Handbuch 2:
Die Kirche führen und verwalten

 

9.5 Die Besuchslehrarbeit

Die Besuchslehrarbeit gibt den Frauen Gelegenheit, übereinander zu wachen, einander zu stärken und voneinander zu lernen. Durch die Besuchslehrarbeit hilft die FHV-Leiterin dem Bischof, kurzfristige und langfristige Bedürfnisse der Schwestern und ihrer Familien festzustellen und entsprechend Hilfe zu leisten.

Die Mitglieder der FHV-Leitung leiten die Besuchslehrerinnen dabei an, wie sie sich umeinander kümmern, übereinander wachen, aneinander denken und einander stärken können. Die FHV-Leitung kann diese Schulung in Form eines Unterrichts am ersten Sonntag im Monat oder bei einer anderen FHV-Versammlung durchführen.

Die Besuchslehrerinnen werden nicht bestätigt oder eingesetzt.

 9.5.1

Die Aufgaben der Besuchslehrerinnen

Die Besuchslehrerinnen sind aufrichtig bemüht, jede Schwester kennenzulernen und lieb zu gewinnen; sie helfen ihr, an Glauben zuzunehmen, und stehen ihr hilfreich zur Seite. Sie trachten nach persönlicher Inspiration, damit sie wissen, wie sie auf die geistigen und zeitlichen Bedürfnisse der Schwestern, die ihnen zugewiesen sind, eingehen können.

Die Besuchslehrerinnen halten regelmäßig (nach Möglichkeit monatlich) Kontakt zu denjenigen, denen sie zugeteilt sind; dabei berücksichtigen sie die Bedürfnisse und Lebensumstände der einzelnen Schwestern. Wo ein persönlicher Besuch nicht möglich ist, können die Besuchslehrerinnen telefonieren, einen Brief oder eine E-Mail schreiben oder mit anderen Mitteln über die Schwestern wachen und sie stärken.

Wenn angebracht, geben die Besuchslehrerinnen eine Evangeliumsbotschaft weiter. Diese Botschaft kann der monatlichen Besuchslehrbotschaft im Liahona oder den heiligen Schriften entnommen werden.

Die Besuchslehrerinnen leisten Dienst am Nächsten, wenn jemand krank ist, einen Angehörigen verloren hat oder sonstige besondere Umstände vorliegen. Wenn aufgefordert, helfen sie der FHV-Leiterin bei der Koordinierung kurzfristiger und langfristiger Hilfe.

 9.5.2

Die Besuchslehrarbeit organisieren

Nachdem sie gebeterfüllt über die Bedürfnisse und Gegebenheiten vor Ort nachgedacht haben, entscheiden der Bischof und die FHV-Leitung, wie die Besuchslehrarbeit in der Gemeinde strukturiert sein soll. Wenn möglich, teilt die Leitung die Schwestern in Paare ein. Weil das Besuchslehren jede einzelne Schwester erreichen soll, teilt die FHV-Leitung keine Gruppen für die Besuchslehrarbeit ein.

Wenn die Mitglieder der FHV-Leitung die Besuchslehrarbeit organisieren, besprechen sie gebeterfüllt die Bedürfnisse des Einzelnen und der Familien. Besonderes Augenmerk legen sie darauf, dass sich jemand um die folgenden Schwestern kümmert: Schwestern, die von den Jungen Damen in die FHV kommen, alleinstehende Schwestern, neue Mitglieder der Gemeinde, Neubekehrte, frisch verheiratete Schwestern, weniger aktive Mitglieder und andere mit besonderen Herausforderungen. Sie berücksichtigen dabei auch Faktoren wie Entfernung, Fahrmöglichkeiten oder Sicherheit.

Auf Grundlage dieser Überlegungen teilen sie jeder Schwester in der Gemeinde Besuchslehrerinnen zu. Für jeden Auftrag holen sie die Genehmigung des Bischofs ein.

Mit Genehmigung des Bischofs können die Führungsbeamten des Melchisedekischen Priestertums und der FHV in Ausnahmefällen ein Ehepaar als Heimlehrpaar einteilen, wo der Besuch eines Ehepaars erforderlich ist. Das Ehepaar meldet die Besuche als Besuchslehr- und Heimlehrbesuch. In der Regel erhalten junge Eltern keinen solchen Auftrag, weil sie dann nicht bei ihren Kindern sein können.

 9.5.3

Die Besuchslehrarbeit an die Bedürfnisse vor Ort anpassen

Wenn es in einer Gemeinde nur wenige Schwestern gibt, die als Besuchslehrerinnen eingeteilt werden können, passt die FHV-Leitung die Besuchslehrarbeit so an, dass die Schwestern, die am meisten Unterstützung benötigen, jeden Monat besucht werden.

Mit Genehmigung des Bischofs können die Führungsbeamten des Melchisedekischen Priestertums und der FHV bestimmten Familien vorübergehend nur Heimlehrer oder nur Besuchslehrerinnen zuweisen. In manchen Fällen können die Führungsbeamten die Heimlehrer beauftragen, eine Familie in einem Monat zu besuchen, und die Besuchslehrerinnen erhalten dann den Auftrag, diejenigen im nächsten Monat aufzusuchen, die in dieser Familie zur FHV gehören.

Mit Genehmigung des Missionspräsidenten können die Führungsbeamten überlegen, ob sie die Vollzeitmissionarinnen bitten wollen, in begrenztem Umfang bei der Besuchslehrarbeit zu helfen. Der Missionspräsident teilt dem Pfahlpräsidenten sein Einverständnis mit und der Pfahlpräsident informiert daraufhin den Bischof. Wurde eine solche Genehmigung erteilt, erhalten die Vollzeitmissionarinnen hauptsächlich den Auftrag, neue Mitglieder, Familien, in denen nicht alle der Kirche angehören, und die weniger aktiven Mitglieder zu besuchen.

 9.5.4

Die Besuchslehrberichte

Die FHV-Leitung oder diejenigen, die berufen sind, sie in dieser Aufgabe zu unterstützen, erhalten jeden Monat von den Besuchslehrerinnen einen Bericht. Die Besuchslehrerinnen berichten über alle besonderen Bedürfnisse der Schwestern, die sie besuchen, und über jeden Dienst, den sie geleistet haben. Zudem kommen die Mitglieder der FHV-Leitung regelmäßig mit den Besuchslehrerinnen zusammen, um über die geistige und zeitliche Wohlfahrt der Schwestern zu sprechen und um zu planen, wie den Bedürftigen geholfen werden kann. Vertrauliche Informationen werden nur an die FHV-Leiterin weitergegeben, die dann dem Bischof darüber berichtet.

Die FHV-Leiterin gibt dem Bischof einen monatlichen Besuchslehrbericht. Jeder Bericht enthält auch eine Liste derjenigen, die nicht kontaktiert wurden. Brauchen eine Schwester und ihre Familie dringend Hilfe, gibt die FHV-Leiterin dies umgehend an den Bischof weiter.