Handbuch 2:
Die Kirche führen und verwalten

 

5.4 Tempelarbeit und Genealogie

Im Tempel empfangen die Mitglieder der Kirche heilige Handlungen und gehen heilige Bündnisse ein, die für die Erhöhung unerlässlich sind. Die Mitglieder der Kirche gehen auch in den Tempel, um die heiligen Handlungen stellvertretend für Verstorbene zu vollziehen, die diese Verordnungen nicht empfangen haben.

Die Führungsbeamten des Priestertums und der Hilfsorganisationen schulen die Mitglieder der Gemeinde in den grundlegenden Aufgaben im Bereich Tempelarbeit und Genealogie, wie dies in den folgenden Abschnitten erläutert wird:

Sie fordern die Mitglieder auf, selbst die heiligen Handlungen des Tempels zu empfangen und ihren nächsten Angehörigen ebenfalls dabei zu helfen. Die Führungsbeamten machen den Mitgliedern bewusst, dass das Endowment dem Zweck dient, sie auf die Erhöhung vorzubereiten und nicht lediglich auf die Eheschließung oder eine Mission.

Sie fordern jedes Mitglied mit Endowment auf, immer einen gültigen Tempelschein zu besitzen und so oft in den Tempel zu gehen, wie es die Umstände und die familiären Gegebenheiten erlauben. Außerdem wird Erwachsenen, die das Endowment noch nicht erhalten haben, und Jugendlichen ab 12 Jahren – neue Mitglieder eingeschlossen – empfohlen, sich einen Tempelschein mit eingeschränkter Geltung ausstellen zu lassen und oft in den Tempel zu gehen, um sich für Verstorbene taufen und konfirmieren zu lassen. Die Führungsbeamten machen keine Zahlenvorgaben für den Tempelbesuch und sie führen auch nicht systematisch über die Zahl der Tempelbesuche Bericht. Jedes Mitglied legt selbst fest, in welchem Umfang es sich an der Tempelarbeit beteiligt.

Die Führungsbeamten des Priestertums und der Hilfsorganisationen halten die Mitglieder dazu an, sich an der Genealogie zu beteiligen, indem sie ihre verstorbenen Vorfahren ermitteln, bei Bedarf die Tempelverordnungen beantragen und, sofern möglich, diese heiligen Handlungen stellvertretend vollziehen.

Die Führungsbeamten erklären den Mitgliedern, dass sie für jemanden, mit dem sie nicht verwandt sind, die Tempelverordnungen nicht beantragen dürfen, es sei denn, sie haben die Zustimmung des nächsten lebenden Verwandten. Sie erklären ferner, dass sie die Tempelverordnungen auch nicht für berühmte Persönlichkeiten beantragen dürfen, die nicht mit ihnen verwandt sind, ebenso wenig für Personen, deren Daten aus nicht genehmigten Indexierungsprojekten stammen.

 5.4.1

Der Bischof und seine Ratgeber

Der Bischof und seine Ratgeber beaufsichtigen die Tempelarbeit und die Genealogie in der Gemeinde. Sie sorgen dafür, dass in den Versammlungen und Sitzungen regelmäßig die mit Tempelarbeit und Genealogie verbundenen Lehren und Segnungen besprochen werden.

Wenn der Bischof mit den Mitgliedern zusammenkommt, hilft er ihnen, sich darauf vorzubereiten, die heiligen Handlungen des Tempels zu empfangen und sich dafür würdig zu machen, auch weiterhin so oft in den Tempel zu gehen, wie es die Umstände erlauben.

Der Bischof und seine Ratgeber spornen die Mitglieder an, ihre verstorbenen Vorfahren zu ermitteln und dafür zu sorgen, dass die heiligen Handlungen des Tempels für sie vollzogen werden.

Die weiteren Aufgaben der Bischofschaft bezüglich der Tempelarbeit sind in Handbuch 1, Kapitel 3 erläutert.

 5.4.2

Der Gemeinderat

Die Führungsbeamten erörten mindestens einmal im Quartal in der Sitzung des Gemeinderats Angelegenheiten, die die Tempelarbeit und die Genealogie betreffen. Dies geschieht folgendermaßen:

Sie besprechen, wie sie Einzelnen und Familien helfen können, die heiligen Handlungen des Tempels zu empfangen und so oft in den Tempel zu gehen, wie es die Umstände erlauben.

Sie denken gebeterfüllt darüber nach, welche Mitglieder gebeten werden könnten, an einem Seminar zur Vorbereitung auf den Tempel teilzunehmen oder mit einem Genealogie-Fachberater zusammenzuarbeiten.

Sie besprechen, wie man den Mitgliedern helfen kann, sich an der Genealogie zu beteiligen.

Sie können auch besprechen, wie man die genealogische Arbeit nutzen kann, um Menschen zu finden, die sich von den Vollzeitmissionaren unterweisen lassen, und wie man über diese Arbeit neue Mitglieder und weniger aktive Mitglieder erreichen kann.

 5.4.3

Der Hohepriestergruppenleiter

Der Hohepriestergruppenleiter koordiniert die Bemühungen des Gemeinderats, die Mitglieder zu Tempelarbeit und Genealogie anzuhalten.

Er koordiniert auch die Arbeit der Genealogie-Fachberater. Wenn der Pfahl eine Genealogie-Forschungsstelle hat, weist er dieser – wie von ihrem Leiter angefordert – Fachberater als Mitarbeiter zu. Wenn sich der Pfahl an der FamilySearch-Indexierung beteiligt, empfiehlt der HP-Gruppenleiter Mitglieder, die dabei mithelfen können.

Hat eine Gemeinde keinen Hohepriestergruppenleiter, übernimmt der Ältestenkollegiumspräsident oder ein anderer Träger des Melchisedekischen Priestertums, der dazu beauftragt wird, diese Aufgabe.

 5.4.4

Die Genealogie-Fachberater

Unter der Leitung des Hohepriestergruppenleiters haben die Genealogie-Fachberater folgende Aufgaben. Dabei nutzen sie die Veröffentlichung Tempelarbeit und Genealogie – Anleitung für die Mitglieder.

Sie helfen den Mitgliedern, ihre verstorbenen Vorfahren zu ermitteln und die genealogischen Angaben vorzubereiten, damit die heiligen Handlungen des Tempels für ihre Vorfahren vollzogen werden können. Sie helfen den Mitgliedern, die keinen Computer zur Verfügung haben oder im Umgang mit Computern unsicher sind. Wenn möglich, helfen sie den Mitgliedern dabei zu Hause.

Sie arbeiten regelmäßig als Mitarbeiter in einer Genealogie-Forschungsstelle vor Ort, wie sie beauftragt werden. Sie können auch beauftragt werden, Genealogiekurse in der Gemeinde durchzuführen.

Näheres zu den Aufgaben der Genealogie-Fachberater finden Sie in der Anleitung Family History Consultant’s Guide to Temple and Family History Work [Tempelarbeit und Genealogie – Anleitung für den Genealogiekurse], die unter LDS.org verfügbar ist.

 5.4.5

Kurse und Hilfen für Tempelarbeit und Genealogie

Das Seminar zur Vorbereitung auf den Tempel

Dieses Seminar hilft den Mitgliedern, sich darauf vorzubereiten, die heiligen Handlungen und Segnungen des Tempels zu empfangen. Das Seminar wird auf Weisung des Bischofs geplant. Es findet so oft wie nötig im Gemeindehaus oder bei jemandem zu Hause statt.

Das Seminar zur Vorbereitung auf den Tempel ist besonders für neue Mitglieder, weniger aktive Mitglieder, die gerade wieder aktiv werden, und für Mitglieder, die das Endowment bereits empfangen, ihren Tempelschein aber schon geraume Zeit nicht mehr erneuert haben, eine Hilfe. Das Seminar kann auch für aktive Mitglieder nützlich sein, die sich darauf vorbereiten, ihr Endowment zu empfangen.

Unter der Leitung des Bischofs wählen die Mitglieder des Gemeinderats gebeterfüllt Mitglieder aus, die zu diesem Seminar eingeladen werden.

Die Bischofschaft beruft einen oder mehrere Lehrer; es kann auch ein Ehepaar sein. Die Lektionen und Anweisungen zur Organisation des Kurses finden Sie im Lehrerleitfaden Kraft aus der Höhe: Seminar zur Vorbereitung auf den Tempel. Die Kursteilnehmer erhalten ihr eigenes Heft mit dem Titel Vorbereitung auf den heiligen Tempel.

Genealogiekurs

Während der Sonntagsschule oder zu einem anderen Zeitpunkt, der den Mitgliedern besser passt, kann ein Genealogiekurs durchgeführt werden. Für den Kurs ist die Bischofschaft zuständig und nicht der Sonntagsschulleiter. Der Lehrer verwendet die Veröffentlichung Tempelarbeit und Genealogie – Anleitung für den Lehrer für den Unterricht. Unterrichtet wird der Kurs gewöhnlich von einem von der Bischofschaft beauftragten Genealogie-Fachberater. Die Lektionen werden in der Regel wie ein Workshop gestaltet, bei dem die Mitglieder auch praktisch mit ihrer Arbeit für ihre Vorfahren vorankommen.

Zugriff auf Online-Hilfen im Bereich Genealogie

Die Online-Hilfen der Kirche im Bereich Genealogie helfen den Mitgliedern, ihre verstorbenen Vorfahren zu ermitteln, die genealogischen Angaben zu ordnen und zu beantragen, dass die heiligen Handlungen für diese Angehörigen vollzogen werden. Der Großteil dieser Hilfsmittel ist über die Internetseite der Kirche für Genealogie, FamilySearch.org, zu finden.

Wenn es im Pfahl- oder Gemeindehaus Computer mit Internetzugang gibt oder wenn auf Computern des Pfahles oder der Gemeinde Genealogieprogramme installiert sind, sorgen die Pfahlpräsidentschaft und die Bischofschaft dafür, dass diese Computer den Mitgliedern zu vernünftigen Zeiten zur Verfügung stehen. Die Genealogie-Fachberater können helfen, einen Nutzungsplan für die Computer zu erstellen, und den Mitgliedern zeigen, wie man mit ihnen umgeht.

Mitglieder, die für die Genealogie Computer nutzen, die sonst Verwaltungszwecken dienen, dürfen keinen Zugriff auf Angaben zu den Mitgliedern oder Finanzdaten erhalten.

 5.4.6

Die Führungsbeamten im Pfahl

Der Pfahlpräsident und seine Ratgeber

Der Pfahlpräsident und seine Ratgeber beaufsichtigen die Tempelarbeit und die Genealogie im Pfahl. Sie sorgen dafür, dass in den Versammlungen und Sitzungen im Pfahl regelmäßig die Lehren und Segnungen besprochen werden, die mit dieser Arbeit verbunden sind.

Wenn der Pfahlpräsident mit den Mitgliedern zusammenkommt, hilft er ihnen, sich darauf vorzubereiten, die heiligen Handlungen des Tempels zu empfangen und sich dafür würdig zu machen, auch weiterhin so oft in den Tempel zu gehen, wie es die Umstände erlauben.

Der Pfahlpräsident und seine Ratgeber spornen die Mitglieder an, ihre verstorbenen Vorfahren zu ermitteln und dafür zu sorgen, dass die heiligen Handlungen des Tempels für sie vollzogen werden.

Die weiteren Aufgaben der Pfahlpräsidentschaft bezüglich der Tempelarbeit sind in Handbuch 1, Kapitel 3 erläutert.

Der für Tempelarbeit und Genealogie zuständige Hohe Rat

Die Pfahlpräsidentschaft kann einen oder mehrere Hohe Räte damit beauftragen, die Führungsbeamten der Hohepriestergruppen und der Ältestenkollegien in ihren Aufgaben im Bereich Tempelarbeit und Genealogie zu schulen. Bei Bedarf koordinieren diese Hohen Räte auch die Arbeit des Pfahles bei der FamilySearch-Indexierung und in den Genealogie-Forschungsstellen.

 5.4.7

Im Pfahl vorhandene Hilfen für Tempelarbeit und Genealogie

Das FamilySearch-Indexierungsprogramm im Pfahl

Bei der FamilySearch-Indexierung nutzen die Teilnehmer ihren Computer, um auf Abbildungen von Dokumenten wie Volkszählungsunterlagen, Kirchenbücher und personenstandliche Urkunden zuzugreifen. Von diesen Abbildungen erstellen sie elektronische Verzeichnisse, die dann über FamilySearch.org zugänglich gemacht werden.

Jeder kann, auch wenn er nicht der Kirche angehört, für sich allein an der FamilySearch-Indexierung arbeiten. Die Pfahlpräsidentschaft kann jedoch beschließen, dass es für Mitglieder des Pfahles von Vorteil wäre, gemeinsam an einem Indexierungsprogramm zu arbeiten. Ein solches Unterfangen bietet den weniger aktiven Mitgliedern und denjenigen, die ans Haus gebunden sind, eine Gelegenheit zu dienen. Auch Jugendliche können daran teilnehmen.

Näheres zur Einrichtung eines FamilySearch-Indexierungsprogramms finden Sie unter der Anleitung zu den Aufgaben im Bereich Genealogie, verfügbar unter LDS.org.

Genealogie-Forschungsstellen

In einigen Pfählen gibt es Genealogie-Forschungsstellen, die hauptsächlich dazu da sind, den Mitgliedern zu helfen, ihre Vorfahren zu finden und ihnen die heiligen Handlungen des Tempels zu ermöglichen. Auch andere Besucher sind herzlich eingeladen, die Hilfsmittel in der Forschungsstelle zu nutzen.

In einer solchen Forschungsstelle kann man auf die auf Mikrofilm gespeicherten genealogischen Aufzeichnungen der Kirche zugreifen, ebenso auf genealogische Hilfsmittel wie FamilySearch, die über Computer und Internet verfügbar sind. Außerdem erhält man dort Anleitung bei der Ahnenforschung.

Näheres zu Genealogie-Forschungsstellen finden Sie in der Anleitung zu den Aufgaben im Bereich Genealogie, verfügbar unter LDS.org.