Handbuch 2:
Die Kirche führen und verwalten

Aaronisches Priestertum

 

8.13 Aktivitäten

Die Kollegiumsführer und -berater planen die Aktivitäten auf der Grundlage der Bedürfnisse und Interessen der Kollegiumsmitglieder. Sie bemühen sich intensiv, alle Jungen Männer zu erreichen, auch diejenigen, die sich erst vor kurzem der Kirche angeschlossen haben oder die weniger aktiv sind. Die Aktivitäten können dazu beitragen, dass die Jungen Männer ihre Ziele im Programm Pflicht vor Gott erreichen. Die Kollegiumsführer sollen sich so viel wie möglich an der Planung und Durchführung der Aktivitäten beteiligen.

Die Pläne für die Kollegiumsaktivitäten müssen von einem Mitglied der Bischofschaft genehmigt werden und den Richtlinien in Kapitel 13 entsprechen.

 8.13.1

Die wöchentlichen Aktivitäten der Jungen Männer und Jungen Damen

Die meisten Kollegiumsaktivitäten finden parallel zu den Aktivitäten der Jungen Damen unter der Woche statt. Bei diesen Aktivitäten geht es darum, gemeinsame Erfahrungen zu machen; man achtet und unterstützt einander und hat Gelegenheit, gemeinsam zu lernen. Hierbei sollen den Jugendlichen vielfältige Gelegenheiten geboten werden, Dienst am Nächsten zu leisten und sich geistig, sozial, körperlich und intellektuell weiterzuentwickeln.

Die Aktivitäten finden gewöhnlich wöchentlich statt. Wenn dies aufgrund der Fahrstrecken oder anderer Einschränkungen unpraktisch ist, können die Aktivitäten weniger häufig stattfinden; sie sollen aber mindestens einmal im Monat stattfinden. Die Aktivitäten dauern eine bis anderthalb Stunden und finden tagsüber oder abends statt, aber nicht am Sonntag oder Montag.

Die JM-Leitung leitet unter der Führung der Bischofschaft die Aktivitäten der Jungen Männer.

Die JM-Leitung und die JD-Leitung können die wöchentlichen Aktivitäten auch nutzen, um Vorbereitungen für Pfahlaktivitäten oder pfahlübergreifende Aktivitäten zu treffen (siehe 13.3).

Der jährliche Leitgedanke für die Aktivitäten der Jungen Männer und Jungen Damen

Jedes Jahr gibt die Erste Präsidentschaft einen Leitgedanken für die Aktivitäten der Jungen Männer und Jungen Damen bekannt. Die Führungsbeamten betonen diesen Leitgedanken im Eröffnungsteil der wöchentlichen Aktivitäten und bei anderen Jugendveranstaltungen.

Der Eröffnungsteil

Die Aktivitäten beginnen in der Regel mit einem kurzen Eröffnungsteil, bei dem ein Mitglied der Bischofschaft den Vorsitz hat. Die Assistenten des Bischofs im Priesterkollegium und die Mitglieder der Klassenpräsidentschaft der Lorbeermädchen leiten diesen Teil abwechselnd. Die erwachsenen bereiten die jugendlichen Führungsbeamten auf diese Aufgabe vor.

Zum Eröffnungsteil gehören ein Lied und ein Gebet; außerdem können Musikstücke dargeboten werden, und die Jugendlichen können Gelegenheit erhalten, andere an ihren Talenten und an ihrem Zeugnis teilhaben zu lassen.

Aktivitäten der Kollegien und Klassen oder gemeinsame Aktivitäten

Nach dem Eröffnungsteil führen die einzelnen Kollegien des Aaronischen Priestertums und Klassen der Jungen Damen in der Regel getrennt ihre Aktivitäten durch. Wenn es in einer Gemeinde oder einem Zweig nur wenige Junge Männer gibt, können die Jungen Männer die Aktivitäten gemeinsam durchführen. Man kann auch gemeinsame Aktivitäten für jede beliebige Kombination von Kollegien und Klassen planen.

Gemeinsame Aktivitäten für alle Jungen Männer und Jungen Damen werden in der Regel einmal im Monat durchgeführt. Die Mitglieder des Jugendkomitees der Bischofschaft setzen Termine für diese Aktivitäten fest und planen und besprechen sie in ihren Sitzungen. Sie werden unter der Leitung der Bischofschaft durchgeführt.

Beispiele für geeignete Aktivitäten sind: Dienstprojekte, Musik, Tanz, Schauspiel, kulturelle Veranstaltungen, Sport, Berufsinformation und Aktivitäten im Freien.

 8.13.2

Gespräche der Bischofschaft mit den Jugendlichen

Die Gespräche der Bischofschaft mit den Jugendlichen werden von der Bischofschaft geplant und durchgeführt. Bei diesen Gesprächen, die gelegentlich stattfinden, kann die Bischofschaft Themen ansprechen, die für die Jugendlichen interessant sind und die die Jugendlichen geistig stärken. Die Themen in der Broschüre Für eine starke Jugend und in dem Nachschlagewerk Treu in dem Glauben sind besonders dafür geeignet. Von Zeit zu Zeit kann die Bischofschaft auch Gäste dazu einladen. Diese Gäste sind in der Regel Mitglieder aus der Gemeinde oder dem Pfahl.

Die Gespräche der Bischofschaft mit den Jugendlichen können entweder mit allen Jugendlichen zusammen oder mit einer bestimmten Altersgruppe stattfinden. Dies kann im Rahmen der wöchentlichen Aktivitäten der JM und JD stattfinden, in der Unterrichtszeit der Kollegien und JD-Klassen am Sonntag oder zu einem anderen Zeitpunkt, der die Familien nicht übermäßig belastet. Die Bischofschaft bestimmt, wie häufig diese Gespräche stattfinden. Die Termine dafür werden in der Sitzung des Jugendkomitees der Bischofschaft festgelegt.

 8.13.3

Unsere Grundsätze

Unter dem Motto Unsere Grundsätze kann eine besondere Veranstaltung angesetzt werden, bei der sittliche Werte und ewige Ziele im Mittelpunkt stehen. Die Jungen Männer werden darin bestärkt, nach den Grundsätzen in der Broschüre Für eine starke Jugend zu leben, die sie dem Erretter näherbringen.

Diese Veranstaltung findet einmal im Jahr, bei Bedarf auch öfter, in der Regel im Rahmen der wöchentlichen Aktivitäten statt. Sie kann auf Kollegiums- oder Gemeindeebene, mit mehreren Gemeinden oder auf Pfahlebene stattfinden. Je nachdem, wie ein Thema dargeboten wird, können die Kollegien für eine solche Veranstaltung beliebig kombiniert werden. Auch Mütter oder Väter, beide Eltern oder die Jungen Damen können dazu eingeladen werden.

 8.13.4

Das Scoutprogramm

Wo das Scoutprogramm von der Kirche genehmigt ist, können die Kollegien im Rahmen der wöchentlichen Aktivitäten an Scoutaktivitäten teilnehmen. Das Scoutprogramm soll den Jungen Männern helfen, die Evangeliumsgrundsätze, die sie am Sonntag lernen, in die Praxis umzusetzen.

Jedes Mitglied der Bischofschaft beaufsichtigt das Scoutprogramm für das Kollegium des Aaronischen Priestertums, für das es zuständig ist. Die Mitglieder der Gemeinde-JM-Leitung fungieren in der Regel als Scoutführer. Die Bischofschaft kann aber auch Assistenten der Kollegiumsberater als Scoutführer berufen; die Mitglieder der JM-Leitung werden dann als Assistenten der Scoutführer berufen.

In jedem Kollegium ernennt der Bischof in der Regel den Kollegiumspräsidenten oder einen seiner Assistenten im Priesterkollegium als Jugendführer im Scoutprogramm. Er kann aber auch andere Junge Männer als Scout-Jugendführer ernennen.

Wo das Scoutprogramm von der Kirche genehmigt ist, sollen die Jungen Männer im Alter von 12 bis 15 Jahren dafür angemeldet werden. Junge Männer im Alter von 16 und 17 Jahren sollen angemeldet werden, wenn sie noch weiter aufsteigen wollen oder der Pfahlpräsident oder Bischof beschließt, das Scoutprogramm für Junge Männer dieses Alters zu finanzieren.

Alle erwachsenen Scoutführer melden sich an, bevor sie ihren Dienst antreten, außerdem lassen sie sich in ihren Aufgaben ausreichend schulen. In den Vereinigten Staaten sind die gemeldeten erwachsenen Führer über die Boy Scouts of America haftpflichtversichert.

Die Kirche übernimmt die Gebühren für die Anmeldung der Jungen Männer und der erwachsenen Führer im Scoutprogramm entweder ganz oder zum Teil. Die Kirche bezahlt auch für die Anmeldung der Einheit. Die Kosten für die Anmeldung werden über das Girokonto des Pfahles beglichen. Die Kirche stellt diese Gelder zusätzlich zur Budgetzuweisung bereit.

Die Bischofschaft gründet ein Gemeinde-Scoutkomitee, das dafür sorgt, dass das Scoutprogramm als unterstützende Aktivität für die Kollegien des Aaronischen Priestertums ordnungsgemäß durchgeführt wird.

Wo es nur wenige Junge Männer gibt, kann für mehrere Gemeinden, mehrere Zweige oder – in einigen Fällen – für einen ganzen Pfahl oder Distrikt ein einziger Scouttrupp gegründet werden.

Näheres zur Finanzierung des Scoutprogramms finden Sie unter 8.13.7. Weitere Informationen zum Scoutprogramm finden Sie im von der Kirche herausgegebenen Scouting Handbook.

 8.13.5

Pfahlaktivitäten und pfahlübergreifende Aktivitäten

Siehe 13.3.

 8.13.6

Jugendtagungen

Siehe 13.4.

 8.13.7

Die Finanzierung von Aktivitäten

Die Finanzierung der Aktivitäten des Aaronischen Priestertums einschließlich der Scoutaktivitäten, wo sie von der Kirche genehmigt sind, erfolgt über das Gemeindebudget (siehe 13.2.8).

Die Finanzierung des jährlichen Lagers oder einer ähnlichen Aktivität

Wenn die Gemeinde nicht über ausreichende Mittel verfügt, um für das jährliche größere Lager oder eine ähnliche Aktivität für die Jungen Männer aufzukommen, können die Führungsbeamten die Teilnehmer bitten, die Kosten dafür ganz oder teilweise selbst zu tragen. Wenn die finanziellen Mittel der Teilnehmer nicht ausreichen, kann der Bischof einmal im Jahr im Rahmen der Richtlinien unter 13.6.8 ein Geldbeschaffungsprojekt der Gruppe genehmigen.

Auf keinen Fall dürfen die Kosten für ein solches Lager oder eine ähnliche Aktivität ausufern; auch die Anreise darf nicht übermäßig weit sein. Auch darf kein Mitglied von der Teilnahme daran ausgeschlossen sein, nur weil es nicht das Geld dazu hat.

Die Finanzierung der Ausrüstung und des Materials

Wenn möglich, werden die Ausrüstung und das Material, das die Gemeinde für die jährlichen Lager der Jugendlichen braucht, mit Mitteln aus dem Gemeindebudget angeschafft. Wenn diese Gelder nicht ausreichen, kann der Bischof einmal im Jahr im Rahmen der Richtlinien unter 13.6.8 ein Geldbeschaffungsprojekt der Gruppe genehmigen.

Ausrüstung und Material, das aus Kirchenmitteln finanziert wurde – entweder aus dem Gemeindebudget oder durch ein Geldbeschaffungsprojekt – sind nur für den Gebrauch im Rahmen einer Aktivität der Kirche bestimmt. Einzelne oder Familien dürfen sie nicht für den eigenen Gebrauch verwenden.

Die Uniform für den Einzelnen darf nicht mit Kirchengeldern gekauft werden.