Elder David A. Bednar: Mit der Kraft des Herrn auf dem Weg nach vorn


Henry B. Eyring

In seiner ersten Konferenzansprache als Angehöriger des Kollegiums der Zwölf Apostel ging Elder David A. Bednar auf Lehren aus den heiligen Schriften ein und gab sein persönliches Zeugnis vom Heiland. Was er sagte, machte deutlich, worin seine stille Aufrichtigkeit im Werk des Herrn und seine bemerkenswerte Fähigkeit, andere zu führen, ihren Grund haben. Er sagte, dass wir durch die Gnade des Herrn, durch Glauben an das Sühnopfer Jesu Christi und durch Umkehr von unseren Sünden Kraft und Hilfe bekommen können, um gute Werke zu tun, zu denen wir sonst nicht fähig wären. Elder Bednar sprach die Verheißung aus: „Mit der Kraft des Herrn können wir alles tun, alles aushalten und alles überwinden.“ 1

Sein Glaube an die Macht, die dem Sühnopfer entspringt, hat ihm die Zuversicht gegeben, dass er Kraft bekommen wird, die seine natürlichen Fähigkeiten übersteigt, um alles tun zu können, wozu der Herr ihn berufen mag. Sein Glaube hat ihn auch dazu gebracht, diese Zuversicht an diejenigen weiterzugeben, die er unterrichtet und anführt. Weil er daran glaubt, was ihm und anderen möglich ist, verspürt man in seiner Nähe einen ansteckenden Optimismus und eine ebensolche Energie.

Das Familienleben

Elder Bednars drei Söhne, die schon erwachsen sind und studieren, haben beschrieben, was ihren Vater auszeichnet. So sagt sein Sohn Michael: „Offenbar hat der Glaube in meinem Vater alle Ängste vertrieben. Er ist immer optimistisch. Was auch schief geht, er sagt immer: ‚Es wird schon werden!‘ Als ich auf meiner Mission Probleme hatte, trug er mir auf, hart zu arbeiten, dann werde sich der Erfolg schon einstellen. Und er ermahnte mich auch, daran zu denken, dass ich den Erfolg, wenn er sich dann einstellte, Gott zu verdanken und ihn nicht verdient hatte.“

Über die beispielhafte Art seines Vaters sagt Eric, ein weiterer Sohn: „Er hat sich stets auf die wahren Quellen gestützt: die Worte der Propheten und die heiligen Schriften. Er ist unerschrocken, hört aber zu. Er stellt eine inspirierte Frage, hört sich die Antwort an und stellt dann die nächste inspirierte Frage. Einmal hatte ich bei ihm so etwas Ähnliches wie ein Tempelschein-Interview, als ich gerade etwa 14 war. Er fragte mich, ob ich Präsident Ezra Taft Benson unterstütze. Ich bejahte das. Nach einer Weile fragte er mich dann: ‚Was hast du in letzter Zeit von Präsident Benson gelesen?‘“ Was Eric und seine Brüder aus diesen und ähnlichen inspirierten Fragen gelernt haben, ist für sie immer noch lehrreich.

Jeffrey, der jüngste der drei Söhne, sagt: „Von klein auf hat mein Vater mir beigebracht, mir Ziele zu setzen und meinen Glauben auszuüben.“ Jeff sagt auch: „Die Leute sollen wissen, dass er ein ganz normaler Mensch ist, der aber mit der Kraft des Herrn Außerordentliches erreichen kann. Er ist ein lebendiger Zeuge dafür, dass im Sühnopfer eine Macht steckt, die Fähigkeiten verleiht.“ 2

Schwester Bednar sagt über ihren Mann: „Wer ihn gut kennt, beschreibt ihn als hartnäckig, aber doch feinfühlig. Er ist kompetent und mitfühlend. Er ist ein Getriebener, der aber auch antreibt. Er ist treu und furchtlos. Er hat große Führungsqualitäten und ist weise genug zu folgen.“

Wie seine Söhne wurde auch Elder Bednar von seiner Kindheit im Kreise der Familie stark beeinflusst. Er kam am 15. Juni 1952 in Oakland in Kalifornien zur Welt. Seine Mutter, Lavina Whitney Bednar, stammte von Pionieren ab und war ein treues Mitglied der Kirche. Elder Bednar beschreibt sie und ihren Glauben nur mit einem Wort: „Unerschütterlich.“ Sein Vater, Anthony George Bednar, war ein talentierter Werkzeugmacher und Formengießer. Er gehörte der Kirche nicht an, obwohl er regelmäßig mit seinem Sohn den Gottesdienst besuchte, in der Kirche mithalf und David unterstützte, als es für ihn an der Zeit war, auf Mission zu gehen.

In seiner ganzen Jugendzeit und selbst von Mission aus fragte Elder Bednar seinen Vater immer wieder: „Vater, wann lässt du dich taufen?“ Die Antwort lautete: „Ich schließe mich der Kirche an, wenn ich es für richtig halte.“ Jahre später, als Elder Bednar schon von Mission zurück und verheiratet war und weit weg von zu Hause lebte, rief sein Vater an einem Mittwoch an und fragte ihn: „Was machst du eigentlich am Samstag? Kannst du zu uns (nach Kalifornien) kommen und mich taufen?“ Elder Bednar taufte, konfirmierte und ordinierte seinen Vater. Über diesen Anruf und die Frage seines Vaters sagt er: „Ich glaube aufrichtig, dass ich deswegen geboren wurde – nicht, um ihn zu belehren, sondern um ihm dabei zu helfen, das wiederhergestellte Evangelium anzunehmen.“ 3

David Bednar wurde nach Deutschland auf Mission berufen. Kaum ein Jahr später berief ihn der Missionspräsident zu seinem Assistenten. Nach seiner Mission kehrte er an die Brigham-Young-Universität zurück, wo er Susan Kae Robinson kennen lernte, die in der kleinen Stadt Afton in Wyoming aufgewachsen war. Sie stammte aus einer Familie alteingesessener Mitglieder der Kirche, die im Gemeinwesen führende Ämter innehatten. Ihr Vater war Bankdirektor und auch Bischof. David und Susan heirateten 1975 im Salt-Lake-Tempel.

Elder Bednar sagte in seiner Konferenzansprache über seine Frau: „Meine Frau, Susan, ist eine tugendhafte Frau und eine patente Mutter. Man kann leicht erkennen, dass aus ihrem Gesichtsausdruck Lauterkeit und Güte sprechen. Ich liebe sie und bin ihr dankbarer, als Worte es ausdrücken können.“ 4

Ein Lehrer und Führer

Schwester Bednar machte 1974 an der BYU ihren Abschluss und Elder Bednar schloss dort 1976 mit dem Titel Bachelor und 1977 mit dem Titel Master ab. 1980 wurde ihm von der Purdue University der Doktortitel verliehen. Danach wurde er Dozent an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der University of Arkansas in Fayetteville. 1983 wurde er mit 30 Jahren als Ratgeber in die Pfahlpräsidentschaft berufen. Er war unter anderem Bischof, Präsident des Pfahls Fort Smith 4 in Arkansas, Präsident des Pfahls Rogers in Arkansas und außerdem Regionalrepräsentant und später Gebietsautorität-Siebziger.

In diesen Funktionen diente er vor allem, als er und seine Frau ihre drei Söhne großzogen und er bemerkenswerte Leistungen in seiner Arbeit an der University of Arkansas erbrachte. Doyle Z. Williams, Dekan am Business College der University of Arkansas, sieht die Leistungen Elder Bednars nicht so sehr in den Ämtern, die er bekleidet hat, oder in den Ehrungen, die ihm zuteil wurden – auch wenn es deren viele gab. Für ihn zählt vor allem der persönliche Einfluss: „David Bednar gehörte unserem Führungsstab an. Er schärfte unseren Blick und legte für die Studenten stets Begeisterung an den Tag. Es war ihm ein Herzensanliegen, seinen Mitmenschen zu helfen. In all unsere Gespräche brachte er Vernunft und Anteilnahme ein. Er inspirierte Kollegen wie Studenten durch sein Beispiel und wurde hoch geschätzt.“

Die Gabe, andere zu beeinflussen, fiel nicht nur Dean Williams auf, der der Kirche nicht angehört, sondern auch Jerry Abram, dem Ratgeber von Präsident Bednar in einem weit ausgedehnten Pfahl in Arkansas. Bruder Abram beschreibt seine Eindrücke wie folgt: „Wir reisten monatlich durchschnittlich 3200 Kilometer miteinander, und so lernte ich ihn sehr gut kennen. Er berief meine Frau als Pfahl-FHV-Leiterin und nahm die Einsetzung meiner Tochter vor, als sie nach England auf Mission ging. Machtvoll und mit viel Mitgefühl sprach er bei der Beisetzung ihrer Zwillingsschwester. Unsere Tochter war 17 Jahre alt, als sie mit zwei Freundinnen bei einem schweren Autounfall ums Leben kam. Die Beerdigung fiel uns sehr schwer, aber dank Elder Bednar wurde sie erträglicher. Er stand uns in unserer dunkelsten Stunde bei. Nach der Beerdigung schrieb ich in mein Tagebuch, dass er der am geistigsten ausgerichtete und mitfühlendste Mann ist, den ich je kennen gelernt habe.“

Bruder Abram fährt fort: „Dass es in diesem Teil von Arkansas so viele Heilige der Letzten Tage gibt, ist zweifellos unmittelbar auf Elder Bednars Bemühungen, seinen Fleiß und seine Führungsqualitäten zurückzuführen. Charakteristisch für ihn war beispielsweise, dass er alle Mitglieder des Pfahles bat, zu jeder Versammlung ihre heiligen Schriften mitzubringen. Wenn ihm auffiel, dass wir sie nicht dabei hatten, ermahnte er uns, uns zu bessern.“

Wie sehr Elder Bednar sich auf die heiligen Schriften verlässt und ihre Bedeutung herausstellt, zeigt sich in seiner ganzen Tätigkeit im Priestertum. Er selbst erzählt: „Während meiner Ausbildung für die Mission gingen wir in den feierlichen Versammlungsraum im Salt-Lake-Tempel. Präsident Harold B. Lee beantwortete dort die Fragen von etwa 300 Missionaren. Er stand da in seinem weißen Anzug und hielt seine weiß eingebundenen Schriften in der Hand. Er beantwortete eine jede Frage entweder aus den Schriften oder er sagte: ‚Das weiß ich nicht.‘ Ich saß da und dachte mir, ich wäre wohl nie in der Lage, die heiligen Schriften so gut zu kennen wie er, aber ich nahm mir fest vor, bei meinen Unterweisungen die Schriften so zu verwenden, wie ich es bei Präsident Harold B. Lee gesehen hatte. Aus diesem Wunsch hat sich all mein Schriftstudium entwickelt.“

Als Führungsbeamter hat er sich bemüht, diesen Wunsch auch in anderen zu wecken. Er weiß noch, wie er 1987 Bischof in Fayetteville in Arkansas war. „Eines Sonntags ging ich in die Primarvereinigung“, erinnert er sich. „Ich war eingeladen worden und hatte rote Hosenträger angelegt. Ich dachte, ich könnte sie irgendwie für einen Anschauungsunterricht verwenden. Ich ging also in den PV-Raum, zog den Mantel aus und sagte: ‚Liebe Kinder, wie ihr seht, trägt euer Bischof rote Hosenträger. Inwiefern sind die heiligen Schriften wie meine roten Hosenträger?‘ Ein kleiner Junge hob die Hand und sagte: ‚Die heiligen Schriften halten unseren Glauben an Jesus genauso hoch, wie die Hosenträger Ihre Hosen hochhalten.‘ Ich sagte: ‚Stimmt genau!‘ Von da an trugen die kleinen Jungen in der Gemeinde nun rote Hosenträger und die kleinen Mädchen rote Schleifen im Haar.

Mein Vater war Werkzeugmacher und Formengießer und war nie ohne sein Werkzeug unterwegs. Ich glaube, für die Mitglieder der Kirche Jesu Christi sind die heiligen Schriften ihr Werkzeug, und wir sollten sie in den Versammlungen immer bei uns haben. Als ich Pfahlpräsident wurde, hielten wir sie in die Höhe, um uns bewusst zu machen, dass sie unseren Glauben hochhalten, wenn wir sie nur benutzen.“

Jahre nachdem Elder Bednar Arkansas verlassen hatte, kam ein Mann in einem ländlichen Pfahl in Idaho zu einer Unterredung mit einem Priestertumsführer. Er hatte eine reichlich benutzte Ausgabe der heiligen Schriften bei sich. Ihm fiel auf, dass die Generalautorität, die das Interview führte, sich für die Schriften, die er so sorgsam festhielt, zu interessieren schien. Er lächelte, hielt die Schriften in die Höhe und sagte: „Als ich jung war, war ich ein Heeressoldat in Arkansas. Ich gehörte zum Pfahl von Präsident Bednar. Mir ist wohler, wenn ich meine heiligen Schriften bei mir habe.“

Leiter eines Colleges in Zeiten des Wandels

1997 wurde David A. Bednar zum Präsiden-ten des Ricks College in Rexburg in Idaho ernannt. Seinerzeit war das Ricks College mit 8500 eingeschriebenen Studenten das größte Privatcollege mit zweijährigen Studiengängen in den Vereinigten Staaten. Bei seiner ersten Versammlung mit den Dozenten und den Bediensteten sagte er: „Ich bin noch nie Präsident von einem College gewesen und habe keine Ahnung, was da zu tun ist. Aber ich verstehe etwas vom Unterrichten, und ich hoffe, auf dieser Grundlage lässt sich zumindest ein Anfang machen.“ 5

Er begann mit dem Unterricht, trat die Leitung des Colleges an und hörte nie mehr auf. In jedem Unterrichtsjahr gab er einen Religionskurs. Mit seiner Frau lud er Studenten zum Familienabend ein, wo sie aus den heiligen Schriften und mit inspirierten Fragen unterrichtet wurden. In den Jahren, als die Bednars in Rexburg waren, kamen an die 35 000 Studenten in den Genuss solcher Abende.

Im Juni 2000 erfuhr Präsident Bednar von dem Beschluss, das Ricks College in eine Einrichtung mit vierjährigen Studiengängen, die Brigham-Young-Universität Idaho, umzuwandeln. Am 10. August 2001 wurde das Ricks College offiziell in BYU Idaho umbenannt. In weniger als drei Jahren, nämlich noch im Sommer 2004, konnte die Universität bekannt geben, dass ihre Abschlüsse anerkannt werden. Dieser bedeutende Erfolg war erreicht worden, obwohl die Umwandlung der Kategorie dieser Ausbildungsstätte nicht rechtzeitig angekündigt worden war.

Präsident Bednar kümmerte sich nicht nur in vorderster Front darum, dass die Voraussetzungen für den Abschluss vierjähriger Studiengänge geschaffen wurden, sondern das College wurde auch zu einer Universität, an der ein einzigartiges Experiment im Bereich der Bildung stattfindet. Sie soll eine fortschrittliche Bildungsstätte sein, an der gleichzeitig der Glaube an das Evangelium Jesu Christi im Mittelpunkt steht.

Das herkömmliche Studienjahr, bei dem die Studenten im Wintersemester anfangen und im Frühjahr abgehen, wurde abgeschafft. Jetzt können Studenten in jedem Semester anfangen. Dahinter steckt die Idee, den Campus das ganze Jahr über voll auszunutzen. So können mehr Studenten kommen. Nach dem Ganzjahresturnus können Studenten auch zu anderen Zeiten als der normalen Sommerpause außerhalb des Campus Praktika absolvieren.

Der Lehrkörper soll keine akademische Bewertung erhalten. Dadurch verlagert sich der Schwerpunkt auf den Unterricht und liegt nicht so sehr auf dem traditionellen Status und dem Prestige des Lehrkörpers. Es soll keine Sportwettbewerbe mit anderen Hochschulen geben. Stattdessen soll ein Aktivitätenprogramm angeboten werden, an dem alle Studenten teilnehmen können, wenn sie wollen. Dabei können sie sich bei geselligen Veranstaltungen und in den Bereichen Führung, Kunst und Sport aneinander messen.

Dazu musste ein Plan aufgestellt werden, nach dem neue Kurse ausgearbeitet, Lehrkräfte eingestellt und erweiterte Räumlichkeiten für die nun größere Lehranstalt entworfen und gebaut wurden. Präsident Bednar bezog dabei so viele Mitarbeiter und Lehrkräfte mit ein, wie er konnte. Sie waren an den Veränderungen, die auch für sie selbst große und mitunter schwierige Neuerungen mit sich brachten, beteiligt.

Präsident Bednar beschrieb diese Erfahrung so: „Mir fällt nur Weniges ein, was mich eindringlicher und öfter auf die Knie gezwungen hätte als Präsident Hinckleys Ankündigung, dass aus dem Ricks College die Brigham-Young-Universität Idaho wird.

Am Abend vor der geplanten Bekanntgabe fragte mich ein Kollege: ‚Präsident, ist Ihnen nicht bange?‘ Soweit ich mich erinnere, erwiderte ich: ‚Wenn ich glaubte, wir müssten diesen Übergang ausschließlich im Vertrauen auf unsere eigenen Erfahrungen und Kenntnisse vollziehen, wäre ich in Angst und Schrecken. Nachdem uns aber der Himmel hilft, nachdem wir wissen, wer das Zepter führt, und wissen, dass wir nicht allein sind – nein, da ist mir nicht bange.‘“

Präsident Bednar fuhr fort: „Mir ist bewusst geworden, dass es bei Präsident Hinckleys Vision von der Zukunft der BYU Idaho nicht um zweijährige oder vierjährige Studiengänge geht. Es geht auch nicht um die akademische Bewertung oder den Sport. Es geht auch nicht um eine Namensänderung. Diese Bekanntgabe betrifft den Glauben – den Glauben an die Zukunft. Angesichts all der Veränderungen, die sich in dieser Lehranstalt in relativ kurzer Zeit ereignet haben, gebe ich Zeugnis, dass Wunder geschehen sind, Offenbarungen empfangen wurden, Türen sich öffneten und dass wir persönlich wie auch als Institution reich gesegnet wurden. Diese Tage werden wir wohl wirklich nie vergessen.“

Robert Wilkes, der als Vizepräsident der Studentenbetreuung eng mit Präsident Bednar zusammengearbeitet hat und nun Übergangspräsident der BYU Idaho ist, erzählt, wie Präsident Bednar die Änderung zuwege gebracht hat: „Da gehörte Mut dazu. Er ist bei einigen auf starken Widerstand gestoßen, hat aber dann so manchen umstimmen können und war geduldig mit denen, die sich von der Vergangenheit nur schwer lösen konnten.

Er hatte sofort eine Vision davon, wie der Übergang ablaufen soll, und war sich nie unschlüssig. Jeder wusste, dass er dem Propheten und dem Treuhänderausschuss treu ergeben war, aber auch, dass er den Ausschuss energisch und engagiert auf bestimmte Punkte aufmerksam machen würde, wenn er es für richtig hielt. Man konnte kaum aus der Reihe tanzen, so zielstrebig war er.

Er machte gleich klar, dass er von allen erwartete, den Wandel zu begrüßen. Er sicherte sich Unterstützung, indem er darauf hinwies, dass große Veränderungen Zeile um Zeile, Weisung um Weisung bewerkstelligt werden. 6 Er war sich auch bewusst, welche Kraft in den Studenten steckt. Zu seiner Vision gehörte, dass sie einander unterrichten sollten. Er band die Studenten so weit ein, dass sie vielfach die Dozenten und die Bediensteten von bestimmten Punkten beim Übergang zur BYU Idaho überzeugen konnten.

Er zögerte nie, sich bei anderen öffentlich oder privat zu bedanken. Er verband den Übergang stets mit dem Gesamtwohl der Kirche, indem er herausstellte, inwiefern die BYU Idaho ein Instrument bei der Arbeit im Gottesreich sein würde. Er wusste, dass dieser Wandel Studenten den Zugang zur Hochschule erlauben würde, die sonst nie eine Chance gehabt hätten, und sprach das auch aus. Für ihn war jede Erfahrung anscheinend eine Gelegenheit, zu geistiger Einsicht zu gelangen.“

An Elder Bednar fällt seine beachtliche Bereitschaft auf, alle mit einzubeziehen und darauf zu bauen, dass jeder einen wertvollen Beitrag leisten kann. Davon konnte sich zum Beispiel seine Sekretärin, Betty Oldham, unmittelbar überzeugen. Sie sagt über Präsident Bednar: „Er scheut sich nie, anderen Verantwortung zu übertragen. Während er zweifellos den Überblick behält und auf den Kern der Sache achtet, können die unmittelbar Verantwortlichen ihr Licht leuchten lassen.

Er hat das Ganze im Auge, neigt aber nicht dazu, sich in Details zu verzetteln. Er hat uns beigebracht, dass wir lieber selbständig handeln als Befehle ausführen sollten, und uns immer wieder Gelegenheiten verschafft, diese Freiheit wahrzunehmen. Bei ihm hat jede Stimme Geltung. Man kann sagen, was man denkt und was man meint, auch wenn die eigene Ansicht der aller anderen diametral gegenübersteht. Niemandem muss je peinlich sein, was er gesagt hat. Der Gedanke, dass man sich in Ratsgremien berät, hat für das ganze Campus eine völlig neue Bedeutung gewonnen. Elder Bednar gab mir immer das Gefühl, dass meine Meinung geschätzt wird.“

Diese Führungsqualitäten haben eine Familie zusammengeschweißt und die Kirche in Arkansas fester verankert. Aus einem College ist eine große Universität geworden, und die Menschen, die dort studieren und arbeiten, sind auf ein neues, höheres Niveau emporgehoben worden.

Elder Bednars große Fähigkeit, andere aufzubauen, und sein Mut, alles zu tun, was der Herr von ihm verlangen mag, beruhen auf seinem Zeugnis von Jesus Christus. Er hat sich darum verdient gemacht, als besonderer Zeuge des Erretters qualifiziert zu sein, indem er gebetet und die Schriften studiert hat und persönliche Prüfungen über sich hat ergehen lassen. Wenn er sein Apostelamt richtig wahrnehmen will, braucht er keine Gewohnheiten oder Verhaltensweisen zu ändern. Sein bisheriger Lebenswandel bestätigt die Wahrheit dessen, was er am Ende seiner ersten Konferenzansprache gesagt hat: „Ich werde gehen, wohin der Herr und die Führer seiner Kirche mich senden, ich werde tun, was sie mir auftragen, ich werde lehren, was sie mich lehren heißen, und ich werde mich bemühen, der zu werden, der ich werden soll und muss. Mit der Kraft des Herrn und dank seiner Gnade weiß ich, dass Sie und ich so gesegnet werden können, dass wir alles erreichen.“ 7

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    „Mit der Kraft des Herrn“, Liahona, November 2004, Seite 77

  2.   2.

    Zitiert in: Zach Gibson, „Elder Bednar’s Son Shares Thoughts, Memories“, Daily Universe, 26. Oktober 2004, Seite 6

  3.   3.

    Siehe Steve Moser, „I’m a Teacher Who Is Now a College President“, Summit, 1997, Seite 9f.

  4.   4.

    Liahona, November 2004, Seite 78

  5.   5.

    Zitiert in Summit, 1997, Seite 9

  6.   6.

    Siehe 2 Nephi 28:30

  7.   7.

    Liahona, November 2004, Seite 78