Handbuch 2:
Die Kirche führen und verwalten

 

13.6 Richtlinien und Bestimmungen

Die Führungsbeamten gewährleisten, dass bei allen Aktivitäten der Kirche die folgenden Richtlinien und Bestimmungen eingehalten werden.

 13.6.1

Unfallverhütung und Verhalten nach einem Unfall

Siehe 13.6.20.

 13.6.2

Erwachsene Aufsichtspersonen

Für jede Aktivität für Kinder, Jugendliche oder Junge Alleinstehende ist eine ausreichende Anzahl an verantwortungsbewussten erwachsenen Aufsichtspersonen notwendig. Die Anzahl hängt von der Größe der Gruppe, ihren Fähigkeiten (bei Aktivitäten, die bestimmte Fähigkeiten erfordern), den zu erwartenden äußeren Bedingungen und von der allgemeinen Schwierigkeit der Aktivität ab. Die Eltern dürfen gern um Mitarbeit gebeten werden.

 13.6.3

Kommerzielle oder politische Veranstaltungen

Aktivitäten, bei denen kirchliche Einrichtungen für kommerzielle oder politische Zwecke genutzt werden, sind nicht erlaubt. Richtlinien zur Nutzung von Gebäuden und sonstigem Eigentum der Kirche finden Sie unter 21.2.

 13.6.4

Urheberrechtlich geschütztes Material

Siehe 21.1.12.

 13.6.5

Gesetzliche Regelungen und Sperrstunde

Bei den Aktivitäten müssen die gesetzlichen Regelungen zur Sperrstunde eingehalten werden.

 13.6.6

Tanzveranstaltungen und Musik

Bei allen Tanzveranstaltungen müssen Kleidung, äußeres Erscheinungsbild, Beleuchtung, Tanzstil, Liedtexte und Musik zu einer Atmosphäre beitragen, in der der Geist des Herrn zugegen sein kann (siehe Für eine starke Jugend). Wer für eine Tanzveranstaltung verantwortlich ist, hält sich gewissenhaft an die folgenden Bestimmungen.

Um eine Band, ein Orchester oder einen Discjockey zu engagieren, verwenden die Führungsbeamten das Formular Engagementvertrag. Dieser Vertrag trägt dazu bei, dass Verhalten und Musik zu einer Tanzveranstaltung der Kirche passen. Diejenigen, die für die Musik sorgen, dürfen keine unpassenden Liedtexte verwenden oder sich unanständig kleiden oder unanständig reden. Die Führungsbeamten führen vorher Hörproben durch und treffen mit denjenigen, die für die Musik sorgen, feste, klare Absprachen in Schriftform. Dadurch sollen diese dazu verpflichtet werden, sich bei einem Auftritt im Rahmen einer Veranstaltung der Kirche an deren Grundsätze zu halten.

Der Rhythmus der Musik, ob instrumental oder vokal erzeugt, soll nicht die Melodie übertönen. Die Musik darf nicht so laut sein, dass zwei Menschen, die nebeneinanderstehen, sich nicht mehr normal unterhalten können.

Das Licht soll so hell sein, dass man den ganzen Raum überblicken kann. Lichtorgeln und psychedelische Beleuchtung, die mit dem Takt pulsiert, sind nicht gestattet. Lichter auf dem Fußboden, in den Ecken der Halle oder Scheinwerfer, die auf Dekorationen an der Wand oder der Decke gerichtet sind, sind in Ordnung.

 13.6.7

Kurzandachten bei Aktivitäten

Im Rahmen einer Aktivität kann eine kurze Andacht abgehalten werden. Zu einer Andacht gehören normalerweise ein Gebet, ein Lied aus dem Gesangbuch oder eine Musikdarbietung, ein paar Worte eines Führungsbeamten sowie ein geistiger Gedanke, ein Zeugnis oder eine Schriftstelle von einem oder mehreren Teilnehmern. Diese Andacht kann dazu beitragen, dass der Heilige Geist zu spüren ist und die Aktivität im richtigen Rahmen bleibt.

 13.6.8

Geldbeschaffungsprojekte

Üblicherweise sind Geldbeschaffungsprojekte nicht gestattet, weil die Ausgaben für Aktivitäten in Pfahl und Gemeinde mit Mitteln aus dem Budget bestritten werden. Einmal im Jahr jedoch kann der Pfahlpräsident oder Bischof eine Ausnahme machen und für eine Gruppe ein Geldbeschaffungsprojekt genehmigen. Dieses Projekt darf nur der Geldbeschaffung zu einem der folgenden Zwecke dienen:

  1. 1.

    um einen Teil der Kosten für ein jährliches Lager oder eine ähnliche Aktivität zu decken, wie unter 13.2.8 erläutert

  2. 2.

    um einen Teil der Ausrüstung, die eine Einheit für das jährliche Lager braucht, anzuschaffen, wie unter 13.2.9 erläutert

Jedes Geldbeschaffungsprojekt soll sinnvoll und nützlich sein oder einem guten Zweck dienen. Es soll ein positives Erlebnis sein, das den Zusammenhalt stärkt.

Alle Spenden bei Geldbeschaffungsprojekten werden freiwillig geleistet. Die Priestertumsführer achten besonders darauf, dass die Mitglieder sich nicht verpflichtet fühlen, zu spenden.

Wenn ein Pfahl oder eine Gemeinde ein Geldbeschaffungsprojekt durchführt, darf dafür nicht über die Grenzen der betreffenden Einheit hinaus geworben werden. Auch darf man nicht von Tür zu Tür gehen, um Produkte oder Dienstleistungen anzubieten.

Nicht genehmigte Geldbeschaffungsprojekte sind unter anderem:

  1. 1.

    solche, die der Besteuerung unterliegen

  2. 2.

    solche, für die bezahlte Arbeit notwendig ist – sei es durch Angestellte oder auf Honorarbasis

  3. 3.

    Unterhaltungsprogramme, für die der Pfahl oder die Gemeinde die vortragenden Künstler bezahlt, für die Eintritt verlangt wird und die dem Zweck dienen, Geld zu beschaffen

  4. 4.

    Verkauf von Handelswaren oder Dienstleistungen, auch im Bereich der Vorratshaltung

  5. 5.

    Glücksspiele wie Tombolas oder Lotterien

Jede Ausnahme von diesen Anweisungen muss von einem Mitglied der Präsidentschaft der Siebziger oder der Gebietspräsidentschaft genehmigt werden.

In den Vereinigten Staaten bleibt die Geldsammlung zugunsten der Scouts weiterhin als eigenständige, freiwillige Spendenaktion bestehen.

 13.6.9

Versicherungen

Autoversicherung

Siehe 13.6.24.

Die persönliche Kranken- und Unfallversicherung

In vielen Teilen der Welt gibt es für die Mitglieder der Kirche einen Kranken- oder Unfallversicherungsschutz, der von ihrem Arbeitgeber, ihnen selbst oder durch staatliche Programme finanziert wird. Ist ein solcher Versicherungsschutz gegeben, nimmt ein Mitglied, das bei einer Aktivität der Kirche verletzt wird, diesen in Anspruch.

Die Versicherung für Aktivitäten der Kirche

In den Vereinigten Staaten und in Kanada gibt es eine Versicherung für Aktivitäten der Kirche, die Zusatzleistungen in der ärztlichen oder zahnärztlichen Versorgung sowie Sonderzahlungen beim Verlust von Gliedmaßen oder im Todesfall übernimmt. Dieses Programm soll die persönliche Kranken- und Unfallversicherung ergänzen, nicht ersetzen.

Mitglieder, die in diesen Ländern eine Aktivität der Kirche planen, leiten oder beaufsichtigen, müssen über diese Versicherung samt aller Ausschlüsse und Einschränkungen Bescheid wissen. Die Versicherung wird im Church Activity Insurance Handbook erläutert, das man unter folgender Adresse erhalten kann:

Deseret Mutual Benefit Administrators P.O. Box 45530 Salt Lake City, UT 84145-0530, USA Telefon: (001) 801-578-5650 oder (001) 800-777-1647 E-Mail: churchactivity@dmba.com Internetseite: www.dmba.com/churchactivity

Private Haftpflichtversicherung

Wenn möglich sollen alle, die für Aktivitäten verantwortlich sind, eine günstige private Haftpflichtversicherung haben, die bei verschiedenen Versicherungsunternehmen abgeschlossen werden kann.

 13.6.10

Der Montagabend

Der Montagabend bleibt in der ganzen Kirche dem Familienabend vorbehalten. Montags nach 18 Uhr dürfen keine Aktivitäten, Versammlungen, Taufgottesdienste, Spiele oder Übungsstunden stattfinden. Jede Störung des Familienabends ist zu vermeiden. Eine Ausnahme kann gemacht werden, wenn Silvester auf einen Montag fällt (siehe 13.6.11).

Die Führungsbeamten achten darauf, dass die Gebäude und Einrichtungen der Kirche am Montagabend geschlossen sind. Ein Hochzeitsempfang oder eine ähnliche Veranstaltung kann am Montagabend in einer Einrichtung der Kirche nicht stattfinden. Den Mitgliedern wird empfohlen, am Montagabend keinen Hochzeitsempfang abzuhalten, auch nicht in einer anderen Einrichtung.

Sofern es möglich ist, können die Mitglieder im Gemeinwesen und in der Schule ihren Einfluss dahingehend geltend machen, dass am Montagabend keine Aktivitäten stattfinden, durch die Eltern oder Kinder von zu Hause ferngehalten werden.

 13.6.11

Silvesterpartys

Wenn Silvester auf einen Samstag, einen Sonntag oder einen Montag fällt und in der Kirche eine Veranstaltung geplant ist, halten die Führungsbeamten die folgenden Richtlinien ein.

Samstag: Der Pfahlpräsident legt einen anderen Sonntag als Fasttag fest. Tanzen und ähnliche Aktivitäten werden zu Mitternacht eingestellt, Erfrischungen oder eine Mahlzeit können aber auch danach noch gereicht werden. Die Veranstaltung wird zu einer vernünftigen Uhrzeit beendet, damit die Teilnehmer nicht vom Besuch der Sonntagsversammlungen abgehalten werden.

Sonntag: 1.) Tanzveranstaltungen und ähnliche Aktivitäten können für Samstag, den 30. Dezember, geplant werden, und zwar entsprechend den Richtlinien im vorhergehenden Absatz. 2.) Man kann darauf verzichten, Veranstaltungen für eine Einheit der Kirche zu planen, und stattdessen die Familien bitten, Silvester bei sich zu Hause zu feiern. Die Veranstaltungen müssen zum Sonntag passen. 3.) Am Sonntagabend kann zu einer vernünftigen Zeit eine Sonderversammlung stattfinden.

Montag: Alle Familien sollen den Familienabend halten, ehe sie an einer öffentlichen Veranstaltung teilnehmen. Eine von der Kirche angesetzte Silvesterveranstaltung darf nicht vor 21 Uhr beginnen. Der Pfahlpräsident oder Bischof kann in diesem Fall gestatten, dass ein Gebäude der Kirche am Montagabend genutzt wird.

 13.6.12

Aktivitäten mit Übernachtung

Für alle Veranstaltungen mit Übernachtung, an denen Jugendliche teilnehmen, ist die Erlaubnis der Eltern erforderlich (siehe 13.6.13).

Aktivitäten mit Übernachtung für gemischte Gruppen, etwa die Jungen Männer und Jungen Damen oder männliche und weibliche Alleinstehende, sind nur erlaubt, wenn der Pfahlpräsident oder Bischof diese genehmigen. Dies soll nur selten stattfinden, etwa anlässlich einer Jugendtagung oder eines Tempelbesuchs.

Bei Aktivitäten mit Übernachtung sorgen die Führungsbeamten dafür, dass die männlichen und weiblichen Teilnehmer nicht in unmittelbarer Nähe übernachten. Männliche und weibliche Führungsbeamte müssen ebenfalls getrennt untergebracht sein. Ein Ehepaar kann im selben Zimmer übernachten, wenn die entsprechenden Räumlichkeiten vorhanden sind.

Bei einer Übernachtung im Zelt dürfen Jugendliche nicht mit einem Erwachsenen in einem Zelt untergebracht sein, außer wenn 1.) es sich bei dem Erwachsenen um einen Erziehungsberechtigten des Jugendlichen handelt oder 2.) in dem Zelt mindestens zwei Erwachsene untergebracht sind, die das gleiche Geschlecht haben wie die Jugendlichen.

Wenn Führungsbeamte und Jugendliche in den gleichen Räumlichkeiten übernachten, etwa in einer Hütte, müssen dort mindestens zwei Erwachsene untergebracht sein, die das gleiche Geschlecht haben wie die Jugendlichen.

Bei allen Aktivitäten mit Übernachtung müssen mindestens zwei erwachsene Führungsbeamte anwesend sein.

Außerdem müssen immer genügend erwachsene Priestertumsführer anwesend sein, damit Hilfe und Schutz gewährleistet sind. Handelt es sich um eine Aktivität der Jungen Damen, müssen die Priestertumsführer getrennt von den Jungen Damen untergebracht sein.

Die Führungsbeamten füllen für alle Aktivitäten mit Übernachtung das Planungsblatt für Aktivitäten aus.

Im Gemeindehaus oder auf dem Gelände des Gemeindehauses darf nicht übernachtet werden.

Aktivitäten mit Übernachtung in einem Gebäude, das für kommerzielle Zwecke genutzt wird, etwa eine Sport- oder Turnhalle, sind nicht genehmigt. Mit Genehmigung der Priestertumsführer kann eine Tanzveranstaltung oder andere Aktivität nach Geschäftsschluss in einem kommerziellen Gebäude stattfinden, wenn die Aktivität um Mitternacht beendet ist.

 13.6.13

Erlaubnis der Eltern

Wenn Jugendliche an einer Aktivität der Kirche teilnehmen, müssen die Erziehungsberechtigten darüber informiert werden und ihre Zustimmung geben. Die schriftliche Zustimmung ist erforderlich, wenn eine Aktivität außerhalb der unmittelbaren Umgebung stattfindet (wie von den örtlichen Führungsbeamten festgelegt) oder eine Übernachtung einschließt. Die Führungsbeamten können auch eine schriftliche Zustimmung für andere Aktivitäten verlangen, falls sie dies für angebracht halten.

Erziehungsberechtigte geben diese Zustimmung mit ihrer Unterschrift unter das Formular Einwilligung der Erziehungsberechtigten und ärztliche Freigabe. Derjenige, der die Aktivität leitet, muss für jeden Teilnehmer und für jede Aktivität, für die eine schriftliche Genehmigung notwendig ist, ein unterschriebenes Formular bekommen.

 13.6.14

Beteiligung von Jugendlichen unter 14 Jahren

Jugendliche unter 14 Jahren nehmen üblicherweise nicht an Jugendtagungen oder an Tanzveranstaltungen teil, die nicht im Rahmen der wöchentlichen Aktivitäten der Jungen Männer und Jungen Damen stattfinden.

Die Mitglieder der Bischofschaft oder der Pfahlpräsidentschaft entscheiden, inwieweit Jugendliche unter 14 Jahren an anderen Aktivitäten teilnehmen können. Die Führungsbeamten berücksichtigen dabei solche Faktoren wie die späte Heimkehr am Abend, Gesprächsthemen, Art der Aktivität und Reife der Teilnehmer.

 13.6.15

Die Darstellung der Gottheit

Gottvater und der Heilige Geist dürfen in keiner Weise in Versammlungen, Theateraufführungen oder Musicals dargestellt werden.

Wird der Erretter dargestellt, muss dies mit äußerster Ehrfurcht und Würde geschehen. Nur Brüder mit einem vorbildlichen Charakter kommen für diese Rolle in Betracht. Der Darsteller des Erretters darf nicht singen oder tanzen. Wenn er etwas sagt, darf er nur Schriftstellen zitieren, die vom Erretter selbst stammen.

Nach der Vorstellung darf der Darsteller das Kostüm nicht im Foyer oder anderswo tragen. Er zieht sich sofort wieder um.

Der Erretter darf von den Kindern nicht schauspielerisch dargestellt werden, außer in einem Krippenspiel.

 13.6.16

Gebete bei Aktivitäten

Alle Aktivitäten sollen mit einem Gebet begonnen und, wenn angebracht, auch mit einem Gebet beendet werden.

 13.6.17

Anmietung von nichtkirchlichen Einrichtungen für Aktivitäten

Wenn die kircheneigenen Räumlichkeiten für eine Pfahlaktivität oder pfahlübergreifende Aktivität nicht ausreichen, können mit Genehmigung des Bischofs oder Pfahlpräsidenten und eines Vertreters der Abteilung Grundstücke und Gebäude Räumlichkeiten angemietet werden.

Die örtlichen Einheiten werden häufig gebeten, einen Nachweis über ihre Haftpflichtversicherung vorzulegen, wenn sie Räumlichkeiten mieten und nutzen, die nicht der Kirche gehören. Der Bischof oder Pfahlpräsident erhält diesen Nachweis bei der Risk Management Division am Hauptsitz der Kirche oder beim zuständigen Verwaltungsbüro. Die Anfrage muss den Namen und die Adresse dessen enthalten, der den Nachweis erbittet (normalerweise der Eigentümer der Räumlichkeiten), ferner eine Beschreibung und die Adresse der Räumlichkeiten, Angaben zur erforderlichen Haftpflichtversicherung und weitere relevante Angaben. Die Führungsbeamten planen weit genug im Voraus, damit die Bescheinigung rechtzeitig erstellt und zugeschickt werden kann.

 13.6.18

Meldung eines Missbrauchsfalls

Wenn ein Führungsbeamter oder eine Führungsbeamtin bei einer Aktivität der Kirche auf einen sexuellen Missbrauch oder eine körperliche oder seelische Misshandlung aufmerksam wird, wendet er sich sofort an den Bischof. Anweisungen für den Bischof finden Sie in Handbuch 1 unter 17.3.2.

 13.6.19

Sabbatheiligung

Für Sonntag dürfen keine Sportveranstaltungen der Kirche (wie Spiele, Übungsstunden oder Fahrten) oder Freizeitveranstaltungen (wie Zelten oder Wandern) geplant werden. Jugendgruppen und andere Gruppen dürfen sonntags auch nicht zu einem Lager oder einer Jugendtagung anreisen oder von dort wieder nach Hause fahren.

Wenn Sicherheitsfragen oder hohe Fahrkosten ein ernstes Problem darstellen, können die Führungsbeamten manche Jugendaktivitäten auf den Sonntag legen. Solche Aktivitäten müssen getrennt vom Versammlungsschema am Sonntag stattfinden und mit dem Geist des Sabbats vereinbar sein.

 13.6.20

Sicherheitsvorkehrungen, Verhalten nach einem Unfall und Unfallmeldung

Sicherheitsvorkehrungen

Bei Aktivitäten wird das Verletzungs- oder Erkrankungsrisiko für die Teilnehmer so gering wie möglich gehalten. Das gilt auch für das Risiko, dass Eigentum beschädigt wird. Während der Aktivitäten sorgen die Führungsbeamten in jeder Hinsicht für Sicherheit. Sie können die Unfallgefahr minimieren, wenn sie gut planen und Sicherheitsvorkehrungen treffen.

Bei Aktivitäten müssen alle ausreichend instruiert und beaufsichtigt werden. Die Aktivitäten müssen dem Alter und der Reife der Teilnehmer entsprechen.

Die Führungsbeamten sollen auf eventuelle Notfälle vorbereitet sein. Dazu gehört, dass sie sich im Voraus erkundigen, wie Polizei und Rettungskräfte zu erreichen sind.

Verhalten nach einem Unfall

Wenn sich auf dem Gelände der Kirche oder bei einer Aktivität der Kirche ein Unfall ereignet oder sich jemand verletzt, beachten die Führungsbeamten nach Möglichkeit Folgendes:

  1. 1.

    Erste Hilfe leisten. Wenn jemand über die Erste Hilfe hinaus ärztliche Hilfe benötigt, verständigen die Führungsbeamten den Rettungsdienst, den Bischof oder Pfahlpräsidenten und die Erziehungsberechtigten oder einen anderen nahen Angehörigen.

  2. 2.

    Wenn jemand vermisst wird oder tödlich verunglückt, verständigen sie sofort die örtliche Polizeidienststelle und stehen ihr zur Verfügung.

  3. 3.

    Sie geben seelisch Unterstützung.

  4. 4.

    Sie sprechen sich weder für noch gegen rechtliche Schritte gegen die Kirche aus und gehen keine Verpflichtungen im Namen der Kirche ein.

  5. 5.

    Sie notieren die Namen von Zeugen und alles, was ihnen berichtet wird, und heben Fotos von den Ereignissen auf.

Unfallmeldung

Der Bischof oder der Pfahlpräsident muss unverzüglich verständigt werden, wenn Folgendes eintritt:

  1. 1.

    ein Unfall, eine Verletzung oder eine Erkrankung auf dem Gelände der Kirche oder bei einer Aktivität der Kirche

  2. 2.

    jemand, der an einer Aktivität der Kirche teilgenommen hat, wird vermisst

  3. 3.

    bei einer Aktivität der Kirche entsteht schwerer Schaden an privatem, öffentlichem oder kirchlichem Eigentum

Wenn jemand schwer verletzt wurde oder vermisst wird, wenn Eigentum schwer beschädigt wurde oder wenn rechtliche Schritte angedroht werden oder zu erwarten sind, unternimmt der Pfahlpräsident (oder auf seine Weisung der Bischof) unverzüglich Folgendes:

  1. 1.

    Er verständigt die Risk Management Division am Hauptsitz der Kirche, wenn die Einheit sich in den Vereinigten Staaten oder Kanada befindet (Telefon [001] 801-240-4049 oder [001] 800-453-3860, Anschluss 2-4049; nach Feierabend oder am Wochenende ruft man [001] 801-240-1000 oder [001] 800-453-3860 an, dann wird unverzüglich jemand benachrichtigt).

  2. 2.

    Außerhalb der Vereinigten Staaten und Kanadas wird das Gebietsbüro benachrichtigt.

Die Führungsbeamten erstatten außerdem dem Leiter der Abteilung Grundstücke und Gebäude Bericht, wenn Einrichtungen oder Eigentum der Kirche beschädigt wurden.

Versicherungsfragen

Die Führungsbeamten überprüfen, ob die Versicherung für Aktivitäten der Kirche haftet, wenn jemand bei einer Aktivität oder Veranstaltung der Kirche oder bei der Ausführung eines Auftrags verletzt wurde. Näheres zur Versicherung finden Sie unter 13.6.9.

Der Pfahlpräsident (oder auf seine Weisung der Bischof) wendet sich mit Fragen zu Schadenersatzansprüchen gegen die Kirche an die Risk Management Division oder an das Gebietsbüro.

 13.6.21

Sport

Sportaktivitäten fördern die Gemeinschaft und die Fairness und bieten Gelegenheit zu gesunder körperlicher Betätigung. Der Schwerpunkt liegt auf dem Mitmachen, der Fairness und der Entwicklung von Fähigkeiten, nicht auf dem Wettkampf. Alle Mitglieder einer Mannschaft sollten regelmäßig die Gelegenheit haben, bei Spielen mitzumachen.

Die Pfahlpräsidentschaft genehmigt die Regeln für Sportaktivitäten, die im Pfahl durchgeführt werden. Wird eine Sportveranstaltung für das Gebiet oder pfahlübergreifend abgehalten, genehmigt ein Mitglied der Präsidentschaft der Siebziger oder der Gebietspräsidentschaft die Regeln für alle teilnehmenden Einheiten. Die Regeln, die für Sportveranstaltungen in Schulen oder im jeweiligen Land gelten, können herangezogen werden.

Wenn eine Sportveranstaltung pfahlübergreifend durchgeführt wird, wird sie von den Sportspezialisten organisiert, die von dem zuständigen Pfahlpräsidenten berufen werden, den ein Mitglied der Präsidentschaft der Siebziger oder der Gebietspräsidentschaft bestimmt hat. Sportturniere auf Gebietsebene sind nicht erlaubt.

An Sportveranstaltungen der Kirche dürfen nicht nur Mitglieder der Kirche teilnehmen. Die Teilnehmer müssen aber im Pfahlgebiet wohnen und bereit sein, sich an die Grundsätze und Bestimmungen der Kirche zu halten.

Die Pfahlpräsidentschaft stellt Richtlinien für die verschiedenen Altersgruppen auf, die an Sportaktivitäten der Kirche teilnehmen. Bei den Richtlinien sind die örtlichen Gepflogenheiten, die geografischen Bedingungen, das Schulsystem und die Regeln der leitenden Sportorganisationen zu berücksichtigen. Solche Entscheidungen werden vor Saisonbeginn getroffen, damit jeder Beteiligte die Alterseinteilung und die Qualifikationsregeln kennt.

Schulen, Länder und nationale Sportorganisationen stellen oft Regeln dazu auf, dass jemand in einer Saison nicht in zwei verschiedenen Mannschaften spielen darf. Die Führungsbeamten der Kirche und alle, die an Sportveranstaltungen der Kirche teilnehmen, achten darauf, dass diese Regeln eingehalten werden. Die Verletzung der Regeln kann dazu führen, dass eine Schulmannschaft oder ein einzelner Spieler disqualifiziert wird.

In den Vereinigten Staaten und in Kanada kann jemand, der einer Schulmannschaft angehört, in der Regel nicht in derselben Saison in derselben Sportart Mitglied einer Mannschaft im kirchlichen Sportprogramm sein. Als Schulmannschaft gelten die Mannschaften einer Junior High School, Middle School oder High School, eines Colleges, Junior Colleges oder einer Universität. Diese Richtlinie gilt nicht für die Teilnahme am schulinternen Sport. Jemand spielt in der gleichen Saison, wenn sich die Spieltermine der Mannschaften ganz oder teilweise überschneiden. Die Führungsbeamten bitten Jugendliche, die einer Schulmannschaft angehören, beim Sportprogramm der Kirche nicht als aktive Spieler sondern auf andere Weise mitzuhelfen.

Die Mannschaftstrikots sollen einfach, preiswert, anständig und der Aktivität angemessen sein. Farbige T-Shirts oder wendbare Überziehtrikots reichen überlicherweise aus. Die Trikots werden mit Mitteln aus dem Pfahl- oder Gemeindebudget bezahlt.

Von Auszeichnungen und Trophäen für Mannschaften und einzelne Spieler wird abgeraten.

 13.6.22

Steuerpflichtige Aktivitäten

Die Führungsbeamten achten darauf, dass Aktivitäten die steuerliche Befreiung der Kirche nicht gefährden. Richtlinien dazu finden Sie unter 21.2.

 13.6.23

Tempelbesuch

Auf Gemeinde- oder Pfahlebene werden innerhalb des zugewiesenen Tempeldistrikts Tempelbesuche organisiert. Ein von Gemeinde oder Pfahl organisierter Besuch eines Tempels außerhalb des zugewiesenen Tempeldistrikts wird nicht unterstützt. Ein solcher Besuch erfordert die Genehmigung der Pfahlpräsidentschaft. Ein Tempelbesuch mit Übernachtung erfordert ebenfalls die Genehmigung der Pfahlpräsidentschaft.

Jeder Tempelbesuch muss den unter 13.6.24 erläuterten Reiserichtlinien entsprechen. Jeder Tempelbesuch mit Übernachtung muss außerdem den unter 13.6.12 erläuterten Bestimmungen entsprechen.

 13.6.24

Reisen

Mitglieder, die in von der Kirche organisierten Gruppen reisen, brauchen die Genehmigung des Bischofs oder Pfahlpräsidenten. Die Fahrt zu Aktivitäten darf die Mitglieder nicht übermäßig belasten.

Weite Reisen für Aktivitäten der Kirche sind nicht erwünscht. Wenn ein Pfahlpräsident oder Bischof eine solche Reise für richtig hält, überdenkt er vor der Genehmigung gebeterfüllt den möglichen Nutzen, den die Aktivität in geistiger Hinsicht bringen kann, die Reisekosten sowie die Auswirkung auf die Familien.

Wird eine Aktivität genehmigt, für die eine weite Anfahrt notwendig ist, sollen die Mitglieder diese nicht selbst bezahlen müssen. Es werden auch keine größeren Posten aus dem Pfahl- oder Gemeindebudget von einem Jahr zum anderen zur Deckung von Reisekosten einbehalten.

Die Reisegepflogenheiten und die Umsetzung der in diesem Abschnitt erläuterten Richtlinien sollen für die Einheiten eines Koordinierungsrats einheitlich sein. Die Pfahlpräsidenten können in den Sitzungen des Koordinierungsrats die allgemeine Einheitlichkeit der Reisegepflogenheiten besprechen und beschließen.

Die Führungsbeamten füllen für alle Aktivitäten, für die das örtliche Gebiet verlassen wird, das Planungsblatt für Aktivitäten aus.

Wenn eine Jugendaktivität außerhalb der unmittelbaren Umgebung stattfindet oder eine Übernachtung einschließt, müssen die Eltern eine schriftliche Einverständniserklärung erteilen, dass ihr Kind daran teilnehmen darf (siehe 13.6.13). Es muss für genügend verantwortungsbewusste erwachsene Aufsichtspersonen gesorgt sein (siehe 13.6.2).

Kirchliche Gruppen nutzen nach Möglichkeit ein zugelassenes und haftpflichtversichertes Personenbeförderungsunternehmen.

Wenn kirchliche Gruppen in Privatfahrzeugen unterwegs sind, müssen die Fahrzeuge sicher und fahrtüchtig sein. Alle Mitfahrer müssen sich anschnallen. Die Fahrer müssen verantwortungsbewusste Erwachsene mit Führerschein sein. Alle Fahrzeuge und Fahrer brauchen eine entsprechende Kfz-Haftpflichtversicherung.

Die Organisationen der Kirche dürfen keine Kraftfahrzeuge oder Busse für gemeinsame Fahrten besitzen oder erwerben.

Ein Mann und eine Frau dürfen im Rahmen von Aktivitäten, Versammlungen oder Aufträgen der Kirche nur dann zu zweit unterwegs sein, wenn sie miteinander verheiratet oder beide alleinstehend sind.

 13.6.25

Nicht genehmigte Aktivitäten

Einheiten der Kirche sollen die folgenden Aktivitäten nicht unterstützen. Führungsbeamte, Eltern und andere, die Aktivitäten planen oder daran teilnehmen, sollen diese Einschränkungen kennen und beachten:

  1. 1.

    Aktivitäten, bei denen ein hohes Verletzungs- oder Erkrankungsrisiko besteht oder die mit außergewöhnlichen Ausgaben oder ungewöhnlich großen Entfernungen verbunden sind (siehe 13.6.20 und 13.6.24).

  2. 2.

    Sportprogramme, die mit Musik, Liedtexten, Kleidung oder Sonstigem verbunden sind, was mit den Grundsätzen der Kirche nicht vereinbar ist.

  3. 3.

    Aktivitäten, bei denen Masken getragen werden. Davon ausgenommen sind Theaterstücke.

  4. 4.

    Debütantinnenbälle und -partys oder die Wahl von Königen und Königinnen.

  5. 5.

    Jede weitere Aktivität, die nicht im Einklang mit den in diesem Kapitel erläuterten Richtlinien steht.

Wenn für den Bischof fraglich ist, ob eine Aktivität passend ist, wendet er sich an den Pfahlpräsidenten. Der Pfahlpräsident kann sich mit Fragen an ein Mitglied der Präsidentschaft der Siebziger oder der Gebietspräsidentschaft wenden.