Wie man als Mitglied ein guter Missionar sein kann


Inzwischen liegt der Schwerpunkt der Missionsarbeit in den Gemeinden und Zweigen – was können die Mitglieder nun tun, um bessere Missionare zu sein? Dies sind ein paar Anregungen von Heiligen der Letzten Tage im kanadischen British Columbia.

Schwester Ma ist vielleicht die beste Missionarin der Welt. Zumindest ist das die Meinung von Anthony Middleton, Präsident der Kanada-Mission Vancouver. Seine Einschätzung ist etwas überraschend, denn Lena Ma ist keine seiner Vollzeitmissionarinnen, außerdem spricht sie Mandarin, und das im englischsprachigen British Columbia. Und trotzdem schließen sich jedes Jahr mindestens zwei Personen, denen sie vom Evangelium erzählt hat, der Kirche an.

Präsident Middleton räumt ein, dass British Columbia eine ganze Weile nicht unbedingt der fruchtbarste Boden für Neubekehrte war. Aber die Dinge ändern sich. Schwester Ma und andere Mitglieder wie sie, so Präsident Middleton, haben dafür gesorgt, dass in dieser Mission die Anzahl der Untersucher, die sich taufen und konfirmieren lassen wollen, immens gestiegen ist. Die Priestertumsführer geben der Missionsarbeit hohen Stellenwert und so werden die Heiligen der Letzten Tage in British Columbia wirklich Missionare. Und das, was sie dabei lernen, kann auch anderen Mitgliedern überall in der Welt, die Missionsarbeit leisten wollen, von Nutzen sein.

Änderungen

Die Mission Vancouver hat jahrelang damit gekämpft, mehr Menschen zu finden, die sich der Kirche anschließen. Collin Van Horne, Präsident des Pfahles Nanaimo, erklärt, in British Columbia „gebe es ein ungeschriebenes Gesetz, dass man über Religion nicht spricht. In Kanada sagt man: ‚Ich bin so, wie ich bin.‘“ Lange Zeit ruhte darum die Hauptlast der Missionsarbeit auf den Vollzeitmissionaren, die die meiste Zeit von Tür zu Tür gingen, um Menschen anzusprechen. Doch leider ist diese Methode, nämlich von Tür zu Tür zu gehen, nicht sehr produktiv, um Menschen zu finden, die sich für das Evangelium interessieren.

Und so nahmen der Missionspräsident und die Pfahlpräsidenten in British Columbia auf Weisung von Generalautoritäten vor ein paar Jahren einige Änderungen vor. Die meisten dieser Änderungen sollen den Mitgliedern helfen, dass es ihnen leichterfällt, andere zur Kirche einzuladen.

Führungen im Gemeindehaus

Eine Änderung, die die Pfahlpräsidenten vornahmen, war, dass sie die erfolgreiche Methode übernahmen und anpassten, die im nahe gelegenen Tacoma im US-Bundesstaat Washington praktiziert wird. Dort laden die Missionare Interessenten umgehend zu einer Führung durch das nächstgelegene Gemeindehaus ein. Während sie dann die Räumlichkeiten und Programme erklären, vermitteln die Missionare auch etwas über die Wiederherstellung. Die Führung endet dann in der Kapelle oder an einem Gemälde von der ersten Vision. Dort geben die Missionare Zeugnis vom Propheten Joseph Smith und sie laden die Besucher ein, mit ihnen zusammen zu beten.

In British Columbia gehören Führungen im Gemeindehaus jetzt zu einem umfassenden Programm für Missionsarbeit, bei dem auch Mitglieder – und nicht nur Vollzeitmissionare – angehalten sind, ihre Bekannten zu einer Führung einzuladen. Den Berichten der Mission Vancouver kann man Folgendes entnehmen: Wenn sieben Personen zu einer Führung durch ein Gemeindehaus eingeladen werden – im Idealfall ist auch ein Mitglied dabei –, lässt sich eine davon taufen und konfirmieren.

Präsident Middleton meint: „Während dieser Tour wollen wir erreichen, dass das Nichtmitglied denkt: ‚Eigentlich würde ich mich als Mitglied dieser Kirche sehr wohlfühlen. Das wäre etwas für mich.‘“

Viele neue Mitglieder in British Columbia erinnern sich noch an ihren ersten Besuch in einem Gemeindehaus der Kirche und wie sie dort den Geist verspürt haben. Malcolm Coffill aus der Gemeinde Port Alberni im Pfahl Nanaimo in British Columbia schloss sich im August 2005 der Kirche an, nachdem seine Nachbarn, Tom und Marla Housholder, ihm vom Evangelium erzählt hatten. Bruder Coffill sagt, was ihn überzeugt habe, sich der Kirche anzuschließen, war „das herrliche Gefühl, das ich verspürte, als ich zum ersten Mal dieses schöne Gebäude betrat, und die freundliche Begrüßung dort“.

Schwester Jill Berrett, eine Vollzeitmissionarin in der Mission Vancouver, berichtet von einer Untersucherin, die auf die Einladung ihrer 18-jährigen Freundin hin an der Führung durch ein Gemeindehaus teilnahm. „Während der Führung war sie so begeistert, dass sie sofort die Lektionen anhören wollte. Ihre Freundin gab ihr ein Buch Mormon und eine andere Freundin lud sie zum JD-Lager ein. Sie fühlte sich so geliebt und dazugehörig, dass sie sogar schon vor ihrer Taufe die Gemeinde als ‚ihre Gemeinde‘ bezeichnete.“

Natürlich spürt nicht jeder, der in ein Gemeindehaus der Kirche kommt, sofort den Geist. Aber viele wollen anschließend mehr über die Kirche wissen.

Von Mitgliedern lernen, die erfolgreiche Missionare sind

Schwester Ma lädt schon seit zehn Jahren Menschen in das Gotteshaus ein. Über zwanzig von denen, die ihrer Einladung gefolgt sind, haben das Evangelium angenommen. „Ich habe noch nie erlebt, dass Schwester Ma ohne ein Nichtmitglied bei einer Veranstaltung der Kirche war“, meint Präsident Middleton. Außerdem sagt sie den Leuten vor ihrem ersten Besuch immer, was sie zu erwarten haben.

Ein Beispiel: Ruby. Lena Ma lernte Ruby in der Bibliothek kennen und fing ein Gespräch mit ihr an. „Ich fragte Ruby, was sie denn sonntags so mache“, berichtet Schwester Ma. „Ich erkundigte mich nach ihrem Sohn und ob ihre Kirche irgendetwas für ihn anbiete. Dann erzählte ich ihr etwas über die Primarvereinigung und lud sie ein, zur Kirche zu kommen und sich selbst ein Bild zu machen. Sie kam und besuchte dann noch mehr Versammlungen. Gestern hat sie mit den Missionarslektionen angefangen.“

Sonny und Shaina Sala, die vor kurzem vom Zweig Salt Spring Island in British Columbia in die Gemeinde Cardston 8 in Alberta gezogen sind, gehen in etwa genauso vor wie Schwester Ma. Sonny und Shaina haben mit hunderten, vielleicht sogar tausenden, Bekannten und Fremden über das Evangelium gesprochen. „Wenn wir jemanden kennenlernen“, sagt Shaina, „fragen wir ganz direkt: ‚Gehen Sie hier in der Gegend zur Kirche? Wir gehen in die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Haben Sie schon davon gehört?‘

Wir versuchen auch, die ganze Sache nicht zu ernst anzugehen. Neulich sagte mir Sonny, ich solle zu einem Mann hinübergehen, weil er aussah wie ein früheres Mitglied aus unserem Zweig. Als ich auf den Mann zuging, merkte ich, dass Sonny mich veralbert hatte, denn das war ein fremder Mann. Einen Moment herrschte peinliches Schweigen, aber dann sagte ich einfach: ‚Sie sehen aus wie jemand, den ich früher einmal kannte. Er war Mitglied in meiner Kirche. Haben Sie schon mal von den Mormonen gehört?‘ Es stellte sich heraus, dass er früher der Kirche angehört hatte. Wir unterhielten uns über Glauben und ich lud ihn zur Kirche ein. Und dann sagte er: ‚Wissen Sie, ich komme gerade aus dem Krankenhaus, und plötzlich sind Sie da, ein Engel, der mich einlädt, wieder zur Kirche zu kommen.‘ Hätte ich meinen Mund nicht aufgemacht, hätte ich nicht erfahren, dass er im Krankenhaus war und wieder Kontakt zur Kirche brauchte.“

„Wenn man sich in die Hand des Herrn begibt“, meint Sonny, „schickt er uns Menschen über den Weg.“ Er erzählt, wie er einmal seinen Wohnwagen zurücksetzen wollte und in einem Graben landete. Er rief einen Abschleppwagen und der Geist drängte ihn, dass er mit dem Fahrer über das Evangelium sprechen solle. „Ich sagte ihm: ‚Der Herr hat mich in diesen Graben fahren lassen, damit ich Sie kennenlerne.‘ Der Mann lachte und dann unterhielten wir uns. Es stellte sich heraus, dass seine Großmutter eine Zeit lang der Kirche angehört hatte. Er wollte ein Buch Mormon haben. Wir versuchen, immer ein paar Exemplare griffbereit zu haben, und ich gab ihm gerne eines davon.“

Einen Gemeinde- und Familien-Missionsplan aufstellen

Für Schwester Ma und die Salas ist es ganz normal, mit den Menschen, die sie jeden Tag kennenlernen, über die Kirche zu sprechen. Doch für einige ist die Vorstellung, anderen vom Evangelium zu erzählen, furchteinflößend. Wir brauchen ein wenig Starthilfe. Da kommt ein Gemeinde- bzw. Zweigmissionsplan genau richtig.

Kurz nachdem Präsident Middleton sein Amt als Missionspräsident angetreten hatte, besprachen die Pfahlpräsidenten in British Columbia bei einer Sitzung des Koordinierungsrats ihre Pfahl-Missionspläne und entwickelten einige Richtlinien für Gemeinde- und Zweig-Missionspläne, wie es in der Anleitung Verkündet mein Evangelium! empfohlen wird. Man geht davon aus, dass jeder, der selbst einen Missionsplan aufstellt, auch motiviert ist, ihn umzusetzen. Die Pfahlpräsidenten legten vier Grundsätze fest, an die sich jede Gemeinde und jeder Zweig in ihren Pfählen bei der Erstellung des Plans halten sollte:

  1. 1.

    Der Plan berücksichtigt jedes Mitglied, nicht nur den Gemeinde- bzw. Zweigmissionsleiter.

  2. 2.

    Er enthält messbare Ziele.

  3. 3.

    Er hält Familien dazu an, ihren eigenen Missionsplan aufzustellen.

  4. 4.

    Er ist einfach gehalten.

Die meisten Gemeinden und Zweige in British Columbia haben inzwischen ihren eigenen Missionsplan ausgearbeitet. Die Pläne sind so einfach gehalten, dass sie auf einen kleinen Zettel passen, der am Kühlschrank befestigt werden kann. Einige Gemeinden, wie die Gemeinde Victoria 2, haben schon den nächsten Schritt unternommen. Bischof Frank Hitchmough und der Gemeindemissionsleiter, Michael Mulholland, haben sich mit den Familien in der Gemeinde zusammengesetzt und ihnen geholfen, ihren eigenen Familien-Missionsplan zu erstellen. Der Plan besteht aus Zielen und Methoden, die die Familie als die besten für sich erachtet.

Die Sache in die Hand nehmen

Bruder Mulholland macht deutlich, dass der Schlüssel für erfolgreiche Missionsarbeit nicht nur ein umsetzbarer Plan ist. „Der Plan ist nicht so wichtig, wohl aber, wer die Sache in die Hand nimmt“, erklärt er. „Wenn man eine Pfahlpräsidentschaft hat wie Präsident Keyes und seine Ratgeber, denen die Missionsarbeit am Herzen liegt, dann geht der Plan auch auf. Sie geben den Bischöfen Anleitung, und wenn die Bischöfe der Missionsarbeit hohen Stellenwert beimessen, wird die Arbeit auch getan.“

Präsident Randy Keyes vom Pfahl Victoria erzählt, wie die Priestertumsführer in British Columbia von ihren Gebietssiebzigern gefragt wurden, an welcher Stelle auf ihrer Prioritätenliste die Missionsarbeit stehe. In vielen Gemeinden und Zweigen stand sie ziemlich weit unten auf der Liste. Jetzt steht sie für die Priestertumsführer in British Columbia an zweiter Stelle, nur die Arbeit mit den Jugendlichen steht noch darüber.

In den Gemeinden, in denen die Mitglieder sinnvolle Missionsarbeit leisten, legt der Bischof im Priestertumsführungskomitee (PFK), im Gemeinderat sowie in den Versammlungen des Priestertums und der Frauenhilfsvereinigung Nachdruck auf dieses Thema. Er verteilt Aufträge und zusammen mit den Führungsbeamten der Gemeinde hat er ein Auge auf den Fortschritt der Untersucher und der weniger aktiven Mitglieder.

Ein besonders erfolgreicher Punkt in vielen Gemeinde-Missionsplänen ist eine Klasse über Missionsarbeit. Der Bischof lädt immer sechs bis acht Mitglieder dazu ein. Unterrichtet wird die Klasse von einem Gemeinde- oder Vollzeitmissionar, und die Anleitung Verkündet mein Evangelium! bildet die Grundlage. Es werden Themen besprochen wie die Lehren hinter der Missionsarbeit oder wie man sich selbst motiviert und es werden praktische Hinweise gegeben. Die Teilnehmer haben Freude daran, von missionarischen Erlebnissen zu berichten und im Rollenspiel zu üben.

Letzten Endes ist jedes Mitglied für seine Missionsarbeit verantwortlich. Jedes Mitglied muss entscheiden, wie es am besten mit anderen über das Evangelium sprechen kann – und sich dann an die Arbeit machen.

Benjamin und Robin Orrego haben herausgefunden, wie ihre Familie das am besten anstellt, und dann haben sie dies in die missionarischen Bemühungen der Familie eingebaut, noch bevor sie aufgefordert wurden, einen Plan zu erstellen. Sie laden Leute zu einem „gemütlichen Beisammensein“ zu sich nach Hause ein, bei dem dann erbauliche Gespräche geführt werden, in denen es gar nicht unbedingt über die Kirche gehen muss. An diesem Abend wird auch zusammen gespielt und gegessen. Außerdem verteilen die Orregos von der Kirche veröffentlichte Filme und Lektüre.

Doch ihnen ist bewusst, dass es viel mehr bringt, wenn man sich an organisierten, vereinten missionarischen Bemühungen beteiligt, als wenn man allein etwas unternimmt. Daher haben sie in ihren Familienplan mit aufgenommen, jedes Jahr drei Personen zu einer Führung durch das Gemeindehaus einzuladen. Dieses oder ein ähnliches Ziel gehört zu den Plänen der Gemeinden und Familien in ganz British Columbia. Der Präsident des Pfahles Abbotsford, Paul Christensen, hatte die Idee zuerst aufgebracht, und sie hat sich schnell verbreitet.

Seien sie kreativ und natürlich

Präsident Christensen hat die Mitglieder seines Pfahles aufgefordert, noch weitere Anregungen aufzugreifen. Jeden Monat schlägt die Pfahlpräsidentschaft einen anderen Personenkreis vor, aus dem die Mitglieder vielleicht jemanden einladen könnten, beispielsweise Arbeitskollegen, Nachbarn oder auch Fachleute, Handwerker, Dienstleister usw. Außerdem möchte er, dass die Vollzeitmissionare nicht nur beim PFK und im Gemeinderat, sondern auch bei Sitzungen der Hilfsorganisationen dabei sind. Er besucht Distriktsversammlungen und Zonenkonferenzen der Missionare. Dort betont er, dass es die Aufgabe der Missionare ist, die Menschen zu unterweisen, und die Aufgabe der Mitglieder, die Menschen dazu einzuladen. Die Mitglieder unterstützen die Missionare und geben Zeugnis, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet; manchmal erklären sie sogar Grundsätze des Evangeliums. Doch meistens laden sie einfach andere ein, dass sie kommen und sehen (siehe Johannes 1:39,46).

Eine seiner kreativsten Ideen ist es, Andersgläubige zu bitten, den Mitgliedern der Kirche eine Fertigkeit beizubringen, die sie noch nicht beherrschen. „Vor kurzem hatten wir eine AE-Tagung mit vielen Workshops. Die übliche Herangehensweise ist: Kennen wir hier in der Gegend einen Klempner? Wer ist ein Automechaniker? Ich sagte: ‚Lassen wir die Workshops doch nicht von Mitgliedern leiten. Suchen Sie einen Klempner am Ort. Suchen Sie einen Handwerker. Laden Sie sie ein. Führen Sie sie durch das Gemeindehaus, damit sie wissen, wer wir sind.‘ Wir müssen auch nach außen schauen.“

Im Pfahl Victoria ist dieser Blick nach außen schon seit etlichen Jahren gang und gäbe. 1978 rief Sandra Gill in ihrem Ort eine genealogische Gesellschaft ins Leben. Zunächst traf man sich bei ihr im Keller. Sie besucht noch immer die Treffen der Gesellschaft und gibt Kurse, aber die meiste Zeit verbringt sie nun in der Genealogie-Forschungsstelle im Pfahlhaus. Sie ist eine von 60 Mitarbeitern, von denen die meisten nicht der Kirche angehören. Die Forschungsstelle ist 45 Stunden pro Woche geöffnet, und etwa 70 Prozent der Besucher sind nicht Mitglieder der Kirche.

So wie Schwester Gill haben auch Tom und Marla Housholder kreative Möglichkeiten gefunden, wie sie mithilfe ihrer Interessen und beruflichen Tätigkeit anderen das Evangelium nahebringen können. Bruder und Schwester Housholder haben eine kleine Pension in Port Alberni. Sie achten darauf, dass die Zeitschriften der Kirche immer im Eingangsbereich ausliegen und dass in jedem Gästezimmer eine Bibel und ein Buch Mormon vorhanden sind. In den drei Jahren, in denen sie die Pension betreiben, hatten sie den „Verlust“ von über 30 Exemplaren des Buches Mormon zu beklagen, und sie hoffen, dass die Zahl noch steigen wird. Außerdem veranstalten sie zur Weihnachtszeit ein Musikfestival und es wird eine Krippe aufgestellt. Einer der Chöre ist aus der Gemeinde Port Alberni, wo Tom Housholder als Bischof dient.

Dort sein, wo der Geist ist

Präsident Christensen vom Pfahl Abbotsford glaubt fest an die Macht Gottes, die man in einem Tempel der Kirche spüren kann. Das ist einer der Gründe, weshalb er sich so über den im Juni 2006 für Vancouver angekündigten Tempel freut. „Ich glaube nicht, dass wir einen Tempel bekommen, weil wir besonders rechtschaffen sind“, meint er. „Ich glaube, wir bekommen einen Tempel, weil wir ihn brauchen, um mit anderen über das Evangelium zu sprechen. Wir brauchen das Licht, das er uns schenkt.“

Eine überraschend große Zahl von Menschen in British Columbia hat sich aufgrund der Gefühle, die sie auf einem Tempelgelände hatten, der Kirche angeschlossen. „Ich werde nie das Gefühl vergessen, das ich hatte, als ich durch das Tor vom Tempelplatz in Salt Lake City ging“, erzählt Julie Keyes aus dem Pfahl Victoria. „Es fühlte sich so an, als ginge ich aus der Dunkelheit ins Licht.“ Sie war von allem dort beeindruckt – den Menschen, die sie dort kennenlernte, dem Zeugnis von Joseph Smith und dass alles auf Jesus Christus ausgerichtet war. „Ich dachte: ‚Darüber muss ich unbedingt mehr erfahren.‘“ Als sie nach British Columbia zurückkam, rief sie in ihrem Heimatort im Gemeindehaus der Kirche an und bat um einen Termin mit den Missionaren.

Schwester Keyes, die inzwischen mit dem Präsidenten des Pfahles Victoria verheiratet ist, war auf dem Tempelplatz, weil ein Mitglied der Kirche sie dazu eingeladen hatte, und sie staunte darüber, wie freundlich die Mitglieder dort waren. Man kann aus fast jeder Bekehrungsgeschichte der neuen Mitglieder in British Columbia Folgendes herausfiltern: Licht, Freude und die aufrichtige Freundlichkeit der Mitglieder der Kirche. Der Kontakt zu Mitgliedern und den Geist verspüren – das brachte sie dazu, dass sie mehr erfahren wollten.

Das ist also die Vorgehensweise, die für die Mitglieder in British Columbia am besten funktioniert. Sie merken, dass nicht sie die Menschen bekehren, sondern der Herr. Sie müssen einfach nur nach dem Evangelium leben, ihre Mitmenschen nett behandeln und sie überallhin einladen: ins Gemeindehaus, zu Aktivitäten der Kirche, zu sich nach Hause, auf das Tempelgelände – dorthin, wo der Geist ist. Die Mitglieder mit der meisten Missionserfahrung machen sich keine Gedanken, wenn jemand ihre Einladung ablehnt. Diese Mitglieder laden weiterhin Menschen ein. Die Missionare unterweisen weiterhin Menschen. Und der Herr segnet weiterhin seine Kinder mit Zeugnissen, die sein Geist ihnen gibt.