Wie man sich für die Segnungen des Tempels bereitmacht


Russell M. Nelson
“Wer den Tempel betritt, muss ebenfalls das Merkmal der Heiligkeit aufweisen. . . . Heilig werden wir nur durch unser beständiges, beharrliches Bemühen.”

Dank Präsident Gordon B. Hinckleys inspirierter Weisung stehen heute mehr Tempel zur Verfügung denn je. Jeder dieser Tempel trägt die Inschrift "Heilig dem Herrn" 1 . Dieser Satz macht deutlich, dass sowohl der Tempel als auch sein Zweck heilig ist. Wer den Tempel betritt, muss ebenfalls das Merkmal der Heiligkeit aufweisen. 2 Vielleicht ist es einfacher, einem Gebäude Heiligkeit zuzuschreiben als einem Volk. Heilig werden wir nur, wenn wir uns ständig beharrlich bemühen. Die Knechte des Herrn haben schon immer davor gewarnt, unheilig zu sein. Jakob, Nephis Bruder, hat geschrieben: "[Ich] würde . . . zu euch von Heiligkeit sprechen; da ihr aber nicht heilig seid und mich doch als Lehrer anseht, muss es . . . sein, dass ich euch über die Folgen der Sünde belehre." 3

Auch ich fühle mich in diesem Sinn als Lehrer verantwortlich. In dem Maße, wie für unsere Mitglieder Tempel bereitgemacht werden, müssen sich auch unsere Mitglieder für den Tempel bereitmachen.

Der Tempel

Der Tempel ist das Haus des Herrn. Jeder heiligen Handlung des Tempels, jedem Tempelbündnis – und diese bilden den Kern des Errettungsplanes – liegt das Sühnopfer Jesu Christi zugrunde. Jede Aktivität, jeder Unterricht, alles, was wir in der Kirche tun, weist auf den Herrn und sein heiliges Haus hin. Unser Bemühen, das Evangelium zu verkündigen, die Heiligen zu vervollkommnen und die Toten zu erlösen – all das führt zum Tempel. Jeder heilige Tempel ist ein Symbol für unsere Mitgliedschaft in der Kirche 4 , ein Zeichen für unseren Glauben an ein Leben nach dem Tod und ein heiliger Schritt hin zu ewiger Herrlichkeit für uns und unsere Angehörigen.

Präsident Hinckley hat gesagt: "Diese einzigartigen und wunderbaren Gebäude und die darin vollzogenen heiligen Handlungen sind der Höhepunkt unseres Gottesdienstes. Diese heiligen Handlungen werden zum tiefgründigsten Ausdruck unserer Theologie." 5

In den Tempel zu gehen ist eine überaus große Segnung. Doch zuerst muss man würdig sein. Man darf nichts überstürzen. Man darf sich bei der Vorbereitung nicht übereilen und dadurch riskieren, Bündnisse zu brechen, für die man nicht bereit war. Das wäre schlimmer, als sie gar nicht erst zu schließen.

Die Begabung

Im Tempel empfangen wir die Begabung. In diesem Wort steckt der Begriff Gabe. Wenn wir diese Gabe empfangen, müssen wir uns bewusst machen, wie bedeutsam und wichtig es ist, dass man heilige Bündnisse auch einhält. Keine heilige Handlung des Tempels "ist bloß ein Ritual, das man über sich ergehen lässt, sondern jede ist ein feierliches Gelöbnis." 6

Die Begabung im Tempel wurde durch Offenbarung kundgetan. Daher lässt sie sich auch am besten durch Offenbarung verstehen, nach der man aufrichtigen Herzens und gebeterfüllt strebt. 7 Präsident Brigham Young hat gesagt: "Die Begabung bedeutet, dass ihr im Haus des Herrn alle heiligen Handlungen erhaltet, die ihr, nachdem ihr dieses Leben verlassen habt, braucht, um in die Gegenwart des himmlischen Vaters zurückkehren zu können [und ewige Erhöhung zu erlangen]." 8

Die Siegelungsgewalt

Wer sich für die Begabung und die weiteren heiligen Handlungen des Tempels bereitmacht, muss die Siegelungsvollmacht des Priestertums verstehen. Jesus hat diese Vollmacht gemeint, als er seinen Aposteln vor langer Zeit erklärte: "Was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein." 9 Genau die gleiche Vollmacht ist in den letzten Tagen wiederhergestellt worden. So wie das Priestertum ewig ist – ohne Anfang und Ende –, so sind auch die Auswirkungen der heiligen Handlungen des Priestertums ewig und binden eine Familie für immer aneinander.

Die heiligen Handlungen des Tempels, die Bündnisse, Begabungen und Siegelungen ermöglichen es dem Einzelnen, sich mit dem Herrn zu versöhnen, und der Familie, über den Schleier des Todes hinaus aneinander gesiegelt zu bleiben. Wer die Tempelbündnisse hält, macht sich für das ewige Leben würdig, die größte von allen Gaben, die Gott dem Menschen gibt. 10 Ewiges Leben ist mehr als Unsterblichkeit. Ewiges Leben ist Erhöhung im höchsten Himmel – jenes Leben, das Gott führt.

Der Tempelschein

Zur Vorbereitung gehört auch, dass man sich für den Tempelschein würdig macht. Der Erlöser verlangt, dass seine Tempel vor Entweihung geschützt werden. Nichts Unreines darf sein heiliges Haus betreten. 11 Dennoch ist jeder willkommen, der gut vorbereitet ist. Jeder, der um einen Tempelschein bittet, hat eine Unterredung mit einem Richter in Israel – dem Bischof – und mit dem Pfahlpräsidenten. 12 Sie haben die Schlüssel der Priestertumsvollmacht inne und sind dafür verantwortlich, uns bewusst zu machen, wann wir uns richtig bereitgemacht haben und die Zeit reif ist, dass wir in den Tempel gehen. Bei dieser Unterredung werden grundlegende Punkte beurteilt. Wir werden gefragt, ob wir das Gesetz des Zehnten befolgen, ob wir das Wort der Weisheit halten und ob wir die Autoritäten der Kirche anerkennen. Wir werden gefragt, ob wir ehrlich sind, ob wir sittlich rein sind und ob wir die Macht der Fortpflanzung als etwas Heiliges ehren, das uns von unserem Schöpfer anvertraut worden ist.

Weshalb sind die genannten Punkte so wichtig? Weil sie eine geistige Trennlinie ziehen. Sie zeigen, ob wir wahrhaftig als Kinder des Bundes leben 13 und imstande sind, der Versuchung durch die Knechte der Sünde zu widerstehen. 14 Diese Unterredung macht auch deutlich, ob wir gewillt sind, im Einklang mit dem Willen des wahren und lebendigen Gottes zu leben, oder ob wir unser Herz immer noch "auf Reichtümer und die Nichtigkeiten der Welt gesetzt" haben 15 .

Solche Bedingungen sind nicht schwer zu verstehen. Der Tempel ist das Haus des Herrn, daher werden die Bedingungen für den Eintritt von ihm festgelegt. Man betritt ihn als sein Gast. Der Tempelschein ist ein kostbares Recht und ein greifbarer Beweis für unseren Gehorsam Gott und seinen Propheten gegenüber. 16

Wie Man Sich Äusserlich für den Tempel Bereitmacht

Äußerlich macht man sich für den Tempel bereit, indem man sich angemessen kleidet. Freizeitkleidung ist hier nicht angebracht. "Man muss sich so kleiden, dass man auch zur Abendmahlsversammlung oder zu sonst einer achtbaren, würdevollen Versammlung gehen könnte." 17

Im Tempel sind alle makellos weiß gekleidet, was daran erinnern soll, dass Gott ein reines Volk haben muss. 18 Nationalität, Sprache oder Position in der Kirche sind zweitrangig. Solcherart gleich gekleidet sitzen alle Seite an Seite und sind in den Augen des Schöpfers gleich. 19

Braut und Bräutigam kommen zum Tempel, um für Zeit und alle Ewigkeit gesiegelt zu werden. Die Braut trägt ein weißes, langärmeliges Kleid, das vom Muster und vom Schnitt her einfach ist und keine übermäßigen Verzierungen aufweist. Auch der Bräutigam ist in Weiß gekleidet. Brüder, die zu einer Tempelheirat eingeladen sind, tragen keinen Smoking.

Das Tragen des Garments hat eine tief gehende symbolische Bedeutung. Es ist ein Zeichen dafür, dass man sich dem Herrn für immer verpflichtet hat. 20 So wie der Erretter durch sein Beispiel gezeigt hat, dass man bis ans Ende ausharren muss, so tragen wir das Garment treu als Teil der dauerhaften Waffenrüstung Gottes. 21 Dadurch stellen wir unseren Glauben an ihn und an seine ewigen Bündnisse mit uns unter Beweis. 22

Wie Man Sich Geistig für den Tempel Bereitmacht

Man macht sich nicht nur äußerlich, sondern auch geistig für den Tempel bereit. Da die heiligen Handlungen und Bündnisse des Tempels heilig sind, unterliegen wir der feierlichen Verpflichtung, außerhalb des Tempels nicht über das zu sprechen, was im Tempel geschieht. Einige Grundsätze können wir jedoch besprechen.

Jeder Tempel ist ein Haus des Lernens. 23 Wir lernen dort auf die Weise des Herrn und gemäß seinem Weg. 24 Seine Weise unterscheidet sich von der Art und Weise anderer. Sie stammt aus alter Zeit und ist voller Symbole. Vieles können wir dadurch lernen, dass wir über das nachsinnen, wofür das jeweilige Symbol steht. 25 Die Lehren des Tempels sind wunderbar einfach und einfach wunderbar. Sie sind für den Ungebildeten verständlich und vermögen zugleich auch den Intellekt des Hochgebildeten anzuregen.

Die geistige Vorbereitung wird durch Studieren verstärkt. Ich empfehle Mitgliedern, die zum ersten Mal in den Tempel gehen, sich zuvor besonders mit den folgenden Themen in der Schrift zu befassen: Bündnisse, Christus, Fall Adams, Opfer, Salbung, Sühnopfer und Tempel. 26 Dadurch schaffen sie sich eine solide Grundlage.

Man kann auch im Alten Testament 27 und in den Büchern Mose und Abraham in der Köstlichen Perle nachlesen. Das Lesen der alten Schriften erleuchtet einem den Sinn – insbesondere nachdem man sich mit der Begabung vertraut gemacht hat. Aus diesen Büchern geht hervor, wie weit zurück die Tempelarbeit reicht. 28

Mit jeder heiligen Handlung des Tempels ist ein Bündnis verbunden – eine Verheißung. Ein Bündnis mit Gott schränkt nicht ein, sondern schützt. Dieser Gedanke ist nicht neu: Wenn beispielsweise das Trinkwasser unrein ist, filtert man die Schadstoffe heraus. Bündnisse mit Gott helfen uns, aus unserem Sinn jene Unreinheiten herauszufiltern, die uns schaden könnten. Wer sich dafür entscheidet, auf alles zu verzichten, was ungöttlich ist, 29 verliert nichts von Wert und erlangt die Herrlichkeit des ewigen Lebens. Bündnisse schränken uns nicht ein; sie heben uns vielmehr empor, und zwar über die Grenzen dessen hinaus, was wir selbst tun und sehen können.

Der Blickwinkel der Ewigkeit

Präsident Hinckley hat diese erhabene Sichtweise folgendermaßen erklärt: "Es gibt ein Ziel, das über die Auferstehung hinausgeht", hat er gesagt, "und das ist die Erhöhung im Reich des Vaters. . . . Der Weg dorthin beginnt damit, dass wir den Vater als unseren ewigen Vater und seinen Sohn als unseren lebendigen Erlöser anerkennen. Außerdem gehört dazu, dass wir an verschiedenen heiligen Handlungen teilnehmen, von denen jede wichtig und notwendig ist. Die erste heilige Handlung ist die Taufe durch Untertauchen im Wasser, ohne die man laut den Worten des Erretters nicht in das Reich Gottes kommen kann. Danach muss die Geburt aus Geist folgen, die Gabe des Heiligen Geistes. Danach kommt im Lauf der Jahre für den Mann die Ordinierung zum Priestertum, gefolgt von den Segnungen des Tempels für den Mann und die Frau, die würdig sind, in den Tempel zu gehen. Zu den Tempelsegnungen gehören Waschungen und Salbungen, damit wir vor dem Herrn rein sind. Dazu gehört auch . . . die Begabung, die mit Pflichten und Segnungen einhergeht und uns anspornt, uns so zu verhalten, wie es den Grundsätzen des Evangeliums entspricht. Dazu gehört auch die heilige Handlung der Siegelung, kraft derer das, was auf Erden gebunden ist, auch im Himmel gebunden wird, wodurch die Familie fortbestehen kann." 30

Ich habe selbst erlebt, dass die Segnungen des Tempels dann am meisten Bedeutung haben, wenn der Tod einen unserer Lieben aus dem Familienverband reißt. Wer weiß, dass der Trennungsschmerz nur vorübergehend ist, erlangt einen Frieden, der alles Verstehen übersteigt. 31 Der Tod kann eine Familie, die im Tempel gesiegelt ist, nicht auseinander reißen. Man begreift den Tod als notwendigen Teil in Gottes großem Plan des Glücklichseins. 32

Solch eine Sichtweise hilft uns, den Bündnissen, die wir geschlossen haben, treu zu bleiben. Präsident Boyd K. Packer hat erklärt: "Heilige Handlungen und Bündnisse werden zu unserem Ausweis für den Eintritt in [Gottes] Gegenwart. Sie würdig zu empfangen, ist eine Aufgabe für das ganze Leben; uns immer daran zu halten, ist die Herausforderung der Sterblichkeit." 33

Die heiligen Handlungen des Tempels beziehen sich sowohl auf unseren eigenen Fortschritt als auch auf die Erlösung bereits verstorbener Vorfahren. "Denn deren Errettung ist für unsere eigene Errettung notwendig und wesentlich, . . . sie [würden] nicht ohne uns vollkommen gemacht . . . – und auch wir können ohne unsere Toten nicht vollkommen gemacht werden." 34 Der Dienst für sie gibt uns immer wieder die Gelegenheit, in den Tempel zu gehen. Und dieser Dienst erfordert, dass wir dafür einen Plan aufstellen und uns daran halten. Indem wir für andere etwas tun, was sie nicht selbst tun können, folgen wir dem Beispiel des Erretters, der das Sühnopfer zustande gebracht hat, um anderen Menschen Segnungen zu ermöglichen.

Eines Tages werden wir unseren Schöpfer sehen und vor ihm stehen, um gerichtet zu werden. 35 Dann werden wir nach unseren heiligen Handlungen, Bündnissen, Werken und den Wünschen unseres Herzens gerichtet. 36

Können diejenigen, die sich für die Segnungen des Tempels bereitgemacht haben, in einer Welt voll geistigen Verfalls auch jetzt schon etwas bewirken? Ja! Diese Mitglieder sind "das Bundesvolk des Herrn, . . . mit Rechtschaffenheit und mit der Macht Gottes in großer Herrlichkeit ausgerüstet". 37 Ihr Beispiel kann das Leben der gesamten Menschheit emporheben. Das bezeuge ich im Namen Jesu Christi. Amen.

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    Anmerkungen

  1.   1.

    Siehe Exodus 28:36; 39:30; Psalm 93:5. Diese Inschrift findet sich auf allen Tempeln im deutschsprachigen Raum.

  2.   2.

    Siehe Exodus 19:5,6; Levitikus 19:1,2; Psalm 24:3–5; 1 Thessalonicher 4:7; Moroni 10:32,33; LuB 20:69; 110:6–9; siehe auch Bible Dictionary, "Holiness", Seite 703 f.

  3.   3.

    2 Nephi 9:48.

  4.   4.

    Siehe "Following the Master: Teachings of President Howard W. Hunter", Ensign, April 1995, Seite 21 f.; "Das wichtige Symbol unserer Mitgliedschaft in der Kirche", Der Stern, November 1994, Seite 3.

  5.   5.

    "Von Missionen, Tempeln und Treuhandschaft", Der Stern, Januar 1996, Seite 51.

  6.   6.

    Gordon B. Hinckley, Teachings of Gordon B.Hinckley (1997), Seite 638.

  7.   7.

    Siehe Moroni 10:4,5.

  8.   8.

    Lehren der Präsidenten der Kirche – Brigham Young, Seite 302.

  9.   9.

    Matthäus 16:19.

  10.   10.

    Siehe LuB 14:7.

  11.   11.

    Siehe LuB 109:20; siehe auch Jesaja 52:11; Alma 11:37; 3 Nephi 27:19.

  12.   12.

    bzw. mit dem Zweigpräsidenten und dem Missionspräsidenten.

  13.   13.

    Siehe 3 Nephi 20:26; siehe auch Russell M. Nelson, "Kinder des Bundes", Der Stern, Juli 1995, Seite 29 ff.

  14.   14.

    Siehe Römer 6:17,20; LuB 121:17.

  15.   15.

    Alma 7:6.

  16.   16.

    Präsident Hinckley hat gesagt: "Mit meiner ganzen Überzeugungskraft fordere ich unsere Mitglieder überall auf, würdig zu leben, damit sie einen Tempelschein haben können. Betrachten Sie den Tempelschein als etwas Wertvolles, und unternehmen Sie größere Anstrengungen, um zum Haus des Herrn zu gehen und am Geist und den Segnungen des Tempels teilzuhaben." ("Von Missionen, Tempeln und Treuhandschaft", Der Stern, Januar 1996, Seite 51.)

  17.   17.

    Boyd K. Packer, The Holy Temple (1980), Seite 73.

  18.   18.

    Siehe Neal A. Maxwell, Not My Will, But Thine [1988], Seite 135; siehe auch LuB 100:16.

  19.   19.

    Dies erinnert uns daran, "dass Gott nicht auf die Person sieht" (Apostelgeschichte 10:34; siehe auch Moroni 8:12).

  20.   20.

    Der Herr hat uns versichert: "Auch wenn die Berge von ihrem Platz weichen und die Hügel zu wanken beginnen – meine Huld wird nie von dir weichen, und der Bund meines Volkes wird nicht hinweggenommen werden" (Joseph-Smith-Übertragung, Jesaja 54:10). Bestimmt wollen wir niemals bewusst ein Zeichen seines immerwährenden Bundes ablegen.

  21.   21.

    Siehe Epheser 6:11–13; siehe auch Alma 46:13,21; LuB 27:15.

  22.   22.

    Die Erste Präsidentschaft schrieb in ihrem Brief vom 10. Oktober 1988 Folgendes: "Das Verhalten mancher Mitglieder lässt vermuten, dass sie das Bündnis, das sie im Tempel geschlossen haben – nämlich im Einklang mit dem eigentlichen Zweck des heiligen Endowments das Garment zu tragen –, nicht ganz verstehen. Jedes Mitglied, das im Tempel mit dem Garment bekleidet wurde, hat das Bündnis geschlossen, es das ganze Leben lang zu tragen. Es ist so auszulegen, dass es Tag und Nacht als Unterwäsche getragen werden soll.  . . . Der verheißene Schutz und die Segnungen hängen davon ab, wie würdig man ist und wie treu man das Bündnis einhält.

    Das Prinzip besteht darin, dass man das Garment trägt und nicht, dass man nach Gelegenheiten sucht, es abzulegen. Die Mitglieder sollen also ihr Garment weder teilweise noch ganz ablegen, um im Garten zu arbeiten oder sich in Badekleidung oder undezenter Kleidung im Haus auszuruhen. Auch sollen sie es nicht für Freizeitaktivitäten ablegen, an denen man sehr wohl auch mit dem Garment unter der üblichen Kleidung teilnehmen kann. Wenn man das Garment ablegen muss, beispielsweise zum Schwimmen, so ist es danach möglichst schnell wieder anzuziehen.

    Zum Bündnis gehört das Prinzip des Anstands und dass man den Körper in angemessener Weise bedeckt hält. Dieses Prinzip soll auch bestimmen, was für Kleidung wir tragen. Ein Mitglied, das das Endowment empfangen hat, trägt das Garment zur Erinnerung an die heiligen Bündnisse, die es mit dem Herrn geschlossen hat, und zum Schutz vor Versuchung vor dem Bösen. Die Art und Weise, wie wir es tragen, bringt äußerlich zum Ausdruck, wie wir uns innerlich verpflichtet haben, dem Erretter zu folgen."

  23.   23.

    Siehe LuB 88:119; 109:8.

  24.   24.

    Genau genommen ist er der Weg (siehe Johannes 14:6).

  25.   25.

    Siehe John A. Widtsoe, "Temple Worship", Utah Genealogical and Historical Magazine, April 1921, Seite 62.

  26.   26.

    Siehe Stichwortverzeichnis in den heiligen Schriften.

  27.   27.

    Einschlägige Kapitel sind unter anderem Exodus 26–29,39; Levitikus 8; 2 Samuel 12 (Vers 20); 2 Chronik 6,7; Jesaja 22; Ezechiel 16.

  28.   28.

    Siehe LuB 124:40,41.

  29.   29.

    Siehe Moroni 10:32.

  30.   30.

    Temples and Temple Work", Ensign, Februar 1982, Seite 3.

  31.   31.

    Siehe Philipper 4:7.

  32.   32.

    Siehe Alma 42:8.

  33.   33.

    "Bündnisse", Der Stern, Juli 1987, Seite 19.

  34.   34.

    LuB 128:15.

  35.   35.

    Siehe 2 Nephi 9:41.

  36.   36.

    Siehe LuB 137:9.

  37.   37.

    1 Nephi 14:14.