Dazu gehört auch, dass er ein Friedensstifter und ein Beispiel an Lauterkeit und Aufrichtigkeit ist.

Er soll „sehen, dass sich die Kirche oft versammelt, und auch … sehen, dass alle Mitglieder ihre Pflicht erfüllen“ (LuB 20:55).

Er hilft der Bischofschaft auch anderweitig, wie es dem Amt eines Lehrers entspricht.

Priester

Jeder würdige Junge Mann kann, sobald er 16 Jahre alt geworden ist, zum Priester ordiniert werden. Ein Priester hat die gleichen Aufgaben wie ein Diakon und ein Lehrer. Außerdem hat er folgende Aufgaben:

Seine Pflicht ist es, „zu predigen, zu lehren, zu erläutern, zu ermahnen, … und das Haus eines jeden Mitgliedes zu besuchen und sie zu ermahnen, dass sie sowohl laut als auch im Verborgenen beten und allen Pflichten in der Familie nachkommen“ (LuB 20:46,47).

Wenn der Bischof ihn dazu ermächtigt, vollzieht er Taufen, überträgt das Aaronische Priestertum und ordiniert Diakone, Lehrer und Priester (siehe LuB 20:46,48).

Wenn er dazu ermächtigt wird, kann er das Abendmahl segnen, indem er am Abendmahlstisch amtiert und die Abendmahlsgebete spricht (siehe LuB 20:46,77,79; siehe auch 20.4.3 in diesem Handbuch).

Er hilft der Bischofschaft auch anderweitig, wie es dem Amt eines Priesters entspricht.

Bischof

Die Aufgaben des Bischofs im Hinblick auf das Aaronische Priestertum sind unter 8.3.1 erläutert.

 8.1.2

Die Kollegien des Aaronischen Priestertums

Ein Priestertumskollegium ist eine organisierte Gruppe von Brüdern, die das gleiche Amt im Priestertum tragen. Der Hauptzweck eines Kollegiums besteht darin, anderen zu dienen, Einigkeit und Brüderlichkeit zu fördern und die Mitglieder in Lehren, Grundsätzen und Pflichten zu unterweisen.

Der Bischof teilt die Diakone einem Kollegium von bis zu 12 Mitgliedern, die Lehrer einem Kollegium von bis zu 24 Mitgliedern und die Priester einem Kollegium von bis zu 48 Mitgliedern zu (siehe LuB 107:85-87). Wenn ein Kollegium zu groß wird und diese Zahlen überschreitet, kann der Bischof es teilen. Doch zuvor zieht er in Betracht, wie groß das Kollegium dann wäre, ob Führungsbeamte zur Verfügung stünden und wie sich die Teilung auf die Kollegiumsmitglieder auswirken würde.

Wenn es in einer Gemeinde oder einem Zweig nur wenige Junge Männer gibt, können sich die Kollegien des Aaronischen Priestertums gemeinsam zum Unterricht und den Aktivitäten versammeln.

 8.1.3

Die Ziele des Aaronischen Priestertums

Die Jungen Männer befinden sich in einer Zeit der Vorbereitung und des geistigen Wachstums. Daher helfen die Eltern, die Bischofschaft und die anderen Führungsbeamten im Aaronischen Priestertum jedem Jungen Mann:

  1. 1.

    sich zum Evangelium Jesu Christi zu bekehren und nach dessen Lehren zu leben

  2. 2.

    in den Berufungen im Priestertum treu zu dienen und die Aufgaben zu erfüllen, die zum jeweiligen Amt im Priestertum gehören

  3. 3.

    sinnvoll Dienst zu leisten

  4. 4.

    sich darauf vorzubereiten und so zu leben, dass er würdig ist, das Melchisedekische Priestertum und die heiligen Handlungen des Tempels zu empfangen

  5. 5.

    sich darauf vorzubereiten, ehrenhaft eine Vollzeitmission zu erfüllen

  6. 6.

    so viel Bildung und Ausbildung wie möglich zu erlangen

  7. 7.

    sich darauf vorzubereiten, ein würdiger Ehemann und Vater zu werden

  8. 8.

    Frauen, Mädchen und Kindern die gebührende Achtung entgegenzubringen

Die Eltern und die Führungsbeamten helfen den Jungen Männern, diese Ziele zu erreichen, etwa beim Familienabend, beim Schriftstudium mit der Familie, in Versammlungen, bei Aktivitäten und in Interviews. Außerdem spornen sie sie an, an dem Programm Pflicht vor Gott teilzunehmen (siehe 8.12).

Die Jungen Männer sollen diese Ziele nicht in den Versammlungen oder bei Aktivitäten aufsagen.

 

8.10 Grundsätze

Grundsätze sind richtungsweisend und stärken und leiten die Mitglieder der Kirche. Wenn die Jungen Männer sich an die Evangeliumsgrundsätze halten, leisten sie in der Kirche und in der Welt einen wertvollen Beitrag. Sie sind dann auch würdig, die heiligen Handlungen des Tempels zu empfangen.

In der Broschüre Für eine starke Jugend gibt die Erste Präsidentschaft einen Überblick über die Evangeliumsgrundsätze und vermittelt den Jugendlichen, wie sie diese anwenden können. Jeder Junge Mann soll ein Exemplar der Broschüre Für eine starke Jugend besitzen. Er soll die Grundsätze oft nachlesen und darüber nachdenken, wie gut er danach lebt.

Die Kollegiumsberater und ihre Assistenten befassen sich mit den Grundsätzen in der Broschüre und leben beispielhaft danach. Sie suchen nach Möglichkeiten, diese Grundsätze häufig im Unterricht, bei den wöchentlichen Aktivitäten sowie bei Lagern, Jugendtagungen und anderen Veranstaltungen zu vermitteln und zu bekräftigen.

Die Mitglieder der Bischofschaft und die Kollegiumsberater können die Eltern darin bestärken, sich mit den Evangeliumsgrundsätzen zu befassen, sie beispielhaft vorzuleben und mit ihren Söhnen darüber zu sprechen. Sie können den Jungen Männern empfehlen, die Broschüre Für eine starke Jugend als Quelle für eine Lektion beim Familienabend und für Ansprachen zu verwenden.

 

8.11 Die Kollegiumsversammlung am Sonntag

Die Priestertumsversammlung am Sonntag beginnt mit dem Eröffnungsteil für die Träger des Melchisedekischen und Aaronischen Priestertums, geleitet von einem Mitglied der Bischofschaft (siehe 18.2.4).

Nach dem Eröffnungsteil besuchen die Priestertumsträger die Versammlung ihres jeweiligen Kollegiums. Normalerweise versammeln sich die Kollegien des Aaronischen Priestertums nicht gemeinsam. Wenn es in einer Gemeinde oder einem Zweig nur wenige Junge Männer gibt, können die Kollegien jedoch gemeinsam unterrichtet werden. Aber auch wenn sie sich gemeinsam versammeln, sollen die einzelnen Kollegien organisiert sein und für jedes Kollegium Führungsbeamte berufen und bestätigt werden. Wenn möglich, soll sich jedes Kollegium einzeln versammeln und eine vollständige Präsidentschaft und einen Sekretär haben.

Zweck dieser Versammlungen ist, dass man Kollegiumsangelegenheiten regelt, die Pflichten des Priestertums lernt und sich mit dem Evangelium Jesu Christi befasst. Die Kollegiumsführer und -berater planen die Versammlungen gebeterfüllt, um diese Ziele zu erreichen. Sie bitten die Kollegiumsmitglieder, wenn möglich ihre eigenen heiligen Schriften mitzubringen. Außerdem können die Führungsbeamten bei Bedarf die Jungen Männer auch bitten, für einzelne Lektionen anderes von der Kirche genehmigtes Material mitzubringen.

Der Kollegiumspräsident führt in den Kollegiumsversammlungen den Vorsitz, wenn nicht eine höhere präsidierende Autorität anwesend ist. Ein Mitglied der Kollegiumspräsidentschaft oder ein Assistent im Priesterkollegium leitet die Versammlung. Wenn sich die Kollegien gemeinsam versammeln, leiten die Assistenten im Priesterkollegium, der Präsident des Lehrerkollegiums und der Präsident des Diakonskollegiums die Versammlung abwechselnd.

Der Unterricht wird gewöhnlich von den Kollegiumsberatern oder deren Assistenten gehalten. Diese Brüder können bei Bedarf abwechselnd unterrichten. Die Mitglieder der Bischofschaft, die Kollegiumsführer und die anderen Kollegiumsmitglieder können ebenfalls gelegentlich den Unterricht halten. Wenn ein Führer oder ein Mitglied des Kollegiums den Unterricht hält, hilft der Berater dem Betreffenden bei der Vorbereitung. Die Lehrer halten sich an die Grundsätze unter 5.5.4.

Erwachsene, die ein Amt im Aaronischen Priestertum innehaben, sind Mitglieder dieses Kollegiums. Sie versammeln sich jedoch mit den Ältesten oder den Hohen Priestern zum Unterricht am Sonntag. Der Bischof kann auch einen Träger des Aaronischen Priestertums, der 18 Jahre alt ist, einladen, an den Versammlungen des Ältestenkollegiums teilzunehmen.

In der Zeit, in der die Kollegiumsversammlungen stattfinden, können sich die Jungen Damen und die Jungen Männer auf Weisung der Bischofschaft gelegentlich auch gemeinsam versammeln.

 

8.12 Das Programm Pflicht vor Gott

Alle Träger des Aaronischen Priestertums sind angehalten, am Programm Pflicht vor Gott teilzunehmen. Dieses Programm bietet den Trägern des Aaronischen Priestertums Gelegenheiten, geistig Kraft zu entwickeln, ihre Priestertumspflichten zu erlernen und zu erfüllen, sich auf das Melchisedekische Priestertum und eine Vollzeitmission vorzubereiten, sich körperlich gesund zu erhalten und ihre Beziehungen zu anderen zu verbessern.

Eltern und Führungsbeamte spornen die Jungen Männer dazu an, an dem Programm teilzunehmen, sobald sie zu ihrem ersten Amt im Priestertum ordiniert sind. Die Jungen Männer setzen sich all die Jahre, die sie dem Aaronischen Priestertum angehören, laufend Ziele.

 

8.13 Aktivitäten

Die Kollegiumsführer und -berater planen die Aktivitäten auf der Grundlage der Bedürfnisse und Interessen der Kollegiumsmitglieder. Sie bemühen sich intensiv, alle Jungen Männer zu erreichen, auch diejenigen, die sich erst vor kurzem der Kirche angeschlossen haben oder die weniger aktiv sind. Die Aktivitäten können dazu beitragen, dass die Jungen Männer ihre Ziele im Programm Pflicht vor Gott erreichen. Die Kollegiumsführer sollen sich so viel wie möglich an der Planung und Durchführung der Aktivitäten beteiligen.

Die Pläne für die Kollegiumsaktivitäten müssen von einem Mitglied der Bischofschaft genehmigt werden und den Richtlinien in Kapitel 13 entsprechen.

 8.13.1

Die wöchentlichen Aktivitäten der Jungen Männer und Jungen Damen

Die meisten Kollegiumsaktivitäten finden parallel zu den Aktivitäten der Jungen Damen unter der Woche statt. Bei diesen Aktivitäten geht es darum, gemeinsame Erfahrungen zu machen; man achtet und unterstützt einander und hat Gelegenheit, gemeinsam zu lernen. Hierbei sollen den Jugendlichen vielfältige Gelegenheiten geboten werden, Dienst am Nächsten zu leisten und sich geistig, sozial, körperlich und intellektuell weiterzuentwickeln.

Die Aktivitäten finden gewöhnlich wöchentlich statt. Wenn dies aufgrund der Fahrstrecken oder anderer Einschränkungen unpraktisch ist, können die Aktivitäten weniger häufig stattfinden; sie sollen aber mindestens einmal im Monat stattfinden. Die Aktivitäten dauern eine bis anderthalb Stunden und finden tagsüber oder abends statt, aber nicht am Sonntag oder Montag.

Die JM-Leitung leitet unter der Führung der Bischofschaft die Aktivitäten der Jungen Männer.

Die JM-Leitung und die JD-Leitung können die wöchentlichen Aktivitäten auch nutzen, um Vorbereitungen für Pfahlaktivitäten oder pfahlübergreifende Aktivitäten zu treffen (siehe 13.3).

Der jährliche Leitgedanke für die Aktivitäten der Jungen Männer und Jungen Damen

Jedes Jahr gibt die Erste Präsidentschaft einen Leitgedanken für die Aktivitäten der Jungen Männer und Jungen Damen bekannt. Die Führungsbeamten betonen diesen Leitgedanken im Eröffnungsteil der wöchentlichen Aktivitäten und bei anderen Jugendveranstaltungen.

Der Eröffnungsteil

Die Aktivitäten beginnen in der Regel mit einem kurzen Eröffnungsteil, bei dem ein Mitglied der Bischofschaft den Vorsitz hat. Die Assistenten des Bischofs im Priesterkollegium und die Mitglieder der Klassenpräsidentschaft der Lorbeermädchen leiten diesen Teil abwechselnd. Die erwachsenen bereiten die jugendlichen Führungsbeamten auf diese Aufgabe vor.

Zum Eröffnungsteil gehören ein Lied und ein Gebet; außerdem können Musikstücke dargeboten werden, und die Jugendlichen können Gelegenheit erhalten, andere an ihren Talenten und an ihrem Zeugnis teilhaben zu lassen.

Aktivitäten der Kollegien und Klassen oder gemeinsame Aktivitäten

Nach dem Eröffnungsteil führen die einzelnen Kollegien des Aaronischen Priestertums und Klassen der Jungen Damen in der Regel getrennt ihre Aktivitäten durch. Wenn es in einer Gemeinde oder einem Zweig nur wenige Junge Männer gibt, können die Jungen Männer die Aktivitäten gemeinsam durchführen. Man kann auch gemeinsame Aktivitäten für jede beliebige Kombination von Kollegien und Klassen planen.

Gemeinsame Aktivitäten für alle Jungen Männer und Jungen Damen werden in der Regel einmal im Monat durchgeführt. Die Mitglieder des Jugendkomitees der Bischofschaft setzen Termine für diese Aktivitäten fest und planen und besprechen sie in ihren Sitzungen. Sie werden unter der Leitung der Bischofschaft durchgeführt.

Beispiele für geeignete Aktivitäten sind: Dienstprojekte, Musik, Tanz, Schauspiel, kulturelle Veranstaltungen, Sport, Berufsinformation und Aktivitäten im Freien.

 8.13.2

Gespräche der Bischofschaft mit den Jugendlichen

Die Gespräche der Bischofschaft mit den Jugendlichen werden von der Bischofschaft geplant und durchgeführt. Bei diesen Gesprächen, die gelegentlich stattfinden, kann die Bischofschaft Themen ansprechen, die für die Jugendlichen interessant sind und die die Jugendlichen geistig stärken. Die Themen in der Broschüre Für eine starke Jugend und in dem Nachschlagewerk Treu in dem Glauben sind besonders dafür geeignet. Von Zeit zu Zeit kann die Bischofschaft auch Gäste dazu einladen. Diese Gäste sind in der Regel Mitglieder aus der Gemeinde oder dem Pfahl.

Die Gespräche der Bischofschaft mit den Jugendlichen können entweder mit allen Jugendlichen zusammen oder mit einer bestimmten Altersgruppe stattfinden. Dies kann im Rahmen der wöchentlichen Aktivitäten der JM und JD stattfinden, in der Unterrichtszeit der Kollegien und JD-Klassen am Sonntag oder zu einem anderen Zeitpunkt, der die Familien nicht übermäßig belastet. Die Bischofschaft bestimmt, wie häufig diese Gespräche stattfinden. Die Termine dafür werden in der Sitzung des Jugendkomitees der Bischofschaft festgelegt.

 8.13.3

Unsere Grundsätze

Unter dem Motto Unsere Grundsätze kann eine besondere Veranstaltung angesetzt werden, bei der sittliche Werte und ewige Ziele im Mittelpunkt stehen. Die Jungen Männer werden darin bestärkt, nach den Grundsätzen in der Broschüre Für eine starke Jugend zu leben, die sie dem Erretter näherbringen.

Diese Veranstaltung findet einmal im Jahr, bei Bedarf auch öfter, in der Regel im Rahmen der wöchentlichen Aktivitäten statt. Sie kann auf Kollegiums- oder Gemeindeebene, mit mehreren Gemeinden oder auf Pfahlebene stattfinden. Je nachdem, wie ein Thema dargeboten wird, können die Kollegien für eine solche Veranstaltung beliebig kombiniert werden. Auch Mütter oder Väter, beide Eltern oder die Jungen Damen können dazu eingeladen werden.

 8.13.4

Das Scoutprogramm

Wo das Scoutprogramm von der Kirche genehmigt ist, können die Kollegien im Rahmen der wöchentlichen Aktivitäten an Scoutaktivitäten teilnehmen. Das Scoutprogramm soll den Jungen Männern helfen, die Evangeliumsgrundsätze, die sie am Sonntag lernen, in die Praxis umzusetzen.

Jedes Mitglied der Bischofschaft beaufsichtigt das Scoutprogramm für das Kollegium des Aaronischen Priestertums, für das es zuständig ist. Die Mitglieder der Gemeinde-JM-Leitung fungieren in der Regel als Scoutführer. Die Bischofschaft kann aber auch Assistenten der Kollegiumsberater als Scoutführer berufen; die Mitglieder der JM-Leitung werden dann als Assistenten der Scoutführer berufen.

In jedem Kollegium ernennt der Bischof in der Regel den Kollegiumspräsidenten oder einen seiner Assistenten im Priesterkollegium als Jugendführer im Scoutprogramm. Er kann aber auch andere Junge Männer als Scout-Jugendführer ernennen.

Wo das Scoutprogramm von der Kirche genehmigt ist, sollen die Jungen Männer im Alter von 12 bis 15 Jahren dafür angemeldet werden. Junge Männer im Alter von 16 und 17 Jahren sollen angemeldet werden, wenn sie noch weiter aufsteigen wollen oder der Pfahlpräsident oder Bischof beschließt, das Scoutprogramm für Junge Männer dieses Alters zu finanzieren.

Alle erwachsenen Scoutführer melden sich an, bevor sie ihren Dienst antreten, außerdem lassen sie sich in ihren Aufgaben ausreichend schulen. In den Vereinigten Staaten sind die gemeldeten erwachsenen Führer über die Boy Scouts of America haftpflichtversichert.

Die Kirche übernimmt die Gebühren für die Anmeldung der Jungen Männer und der erwachsenen Führer im Scoutprogramm entweder ganz oder zum Teil. Die Kirche bezahlt auch für die Anmeldung der Einheit. Die Kosten für die Anmeldung werden über das Girokonto des Pfahles beglichen. Die Kirche stellt diese Gelder zusätzlich zur Budgetzuweisung bereit.

Die Bischofschaft gründet ein Gemeinde-Scoutkomitee, das dafür sorgt, dass das Scoutprogramm als unterstützende Aktivität für die Kollegien des Aaronischen Priestertums ordnungsgemäß durchgeführt wird.

Wo es nur wenige Junge Männer gibt, kann für mehrere Gemeinden, mehrere Zweige oder – in einigen Fällen – für einen ganzen Pfahl oder Distrikt ein einziger Scouttrupp gegründet werden.

Näheres zur Finanzierung des Scoutprogramms finden Sie unter 8.13.7. Weitere Informationen zum Scoutprogramm finden Sie im von der Kirche herausgegebenen Scouting Handbook.

 8.13.5

Pfahlaktivitäten und pfahlübergreifende Aktivitäten

Siehe 13.3.

 8.13.6

Jugendtagungen

Siehe 13.4.

 8.13.7

Die Finanzierung von Aktivitäten

Die Finanzierung der Aktivitäten des Aaronischen Priestertums einschließlich der Scoutaktivitäten, wo sie von der Kirche genehmigt sind, erfolgt über das Gemeindebudget (siehe 13.2.8).

Die Finanzierung des jährlichen Lagers oder einer ähnlichen Aktivität

Wenn die Gemeinde nicht über ausreichende Mittel verfügt, um für das jährliche größere Lager oder eine ähnliche Aktivität für die Jungen Männer aufzukommen, können die Führungsbeamten die Teilnehmer bitten, die Kosten dafür ganz oder teilweise selbst zu tragen. Wenn die finanziellen Mittel der Teilnehmer nicht ausreichen, kann der Bischof einmal im Jahr im Rahmen der Richtlinien unter 13.6.8 ein Geldbeschaffungsprojekt der Gruppe genehmigen.

Auf keinen Fall dürfen die Kosten für ein solches Lager oder eine ähnliche Aktivität ausufern; auch die Anreise darf nicht übermäßig weit sein. Auch darf kein Mitglied von der Teilnahme daran ausgeschlossen sein, nur weil es nicht das Geld dazu hat.

Die Finanzierung der Ausrüstung und des Materials

Wenn möglich, werden die Ausrüstung und das Material, das die Gemeinde für die jährlichen Lager der Jugendlichen braucht, mit Mitteln aus dem Gemeindebudget angeschafft. Wenn diese Gelder nicht ausreichen, kann der Bischof einmal im Jahr im Rahmen der Richtlinien unter 13.6.8 ein Geldbeschaffungsprojekt der Gruppe genehmigen.

Ausrüstung und Material, das aus Kirchenmitteln finanziert wurde – entweder aus dem Gemeindebudget oder durch ein Geldbeschaffungsprojekt – sind nur für den Gebrauch im Rahmen einer Aktivität der Kirche bestimmt. Einzelne oder Familien dürfen sie nicht für den eigenen Gebrauch verwenden.

Die Uniform für den Einzelnen darf nicht mit Kirchengeldern gekauft werden.

 

8.14 Führungskompetenzen und Führungsqualitäten vermitteln

Die Kollegiumsberater und die Assistenten der Berater vermitteln Führungskompetenzen und Führungsqualitäten, wenn sie mit den Kollegiumspräsidentschaften und dem Jugendkomitee der Bischofschaft zusammenarbeiten, wenn sie den Jungen Männern helfen, Aktivitäten zu planen und durchzuführen, und wenn sie ihnen helfen, gemeinsam zu dienen. Die Berater und die Assistenten der Berater können bezüglich dieser Bemühungen Kapitel 3 in diesem Handbuch zu Rate ziehen.

 

8.15 Die Führung des Aaronischen Priestertums im Pfahl

 8.15.1

Die Pfahlpräsidentschaft

Die Mitglieder der Pfahlpräsidentschaft wachen über das Aaronische Priestertum im Pfahl. Als Teil dieser Aufgabe unterweisen sie die Bischöfe in ihrer Pflicht, über das Aaronische Priestertum in ihrer Gemeinde zu präsidieren.

Der Pfahlpräsident beauftragt einen seiner Ratgeber, die Pfahl-JM-Organisation und das Scoutprogramm im Pfahl (oder andere Pfahlaktivitäten für die Jungen Männer, wo das Scoutprogramm von der Kirche nicht genehmigt ist) zu betreuen. Wo das Scoutprogramm von der Kirche genehmigt ist, wird dieser Ratgeber in seinen Scoutaufgaben ausreichend geschult.

Näheres zu den Aufgaben der Pfahlpräsidentschaft finden Sie unter 15.1. Weitere Informationen zum Scoutprogramm finden Sie im von der Kirche herausgegebenen Scouting Handbook.

 8.15.2

Der für die Pfahl-JM-Organisation zuständige Hohe Rat

Der Pfahlpräsident beauftragt ein Mitglied des Hoherats, mit der Pfahl-JM-Leitung zusammenzuarbeiten. Die Aufgaben dieses Hohen Rats werden unter15.3 erläutert.

 8.15.3

Die Pfahl-JM-Leitung

Die Aufgaben der Pfahl-JM-Leitung werden unter 15.4.1 erläutert.

 8.15.4

Der Pfahl-JM-Sekretär

Die Aufgaben des Pfahl-JM-Sekretärs werden unter 15.4.2 erläutert.

 8.15.5

Die Sitzung des Pfahl-AP-JD-Komitees

Der Pfahlpräsident überträgt einem seiner Ratgeber den Vorsitz über das Pfahl-AP-JD-Komitee. Zu den Komiteemitgliedern gehören außerdem die Hohen Räte, die der Pfahl-JM-Organisation und der Pfahl-JD-Organisation zugewiesen sind, die Pfahl-JM-Leitung mit Sekretär und die Pfahl-JD-Leitung mit Sekretärin.

Die Pfahlpräsidentschaft kann bei Bedarf Jugendliche zu diesen Komiteesitzungen einladen. Jugendliche sollen so viel wie möglich in die Planung und Durchführung von Aktivitäten wie Jugendtagungen, Tanzveranstaltungen, Andachten und pfahlübergreifenden Veranstaltungen einbezogen werden. Sie können auch an Besprechungen teilnehmen, in denen es um die Herausforderungen geht, denen die Jugendlichen im Pfahl gegenüberstehen.

 

8.16 Die JM-Organisation an die Bedürfnisse vor Ort anpassen

Wenn es in einer Gemeinde oder einem Zweig nur wenige Junge Männer gibt, können sich die Kollegien des Aaronischen Priestertums gemeinsam zum Unterricht versammeln (siehe 8.11). Auch die Aktivitäten können gemeinsam durchgeführt werden.

Wenn es in einer Gemeinde oder einem Zweig nur wenige erwachsene Führungsbeamte gibt, kann die JM-Leitung den Unterricht am Sonntag abhalten und auch die Aktivitäten ohne Assistenten der Berater durchführen. In einer sehr kleinen Einheit ist der JM-Leiter vielleicht der einzige erwachsene Führungsbeamte in der JM-Organisation. In diesem Fall unterrichtet er am Sonntag und leitet die Aktivitäten für alle Jungen Männer. Wenn möglich, werden Ratgeber und ein Sekretär berufen.

Da die Jugendlichen oft davon profitieren, wenn sie in größeren Gruppen Kontakte knüpfen können, können sich die Jungen Männer und Jungen Damen aus zwei oder mehreren kleinen Gemeinden oder Zweigen gelegentlich zu gemeinsamen Aktivitäten treffen. Wenn es in benachbarten Gemeinden und Zweigen nur wenige Junge Männer gibt, können die Bischöfe und Zweigpräsidenten genehmigen, dass die wöchentlichen Aktivitäten für die Jungen Männer gemeinsam durchgeführt werden. Wird dies in Betracht gezogen, müssen die Bischöfe und Zweigpräsidenten Faktoren wie Entfernung und Fahrkosten berücksichtigen.

In einem kleinen Pfahl oder Distrikt ist der Pfahl- oder Distrikts-JM-Leiter vielleicht der einzige JM-Führungsbeamte im Pfahl oder Distrikt. Wenn möglich, werden Ratgeber und ein Sekretär berufen.

Allgemeines zur Anpassung an die örtlichen Gegebenheiten finden Sie in Kapitel 17.

 

8.17 Weitere Richtlinien und Bestimmungen

 8.17.1

Jugendliche unter 14 Jahren bei Jugendtagungen und Tanzveranstaltungen

Jugendliche unter 14 Jahren nehmen gewöhnlich nicht an einer Jugendtagung oder an einer Tanzveranstaltung teil, die außerhalb des wöchentlichen Aktivitätenabends stattfindet (siehe 13.6.14). Mehrtägige Lager und größere Scoutlager bilden hierzu eine Ausnahme.

 8.17.2

Treu in dem Glauben – ein Nachschlagewerk zum Evangelium

Die Kirche hat das Nachschlagewerk Treu in dem Glauben als Begleitmaterial zum Studium der heiligen Schriften und der Lehren der neuzeitlichen Propheten veröffentlicht. Die Mitglieder der Bischofschaft oder die Kollegiumsberater sorgen dafür, dass jeder Junge Mann ein Exemplar dieses Buches hat. Die Jungen Männer können dieses Buch zur Hand nehmen, wenn sie sich mit den Evangeliumsgrundsätzen befassen und diese anwenden, wenn sie eine Ansprache vorbereiten, einen Unterricht halten oder Fragen über die Kirche beantworten.

 8.17.3

Junge Männer anderer Glaubensrichtungen

Junge Männer anderer Glaubensrichtungen, die bereit sind, sich an die Grundsätze der Kirche zu halten, werden herzlich willkommen geheißen und ermuntert, bei den Jugendaktivitäten mitzumachen. Die mit ihrer Teilnahme verbundenen Ausgaben sind genauso zu handhaben wie die der jungen Männer, die der Kirche angehören. Wenn ein solcher junger Mann am Scoutprogramm teilnimmt, können sich seine Eltern mit Spenden an der Finanzierung der Aktivitäten beteiligen.

 8.17.4

Junge Männer mit einer Behinderung

Ein Junger Mann mit einer Behinderung gehört normalerweise seinem regulären Kollegium an. Mit Zustimmung der Eltern und der Bischofschaft sind Ausnahmen möglich.

Näheres dazu, wie man einen Jungen Mann mit einer Behinderung einbezieht und unterrichtet und wie man sich entsprechend informiert, finden Sie unter 21.1.26 und unter disabilities.lds.org.