Handbuch 2:
Die Kirche führen und verwalten

 

9.4 Die FHV-Versammlungen in der Gemeinde

 9.4.1

Die FHV-Versammlung am Sonntag

In der FHV-Versammlung am Sonntag lernen die Frauen der Kirche die Lehren und Grundsätze des Evangeliums. Dies hilft ihnen, an Glauben und Rechtschaffenheit zuzunehmen, die Familie und das Zuhause zu stärken und den Bedürftigen zu helfen.

Ein Mitglied der FHV-Leitung leitet die Versammlung am Sonntag. Jede Versammlung beginnt mit der Begrüßung durch ein Mitglied der Leitung, einem Lied und einem Gebet. Dann wird kurz bekannt gegeben, bei welcher Gelegenheit man dienen könnte, welche Veranstaltungen bevorstehen, wer krank ist oder was sonst noch bekannt gegeben werden muss. Es wird so viel Zeit wie möglich für den Evangeliumsunterricht reserviert. Die Versammlung wird mit einem Lied und einem Gebet beendet.

Jeden Monat plant die FHV-Leitung die Versammlungen am Sonntag nach folgendem Schema.

Erster Sonntag

Ein Mitglied der Gemeinde-FHV-Leitung hält am ersten Sonntag den Unterricht. Die Schwester verwendet dazu die heiligen Schriften, Aussagen der neuzeitlichen Propheten und das genehmigte Material der Kirche. Die FHV-Leitung nutzt diese Versammlung dazu, die Lehren des Evangeliums zu vermitteln und den Schwestern zu helfen, sich aktiv an der Arbeit der FHV zu beteiligen.

Bei der Festlegung der Unterrichtsthemen bemüht sich die FHV-Leitung darum, vom Geist geführt zu werden. Die FHV-Leiterin kann sich auch mit dem Bischof über Themen beraten, die seiner Meinung nach von den Schwestern besprochen werden sollen. Solche Themen können sein: Rolle und Aufgaben der Frau im Evangelium, Ehe und Familie stärken, Besuchslehrarbeit, Dienen, Missionsarbeit, Aktiverhaltung der Bekehrten, Aktivierung, geistige und zeitliche Wohlfahrt, Tempelarbeit und Genealogie sowie Geschichte und Zweck der FHV. Man kann den Schwestern auch Zeit einräumen, Zeugnis zu geben.

Zweiter und dritter Sonntag

Am zweiten und dritten Sonntag wird der Unterricht von einem Mitglied der FHV-Leitung oder einer FHV-Lehrerin gehalten. Sie verwendet dazu den aktuellen FHV-Leitfaden. Die Lektionen werden in der Regel in den Versammlungen des Ältestenkollegiums und der Hohepriestergruppe und in der FHV parallel unterrichtet, und zwar in der im Leitfaden vorgegebenen Reihenfolge.

Die FHV-Leitung sorgt dafür, dass in der Gemeinde alle Frauen ab 18 Jahren ein Exemplar des FHV-Leitfadens für ihr persönliches Studium erhalten, unabhängig davon, ob sie an der FHV-Versammlung am Sonntag teilnehmen können. Sie hält die Schwestern dazu an, ihren Leitfaden und, wo möglich, ihre eigenen heiligen Schriften zum Unterricht mitzubringen.

Vierter Sonntag

Am vierten Sonntag wird der Unterricht von einem Mitglied der FHV-Leitung oder einer FHV-Lehrerin gehalten. Die Lehrerin verwendet dazu Botschaften von der letzten Generalkonferenz. Der Pfahlpräsident oder der Bischof wählt die Botschaften aus.

Fünfter Sonntag

Für den fünften Sonntag legt der Bischof das Thema für den Unterricht fest; er entscheidet auch, wer den Unterricht hält (gewöhnlich ein Mitglied der Gemeinde oder des Pfahles) und ob sich die FHV-Schwestern und die Träger des Melchisedekischen Priestertums gemeinsam oder getrennt versammeln.

 9.4.2

Weitere Versammlungen der FHV

Ergänzend zum Unterricht in der Sonntagsversammlung können die FHV-Schwestern an zusätzlichen Versammlungen teilnehmen. Im Rahmen dieser Versammlungen kann man Dienstprojekte und sonstige Projekte, Unterricht, Konferenzen oder Workshops durchführen. Dabei lernen und erfüllen die Schwestern die mildtätigen und praktischen Aufgaben der FHV. Sie lernen und üben sich in Fertigkeiten, die ihnen helfen, an Glauben und Rechtschaffenheit zuzunehmen, ihre Familie zu stärken und ihr Zuhause zu einem Zentrum geistiger Kraft zu machen und den Bedürftigen zu helfen. Sie lernen die Grundsätze einer vorausschauenden Lebensweise und geistiger und zeitlicher Eigenständigkeit und wenden diese an. Außerdem nimmt ihre schwesterliche Verbundenheit und Einigkeit zu, wenn sie voneinander lernen und einander dienen.

Alle FHV-Schwestern – auch diejenigen, die bei den Jungen Damen und in der PV dienen, und diejenigen, die nicht aktiv in der Kirche mitwirken – sind dazu eingeladen. Die Schwestern können auch Freundinnen einladen, die anderen Glaubensgemeinschaften angehören.

Allerdings sollte bei den Schwestern nicht der Eindruck entstehen, sie seien verpflichtet, an diesen Versammlungen teilzunehmen.

Die FHV-Leiterin der Gemeinde ist für alle FHV-Versammlungen verantwortlich. Dazu gehört auch, dass sie sich regelmäßig mit dem Bischof darüber berät, wie diese Versammlungen dazu beitragen können, auf die Bedürfnisse der Einzelnen und der Familien in der Gemeinde einzugehen.

Auch wenn die FHV-Leiterin für diese Versammlungen verantwortlich ist, muss sie nicht jede besuchen. Es soll aber mindestens eine Schwester aus der FHV-Leitung bei jeder Versammlung zugegen sein.

Häufigkeit und Ort der Versammlungen

Die FHV-Leitung denkt gebeterfüllt darüber nach, wie oft und an welchem Ort die zusätzlichen Versammlungen der FHV stattfinden sollen. Wenn eine Entscheidung getroffen wurde, holt die FHV-Leiterin die Zustimmung des Bischofs ein.

Diese Versammlungen finden gewöhnlich nicht am Sonntag oder Montagabend statt. Üblicherweise werden sie monatlich abgehalten. Die FHV-Leitung kann jedoch anregen, dass sie häufiger oder auch nicht so oft stattfinden. Nach Möglichkeit sollten sie jedoch wenigstens einmal im Quartal stattfinden.

Wenn der Bischof und die FHV-Leitung festlegen, wie häufig und wo diese zusätzlichen Versammlungen stattfinden und wie lange sie dauern sollen, berücksichtigen sie dabei den Zeitaufwand für die Schwestern, ihre familiären Umstände, Fahrzeiten und -kosten, den finanziellen Aufwand für die Gemeinde, Sicherheitsaspekte und andere örtliche Gegebenheiten.

Die Planung der Versammlungen

Die FHV-Leitung überlegt gebeterfüllt, welche Themen die Schwestern und ihre Familie aufbauen und wie man sie am besten vermitteln kann.

Die FHV-Leiterin achtet darauf, dass die Pläne für alle FHV-Versammlungen vom Bischof genehmigt werden. Sie sorgt auch dafür, dass alle Pläne den Richtlinien in Kapitel 13 entsprechen.

Auch wenn die FHV-Leiterin für diese Versammlungen verantwortlich ist, kann sie ihre Erste oder Zweite Ratgeberin bitten, die Verantwortung für die Planung und die Durchführung zu übernehmen. Sie kann auch vorschlagen, dass eine weitere Schwester als Beauftragte für FHV-Versammlungen berufen wird, die dann diese Aufgabe übernimmt (siehe 9.2.5).

In den Versammlungen kann ein einziges Thema behandelt werden, oder man kann mehrere Klassen oder Aktivitäten anbieten. In der Regel sollten die Lehrer aus der Gemeinde oder dem Pfahl kommen. Jedes Jahr kann es eine Versammlung geben, bei der man der Gründung der FHV gedenkt und auf ihre Geschichte und ihren Zweck eingeht.

Bei der Planung dieser Versammlungen schenkt die FHV-Leitung den Themen besondere Beachtung, die der Bischof ihr ans Herz gelegt hat, um den örtlichen Notwendigkeiten gerecht zu werden. Außerdem räumt sie folgenden Themen Priorität ein:

Ehe und Familie: Vorbereitung auf Ehe und Familie, Stärkung der Ehe, Mutterschaft, frühkindliche Erziehung, die Jugendlichen auf künftige Aufgaben vorbereiten, den Familienabend fördern und vorbereiten, verwandtschaftliche Beziehungen festigen.

Haushaltsführung: Fertigkeiten erlernen und erweitern, die der Haushaltsführung und der Familie dienen, wie etwa sauber machen und organisieren, das Zuhause verschönern, kochen oder nähen.

Eigenständigkeit und eine vorausschauende Lebensweise: Finanzen (Erstellung eines Budgets, Entschuldung und berufliche Qualifikation); Bildung und Ausbildung sowie Lese- und Schreibfertigkeit (Studium der heiligen Schriften und des Evangeliums, jemandem das Lesen beibringen, Kindern und Jugendlichen Nachhilfe geben, Literatur für Kinder auswählen, Computer und andere Technik nutzen, ein kulturelles Bewusstsein entwickeln); Gesundheit (körperliche Gesundheit, Fitness, Abhängigkeiten vorbeugen und davon genesen, geistige und seelische Gesundheit, Krankheiten vorbeugen); Gartenbau; Produktion und Lagerung von Lebensmitteln; Vorbereitung auf Notfälle.

Dienst am Nächsten: sich um die Kranken, ältere oder ans Haus gefesselte Menschen, Behinderte, Arme oder Bedürftige kümmern, junge Mütter mit Säuglingen unterstützen, humanitäre Hilfe und Dienst im Gemeinwesen leisten.

Tempelarbeit und Genealogie: genealogische Angaben zusammentragen und bewahren, eine Familienchronik verfassen, sich auf den Tempel vorbereiten, Tempelarbeit verrichten.

Das Evangelium verbreiten: missionarische Bemühungen der Mitglieder, neue und weniger aktive Mitglieder eingliedern, Kontakte zu den Nachbarn knüpfen, Aktivierung und Aktiverhaltung, neue Schwestern in der FHV willkommen heißen, Vorbereitung auf eine Vollzeitmission.

Kinderbetreuung

Eine Kinderbetreuung kann eingerichtet werden, damit Mütter mit kleinen Kindern an Versammlungen, die nicht am Sonntag stattfinden, teilnehmen können. Mit Genehmigung der Bischofschaft bittet die FHV-Leitung FHV-Schwestern oder andere Mitglieder der Gemeinde, diese Klasse zu beaufsichtigen und zu unterrichten. Wenn FHV-Schwestern die Klasse unterrichten, sorgt die FHV-Leitung dafür, dass die Schwestern abwechselnd diese Aufgabe übernehmen, sodass jede Schwester Gelegenheit hat, an den Versammlungen teilzunehmen. Wenn Männer die Klasse übernehmen, befolgt die FHV-Leitung die Richtlinien unter 11.8.1.

Die Lehrer für die Kinderbetreuung planen dem Alter der Kinder entsprechende Aktivitäten, bei denen diese etwas über den Vater im Himmel und Jesus Christus erfahren. Sie können die PV-Leitfäden und andere PV-Materialien für den Unterricht bei den Kindern verwenden.

Wenn in der Kinderbetreuung Essen zur Verfügung gestellt wird, halten die zuständigen Schwestern vorab mit den Eltern eines jeden Kindes Rücksprache, ob es wegen einer Krankheit wie Diabetes oder einer Allergie etwas nicht essen darf.