Handbuch 2:
Die Kirche führen und verwalten

 

21.1 Verwaltungsrichtlinien

 21.1.1

Unfallverhütung und Verhalten nach einem Unfall

Siehe 13.6.20.

 21.1.2

Richtlinien für Aktivitäten

Siehe 13.6.

 21.1.3

Adoptierte Kinder und ihre leiblichen Eltern

Fragen hinsichtlich der Preisgabe von Informationen und dem Kontakt zwischen adoptierten Kindern und ihren leiblichen Eltern sind mit Feingefühl zu behandeln. Die gesetzlich verankerten Rechte und seelischen Bedürfnisse aller betroffenen Parteien müssen berücksichtigt werden.

 21.1.4

Adoption und Pflege

Mitglieder, die ein Kind adoptieren oder in Pflege nehmen möchten, müssen sich genau an alle gesetzlichen Bestimmungen der beteiligten Länder (und der nachgeordneten Instanzen) halten. Ihnen wird geraten, sich nur an amtlich zugelassene und befugte Einrichtungen zu wenden.

 21.1.5

Audiovisuelles Material

Mitglieder können in einer Versammlung der Kirche audiovisuelles Material wie CDs, DVDs oder Computer-Präsentationen nutzen, allerdings mit folgenden Einschränkungen:

  1. 1.

    Sie dürfen nicht in einer Abendmahlsversammlung oder bei der Hauptversammlung der Pfahlkonferenz verwendet werden (Aufnahmen von Instrumentalbegleitung sind zulässig, wenn kein Klavier, keine Orgel oder kein Klavier- oder Orgelspieler zur Verfügung steht).

  2. 2.

    Sie dürfen nicht verwendet werden, wenn dadurch das Urheberrecht verletzt werden würde (siehe 21.1.12).

  3. 3.

    Sie dürfen nicht verwendet werden, wenn die Inhalte sich für die Kirche nicht eignen.

Audiovisuelles Material, das diesen Kriterien gerecht wird, darf – außer in einer Abendmahlsversammlung oder in der Hauptversammlung der Pfahlkonferenz – im Rahmen einer Versammlung in der Kapelle verwendet werden, wenn dies für den Ablauf der Versammlung wichtig ist.

 21.1.6

Autogramme und Fotos von Generalautoritäten und Gebietssiebzigern

Die Mitglieder sollen die Generalautoritäten und die Gebietssiebziger nicht um Autogramme bitten, auch nicht in ihren heiligen Schriften, Gesangbüchern oder Programmheften. Das lenkt von der heiligen Berufung der Brüder und vom Geist der Versammlung ab. Es könnte die Brüder auch daran hindern, andere Mitglieder zu begrüßen.

Die Mitglieder sollen in der Kapelle keine Fotos von Generalautoritäten oder Gebietssiebzigern machen.

 21.1.7

Bibel

Englischsprachige Mitglieder verwenden die von der Kirche herausgegebene King-James-Fassung der Bibel. Sie enthält den Topical Guide (einen alphabetisch nach Stichwörtern geordneten Studienführer), Fußnoten, Auszüge aus der Joseph-Smith-Übersetzung, Querverweise auf andere Stellen in der Bibel und auf das Buch Mormon, Lehre und Bündnisse und die Köstliche Perle sowie weitere Studienhilfen. Auch wenn andere Übersetzungen der Bibel vielleicht einfacher zu lesen sind, stimmt die King-James-Fassung in Fragen der Lehre mit den neuzeitlichen Offenbarungen besser überein als andere englische Übersetzungen.

Spanischsprachige Mitglieder verwenden die von der Kirche herausgegebene Reina-Valera-Bibel. Sie enthält ähnliche Studienhilfen wie die von der Kirche herausgegebene englische Bibel.

In vielen anderen Sprachen hat die Kirche eine nicht von ihr herausgegebene Ausgabe der Bibel genehmigt, die in den Versammlungen und im Unterricht der Kirche verwendet wird. Die Mitglieder sollen diese Ausgabe verwenden.

Die verlässlichste Methode, die Richtigkeit einer Bibelübersetzung zu beurteilen, besteht nicht im Vergleich verschiedener Texte, sondern im Vergleich mit dem Buch Mormon und den neuzeitlichen Offenbarungen.

Die genehmigten Ausgaben der Bibel sind beim Versand der Kirche erhältlich. Textdateien und Aufnahmen der von der Kirche herausgebrachten Ausgaben sind auch unter scriptures.lds.org zu finden.

 21.1.8

Buch Mormon

Die Kirche rät davon ab, das Buch Mormon in geläufiges oder modernes Englisch umzuschreiben. Die Erste Präsidentschaft hat gesagt:

„Wenn ein heiliger Text in eine andere Sprache übersetzt oder in einen geläufigeren Sprachgebrauch übertragen wird, besteht ein erhebliches Risiko, dass sich Fehler in die Lehre einschleichen oder die Belege für seinen historischen Ursprung undeutlich werden. Um dem vorzubeugen, beaufsichtigen die Erste Präsidentschaft und der Rat der Zwölf Apostel die Übersetzung der heiligen Schriften aus dem Englischen in andere Sprachen persönlich und sehr sorgfältig und haben nicht gestattet, dass die im Buch Mormon enthaltene Lehre in geläufigem oder modernem Englisch wiedergegeben wird. (Dies gilt nicht für Veröffentlichungen der Kirche für Kinder.)“ (Ensign, April 1993, Seite 74.)

 21.1.9

Zeitschriften der Kirche

Die Erste Präsidentschaft hat die Mitglieder der Kirche wiederholt dazu aufgefordert, die Zeitschriften der Kirche zu lesen. Die Führungsbeamten vor Ort sollen die Mitglieder dazu anhalten, die Zeitschriften der Kirche bei sich zu Hause zu haben. Diese Zeitschriften enthalten die Weisungen des Herrn, die er durch die neuzeitlichen Propheten erteilt. Die Zeitschriften der Kirche stärken den Glauben an den Erretter und bieten dem Einzelnen inspirierte Führung bei seinen Herausforderungen.

Der Pfahlpräsident und der Bischof können ihren Führungssekretär beauftragen, die Zeitschriftenbestellung zu koordinieren (siehe Handbuch 1, 13.3.4 und 13.4.4). Der Bischof kann außerdem einen Zeitschriftenbeauftragten für die Gemeinde berufen und andere beauftragen, diesen zu unterstützen. Ist ein Zeitschriftenbeauftragter der Gemeinde berufen, setzt er sich für die Verbreitung der Zeitschriften der Kirche ein. Er hilft den Mitgliedern dabei, ein Abonnement neu abzuschließen oder zu verlängern, und klärt sie darüber auf, welchen Nutzen es ihnen bringt, wenn sie die Zeitschriften der Kirche abonnieren.

Die Mitglieder können die Zeitschriften der Kirche über den Versand abonnieren. In einigen Gebieten können die Mitglieder auch das Abo-Formular auf der Internetseite der Magazine der Kirche ausfüllen.

 21.1.10

Name und Logo der Kirche

Der Name und das Logo der Kirche dienen der Wiedererkennung. Sie sind weltweit als Warenzeichen registriert oder auf andere Weise gesetzlich geschützt. Sie dürfen nur gemäß diesen Richtlinien verwendet werden.

Die örtlichen Einheiten dürfen den ausgeschriebenen Namen (nicht das Logo) verwenden, wenn alle diese Bedingungen zutreffen:

  1. 1.

    Die Aktivität oder Veranstaltung, mit der der Name in Verbindung gebracht wird (z. B. auf einem Programm für die Abendmahlsversammlung), wird offiziell von der örtlichen Einheit durchgeführt.

  2. 2.

    Die Bezeichnung der örtlichen Einheit wird dem Namen der Kirche vorangestellt (z. B. Gemeinde Gelsenkirchen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage).

  3. 3.

    Mit der Schriftart wird das offizielle Logo nicht nachgeahmt und der Schriftzug ähnelt ihm auch nicht.

Das offizielle Logo der Kirche (siehe Vorderseite dieses Handbuchs) darf nur für Material verwendet werden, das von der Korrelationsabteilung am Hauptsitz der Kirche genehmigt wurde. Zu diesem Material gehören beispielsweise:

  1. 1.

    offizielle Veröffentlichungen der Kirche und Büromaterial

  2. 2.

    Namensschilder für Missionare

  3. 3.

    Schilder für den Außenbereich des Gemeindehauses

Das Logo darf nicht als dekoratives Element oder als Bildschirmschoner auf dem Computer verwendet werden. Es darf auch nicht für private, kommerzielle oder werbewirksame Zwecke verwendet werden, beispielsweise auf Familienchroniken, T-Shirts, Ansteckern oder Transparenten. Fragen dazu richten Sie an:

Intellectual Property Office 50 East North Temple Street, Room 1888 Salt Lake City, UT 84150-0018, USA Telefon: (001) 801-240-3959 oder (001) 800-453-3860, Anschluss 2-3959 Fax: (001) 801-240-1187 E-Mail: cor-intellectualproperty@ldschurch.org

 21.1.11

Computer

Mit Genehmigung der präsidierenden Ratsgremien der Kirche werden einige Einheiten der Kirche mit Computern ausgestattet, die unter anderem für die Berichtsführung und die Genealogie genutzt werden. Der Pfahlpräsident führt die Aufsicht darüber, wo im Pfahl Computer aufgestellt und wie sie genutzt werden. Richtlinien für die Anschaffung und Verwaltung von Computern für die Kirche sind über den Hauptsitz der Kirche oder das zuständige Verwaltungsbüro erhältlich. Darin finden Sie beispielsweise Näheres zu Themen wie Hard- und Software, gespendete Computer, Internetverbindungen, Reparaturen, Entsorgung von Computern, gestohlene oder beschädigte Computer, Sicherheit und Nutzung durch Mitglieder.

Bei Bedarf sorgt der Pfahlpräsident dafür, dass die Gemeinde- und Pfahlcomputer den Mitgliedern für die Nutzung von Genealogieprogrammen zur Verfügung stehen. Darüber hinaus ist der private Gebrauch dieser Computer nicht zulässig.

Um die vertraulichen Daten auf dem Computer zu schützen, benutzen die Führungsbeamten und Sekretäre die Passwortfunktion des Berichtsführungssystems der Kirche. Weitere Anweisungen zum Schutz vertraulicher Daten finden Sie in Handbuch 1, 13.8 und 13.9.

Die Computer sind so aufzustellen, dass die Mitglieder der Bischofschaft und die Sekretäre die wöchentlichen Spenden der Mitglieder unbeobachtet abrechnen können.

Beschränkungen hinsichtlich der Vervielfältigung von Computerprogrammen finden Sie unter 21.1.12.

 21.1.12

Urheberrechtlich geschütztes Material

Die Gesetze über schöpferische Arbeit und inwieweit es statthaft ist, sie zu nutzen, sind von Land zu Land verschieden. Die Richtlinien der Kirche, die in diesem Abschnitt festgehalten sind, entsprechen den internationalen Verträgen, die in den meisten Ländern Anwendung finden. Der Einfachheit halber werden die schöpferischen Rechte in diesem Abschnitt als „Urheberrecht“ bezeichnet. Einige dieser Rechte können in einigen Ländern allerdings eine andere Bezeichnung haben.

Das Urheberrecht ist der Schutz, den das Gesetz dem Schöpfer eines materiell greifbaren Werkes gewährt. Zu diesen Werken zählen:

  1. 1.

    literarische, musikalische, dramaturgische und choreographische Werke

  2. 2.

    Gemälde, Fotografien und Skulpturen

  3. 3.

    audiovisuelle Werke (wie Filme, Videos, CDs oder DVDs)

  4. 4.

    Computerprogramme oder -spiele

  5. 5.

    Internetinhalte und Datenbanken

Die Mitglieder der Kirche haben alle urheberrechtlichen Gesetze genau zu beachten. Im Allgemeinen kann nur der Rechteinhaber die Vervielfältigung (das Kopieren), Verbreitung, öffentliche Aufführung, Ausstellung oder Weiterverarbeitung seines Werkes genehmigen. Ein Werk ohne Zustimmung des Rechteinhabers auf eine solche Weise zu nutzen ist ein Verstoß gegen die Richtlinien der Kirche; sowohl die Kirche als auch der Nutzer könnten haftbar gemacht werden.

Der Nutzer eines Werkes muss davon ausgehen, dass es urheberrechtlich geschützt ist. Veröffentlichte Werke enthalten normalerweise einen Hinweis auf das Urheberrecht, etwa „© 1959, Hans Mustermann“. (Auf Tonträgern findet man das Symbol ℗.) Ein Hinweis auf das Urheberrecht ist jedoch nicht erforderlich, um einen gesetzlichen Schutz zu begründen. Auch die Tatsache, dass eine Veröffentlichung vergriffen ist, setzt das Urheberrecht nicht außer Kraft und lässt keine Vervielfältigung, Verbreitung, Aufführung, Ausstellung oder Weiterverarbeitung ohne Genehmigung zu.

Das Intellectual Property Office der Kirche (IPO) hilft bei Anträgen auf Nutzung von urheberrechtlich geschütztem Material und entsprechenden Programmen der Kirche, einschließlich des Materials, für das Intellectual Reserve, Inc. (IRI), die Urheberrechte besitzt. IRI ist ein eigenständiges, gemeinnütziges Unternehmen, das die Urheberrechte für das von der Kirche genutzte geistige Eigentum besitzt. Näheres zu Anträgen auf Nutzung von kircheneigenem Material finden Sie unter dem Link „Rights and Use Information“ (Informationen zu Rechten und Nutzung) auf LDS.org.

Die folgenden Fragen und Antworten sollen Mitgliedern, die in der Kirche und zu Hause urheberrechtlich geschütztes Material verwenden, die Gesetzeslage verständlich machen, damit sie sie beachten können. Wer Fragen hat, auf die in diesen Richtlinien nicht eingegangen wird, kann sich an die folgende Stelle wenden:

Intellectual Property Office 50 East North Temple Street, Room 1888 Salt Lake City, UT 84150-0018, USA Telefon: (001) 801-240-3959 oder (001) 800-453-3860, Anschluss 2-3959 Fax: (001) 801-240-1187 E-Mail: cor-intellectualproperty@ldschurch.org

Darf ich Bilder aus den Zeitschriften der Kirche vervielfältigen?Bilder in den Veröffentlichungen der Kirche dürfen in der Regel für den Gebrauch in der Kirche, zu Hause und in der Familie vervielfältigt werden. Sie dürfen jedoch ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des IPO nicht für kommerzielle Zwecke vervielfältigt werden. Wenn ein Bild nicht vervielfältigt werden darf, findet sich im Bildnachweis ein Hinweis wie „Vervielfältigung untersagt“.

Darf ich Veröffentlichungen der Kirche vervielfältigen?Veröffentlichungen der Kirche dürfen in der Regel für den nichtkommerziellen Gebrauch in der Kirche, zu Hause und in der Familie vervielfältigt werden. Veröffentlichungen der Kirche dürfen ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des IPO nicht für kommerzielle Zwecke vervielfältigt werden.

Darf ich Noten vervielfältigen?Für Noten gelten besondere Urheberrechte. Noten aus dem Gesangbuch und dem Liederbuch für Kinder und aus den Zeitschriften der Kirche dürfen für den nichtkommerziellen Gebrauch in der Kirche, zu Hause und in der Familie vervielfältigt werden, sofern bei dem Lied nicht ausdrücklich ein Sperrvermerk angegeben ist. Die Vervielfältigung von Noten oder Musikaufnahmen ohne die Genehmigung des Rechteinhabers verstößt gegen die Richtlinien der Kirche. Musik, die entgegen diesen Richtlinien vervielfältigt wurde, darf nicht für kirchliche Zwecke verwendet werden.

Darf ich von der Kirche herausgegebenes audiovisuelles Material modifizieren, vervielfältigen oder in Segmente teilen?Nur, wenn dies vom IPO ausdrücklich genehmigt ist. Von der Kirche herausgegebenes audiovisuelles Material ist gemäß den Anweisungen in den Leitfäden und auf der Verpackung zu verwenden.

Darf ich Material vervielfältigen, das nicht der Kirche gehört? Normalerweise nicht. Im Urheberrecht ist die Nutzung von Material in Privatbesitz geregelt. Im Allgemeinen gibt es Bedingungen, unter denen man nichtkirchliches Material kopieren darf. Diese Bedingungen werden gewöhnlich am Anfang einer Veröffentlichung aufgeführt. Die Mitglieder der Kirche haben alle urheberrechtlichen Bestimmungen genau zu beachten.

Darf ich bei Veranstaltungen der Kirche kommerzielle audiovisuelle Produkte zeigen? Normalerweise nicht. Die Mitglieder der Kirche sollten die Warnhinweise und Bedingungen auf kommerziellen audiovisuellen Produkten nicht missachten. Die Verwendung kommerzieller audiovisueller Produkte bei Veranstaltungen der Kirche erfordert in der Regel die Genehmigung der Rechteinhaber.

Darf ich Computersoftware oder andere Programme für den kirchlichen Gebrauch herunterladen oder kopieren? Normalerweise nicht. Computerprogramme und andere Software dürfen nur dann kopiert oder heruntergeladen werden, wenn alle Lizenzen ordnungsgemäß erworben wurden. Eine Ausnahme sind die Genealogieprogramme der Kirche, die gratis heruntergeladen werden können.

Darf ich Material, das ich auf den Internetseiten der Kirche finde, herunterladen oder verteilen? Die Kirche hat verschiedene Internetseiten eingerichtet, beispielsweise LDS.org, Mormon.org und FamilySearch.org. Alles Material, das sich auf kircheneigenen Internetseiten befindet, einschließlich Bilder, Texte, Symbole, Bildschirmdarstellungen, Datenbanken und allgemeine Informationen, darf – sofern nicht anders angegeben – ausschließlich für den nichtkommerziellen Gebrauch in der Kirche, zu Hause und in der Familie angesehen, heruntergeladen und ausgedruckt werden. Material von diesen Seiten darf ohne die Genehmigung des IPO nicht auf anderen Internetseiten oder in anderen Computernetzwerken veröffentlicht, dort abgeschrieben oder an sie weitergeleitet werden.

Kircheneigene Seiten und alle Angaben auf diesen Seiten, darunter auch die Namen und Anschriften derjenigen, die Angaben eingereicht haben, dürfen nicht zum Verkauf oder zur Vermarktung von Waren oder Dienstleistungen, zur Kundenwerbung oder zu sonstigen kommerziellen Zwecken genutzt werden.

Weiteres erfahren Sie aus den Informationen zu Rechten und Nutzung auf der jeweiligen Internetseite.

Welche Genehmigung ist für die Aufführung von Musik- und Bühnenstücken erforderlich? Ein Stück, das der Kirche oder IRI gehört, darf ohne Genehmigung des Hauptsitzes der Kirche bei Veranstaltungen der Kirche aufgeführt werden. Wenn ein urheberrechtlich geschütztes Stück (oder einen Teil davon), das nicht Eigentum der Kirche ist, bei einer Veranstaltung der Kirche aufgeführt werden soll, müssen die Mitglieder die Genehmigung des Rechteinhabers einholen. Der Urheberrechtsinhaber verlangt gewöhnlich eine Gebühr oder Tantiemen, auch wenn bei einer Aufführung der Eintritt frei ist. Alle Aufführungen müssen von den Priestertumsführern vor Ort genehmigt worden sein.

 21.1.13

Unterrichtsmaterial

Die Kirche stellt den Mitgliedern heilige Schriften, Zeitschriften, Leitfäden, Bücher und anderes Material bereit, damit sie das Evangelium Jesu Christi kennenlernen und danach leben.

Die Führungsbeamten im Priestertum und in den Hilfsorganisationen halten die Mitglieder dazu an, sich die heiligen Schriften und anderes Unterrichtsmaterial anzuschaffen, das sie zu Hause und in der Kirche gebrauchen können.

Die Führungsbeamten achten darauf, dass die Lehrer beim Unterricht in den Kollegien und Klassen das von der Kirche genehmigte Material verwenden. Die Anweisungen zum Lehrplan enthalten Näheres darüber, wie die Klassen am Sonntag zu organisieren sind und welches Material zu verwenden ist.

 21.1.14

Partnervermittlung für alleinstehende Mitglieder

Oft bieten Partnervermittlungsagenturen den alleinstehenden Mitgliedern der Kirche ihre Dienste an. Gebäude, Klassen und Veranstaltungen der Kirche dürfen nicht zur Werbung für Privatunternehmen, zu denen auch Partnervermittlungen zählen, genutzt werden. Auch dürfen solchen Unternehmen keine Listen von Gruppen in der Kirche oder sonstige Angaben zu Mitgliedern überlassen werden.

 21.1.15

Adress- und Telefonverzeichnisse

Pfahl- und Gemeinde-Mitgliederlisten dürfen entsprechend den folgenden Anweisungen veröffentlicht werden:

Name, Anschrift und Telefonnummer dürfen in einer Mitgliederliste nur angeführt sein, wenn sie in einem öffentlichen Telefonbuch erscheinen, andernfalls nur dann, wenn das Mitglied sein Einverständnis gibt. E-Mail-Adressen dürfen nur mit der Erlaubnis des Mitglieds aufgeführt werden.

Mitgliederlisten werden aus dem Pfahl- oder Gemeindebudget finanziert. Sie dürfen keine Werbung enthalten.

Führungsbeamte dürfen Mitgliederlisten nur innerhalb der Pfahl- oder Gemeindegrenzen verteilen und nicht zulassen, dass sie für gewerbliche oder politische Zwecke verwendet werden.

Am Anfang jeder Mitgliederliste ist darauf hinzuweisen, dass die Liste ausschließlich für den kirchlichen Gebrauch bestimmt ist und ohne die Genehmigung des Bischofs oder Pfahlpräsidenten nicht vervielfältigt werden darf.

 21.1.16

Auswanderung von Mitgliedern

Im Allgemeinen wird den Mitgliedern geraten, im eigenen Land zu bleiben und dort die Kirche aufzubauen und zu stärken. Überall auf der Welt gibt es immer mehr Gelegenheit, in der Kirche aktiv zu sein und die Segnungen des Evangeliums zu empfangen sowie andere Menschen daran teilhaben zu lassen. Wenn die Mitglieder in ihrem Heimatland bleiben und dort mithelfen, die Kirche aufzubauen, bringt das ihnen selbst und der Kirche große Segnungen. Die Pfähle und Gemeinden in aller Welt werden gestärkt, wodurch es möglich wird, einer noch größeren Zahl von Kindern des himmlischen Vaters die Segnungen des Evangeliums zugänglich zu machen.

Die Erfahrung zeigt, dass Auswanderer oft mit sprachlichen, kulturellen oder wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert werden, die zu Enttäuschung und persönlichen und familiären Schwierigkeiten führen.

Die Missionare sollen ihre Eltern, Verwandten und andere nicht bitten, auswanderungswillige Mitglieder finanziell zu unterstützen oder für sie zu bürgen.

Wenn Mitglieder in ein anderes Land auswandern, sollen sie sich an die jeweils geltenden Gesetze halten.

Wenn Mitglieder mit einem Studenten- oder Touristenvisum in die Vereinigten Staaten oder in ein anderes Land einreisen, dürfen sie nicht erwarten, nach der Einreise Arbeit zu finden oder eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen.

Um in einem Land für eine Anstellung bei der Kirche in Frage zu kommen, muss man alle Bedingungen der Einwanderungs- und Einbürgerungsgesetze erfüllen. Die Kirche fördert keine Einwanderung durch Anstellung.

 21.1.17

Der Fasttag

Man hält den Fasttag normalerweise richtig ein, wenn man innerhalb von 24 Stunden zwei aufeinanderfolgende Mahlzeiten auslässt und in dieser Zeit auf essen und trinken verzichtet, die Fast- und Zeugnisversammlung besucht und ein großzügiges Fastopfer zugunsten der Bedürftigen spendet.

 21.1.18

Geldbeschaffung

Siehe 13.6.8.

 21.1.19

Glücksspiel und Lotterien

Die Kirche spricht sich gegen Glücksspiel jeglicher Art aus, darunter auch die staatliche Lotterie.

 21.1.20

Gastsprecher und -lehrer

Bei den meisten Versammlungen der Kirche gehören die Sprecher und Lehrer der Gemeinde oder dem Pfahl vor Ort an.

Ehe ein Gastsprecher oder -lehrer an irgendeiner Versammlung in der Gemeinde, auch in den Hilfsorganisationen, mitwirken darf, ist die Genehmigung des Bischofs erforderlich. Bei Versammlungen auf Pfahlebene ist dafür die Genehmigung des Pfahlpräsidenten erforderlich.

Der Bischof oder Pfahlpräsident überprüft den Gastsprecher oder -lehrer und das Thema seiner Präsentation sorgfältig. Dazu kann gehören, dass er mit dessen Bischof Kontakt aufnimmt. Der Bischof oder Pfahlpräsident achtet darauf, dass:

  1. 1.

    der Vortrag mit der Lehre der Kirche in Einklang steht

  2. 2.

    der Gastsprecher oder -lehrer nicht bezahlt wird und keine Teilnehmer oder Kunden anwirbt

  3. 3.

    die Reisekosten des Gastsprechers oder -lehrers weder mit Geldern aus dem Budget der örtlichen Einheit noch mit Privatspenden beglichen werden

  4. 4.

    die Präsentation den Richtlinien für die Nutzung von Einrichtungen der Kirche entspricht (siehe 21.2).

 21.1.21

Einkommenssteuer

Die Mitglieder der Kirche sind aufgrund des 12. Glaubensartikels verpflichtet, die Steuergesetze des Landes, wo sie wohnen, zu befolgen (siehe auch LuB 134:5). Ist ein Mitglied mit einem Steuergesetz grundsätzlich nicht einverstanden, kann es sich um die Änderung des Gesetzes oder der Verfassung bemühen. Wer begründete rechtliche Einwände hat, kann ein Steuergesetz auch vor Gericht anfechten.

Ein Mitglied, das sich weigert, seine Steuererklärung abzugeben, die erhobenen Einkommensteuern zu zahlen oder ein abschließendes Steuerurteil anzuerkennen, handelt dem Gesetz und den Lehren der Kirche zuwider. Es kann möglicherweise keinen Tempelschein erhalten und darf in der Kirche zu keinem Führungsamt berufen werden. Wenn ein Mitglied wegen eines vorsätzlichen Verstoßes gegen die Steuergesetze verurteilt wird, wird je nach Lage der Dinge die Disziplinarordnung der Kirche angewandt.

 21.1.22

Internet

Bei vernünftiger Nutzung kann das Internet einem helfen, die Arbeit der Kirche zu koordinieren, den Glauben zu stärken und sich der Bedürfnisse anderer anzunehmen. Die Mitglieder achten aber möglichst darauf, dass die elektronische Kommunikation nicht Gelegenheiten ersetzt, persönlich miteinander Kontakt zu haben.

Offizielle Quellen der Kirche im Internet

Die Kirche hat eine ganze Reihe offizieller Internetseiten und anderer Quellen im Internet zum allgemeinen Gebrauch freigegeben. Diese Seiten und Quellen sind eindeutig als offiziell gekennzeichnet, und zwar entweder durch das Logo der Kirche oder auf andere Weise. Sie entsprechen auch den gesetzlichen Anforderungen und den Richtlinien der Kirche zu geistigem Eigentum und Datenschutz.

Internetseiten für Pfähle und Gemeinden dürfen nur über die offiziellen Quellen der Kirche im Internet eingerichtet werden. Pfählen und Gemeinden ist es nicht gestattet, andere Internetseiten oder Blogs einzurichten oder sich auf andere von der Kirche unterstützte Weise im Internet zu präsentieren.

Internetseiten des Pfahles oder der Gemeinde können die Koordination und Kommunikation in den Einheiten vor Ort vereinfachen. Diese Internetseiten können Nachrichten und Ankündigungen, Kalender, Verzeichnisse von Führungsbeamten und Mitgliedern sowie Belegungspläne für die Einrichtungen enthalten. Wenn eine Pfahl- oder Gemeinde-Internetseite eingerichtet wird, muss sie regelmäßig gepflegt werden, um ihren Zweck zu erfüllen.

Wegen der Genehmigung, die offiziellen Quellen der Kirche zum Erstellen einer Pfahl- oder Gemeinde-Internetseite zu nutzen, wendet sich der Pfahlpräsident an dieses Büro am Hauptsitz der Kirche:

Member and Statistical Records Division Attn: Local Unit Internet Resources 50 East North Temple Street, Room 1320 Salt Lake City, UT 84150-0013, USA Telefon: (001) 801-240-3500 oder (001) 800-453-3860, Anschluss 2-3500 E-Mail: msrmail@ldsmail.net

Weitere Richtlinien für Pfahl- und Gemeinde-Internetseiten finden Sie auf LDS.org unter „LDS Site Development Guide“.

Gelegentlich können offizielle Internetseiten der Kirche für andere Zwecke genutzt werden, etwa für pfahlübergreifende Projekte, besondere Ereignisse sowie Aktivitäten und Organisation junger Alleinstehender. Um die Genehmigung für eine solche Internetseite zu erhalten, reichen die Priestertumsführer der Organisation einen Antrag bei einem Mitglied der Präsidentschaft der Siebziger oder der Gebietspräsidentschaft ein, in dem der Zweck und der Bedarf dargestellt wird.

Tempeln, Missionen und Besucherzentren ist es nicht gestattet, Internetseiten einzurichten.

Wie Mitglieder das Internet für ihre Berufung in der Kirche nutzen können

Einzelne Mitglieder können für ihre Berufungen in der Kirche Internetseiten oder Blogs einrichten oder andere geeignete Quellen im Internet nutzen, vorausgesetzt, dass sie eine Erklärung einfügen wie: „Dies ist keine offizielle Internetseite der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“. Die Mitglieder müssen sich auch an folgende Richtlinien halten:

  1. 1.

    Das Logo der Kirche darf weder verwendet noch nachgeahmt werden.

  2. 2.

    Der Name und die Kontaktangaben des Mitglieds, das für diese Internetseite zuständig ist, müssen genannt werden.

  3. 3.

    Ein Mitglied darf nicht behaupten oder andeuten, dass seine Internetseite oder Aktivitäten von der Kirche gefördert oder unterstützt werden.

  4. 4.

    Bilder, Musik und anderes Material, das Eigentum der Kirche ist, dürfen nicht auf anderen Seiten eingestellt werden, sofern diese Nutzung nicht eindeutig auf der Seite „Informationen zu Rechten und Nutzung“ auf einer offiziellen Internetseite der Kirche oder durch das Intellectual Property Office der Kirche genehmigt wird.

  5. 5.

    Fotos oder persönliche Angaben von anderen dürfen nur mit deren Zustimmung gezeigt werden.

Private Internetnutzung

Die Mitglieder sind aufgefordert, jederzeit und überall, also auch im Internet, ein Beispiel für ihren Glauben zu sein. Wenn sie Blogs, soziale Netzwerke und andere Technologien im Internet nutzen, sind sie aufgefordert, andere zu stärken und ihnen zu helfen, das zu erkennen, was nützlich, gut und lobenswert ist. Die Mitglieder sind aufgefordert, die Kirche zu erwähnen, genehmigtes Material der Kirche weiterzugeben und Links dorthin anzulegen – sofern es angebracht ist.

Wenn Mitglieder das Internet für andere Zwecke als ihre Berufung in der Kirche nutzen, muss ihnen klar sein, dass sie nur ihre eigene Meinung kundtun. Sie dürfen nicht den Eindruck erwecken, dass sie die Kirche vertreten oder von ihr gefördert werden.

Weitere Hilfen und Richtlinien finden Sie auf LDS.org unter „Internet Usage Helps for Members“.

 21.1.23

Landesgesetze

Die Mitglieder sollen überall, wo sie wohnen oder wohin sie reisen, die Landesgesetze befolgen, sie achten und sie mittragen (vgl. LuB 58:21,22; 12. Glaubensartikel). Das gilt auch für Gesetze, die das Missionieren verbieten.

 21.1.24

Kommunikation zwischen Mitgliedern und dem Hauptsitz der Kirche

Den Mitgliedern der Kirche wird davon abgeraten, Generalautoritäten wegen Fragen zur Lehre oder in persönlichen Angelegenheiten anzurufen oder ihnen Briefe zu schreiben. Infolge der stetig wachsenden Mitgliederzahl ist es den Generalautoritäten nahezu unmöglich, auf all diese Anfragen persönlich einzugehen. Das würde ihnen außerdem erschweren, die Aufgaben zu erfüllen, für die einzig und allein sie zuständig sind. Den Generalautoritäten liegen die Mitglieder der Kirche am Herzen. Sie möchten nicht, dass diese das Gefühl haben, sie erhielten nicht die nötige Unterstützung und Führung. Alles muss jedoch in Weisheit und Ordnung geschehen.

Der Herr hat die Kirche so eingerichtet, dass jedes Mitglied sich an einen Bischof oder Zweigpräsidenten und an einen Pfahl-, Distrikts- oder Missionspräsidenten wenden kann, der ihm sowohl in geistlicher als auch in zeitlicher Hinsicht Rat erteilen kann. Kraft ihrer Berufung sind diese örtlichen Führungsbeamten berechtigt, vom Geist die Erkenntnis und die Inspiration zu empfangen, die sie befähigen, die Mitglieder zu beraten, für die sie zuständig sind.

Mitglieder, die Führung durch den Geist benötigen, schwerwiegende persönliche Probleme oder Fragen zur Lehre der Kirche haben, sollen sich – auch durch aufrichtiges Beten und Schriftstudium – eifrig bemühen, selbst Lösungen und Antworten zu finden. Den Mitgliedern der Kirche soll auch nahegelegt werden, sich um Führung durch den Heiligen Geist zu bemühen, damit sie Hilfe in ihrem Privatleben und bei ihren Aufgaben in der Familie und in der Kirche erhalten.

Wenn sie dann noch Hilfe benötigen, sollen sie sich zuerst mit ihrem Bischof beraten. Er kann sie gegebenenfalls an den Pfahlpräsidenten verweisen.

In den meisten Fällen werden die Briefe von Mitgliedern an Generalautoritäten an die zuständigen Priestertumsführer vor Ort zurückgeleitet. Muss sich ein Pfahlpräsident in Fragen der Lehre oder in einer anderen kirchlichen Angelegenheit noch Klarheit verschaffen, kann er der Ersten Präsidentschaft im Namen des Mitglieds schreiben.

 21.1.25

Tätigkeit, Beruf und Zugehörigkeit eines Mitglieds zu anderen Organisationen

Die Taufe, durch die man Mitglied der Kirche wird, die Ordinierungen im Priestertum und das Ausstellen eines Tempelscheins hängen davon ab, dass man in einem eingehenden Interview von den zuständigen Priestertumsführern vor Ort für würdig befunden wird. Die Mitglieder der Kirche sollen bestrebt sein, Tätigkeiten nachzugehen und auszuüben, für die sie guten Gewissens den Segen des Herrn erbitten können und die mit den Evangeliumsgrundsätzen und den Lehren des Erlösers vereinbar sind.

 21.1.26

Mitglieder mit Behinderungen

Die Mitglieder der Kirche sind aufgefordert, dem Beispiel des Erretters zu folgen, indem sie denjenigen, die Behinderungen haben, Hoffnung, Verständnis und Liebe schenken. Die Führungsbeamten im Priestertum und in den Hilfsorganisationen machen sich mit denjenigen, die Behinderungen haben, bekannt und zeigen sich aufrichtig interessiert und besorgt.

Die Führungsbeamten im Priestertum und in den Hilfsorganisationen stellen außerdem fest, welche Mitglieder zusätzliche Fürsorge benötigen, weil ein Elternteil, ein Kind oder eines der Geschwister eine Behinderung hat. Einen Angehörigen mit einer Behinderung zu versorgen, kann eine Läuterung sein, die den Glauben stärkt. Aber es kann auch zu finanziellen, ehelichen und familiären Herausforderungen führen.

Die Führungsbeamten im Priestertum und in den Hilfsorganisationen machen auch Mitglieder ausfindig, die getrennt von ihren Angehörigen in einer Behindertengemeinschaft oder -einrichtung untergebracht sind.

Bewusstsein und Verständnis stärken

Führungsbeamte, Lehrer und andere Mitglieder bemühen sich um Verständnis für die Behinderung anderer und für die Bedürfnisse, die möglicherweise damit einhergehen. Sie können ihr Verständnis vertiefen, wenn sie mit den Betroffenen und deren Angehörigen sprechen. Sie können auch Ansprachen von Führern der Kirche, Artikel in den Zeitschriften der Kirche und Texte im Internet unter disabilities.lds.org lesen.

Unterstützung geben

Die Führungsbeamten im Priestertum und in den Hilfsorganisationen ermitteln die Bedürfnisse derjenigen, die eine Behinderung haben, und derjenigen, die sich um sie kümmern. Diese Führungsbeamten legen fest, wie man diesen Bedürfnissen mit den Mitteln der Gemeinde oder des Pfahles gerecht werden kann. Die Führungsbeamten halten die Mitglieder an, Unterstützung zu geben und liebevoll und freundschaftlich auf die Betreffenden zuzugehen. Die Bischofschaft oder Pfahlpräsidentschaft kann einen Behindertenbeauftragten für die Gemeinde oder den Pfahl berufen, der den Betreffenden und ihrer Familie hilft.

Die Führungsbeamten können außerdem herausfinden, welche öffentlichen Einrichtungen geeignet sind, Menschen mit einer Behinderung und deren Familie zu helfen.

Mehr dazu, wie man Menschen mit einer Behinderung helfen kann, finden Führungsbeamte und Mitglieder unter disabilities.lds.org. Die Führungsbeamten können sich auch (sofern vorhanden) an den Familiendienst der Kirche wenden.

Führungsbeamte und Mitglieder sollten nicht versuchen, Erklärungen dafür zu finden, warum eine Familie mit einer Behinderung fertig werden muss. Sie sollten nie den Eindruck erwecken, als sei eine Behinderung eine Strafe Gottes (siehe Johannes 9:2,3). Auch sollten sie nicht behaupten, dass es ein Segen sei, ein Kind mit einer Behinderung zu haben.

Heilige Handlungen vollziehen lassen

Bei der Überlegung, ob eine heilige Handlung für jemanden vollzogen werden soll, der eine geistige Behinderung hat, halten sich die Priestertumsführer an die Richtlinien in Handbuch 1, 15.1.8.

Mitarbeit und Mitwirkung ermöglichen

Von den Mitgliedern mit Behinderungen können viele in fast allen Berufungen der Kirche dienen. Die Führungsbeamten im Priestertum und in den Hilfsorganisationen halten sich die Fähigkeiten und Wünsche jedes Einzelnen vor Augen und sorgen dann für geeignete Möglichkeiten. Die Führungsbeamten beraten sich auch mit der Familie des Betreffenden. Dabei wird berücksichtigt, welche Auswirkungen eine Berufung auf ihn und seine Familie oder seine Pfleger hat.

Bei der Überlegung, ob man dem Pfleger eines Behinderten eine Berufung oder eine Aufgabe in der Kirche übertragen sollte, berücksichtigen die Führungsbeamten sorgfältig die individuellen Umstände des Einzelnen und seiner Familie.

Führungsbeamte und Lehrer integrieren Mitglieder mit Behinderungen in Versammlungen, im Unterricht und bei Aktivitäten so weit wie möglich. Lektionen, Ansprachen und Unterrichtsmethoden müssen so angepasst werden, dass sie den Bedürfnissen eines jeden gerecht werden. Mehr dazu, wie Lektionen angepasst werden können, finden Sie unter disabilities.lds.org.

Die Bischofschaft kann einen Zweitlehrer berufen, um jemandem in einer Klasse zu helfen. Die Bischofschaft kann auch jemanden bitten, jemandem in einer Versammlung oder bei einer Aktivität zu helfen.

Wenn jemand nicht an einer Versammlung, am Unterricht oder an einer Aktivität teilnehmen kann, können die Führungsbeamten und Lehrer mit der Familie beraten, wie auf die Bedürfnisse des Betreffenden eingegangen werden kann. Der Pfahlpräsident oder Bischof kann die Einrichtung von besonderen Klassen oder Programmen für Mitglieder mit Behinderungen genehmigen (siehe „Besondere Klassen, Programme oder Einheiten einrichten“ weiter unten). Wenn jemand nicht in der Lage ist, die Versammlungen der Kirche zu besuchen, können ihm schriftliche Unterlagen oder Aufzeichnungen von Lektionen und Ansprachen zur Verfügung gestellt werden.

Wenn es angebracht ist, fordern die Priestertumsführer Männer, die das Priestertum tragen, auf, an heiligen Handlungen mitzuwirken. Priestertumsträger und weibliche Mitglieder ab 12 Jahren, die getauft, konfirmiert und würdig sind, können sich im Tempel für Verstorbene taufen und konfirmieren lassen. Richtlinien zu Mitgliedern mit Behinderungen, die für sich selbst heilige Handlungen des Tempels empfangen, finden Sie in Handbuch 1, 3.3.3.

Besondere Klassen, Programme oder Einheiten einrichten

Mitglieder mit Behinderungen und besonderen Bedürfnissen sind aufgefordert, die Sonntagsversammlungen in ihrer Heimatgemeinde zu besuchen, sofern sie nicht in einer Pflegeeinrichtung leben, in der die Programme der Kirche durchgeführt werden.

Wenn Mitglieder mit ähnlichen Behinderungen in einer Gemeinde, einer Gruppe von Gemeinden, einem Pfahl oder einer Gruppe von Pfählen leben, können die Führungsbeamten gemeinsame Jugend- oder PV-Klassen und Programme für sie einrichten. Die Führungsbeamten können ebenfalls besondere Sonntagsschulklassen und andere Klassen einrichten. Diese Klassen oder Programme ergänzen das Programm der Heimatgemeinde des Betreffenden.

Die Einrichtung einer besonderen Klasse oder eines pfahlübergreifenden Programms muss von einem Mitglied der Präsidentschaft der Siebziger oder der Gebietspräsidentschaft genehmigt werden. Diese Führer ernennen einen zuständigen Pfahlpräsidenten, der anfänglich die Organisation übernimmt und den weiteren Verlauf einer Klasse oder eines Programms über einen festgelegten Zeitraum beaufsichtigt.

Die Einrichtung einer besonderen Klasse oder eines Programms für mehrere Gemeinden muss vom Pfahlpräsidenten genehmigt werden. Der Pfahlpräsident ernennt einen zuständigen Bischof, der anfänglich die Organisation übernimmt und den weiteren Verlauf einer Klasse oder eines Programms über einen festgelegten Zeitraum beaufsichtigt.

Der zuständige Pfahlpräsident oder Bischof berät sich mit den anderen teilnehmenden Pfahlpräsidenten oder Bischöfen, um Richtlinien für die finanzielle Unterstützung dieser Klassen oder Programme festzulegen. Eltern oder Pfleger sind für den Transport zuständig.

Wenn eine Klasse oder ein pfahlübergreifendes Programm eingerichtet wird, kann der Pfahlpräsident eines jeden teilnehmenden Pfahles einen Hohen Rat bestimmen, der hilft, die Anmeldung von Mitgliedern, die teilnehmen möchten, zu koordinieren, für Führungsbeamte und Lehrer zu sorgen und die vom zuständigen Pfahlpräsidenten festgelegten Finanzrichtlinien umzusetzen.

Mitglieder, die in einer besonderen Klasse oder einem besonderen Programm dienen, werden vom zuständigen Pfahlpräsidenten oder Bischof oder auf dessen Weisung berufen und eingesetzt. Diese Führungsbeamten halten sich an die übliche Vorgehensweise in der Kirche, wenn sie eine Berufung oder Entlassung aussprechen. Die Führungsbeamten und Lehrer einer besonderen Klasse oder eines besonderen Programms geben Informationen über die Aktivitäten und Leistungen der Mitglieder an die Führungsbeamten der Heimatgemeinden weiter. Dort werden Berichte geführt und Auszeichnungen verliehen.

Auf Einladung des zuständigen Pfahlpräsidenten oder Bischofs können die Führungsbeamten einer besonderen Klasse oder eines Programms an den Führerschaftsversammlungen des Pfahles oder der Gemeinde teilnehmen. Sie können auch eigene Versammlungen abhalten, in denen sie die Aktivitäten der Klasse oder des Programms planen.

Führungsbeamte können sich bei den Administratoren von Seminar und Institut über Klassen informieren, die im Rahmen des Bildungswesens der Kirche für Mitglieder mit Behinderungen eingerichtet werden können.

Für gehörlose oder schwerhörige Mitglieder können Zweige oder Gemeinden eingerichtet werden. Es kann auch eine Gemeinde gebeten werden, eine Gruppe von gehörlosen oder schwerhörigen Mitgliedern aus einem geografisch abgegrenzten Gebiet aufzunehmen. Solche Gemeinden, Zweige oder Gruppen helfen diesen Mitgliedern, uneingeschränkt zu dienen und das Evangelium zu lernen. Anweisungen für die Einrichtung solcher Einheiten finden Sie in Handbuch 1, 9.1.4 und 9.1.10.

Ein Mitglied, das sich der Gebärdensprache bedient, und seine Familie können ihre Mitgliedsscheine auf Wunsch in einer der folgenden Gemeinden führen lassen: 1.) in der Heimatgemeinde, 2.) in einer Gemeinde, die bestimmt wurde, eine Gruppe gehörloser oder schwerhöriger Mitglieder aufzunehmen, oder 3.) in einer für gehörlose oder schwerhörige Mitglieder eingerichteten Gemeinde oder einem solchen Zweig.

Dolmetscher für gehörlose oder schwerhörige Mitglieder

Gehörlose oder schwerhörige Mitglieder haben Verständigungsschwierigkeiten, wenn sie die Grundsätze und Lehren des Evangeliums lernen wollen. Wenn sie Zeichensprache benutzen, benötigen sie einen Dolmetscher, der ihnen hilft, in vollem Umfang an Versammlungen der Kirche, heiligen Handlungen des Priestertums, Tempelarbeit und Aktivitäten teilzuhaben oder Zeugnis zu geben. Er muss auch bei Interviews zugegen sein.

Gehörlose und schwerhörige Mitglieder sind angehalten, eigenständig zu sein und zwecks Bereitstellung der benötigten Dolmetscherdienste auf ihre Priestertumsführer zuzugehen. In heiklen Angelegenheiten, beispielsweise bei einer persönlichen Unterredung oder einem Disziplinarrat, klärt der Priestertumsführer vorher mit dem Mitglied ab, ob ein Dolmetscher hinzugezogen werden soll. In einem solchen Fall muss der Führungsbeamte einen Dolmetscher auswählen, der (wenn möglich) kein Angehöriger ist, und auf Vertraulichkeit dringen.

Wenn es nicht genügend Dolmetscher gibt, können die Führungsbeamten in der Gemeinde oder im Pfahl Klassen einrichten, in denen die jeweils gebräuchliche Zeichensprache unterrichtet wird. Die Führungsbeamten können qualifizierte Mitglieder berufen, diese Klassen zu unterrichten. Gehörlose oder schwerhörige Mitglieder, die mit Zeichensprache aufgewachsen sind, kommen als Erste als Lehrer für diese Klassen in Frage. Ein hilfreiche Quelle für die amerikanische Zeichensprache ist das Dictionary of Sign Language Terms for The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints.

Nur würdige Mitglieder dürfen in der Abendmahlsversammlung, Priestertumsversammlung und bei Interviews dolmetschen. Wenn für die Priestertumsversammlung kein Priestertumsträger zum Dolmetschen zur Verfügung steht, kann ein präsidierender Beamter eine Frau bitten, zu dolmetschen. Nichtmitglieder können vorübergehend ehrenamtlich bei Aktivitäten und bei den meisten anderen Versammlungen dolmetschen, bis ein Mitglied sich die entsprechenden Fertigkeiten angeeignet hat.

Ein präsidierender Beamter kann einen Priestertumsträger bitten, bei einer heiligen Handlung oder einem Segen zu dolmetschen, wenn der Empfänger gehörlos oder schwerhörig ist. Steht kein Priestertumsträger zur Verfügung, kann ein präsidierender Beamter eine Frau bitten, zu dolmetschen.

Im Unterricht oder bei einer Versammlung befindet sich der Dolmetscher vorn im Klassenraum oder in der Kapelle, aber nicht auf dem Podium. Um keine Blicke auf sich zu ziehen, steht er auch nicht neben dem Sprecher. Da das Verständnis verbessert wird, wenn die Lippen und die Körpersprache des Sprechers sichtbar sind, sollten die gehörlosen oder schwerhörigen Mitglieder den Dolmetscher sehen können, aber auch der Sprecher oder Lehrer sollte für sie am Rande sichtbar sein. Wenn es genügend Dolmetscher gibt, bitten die Führungsbeamten sie, sich etwa alle 30 Minuten abzuwechseln, damit es nicht zu anstrengend wird.

Bei einer heiligen Handlung des Priestertums oder einem Interview befindet sich der Dolmetscher dicht bei demjenigen, der die heilige Handlung vollzieht oder das Interview durchführt.

Wenn gehörlose oder schwerhörige Mitglieder nicht die Zeichensprache verwenden und einen Dolmetscher brauchen, der ihnen hilft, von den Lippen abzulesen, gehen die Führungsbeamten auf die gleiche Weise vor wie bei der Suche nach einem Dolmetscher für die Zeichensprache.

Vertraulichkeit

Die Führungsbeamten respektieren die Privatsphäre von Mitgliedern mit Behinderungen während und nach Führerschaftsversammlungen, in denen individuelle Bedürfnisse besprochen werden.

Hilfsmittel

Hilfsmittel für Mitglieder mit Behinderungen, deren Angehörige und Pfleger sowie für Führungsbeamte und Lehrer finden Sie unter disabilities.lds.org. Diese Internetseite bietet:

  1. 1.

    Informationen, die das Verständnis für die Herausforderungen, denen sich Menschen mit Behinderungen gegenübersehen, vertiefen

  2. 2.

    Abschnitte zu konkreten Behinderungen und Antworten auf häufig gestellte Fragen

  3. 3.

    Trost für Mitglieder mit Behinderungen und deren Angehörige aus den heiligen Schriften, Zitate und Links zu nützlichen Informationen

  4. 4.

    Listen mit Materialien, die Mitgliedern mit Behinderungen dabei helfen können, nach dem Evangelium Jesu Christi zu leben und in der Kirche zu dienen

Material der Kirche für Mitglieder mit Behinderungen wird im Katalog des Versands der Kirche und auf disabilities.lds.org aufgeführt.

Fragen zu Material für Mitglieder mit Behinderungen können an diese Stelle gerichtet werden:

Members with Disabilities 50 East North Temple Street Salt Lake City, UT 84150-0024, USA Telefon: (001) 801-240-2477 E-Mail: specialcurriculum@ldschurch.org

 21.1.27

Andere Glaubensrichtungen

In zahlreichen anderen Glaubensrichtungen findet sich vieles, was inspirierend und edel ist und höchste Achtung verdient. Die Missionare und die übrigen Mitglieder müssen dem Glauben anderer mit Feingefühl und Achtung begegnen und dürfen niemandem zu nahe treten. Wenn ein Pfahl- oder Missionspräsident Fragen zur Beziehung zu nichtchristlichen Glaubensrichtungen hat, wendet er sich an ein Mitglied der Präsidentschaft der Siebziger oder der Gebietspräsidentschaft. Andere Führungsbeamte vor Ort, die solche Fragen haben, wenden sich an den Pfahl- oder Missionspräsidenten.

 21.1.28

Aktivitäten mit Übernachtung

Siehe 13.6.12 sowie 21.2.8.

 21.1.29

Politische und staatsbürgerliche Betätigung

Als Bürgern wird den Mitgliedern der Kirche ans Herz gelegt, sich am politischen Leben aktiv zu beteiligen. Dazu gehört auch, dass sie sich in einer politischen Partei ihrer Wahl engagieren. Die Mitglieder sind auch aufgefordert, sich aktiv für unterstützenswerte Ziele einzusetzen, um ihr Gemeinwesen zu verbessern und es zu einem angenehmen Ort zu machen, wo man gut leben und Kinder großziehen kann.

Ferner sind sie aufgefordert, sich im Einklang mit den jeweiligen Landesgesetzen zur Wahl eintragen zu lassen, sich mit Sachfragen und Kandidaten gründlich auseinanderzusetzen und für diejenigen zu stimmen, die ihrer Ansicht nach redlich sind und ein gutes Urteilsvermögen haben. Die Heiligen der Letzten Tage haben die besondere Pflicht, Führungspersönlichkeiten zu suchen, zu wählen und zu unterstützen, die ehrlich, gut und weise sind (siehe LuB 98:10).

Die Kirche unterstützt zwar das Recht auf Meinungsäußerung in politischen und gesellschaftlichen Fragen, ist aber selbst neutral, was politische Parteien, Programme und Kandidaten für politische Ämter betrifft. Sie stellt sich nicht auf die Seite bestimmter Parteien oder Kandidaten. Sie gibt den Mitgliedern auch keine Wahlempfehlungen. In seltenen Ausnahmefällen bezieht die Kirche jedoch in Gesetzgebungsfragen Stellung, und zwar vor allem dann, wenn sie zu dem Schluss kommt, dass Fragen der Moral berührt werden. Nur die Erste Präsidentschaft kann für die Kirche sprechen oder die Kirche darauf festlegen, eine bestimmte Gesetzesvorlage zu unterstützen oder abzulehnen oder gegen einen Gerichtsbeschluss vorzugehen. Abgesehen davon dürfen Pfahlpräsidenten und andere Führungsbeamte vor Ort die Mitwirkung der Mitglieder in politischen Fragen nicht organisieren oder den Versuch unternehmen, deren Mitwirkung zu beeinflussen.

Die Mitglieder der Kirche sollen sich überlegen, ob sie sich für ein öffentliches Amt auf lokaler oder nationaler Ebene zur Wahl stellen oder bereit sind, sich ernennen zu lassen. Wer für ein öffentliches Amt kandidiert, sollte nicht den Eindruck erwecken, als ob er von der Kirche oder ihren Führern unterstützt werde. Führungsbeamte und andere Mitglieder der Kirche sollten auch Äußerungen und Verhaltensweisen meiden, die als Unterstützung einer politischen Partei, eines Programms, eines Standpunkts oder eines Kandidaten seitens der Kirche ausgelegt werden könnten.

Die Mitglieder sind aufgefordert, Maßnahmen zu unterstützen, die das moralische Grundgerüst der Gesellschaft stärken, insbesondere solche, die die Familie als Grundeinheit der Gesellschaft erhalten und stärken sollen.

Aufzeichnungen, Mitgliederlisten und sonstige Unterlagen der Kirche dürfen nicht für politische Zwecke genutzt werden.

Einrichtungen der Kirche dürfen nicht für politische Zwecke genutzt werden. Einrichtungen der Kirche dürfen jedoch für die Eintragung in Wählerlisten oder als Wahllokal genutzt werden, wenn es keine vertretbare Alternative gibt (siehe 21.2).

 21.1.30

Postbestimmungen

In den Vereinigten Staaten und in einigen anderen Ländern verstößt es gegen die Bestimmungen der Post, unfrankierte Sendungen in oder auf einen Postbriefkasten zu legen. Das gilt auch für Mitteilungsblätter der Gemeinde und des Pfahles, Ankündigungen, Faltblätter und sonstiges die Kirche betreffendes Material. Die Führungsbeamten der Kirche weisen die Mitglieder und Missionare an, kein derartiges Material in oder auf einen Postbriefkasten zu legen.

 21.1.31

Privatsphäre der Mitglieder

Die Führer der Kirche sind verpflichtet, die Privatsphäre der Mitglieder zu schützen. Aufzeichnungen der Kirche, Mitgliederlisten und ähnliche Unterlagen dürfen nicht für private, geschäftliche oder politische Zwecke genutzt werden (siehe auch 21.1.15).

 21.1.32

Private Veröffentlichungen

Die Mitglieder sollen die Generalautoritäten und die Gebietssiebziger nicht bitten, Bücher oder andere Schriften über die Kirche mitzuverfassen oder weiterzuempfehlen.

 21.1.33

Aufzeichnungen von Reden und Ansprachen von Generalautoritäten und Gebietssiebzigern

Die Mitglieder dürfen eine Ansprache oder eine Rede, die eine Generalautorität oder ein Gebietssiebziger bei einer Pfahlkonferenz, in einer Missionarsversammlung oder einer anderen Zusammenkunft hält, nicht aufzeichnen. Die Übertragung der Generalkonferenz dürfen Mitglieder jedoch mit ihren Aufnahmegeräten zu Hause für den persönlichen, nichtkommerziellen Gebrauch aufzeichnen.

 21.1.34

Bezeichnung der Kirche und ihrer Mitglieder

Je mehr Länder, Kulturen und Sprachgebiete die Kirche umfasst, desto mehr gewinnt die Verwendung ihres offenbarten Namens – Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (siehe LuB 115:4) – an Bedeutung, wenn die Kirche und ihre Mitglieder ihrer Aufgabe nachkommen, den Namen des Erlösers in aller Welt zu verkünden. Demgemäß soll, wenn auf die Kirche Bezug genommen wird, nach Möglichkeit immer ihr vollständiger Name verwendet werden. Nachdem der vollständige Name der Kirche eingangs genannt wurde, können die Kurzformen „die Kirche“ oder „Kirche Jesu Christi“ verwendet werden.

Es ist nicht erwünscht, dass die Kirche als „Mormonenkirche“, „Kirche der Heiligen der Letzten Tage“ oder „HLT-Kirche“ bezeichnet wird.

Wenn von den Mitgliedern der Kirche die Rede ist, ist die Formulierung „Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ zu bevorzugen. Als Kurzform ist „Heilige der Letzten Tage“ am besten, aber „Mormonen“ ist durchaus annehmbar.

Das Wort Mormon wird weiterhin in feststehenden Begriffen wie „Buch Mormon“ oder „Mormon Tabernacle Choir“ verwendet. Außerdem wird der Begriff „Mormonen“ weiterhin zur näheren Bestimmung in Bezeichnungen wie „Mormonenpioniere“ verwendet. Darüber hinaus kann es notwendig sein, mit dem Begriff Mormonen klarzustellen, um welche Kirche es sich handelt, da die Kirche in einigen Ländern unter diesem Namen allgemein bekannt ist.

 21.1.35

Studien und Erhebungen in der Kirche

Nur die Research Information Division der Korrelationsabteilung darf im Auftrag der Kirche Umfragen und Erhebungen durchführen. Die Mitarbeiter dieser Abteilung tragen mit Hilfe von Fragebogen oder durch mündliche Befragung Informationen zu Themen zusammen, die für die Generalautoritäten von Belang sind. Wenn Meinungsforscher im Auftrag der Kirche an Mitglieder herantreten, nennen sie die gebührenfreie Telefonnummer der Kirche und den Namen einer Anlaufstelle am Hauptsitz der Kirche. Außerdem stellen sie es dem Befragten immer frei, einige oder alle Fragen der Umfrage unbeantwortet zu lassen.

Die Versammlungen der Kirche dürfen von unbefugten Personen oder Instituten nicht für die Informationsgewinnung genutzt werden. Auch dürfen diesen Personen oder Instituten keine Namen von Mitgliedern der Kirche zur Verfügung gestellt werden. Wenn die örtlichen Führer sich vergewissern wollen, ob ein Fragebogen oder eine Befragung genehmigt ist, sollen sie sich mit der Research Information Division (Tel. [001] 801-240-2727 oder [001] 800-453-3860, Anschluss 2-2727) in Verbindung setzen.

 21.1.36

Handelsvertreter

Wenn Handelsvertreter behaupten, die Kirche oder ein Führer der Kirche habe sie ermächtigt, bei den örtlichen Führungsbeamten oder Mitgliedern vorzusprechen, um ihnen ihre Waren zu verkaufen, dürfen die örtlichen Führungsbeamten dem keinen Glauben schenken.

 21.1.37

Satelliten- und Videoanlage

Die Satelliten- und Videoanlagen der Kirche dürfen nur für nichtkommerzielle, kirchliche Zwecke verwendet werden, wie von der Pfahlpräsidentschaft oder Bischofschaft genehmigt. Mit diesen Anlagen dürfen ausschließlich von der Kirche ausgestrahlte Fernseh-, Kabel- oder Satellitenprogramme aufgenommen werden. Auch darf die Satellitenanlage nicht dazu genutzt werden, Sendungen anzusehen, die nicht von der Kirche stammen. Ohne Genehmigung vom Hauptsitz der Kirche dürfen die Mitglieder die Antenne nicht von einem Satelliten oder Transponder auf einen anderen richten.

Nur wer in der Bedienung der Geräte geschult ist, darf sie in Betrieb nehmen. Jugendliche dürfen nur dann bei der Bedienung mithelfen, wenn sie beaufsichtigt werden.

Werden die Geräte nicht gebraucht, sind sie sicher wegzuschließen. Sie dürfen nicht für den häuslichen oder privaten Gebrauch aus dem Gebäude entfernt werden.

 21.1.38

Bitten um Geldspenden

Durch die bestehenden Programme der Kirche ist die finanzielle Unterstützung würdiger Einzelpersonen und geeigneter Zwecke gewährleistet. Die kirchliche Unterstützung wird vom Bischof bewilligt, der mit den Umständen vertraut ist und eine Mehrfachunterstützung sowie Missbrauch verhindern kann. Darum sollen die Mitglieder weder beim Hauptsitz der Kirche noch bei den örtlichen Führungsbeamten oder Mitgliedern um zusätzliche finanzielle Unterstützung bitten.

Wenn Mitglieder auf diese Weise um Geld gebeten werden, können sie darauf antworten, dass sie in ihrer Gemeinde gespendet haben, damit gemäß den anerkannten Wohlfahrtsgrundsätzen der Kirche Hilfe geleistet werden kann.

 21.1.39

Aussagen, die angeblich von Führern der Kirche stammen

Von Zeit zu Zeit werden Aussagen verbreitet, die fälschlicherweise Führern der Kirche zugeschrieben werden. Viele dieser Aussagen verdrehen den gegenwärtigen Standpunkt der Kirche. Sie beruhen auf Gerüchten oder Andeutungen. Dergleichen wird nie amtlich verbreitet, sondern durch Weitersagen, per E-Mail oder auf andere inoffizielle Weise. Die Mitglieder sollen derartige Aussagen weder zitieren noch weitergeben, ohne sich vergewissert zu haben, dass sie aus einer genehmigten Quelle der Kirche stammen, beispielsweise einer offiziellen Erklärung, Mitteilung oder Veröffentlichung.

Notizen, die während Ansprachen von Generalautoritäten, Gebietssiebzigern oder anderen weltweit zuständigen Beamten der Kirche bei einer Pfahlkonferenz oder in einer anderen Versammlung gemacht werden, dürfen ohne das Einverständnis des Sprechers nicht weitergegeben werden. Persönliche Notizen dürfen nur für den eigenen Bedarf genutzt werden.

 21.1.40

Symposien und ähnliche Veranstaltungen

Die Kirche warnt ihre Mitglieder vor Symposien und ähnlichen Veranstaltungen, bei denen Vorträge gehalten werden, in denen 1.) Heiliges in Verruf gebracht, lächerlich gemacht, abgewertet oder anderweitig ungehörig behandelt wird, oder durch die 2.) der Kirche Schaden zugefügt, von ihrer Mission abgelenkt oder das Wohlergehen ihrer Mitglieder gefährdet werden könnte. Die Mitglieder dürfen nicht zulassen, dass ihr Amt oder ihr Stand in der Kirche dazu ausgenutzt werden, solche Veranstaltungen zu fördern oder den Anschein zu erwecken, dass sie diese billigen.

 21.1.41

Steuerpflichtige Aktivitäten

Die Führungsbeamten in Gemeinde und Pfahl achten darauf, dass die örtlichen Aktivitäten der Kirche nicht die Steuerbefreiung der Kirche gefährden. Richtlinien dazu finden Sie unter 21.2.

 21.1.42

Tempelkleidung und Garments

Mitgliedern, die das Endowment empfangen haben, wird empfohlen, sich für die heiligen Handlungen im Tempel eigene Kleidung zuzulegen. Diese heilige Kleidung kann beim Versand käuflich erworben werden. In manchen Tempeln kann man gegen Gebühr auch Tempelkleidung ausleihen. Wenn es in einem Tempel keinen Kleiderverleih gibt, müssen die Mitglieder Tempelkleidung mitbringen.

Die Mitglieder dürfen nur dann die Schürze für den Tempel selbst anfertigen, wenn sie dafür das genehmigte Schürzenstick- und nähset verwenden, das beim Versand der Kirche erhältlich ist. Die übrige zeremonielle Kleidung darf nicht selbst angefertigt werden. Auch Garments dürfen nicht selbst hergestellt werden.

Die Mitglieder, die im Tempel mit dem Garment bekleidet wurden, haben mit einem Bund die Verpflichtung auf sich genommen, es so zu tragen, wie es den im Endowment gegebenen Anweisungen entspricht. Das Garment erinnert ständig an die Bündnisse, die man im Tempel geschlossen hat. Richtig getragen, bietet es Schutz vor Versuchungen und dem Bösen. Durch das Tragen des Garments zeigt man nach außen hin, dass man innerlich entschlossen ist, dem Erretter zu folgen.

Mitglieder, die das Endowment empfangen haben, tragen das Garment bei Tag und bei Nacht. Sie sollen es weder ganz noch teilweise ablegen, um Gartenarbeit oder andere Tätigkeiten zu verrichten, bei denen es vertretbar ist, unter der Kleidung das Garment wie vorgesehen zu tragen. Auch sollen sie es nicht ablegen, um es sich zu Hause in Badesachen oder unschicklicher Kleidung bequem zu machen. Wenn sie das Garment ablegen müssen, beispielsweise zum Schwimmen, sollen sie es möglichst bald wieder anziehen.

Die Mitglieder dürfen das Garment weder anpassen noch entgegen den Anweisungen tragen, um es mit irgendeiner Mode in Einklang zu bringen. Auch dürfen sie es nicht so abändern, dass es nicht mehr seiner genehmigten Form entspricht. Trägt man ein zweiteiliges Garment, so sind immer beide Teile zu tragen.

Das Garment ist heilig und ist jederzeit mit Achtung zu behandeln. Man soll es nicht auf dem Boden liegen lassen. Außerdem ist es sauber und in ordentlichem Zustand zu halten. Nach dem Waschen soll es nirgendwo aufgehängt werden, wo es für jedermann sichtbar ist. Es soll auch weder zur Schau gestellt noch den Blicken von Menschen ausgesetzt werden, die seine Bedeutung nicht verstehen.

Ein Mitglied, das im Tempel Bündnisse geschlossen hat, soll sich vom Heiligen Geist leiten lassen, um auf persönliche Fragen zum Tragen des Garments selbst eine Antwort zu finden.

Wenn ein Mitglied abgetragene Garments entsorgen will, müssen die Zeichen herausgetrennt und vernichtet werden. Daraufhin sind die Garments so zu zerschneiden, dass sie nicht mehr als solche zu erkennen sind. Sobald die Zeichen entfernt sind, wird der Stoff nicht mehr als heilig betrachtet.

Wenn ein Mitglied abgetragene zeremonielle Kleidung für den Tempel entsorgen will, muss es sie so zerschneiden, dass die ursprüngliche Verwendung nicht mehr erkennbar ist.

Wenn Garments oder Tempelkleidung noch in gutem Zustand sind, kann man die Kleidungsstücke einem würdigen Mitglied, das das Endowment empfangen hat, schenken. Der Bischof kann diejenigen benennen, die derartige Kleidung brauchen könnten. Keinesfalls dürfen Garments oder zeremonielle Tempelkleidung bei Deseret Industries, bei einem Vorratshaus des Bischofs oder bei karitativen Einrichtungen abgegeben werden.

Näheres zur Bestellung von Tempelkleidung oder Garments für besondere Umstände (etwa für Mitglieder im Militärdienst, bettlägerige Mitglieder oder Mitglieder mit Behinderungen) finden Sie in Handbuch 1, 3.4.

 21.1.43

Reiserichtlinien

Siehe 13.6.24.