Botschaft von der Ersten Präsidentschaft

Die Generalkonferenz – ein besonderer Segen


Dieter F. Uchtdorf

Die Generalkonferenz – ein besonderer Segen

Ein gutes Mitglied der Kirche unterhielt sich einmal mit einem Nachbarn, der nicht der Kirche angehörte. Als sie auf die Generalkonferenz zu sprechen kamen, fragte der Nachbar: „Sie sagen, Sie haben Propheten und Apostel? Und zweimal im Jahr verkünden sie in einer weltweiten Konferenz das Wort Gottes?“

„So ist es!“, antwortete das Mitglied mit Nachdruck.

Einen Moment lang dachte der Nachbar darüber nach. Er schien aufrichtig interessiert und wollte dann wissen: „Was haben sie denn bei der letzten Generalkonferenz gesagt?“

In diesem Augenblick schlug die Begeisterung des guten Mannes, vom Evangelium zu erzählen, mit einem Mal in Verlegenheit um. So sehr er sich auch mühte, er konnte sich an keine Ansprache im Einzelnen erinnern.

Sein Nachbar fand das wenig überzeugend und meinte: „Sie wollen mir erzählen, dass Gott auch heute zu den Menschen spricht, und können sich nicht erinnern, was er gesagt hat?“

Dieser Wortwechsel stimmte den Bruder sehr demütig. Er gelobte, sich die Worte, die von den Dienern des Herrn bei der Generalkonferenz zu hören sind, besser zu merken.

Wir alle wissen, wie schwer es ist, sich an jede Botschaft der Generalkonferenz zu erinnern, und wir brauchen uns sicher nicht schämen, wenn wir nicht alles im Gedächtnis behalten. Gleichwohl gibt es bei jeder Generalkonferenz Ansprachen, die ein Geschenk und ein Segen des Himmels sind, zugeschnitten auf unsere ganz persönliche Lebenssituation.

Da wir uns nun auf die Generalkonferenz vorbereiten, möchte ich drei Vorschläge machen, wie wir die Worte der Diener des Herrn besser aufnehmen, im Gedächtnis behalten und in die Tat umsetzen können.

1. Die Mitglieder der Kirche haben ein Anrecht auf persönliche Offenbarung, wenn sie die inspirierten Worte, die bei der Generalkonferenz gesprochen werden, anhören und sich damit befassen.

Wenn Sie sich auf die Generalkonferenz vorbereiten, denken Sie doch einmal über die Fragen nach, auf die Sie eine Antwort brauchen. Vielleicht ersehnen Sie sich für die Schwierigkeiten, vor denen Sie stehen, Anleitung und Führung vom Herrn.

Eine bestimmte Ansprache oder auch nur ein einzelner Satz könnte die direkte Antwort auf ein konkretes Gebet sein. Ein andermal findet man die Antwort vielleicht in einem Wort, einer Formulierung oder einem Lied, das scheinbar in keinem Zusammenhang mit der Frage steht. Von Herzen empfundene Dankbarkeit für die Segnungen des Lebens und der ernsthafte Wunsch, Rat zu erhalten und anzunehmen, bereiten persönlicher Offenbarung den Weg.

2. Schätzen Sie eine Botschaft nicht gering, nur weil sie Ihnen bekannt vorkommt.

Propheten haben sich noch stets der Wiederholung bedient; dass man dadurch lernt, ist ein Gesetz. So werden die Themen und Lehren bei der Generalkonferenz auch ständig wiederholt. Ich versichere Ihnen: Das liegt nicht etwa an mangelnder Kreativität oder fehlenden Ideen. Wir werden immer wieder Botschaften zu ähnlichen Themen hören, weil der Herr uns belehrt und uns bestimmte elementare Grundsätze, die von großer, ewiger Bedeutung sind und die man verstehen und in die Tat umsetzen muss, bevor man sich etwas anderem zuwenden kann, in Herz und Sinn einprägt. Ein weiser Bauherr legt erst das Fundament, bevor er die Mauern und das Dach errichtet.

3. Die Botschaften der Generalkonferenz sollen als Kompass dienen, der uns in den kommenden Monaten den Weg weist.

Wenn wir auf die Eingebungen des Heiligen Geistes achten und sie beachten, sind sie wie ein Liahona, der uns durch die unbekannten und unwegsamen Täler und Berge führt, die vor uns liegen (siehe 1 Nephi 16).

Gott hat seit jeher Propheten erweckt, die den Menschen ihrer Zeit den Willen des Himmels kundtun. Es liegt an uns, die Botschaften, die der Herr verkünden lässt, anzuhören und umzusetzen.

Unser barmherziger und liebevoller Vater im Himmel hat seine Kinder nicht verlassen und wird sie nicht verlassen. Heute wie in vergangenen Zeiten hat er Apostel und Propheten berufen. Er offenbart ihnen sein Wort weiterhin.

Wie wunderbar ist es doch, bei der Generalkonferenz Gottes Botschaften an jedermann zu vernehmen. Bereiten wir uns gut darauf vor, Führung von Gott durch seine erwählten Diener zu erlangen.

Denn dies ist ein besonderer Segen.

Wie man Gedanken aus dieser Botschaft vermittelt

  • Lesen Sie den Artikel gemeinsam. Fordern Sie alle in der Familie auf, festzulegen, worauf sie bei der Generalkonferenz achten wollen.

  • Damit auch kleinere Kinder Präsident Uchtdorfs Rat in die Tat umsetzen können, zeigen Sie ihnen die Übersicht mit den Porträts der Generalautoritäten (in der Konferenzausgabe des Liahonas). Sagen Sie ihnen, dass die Erste Präsidentschaft und das Kollegium der Zwölf Apostel bei der Generalkonferenz sprechen werden. Fordern Sie die Kinder auf, den Ansprachen zuzuhören und Bilder zu zeichnen, die sie an das erinnern, was sie gehört haben. Eltern finden unter conferencegames.lds.org (in englischer Sprache) weiteres Material für Kinder im Zusammenhang mit der Konferenz.

Jugendliche

Gut, besser, am besten

Im Oktober 2007 sprach Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel bei der Generalkonferenz darüber, was für uns „gut, besser [und] am besten“ ist. Als er über das „Verplanen von Kindern“ sprach, rutschte ich voller Schuldgefühle auf meinem Stuhl herum.

Ich wusste, ich hatte mir zu viel aufgeladen. Ich nahm am Schultheater teil, belegte Kurse in der Schule, die mich forderten, und unternahm noch etliches andere. Bei den Aktivitäten der Jungen Damen hatte ich öfter gefehlt, und meine Sonntage waren von dem Stress gekennzeichnet, in letzter Minute meine Hausaufgaben erledigen zu müssen. Ich hatte jeglichen Spaß daran verloren, für den Musikunterricht zu üben und die Schülerzeitung herauszugeben – beides empfand ich nur noch als Arbeit.

Aufgrund der Ansprache von Elder Oaks schaute ich mir meinen Terminkalender genau an. Alles, was ich unternahm, war gut, aber es war einfach zu viel. Ich musste mich für das Beste entscheiden. Als ich überlegte, was ich weglassen sollte, wurde mir bewusst, dass man auf jeden Fall richtig liegt, wenn man dem Evangelium Jesu Christi oberste Priorität einräumt. Ich setzte das Gebet und das Schriftstudium ganz oben auf meine Liste, und seitdem verläuft mein Leben angenehmer.

Durch Elder Oaks lernte ich, dass alles andere sich richtig einfügt, wenn wir zuerst das tun, was der Herr von uns erwartet. Wenn ich in den Schriften lese, bevor ich ein Spiel anfange oder sogar bevor ich meine Hausaufgaben mache, wird alles Wichtige erledigt. Wenn ich mein Leben rund um den Herrn aufbaue, anstatt ihn im Nachhinein noch irgendwie zu berücksichtigen, wird mein Leben ruhiger und erfolgreicher.

Jetzt achte ich immer sehr genau auf die Ratschläge, die wir bei der Generalkonferenz erhalten!

Illustration von Paul Mann

Kinder

Durch die Generalkonferenz kann ich Antworten erhalten

Präsident Uchtdorf sagt, dass der Herr bei der Konferenz durch seine Propheten und Apostel zu dir sprechen kann, wenn du dir vorher Fragen überlegst.

  1. 1.

    Sprich mit deiner Familie oder in der Klasse darüber, was ihr – jeder Einzelne oder ihre alle gemeinsam – erfahren wollt. (Beispielsweise: Wie kann ich mein Zeugnis stärken? Wie kann ich mit einem bestimmten Problem in der Schule umgehen?) Schreib deine Fragen auf ein Blatt Papier oder in dein Tagebuch.

  2. 2.

    In den Wochen vor der Konferenz kannst du über diese Fragen nachdenken und beten.

  3. 3.

    Hör bei der Konferenz aufmerksam zu (vielleicht hilft es dir, wenn du Notizen machst). Schreib dann auf, wie der Herr deine Fragen – durch die Führer der Kirche – beantwortet hat.

  4. 4.

    Auf ein weiteres Blatt könntest du ein Bild davon zeichnen, wie du das anwendest, was du gelernt hast.

Rechts: Foto von Les Nilsson