Handbuch 2:
Die Kirche führen und verwalten

 

16.3 Junge Alleinstehende in regulären Pfählen und Gemeinden

 16.3.1

Führung im Pfahl

Die Führung durch die Pfahlpräsidentschaft ist bei der Betreuung der Jungen Alleinstehenden besonders wichtig. Junge Alleinstehende sind sehr mobil. Sie sind vielleicht nicht gleichmäßig über die Gemeinden im Pfahl verteilt, und es ist möglicherweise schwierig, sie ausfindig zu machen. Aufgrund dieser Herausforderungen ist es oft am sinnvollsten, auf Pfahlebene oder pfahlübergreifend für die JAE Gelegenheiten zu schaffen, beisammen zu sein, das Evangelium zu lernen und Dienst am Nächsten zu leisten.

In dem regelmäßigen Interview mit jedem Bischof bittet der Pfahlpräsident um einen Bericht über den Fortschritt der Jungen Alleinstehenden in der Gemeinde.

Der Pfahlpräsident beauftragt einen seiner Ratgeber damit, die Arbeit mit den Jungen Alleinstehenden im Pfahl zu beaufsichtigen. Er beauftragt außerdem einen Hohen Rat damit, bei dieser Arbeit behilflich zu sein.

Die Pfahl-Führungsbeamten überlegen gebeterfüllt, welche Programme und Aktivitäten den Bedürfnissen der Jungen Alleinstehenden im Pfahl am besten gerecht werden. Verschiedene Möglichkeiten hierzu sind unter 16.3.5 aufgeführt.

Die meisten Jungen Alleinstehenden besuchen eine reguläre Gemeinde (oft zusammen mit den Eltern). Dennoch können die Priestertumsführer die Gründung einer JAE-Gemeinde vorschlagen, wenn die Umstände dies als wünschenswert erscheinen lassen (siehe 16.4).

 16.3.2

Das Pfahl-JAE-Komitee

Ein Ratgeber des Pfahlpräsidenten führt im Pfahl-JAE-Komitee den Vorsitz. Diesem Komitee gehören außerdem folgende Personen an: der für die Jungen Alleinstehenden zuständige Hohe Rat, ein Mitglied der Pfahl-FHV-Leitung, ein als JAE-Berater berufenes Ehepaar und die JAE-Gruppenleiter aus jeder Gemeinde. Hat eine Gemeinde keine JAE-Gruppenleiter, werden andere würdige Junge Alleinstehende in das Komitee berufen. In der Regel wird dieses Komitee getrennt vom Pfahl-AE-Komitee eingerichtet.

Das Komitee tritt bei Bedarf zusammen. Die Komiteemitglieder können darüber beraten, wie man den Jungen Alleinstehenden – über das hinaus, was die Gemeinden ihnen bieten – Gelegenheit geben kann, zusammenzukommen, um zu dienen, das Evangelium zu lernen und geselligen Umgang zu pflegen (siehe 16.3.5). Bei der Planung der JAE-Aktivitäten haben sie vor allem das geistige Wachstum und das Dienen im Sinn, nicht nur geselliges Zusammensein.

Das Komitee hilft sicherzustellen, dass die JAE-Komitees in den Gemeinden (wo sie eingerichtet sind) ihre Aufgabe gut erfüllen.

 16.3.3

Führung in der Gemeinde

Die Bischofschaft

Um die Bedürfnisse der Jungen Alleinstehenden in der Gemeinde wahrzunehmen und auf sie eingehen zu können, führt ein Mitglied der Bischofschaft mit jedem Jungen Alleinstehenden mindestens einmal im Jahr ein Interview. Die Bischofschaft arbeitet mit dem Gemeinderat zusammen daran, für jeden Jungen Alleinstehenden eine sinnvolle Berufung zu finden. Die Bischofschaft kann auch ein Gemeinde-JAE-Komitee ins Leben rufen.

Ein Ratgeber des Bischofs ist für die Jungen Alleinstehenden in der Gemeinde zuständig. Er erhält regelmäßig Berichte von dem für die Jungen Alleinstehenden zuständigen Ratgeber des Ältestenkollegiumspräsidenten und der zuständigen Ratgeberin der FHV-Leiterin. Er kann über bestimmte Junge Alleinstehende im Gemeinderat berichten.

Der für die Jungen Alleinstehenden zuständige Ratgeber des Ältestenkollegiumspräsidenten und die zuständige Ratgeberin der FHV-Leiterin

Der Ältestenkollegiumspräsident und die FHV-Leiterin beauftragen jeweils einen Ratgeber beziehungsweise eine Ratgeberin, bei den Bemühungen ihrer Organisation um die Jungen Alleinstehenden die Führung zu übernehmen. Diese beiden besuchen regelmäßig Junge Alleinstehende, um ihnen Zuspruch und Unterstützung zu geben. Sie berichten dem zuständigen Ratgeber des Bischofs über die Jungen Alleinstehenden; Grundlage hierfür sind die Kontakte der Heimlehrer und Besuchslehrerinnen und ihre eigenen Besuche. Außerdem berichten sie dem Ältestenkollegiumspräsidenten und der FHV-Leiterin. Der Ältestenkollegiumspräsident und die FHV-Leiterin können im Gemeinderat über diese Bemühungen berichten.

JAE-Gruppenleiter

In einer Gemeinde mit einer ausreichenden Anzahl Junger Alleinstehender kann die Bischofschaft einen jungen alleinstehenden Mann und eine junge alleinstehende Frau als JAE-Gruppenleiter berufen. Diese Gruppenleiter sind einem Ratgeber des Bischofs unterstellt. Außerdem gehören sie dem Gemeinde-JAE-Komitee an, sofern eines gebildet wurde. Sie kommen regelmäßig mit der Ältestenkollegiumspräsidentschaft und der FHV-Leitung zusammen, um darauf zu achten, dass die Aufträge für die Heimlehrer und die Besuchslehrerinnen dazu beitragen, dass auf die Bedürfnisse der Jungen Alleinstehenden eingegangen wird. Sie können beauftragt werden, im Pfahl-JAE-Komitee mitzuwirken.

JAE-Berater

Die Bischofschaft kann ein würdiges Ehepaar als JAE-Berater berufen. Diese Berater sind einem Ratgeber des Bischofs unterstellt. Sie gehören dem Gemeinde-JAE-Komitee an, sofern eines gebildet wurde. Außerdem können sie beauftragt werden, im Pfahl-JAE-Komitee mitzuwirken. Sie helfen mit, dass die Jungen Alleinstehenden zusammenkommen können, um Freundschaften zu schließen, zu dienen und das Evangelium zu lernen.

 16.3.4

Das Gemeinde-JAE-Komitee

In einer Gemeinde mit einer größeren Anzahl Junger Alleinstehender können der Pfahlpräsident und der Bischof die Einrichtung eines Gemeinde-JAE-Komitees in Erwägung ziehen. Ein Ratgeber des Bischofs führt den Vorsitz in dem Komitee. Dem Komitee gehören außerdem folgende Personen an: der für die Jungen Alleinstehenden zuständige Ratgeber des Ältestenkollegiumspräsidenten und die zuständige Ratgeberin der FHV-Leiterin, die JAE-Gruppenleiter und das Ehepaar, das als JAE-Berater fungiert.

Dieses Komitee tritt bei Bedarf zusammen. Die Komiteemitglieder erörtern Möglichkeiten, wie man die Jungen Alleinstehenden darin fördern kann, sich an Dienstprojekten zu beteiligen, Führungsaufgaben zu übernehmen, das Evangelium zu lernen und geselligen Umgang miteinander zu pflegen. Sie machen außerdem die weniger aktiven Jungen Alleinstehenden ausfindig und pflegen den Kontakt mit ihnen, um sie zu integrieren.

 16.3.5

Versammlungen, Unterricht und Aktivitäten (Pfahl und Gemeinde)

Die Jungen Alleinstehenden sollen vielfältige Gelegenheiten erhalten, das Evangelium zu lernen, zu dienen, sich kulturell zu bilden und beisammen zu sein; solche Aktivitäten können auf Gemeinde- oder Pfahlebene oder pfahlübergreifend stattfinden. Dazu zählen etwa Tempelbesuche, Seminare zur Vorbereitung auf das Priestertum oder den Tempel, Missionsarbeit, Engagement im Gemeinwesen, Singen im Chor, kulturelle Veranstaltungen, Tanzabende und Sportveranstaltungen.

Unterstützt vom Pfahl-JAE-Komitee und den Führungsbeamten der Gemeinde sorgt die Pfahlpräsidentschaft für Versammlungen, Unterrichte und Veranstaltungen, die den Bedürfnissen der jungen alleinstehenden Mitglieder am besten gerecht werden. Dieser Personenkreis legt auch fest, ob eine Aktivität in der Gemeinde oder auf Pfahlebene stattfinden soll oder ob man vielleicht beides kombiniert.

Die JAE-Aktivitäten müssen den Richtlinien und Bestimmungen in Kapitel 13 entsprechen. An diesen Aktivitäten dürfen nur alleinstehende Mitglieder im JAE-Alter, beauftragte Beamte der Kirche und alleinstehende Nichtmitglieder im JAE-Alter teilnehmen, wenn sie bereit sind, sich an die Grundsätze der Kirche zu halten. Wer von seinem Ehepartner getrennt lebt oder sich scheiden lassen will, darf erst dann an solchen Aktivitäten teilnehmen, wenn das Scheidungsurteil rechtskräftig ist.

Bei der Planung von JAE-Aktivitäten können die Führungsbeamten in Gemeinde und Pfahl die folgenden Möglichkeiten in Betracht ziehen.

Ausfindig machen und einladen

Viele Junge Alleinstehende wechseln häufig ihren Wohnort. Daher kann der Pfahl in regelmäßigen Abständen Aktivitäten veranstalten, die dem Zweck dienen, die Jungen Alleinstehenden im Pfahl ausfindig zu machen und den Kontakt mit ihnen zu pflegen, um sie zu integrieren. Diese Aktivitäten können mit ähnlichen Bemühungen benachbarter Pfähle koordiniert werden. Aktive Junge Alleinstehende sind bei diesen Bemühungen, die von den Gemeinde- und Pfahl-JAE-Komitees geleitet werden, die wertvollste Hilfe. Institutsmitarbeiter können ebenfalls gelegentlich mithelfen.

JAE-Dienstkomitees

Die Jungen Alleinstehenden sollen häufig in ein JAE-Dienstkomitee berufen werden, um auf diese Weise gemeinsam zu dienen. Diese Komitees sind einem von der Bischofschaft oder vom Gemeinde- oder Pfahl-JAE-Komitee beauftragten Führungsbeamten der Gemeinde oder des Pfahles unterstellt. Die örtlichen Führer legen fest, mit welchem Dienstprojekt sich das Komitee befassen soll. Oft dreht sich ein solches Projekt um Programme der Kirche wie etwa Wohlfahrt, Genealogie, Öffentlichkeitsarbeit, Missionsarbeit, Aktivierungsbemühungen unter den Jungen Alleinstehenden, oder es werden Einrichtungen oder Projekte der Kirche unterstützt. Der Dienst kann auch darin bestehen, humanitäre Hilfe vor Ort oder anderswo zu leisten. Ein Dienstkomitee bietet einem Jungen Alleinstehenden Gelegenheit, Freundschaften aufzubauen und vielleicht seinen zukünftigen Ehepartner kennenzulernen. Außerdem werden Führungsqualitäten und soziale Kompetenzen erlernt.

Familienabendgruppen

Die Priestertumsführer können eine oder mehrere Familienabendgruppen für Junge Alleinstehende einrichten, die nicht bei ihren Eltern wohnen und keine Kinder bei sich zu Hause haben. Wenn möglich, bestimmen die Priestertumsführer einen Jungen Alleinstehenden, der das Priestertum trägt, als Leiter der Gruppe. In einem Pfahl mit wenigen Jungen Alleinstehenden können die Pfahl-Führungsbeamten gemeindeübergreifende Familienabendgruppen einrichten. Der Leiter einer Familienabendgruppe ist dem zuständigen Priestertumsführer unterstellt. Diese Gruppen werden aber nicht als Familie bezeichnet.

Sonntagsschulklassen

Eine Gemeinde mit genügend Jungen Alleinstehenden kann eine eigene JAE-Sonntagsschulklasse einrichten (siehe 12.4.2).

Evangeliumsunterricht an Werktagen

Junge Alleinstehende sind aufgefordert, sich in einen Institutskurs einzuschreiben. Die Priestertumsführer arbeiten mit den Institutsmitarbeitern vor Ort Kurse aus, die den Maßstäben des Instituts und den Bedürfnissen der Jungen Alleinstehenden gerecht werden. Auch ein Junger Alleinstehender, der nicht studiert oder zur Schule geht, darf sich in einen Institutskurs einschreiben; diese Kurse werden entweder in Institutszentren oder im örtlichen Gemeindehaus von einem Lehrer unterrichtet, der von den Priestertumsführern berufen wurde. Die Priestertumsführer und die Institutsmitarbeiter koordinieren die Einrichtung der Kurse.

Wo keine Institutskurse eingerichtet sind, können sich die örtlichen Führer an das S&I-Gebietsbüro wenden und Unterstützung erbitten. Bei Bedarf können die örtlichen Führer andere Möglichkeiten für den Evangeliumsunterricht an Werktagen schaffen.

 16.3.6

Pfahlübergreifende Veranstaltungen und Veranstaltungen des Gebiets

Pfahlübergreifende Veranstaltungen und Veranstaltungen des Gebiets geben den Jungen Alleinstehenden Gelegenheit, geselligen Umgang zu pflegen, Führungserfahrung zu sammeln und zu dienen, ohne dabei auf die seelsorgerische Fürsorge ihres Bischofs verzichten zu müssen.

Die Gebietssiebziger rufen in Zusammenarbeit mit den Pfahlpräsidenten pfahlübergreifende Komitees ins Leben, um solche Veranstaltungen auszurichten. Diese Gebietssiebziger unterstehen einem Mitglied der Präsidentschaft der Siebziger oder der Gebietspräsidentschaft. Den pfahlübergreifenden Komitees sollen auch JAE-Gruppenleiter angehören.

Die pfahlübergreifenden Komitees planen unterschiedliche einfache und kostengünstige Veranstaltungen, die genügend Gelegenheit zum geselligen Umgang bieten. Diese Komitees stimmen sich mit den JAE-Gemeinden und den Instituten ab, um für eine gute Ausgewogenheit bei den Aktivitäten zu sorgen und um Wiederholungen und Terminkonflikte zu vermeiden.

Weitere Richtlinien zu solchen Veranstaltungen finden Sie unter 13.3.1.

 16.3.7

Die Finanzierung von Aktivitäten

JAE-Aktivitäten werden normalerweise mit Mitteln aus dem Pfahl- oder Gemeindebudget finanziert. Wenn eine Veranstaltung pfahlübergreifend oder auf Gebietsebene stattfindet, sorgt der zuständige Priestertumsführer für eine faire Verteilung der finanziellen Belastung auf die einzelnen Pfähle.

Die Finanzierung der Aktivitäten erfolgt im Einklang mit den unter 13.2.8 aufgeführten Richtlinien. Bei pfahlübergreifenden Veranstaltungen oder Veranstaltungen des Gebiets können ausnahmsweise die Jungen Alleinstehenden gebeten werden, einen Teil der Kosten selbst zu übernehmen. Die Führungsbeamten achten aber darauf, dass für keinen Jungen Alleinstehenden unzumutbare Kosten entstehen und somit alle teilnehmen können.

 16.3.8

Zentren für junge Erwachsene

An manchen Standorten wurden Zentren für junge Erwachsene genehmigt, in denen Gelegenheiten für das Evangeliumsstudium, gesellige Aktivitäten, Missionsarbeit und Aktivierungsbemühungen zusammengeführt werden sollen. Ein Zentrum für junge Erwachsene erfordert, dass sich die Pfahlpräsidentschaften, die Institutsmitarbeiter und der Missionspräsident abstimmen, wobei eine zuständige Pfahlpräsidentschaft bestimmt wird, die die allgemeine Richtung vorgibt. Diese Führungsbeamten können vom Studentenrat für das Institut und vom Pfahl-JAE-Komitee Unterstützung erhalten. Die Vollzeitmissionare dürfen bei der Missionsarbeit in einem solchen Zentrum mitwirken. Oftmals werden sie hierbei von einem Ehepaar unterstützt, das aber nicht unbedingt ein Missionarsehepaar sein muss.

JAE-Einrichtungen wie etwa der Institutsbeirat (siehe Handbuch 1, 11.1.3), der Studentenrat für das Institut (siehe Handbuch 1, 11.2.2), die JAE-Komitees in Pfahl und Gemeinde sowie JAE-Gemeinden und -Pfähle sollen bei der Planung für die Nutzung des Zentrums Wiederholungen und Terminkonflikte vermeiden. In Abstimmung mit den Institutsmitarbeitern und anderen Führungsbeamten kann der Pfahlpräsident es für angebracht halten, dass sich diese Einrichtungen für bestimmte Aufgaben zusammenschließen.

Ein Zentrum für junge Erwachsene kann in einem Gemeindehaus angesiedelt sein, wobei der zuständige Pfahlpräsident die Aufsicht darüber führt, wie das Gebäude genutzt wird und wie die Zeiten eingeteilt werden.

Wo es ein Institutsgebäude gibt, kann ein Mitglied der Präsidentschaft der Siebziger oder der Gebietspräsidentschaft beantragen, dass dieses als Zentrum für junge Erwachsene genutzt wird. In diesem Fall ist der Institutsleiter nach wie vor für das Gebäude zuständig. In Absprache mit dem Pfahlpräsidenten ist der Institutsleiter für die Institutskurse und für die anderweitige Verwendung des Gebäudes verantwortlich. Andere Aktivitäten dürfen den Institutsunterricht nicht beeinträchtigen.

Um eine Genehmigung zur Eröffnung eines Zentrums für junge Erwachsene zu beantragen, setzen sich die Priestertumsführer mit einem Mitglied der Präsidentschaft der Siebziger oder der Gebietspräsidentschaft in Verbindung. Näheres über das Zentrum für junge Erwachsene können die Führungsbeamten beim Büro des Administrators für Seminar und Institut erfahren.