Handbuch 2:
Die Kirche führen und verwalten

 

9.2 Die Führung der Frauenhilfsvereinigung in der Gemeinde

In diesem Kapitel geht es vor allem darum, wie man die FHV so führt, dass der Einzelne, die Familie und das Zuhause gestärkt werden. Die FHV-Führungsbeamtinnen gehen häufig Kapitel 3 durch, worin allgemeine Führungsgrundsätze erläutert sind. Zu diesen Grundsätzen gehören die geistige Vorbereitung, die Teilnahme an Ratsgremien, der Dienst am Nächsten und das Lehren des Evangeliums Jesu Christi.

 9.2.1

Die Bischofschaft

Der Bischof und seine Ratgeber geben der FHV Führung durch das Priestertum.

Der Bischof beruft eine Schwester als FHV-Leiterin und setzt sie ein. Er beaufsichtigt die Berufung und Einsetzung der Ratgeberinnen der Gemeinde-FHV-Leiterin, der Gemeinde-FHV-Sekretärin und anderer Schwestern, die in FHV-Berufungen dienen. Er kann seine Ratgeber beauftragen, diese Schwestern zu berufen und einzusetzen.

Der Bischof kommt regelmäßig mit der FHV-Leiterin zusammen, um FHV- und Wohlfahrtsangelegenheiten zu besprechen.

 9.2.2

Die Gemeinde-FHV-Leitung

Die Gemeinde-FHV-Leitung besteht aus der Leiterin und zwei Ratgeberinnen. Sie sind geistige Führerinnen in dem Bestreben, die Schwestern und ihre Familie zu stärken. Sie unterstehen der Bischofschaft. Außerdem werden sie von der Pfahl-FHV-Leitung eingewiesen und laufend unterstützt.

Die Gemeinde-FHV-Leiterin

Die FHV-Leiterin hat folgende Aufgaben:

Sie ist Mitglied des Gemeinderats. In dieser Funktion beteiligt sie sich an den Bemühungen, unter den Mitgliedern Glauben aufzubauen und den Einzelnen und die Familie zu stärken (siehe Kapitel 4).

Sie kommt regelmäßig mit dem Bischof zusammen, um über FHV- und Wohlfahrtsangelegenheiten zu berichten und diese zu besprechen.

Auf Bitte des Bischofs besucht sie Mitglieder zu Hause, um Bedürfnisse im Bereich Wohlfahrt zu beurteilen und vorzuschlagen, wie man darauf eingehen kann (siehe 9.6.1). Ist die FHV-Leiterin verhindert, kann der Bischof eine ihrer Ratgeberinnen beauftragen, sich darum zu kümmern, wenn jemand dringend Hilfe braucht.

Sie schlägt der Bischofschaft Schwestern vor, die als Führungsbeamtinnen, Lehrkräfte oder für andere Aufgaben in der FHV berufen werden können. Dabei befolgt sie die Richtlinien unter 19.1.1 und 19.1.2.

Bei einem Notfall koordiniert sie den Einsatz der Gemeinde-FHV.

Sie schult die FHV-Führungsbeamtinnen und -Lehrkräfte in ihren Aufgaben und verwendet dazu dieses Handbuch.

Sie ist für die Aufzeichnungen und Berichte, das Budget und die Finanzen der Gemeinde-FHV zuständig. Die FHV-Sekretärin hilft ihr dabei.

Die Gemeinde-FHV-Leiterin und ihre Ratgeberinnen

Die FHV-Leiterin und ihre Ratgeberinnen arbeiten gemeinsam daran, die nachfolgend genannten Aufgaben zu erfüllen. Die FHV-Leiterin delegiert einige dieser Aufgaben an ihre Ratgeberinnen.

Sie organisieren und beaufsichtigen die Besuchslehrarbeit.

Sie leiten den Dienst am Nächsten in der Gemeinde.

Sie beaufsichtigen die Bemühungen, das Lernen und Lehren des Evangeliums in der FHV zu verbessern. Dabei befolgen sie die Grundsätze unter 5.5.3 und 5.5.4.

Unter der Leitung des Bischofs planen sie, wie man Wohlfahrtsbelange angehen kann (siehe 9.6 und Kapitel 6).

Sie planen und leiten die FHV-Versammlungen.

Sie halten die FHV-Leitungssitzungen ab.

Bei Bedarf besuchen sie FHV-Schwestern.

Die FHV-Leiterin beauftragt eine ihrer Ratgeberinnen, die Bemühungen der FHV zu koordinieren, den alleinstehenden jungen Schwestern in der Gemeinde zu helfen. Wenn es in der Gemeinde ein JAE-Komitee gibt, ist diese Ratgeberin darin tätig (siehe 16.3.3 und 16.3.4).

 9.2.3

Die Gemeinde-FHV-Sekretärin

Die FHV-Sekretärin hat folgende Aufgaben:

Sie berät sich mit der FHV-Leitung, um die Tagesordnung für die Leitungssitzung vorzubereiten. Sie nimmt an dieser Sitzung teil, führt Protokoll und hält Aufträge schriftlich fest.

Sofern es keine Beauftragte für Besuchslehrarbeit gibt, die dafür zuständig ist, stellt sie jeden Monat für die FHV-Leiterin einen Besuchslehrbericht zusammen, der dann dem Bischof übergeben wird (siehe 9.5.4). Mindestens einmal im Quartal stellt sie die Anwesenheitsberichte zusammen, geht sie mit der FHV-Leiterin durch und reicht sie beim Gemeindesekretär ein.

Sie sorgt dafür, dass die FHV-Leitung darüber im Bilde ist, welche Jungen Damen demnächst zur FHV gehören werden.

Sie hilft der FHV-Leitung bei der Erstellung eines Jahresbudgets und der Kostenabrechnung.

 9.2.4

Die FHV-Lehrerinnen

Wie von der FHV-Leitung angewiesen, halten die FHV-Lehrerinnen den Unterricht. Sie befolgen dabei die unter 5.5.4 beschriebenen Grundsätze.

 9.2.5

Sonstige FHV-Berufungen in der Gemeinde

Bei den in diesem Abschnitt aufgeführten Berufungen handelt es sich um Vorschläge. Der Bischof und die FHV-Leiterin können beschließen, nicht jedes Amt zu besetzen, oder sie können zu dem Schluss kommen, dass noch weitere Berufungen erforderlich sind.

Die Beauftragte für Besuchslehrarbeit und die Bereichsleiterinnen

Wenn es in einer Gemeinde viele Frauen gibt, kann eine Schwester berufen werden, die der FHV-Leiterin hilft, die Besuchslehrarbeit zu koordinieren und dafür zu sorgen, dass sie erfolgreich durchgeführt wird. Zusätzlich können Bereichsleiterinnen der Beauftragten für Besuchslehrarbeit helfen, Informationen zu sammeln und die Arbeit zu koordinieren.

Die Beauftragte für Besuchslehrarbeit erhält jeden Monat die Berichte über die Besuche und andere Kontakte, die durch die Besuchslehrerinnen erfolgt sind. Sie kann beauftragt werden, bei der Erstellung des monatlichen Besuchslehrberichts mitzuhelfen (siehe 9.5.4).

Die Beauftragte für Dienst am Nächsten und die Assistentinnen

Eine Schwester kann berufen werden, die der FHV-Leitung dabei hilft, festzustellen, wo Hilfe benötigt wird, und den Dienst am Nächsten zu koordinieren. Es können auch Assistentinnen berufen werden.

Die Beauftragte für FHV-Versammlungen und die Komiteemitglieder

Eine Schwester kann berufen werden, der FHV-Leitung zu helfen, die Planung derjenigen FHV-Versammlungen zu koordinieren, die nicht am Sonntag stattfinden. Im Rahmen dieser Versammlungen kann man Dienstprojekte und sonstige Projekte, Unterricht, Konferenzen oder Workshops durchführen. Die FHV-Leitung kann darum bitten, Komiteemitglieder zu berufen, die der Beauftragten helfen. Den Komiteemitgliedern können bestimmte Aufgabenbereiche zugeteilt werden.

Die FHV-Zweitsekretärin

Eine Zweitsekretärin kann berufen werden, die der Sekretärin bei ihren Aufgaben hilft.

Beraterinnen für junge alleinstehende Schwestern

Die Beraterinnen für junge alleinstehende Schwestern unterstehen der FHV-Ratgeberin, die für die Jungen Alleinstehenden zuständig ist. Sie betreuen und stärken die jungen alleinstehenden Schwestern.

Eine Beraterin kann eine oder mehrere der folgenden Aufgaben erhalten:

Sie kann als Besuchslehrpartnerin einer jungen alleinstehenden Schwester eingeteilt werden.

Sie kann bei JAE-Aktivitäten helfen.

Sie kann die jungen alleinstehenden Schwestern anspornen, am Institut oder sonstigem Religionsunterricht teilzunehmen.

Wenn es in der Gemeinde ein JAE-Komitee gibt, ist die Beraterin darin tätig (siehe 16.3.4).

Sofern es in der Gemeinde eine FHV-Klasse für junge alleinstehende Schwestern gibt, kann sie diese Klasse besuchen.

Komitees

Die FHV-Leitung kann Komitees bilden, um die laufende Arbeit zu bewältigen, nämlich: den Einzelnen, die Familie und das Zuhause stärken, die jungen alleinstehenden Schwestern betreuen, die Wohlfahrtsarbeit, die Vorbereitung auf Notfälle, Tempelarbeit und Genealogie, Missionsarbeit, die Aktiverhaltung der Bekehrten und die Aktivierung. Die Leiterinnen der Komitees berichten der FHV-Leiterin oder einer beauftragten Ratgeberin. Den Komiteemitgliedern können bestimmte Aufgabenbereiche zugeteilt werden.

Ein Komitee muss nicht, kann aber gebildet werden, wenn es dazu beiträgt, die Arbeit der FHV zu verrichten, und dadurch mehr Schwestern die Gelegenheit erhalten, zu dienen.

Einige Komitees werden vielleicht nur für kurze Zeit ins Leben gerufen, um einem kurzfristigen Bedarf gerecht zu werden. Schwestern, die in einem solchen Komitee dienen, müssen nicht berufen und eingesetzt werden. Schwestern, die in einem langfristig bestehenden Komitee tätig sind, werden von einem Mitglied der Bischofschaft berufen und eingesetzt.

Die Musikbeauftragte und die Pianistin

Passende Musik fördert in der FHV-Versammlung eine Atmosphäre, in der der Heilige Geist zu spüren ist. Die FHV-Leitung kann für die FHV-Versammlung Schwestern als Musikbeauftragte und als Pianistin vorschlagen.