Botschaft von der Ersten Präsidentschaft

Vom Erlöser zum Dienst berufen


Thomas S. Monson

Vom Erlöser zum Dienst berufen

Wer sich mit Mathematik beschäftigt hat, weiß, was ein gemeinsamer Nenner ist. Es gibt einen gemeinsamen Nenner, der uns als Mitglieder der Kirche verbindet. Dieser gemeinsame Nenner ist der Ruf, der an jeden Einzelnen ergeht, hier auf der Erde Aufgaben im Reich Gottes zu erfüllen.

Kommt es vor, dass Sie murren, wenn Sie eine Berufung erhalten? Oder nehmen Sie dankbar jede Gelegenheit an, Ihren Brüdern und Schwestern zu dienen, wohl wissend, dass unser Vater im Himmel diejenigen segnet, die er beruft?

Ich hoffe, dass wir das eigentliche Ziel dieser wertvollen Gelegenheiten, zu dienen, nicht aus den Augen verlieren. Dieses Ziel, das ein ewiges Ziel ist, hat der Herr formuliert, und wir können es in der Köstlichen Perle nachlesen: „Denn siehe, dies ist mein Werk und meine Herrlichkeit, die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen.“1

Vergessen wir nicht: Wer der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage angehört, darf sich nicht bequem zurücklehnen, sondern muss Verantwortung übernehmen. Unsere Pflicht ist es, uns selbst zu retten, aber auch andere ins celestiale Reich Gottes zu führen.

Wenn wir bereitwillig im Dienste Gottes tätig sind, ergeht es uns nie wie Kardinal Wolsey bei Shakespeare. Nachdem er seinem König ein Leben lang gedient hat, klagt er, seiner Macht beraubt:

Hätt ich nur Gott gedient mit halb dem Eifer,
den ich dem König weihtʼ, er gäbe nicht
im Alter nackt mich meinen Feinden preis!2

Wie sollen wir dienen? Was erwartet Gott von uns? „Der Herr fordert das Herz und einen willigen Sinn; und die Willigen und Gehorsamen werden in diesen Letzten Tagen das Gute aus dem Land Zion essen.“3

Es stimmt mich nachdenklich, wenn ich an diese Worte von Präsident John Taylor (1808–1887) denke: „Wenn ihr eure Berufungen nicht groß macht, wird Gott euch für diejenigen zur Rechenschaft ziehen, die ihr hättet erretten können, wenn ihr eure Pflicht getan hättet.“4

Wie ein gleißender Scheinwerfer ist das Beispiel Jesu, wenn wir sein gütiges Wirken unter den Menschen betrachten. „Ich aber bin unter euch wie der, der bedient“,5 verkündete Jesus, der den Gliedern des Verkrüppelten Kraft, den Augen des Blinden das Augenlicht, den Ohren des Tauben das Gehör und dem Körper des Toten das Leben gab.

Mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter lehrte uns der Meister, unseren Nächsten zu lieben wie uns selbst.6 Mit seiner Antwort an den reichen jungen Mann lehrte er uns, den Egoismus abzulegen.7 Mit der Speisung der Fünftausend lehrte er uns, die Bedürfnisse unserer Mitmenschen wahrzunehmen.8 Und in der Bergpredigt lehrte er uns, das Reich Gottes an die erste Stelle zu setzen.9

In der Neuen Welt verkündete er nach seiner Auferstehung: „Ihr wisst, was ihr in meiner Kirche tun müsst; denn die Werke, die ihr mich habt tun sehen, die sollt ihr auch tun; denn das, was ihr mich habt tun sehen, ja, das sollt ihr tun.“10

Wir sind für andere ein Segen, wenn wir so dienen wie Jesus von Nazaret, der umherzog und Gutes tat.11 Möge Gott uns segnen, dass wir Freude darin finden, unserem Vater im Himmel zu dienen, indem wir seinen Kindern auf der Erde dienen.

Wie man Gedanken aus dieser Botschaft vermittelt

„[Der Herr] wird uns nicht versagen lassen, solange wir unseren Teil tun. Er wird uns groß machen – wenn nötig, sogar über unsere Talente und Fähigkeiten hinaus. … Es ist eines der schönsten Erlebnisse, die der Mensch haben kann.“ (Ezra Taft Benson, zitiert in Lehren, die größte Berufung, Seite 20.) Vielleicht wollen Sie erzählen, wie Sie oder jemand, den Sie kennen, schon einmal erlebt haben, wie der Herr Ihre Talente und Fähigkeiten groß gemacht hat. Fragen Sie die Familie, welche guten Erfahrungen sie schon gemacht hat, wenn sie „vom Erlöser zum Dienst berufen“ wurde und angenommen hat.

Jugendliche

Der Dienst im Tempel

Als ich siebzehn wurde, machte ich mir zum ersten Mal ernsthaft Gedanken über die Zukunft, und ich fragte den Vater im Himmel im Gebet, wie ich mich darauf vorbereiten konnte, auf Mission zu gehen und das Melchisedekische Priestertum zu empfangen. Ich hatte das Gefühl, ich solle öfter in den Tempel gehen, weil der Tempel das Haus des Herrn ist und ich an keinem anderen Ort dem Vater im Himmel so nahe bin.

Ich setzte mir also zum Ziel, in einem Jahr eintausend stellvertretende Taufen für Verstorbene zu schaffen. Ich hatte wirklich das Gefühl, ich solle mir dieses Ziel setzen, und ich fastete, um herauszufinden, ob es das richtige war. Der Vater im Himmel bestätigte es, und von da an ging ich jeden Samstag in den Tampico-Tempel in Mexiko.

Nachdem ich 500 Taufen geschafft hatte, setzte ich mir zum Ziel, die Namen meiner Vorfahren ausfindig zu machen, und diese Forschungsarbeit machte mir solchen Spaß, dass mich die Suche nach Namen regelrecht um den Schlaf brachte. Ich machte 50 Namen ausfindig – acht Generationen meiner Familie – und half mit, die Tempelarbeit für sie zu verrichten.

Am Ende schaffte ich mehr als 1300 Taufen. Ich habe das Seminar abgeschlossen und das Melchisedekische Priestertum empfangen und bin nun Vollzeitmissionar, was eines meiner größten Lebensziele war.

Kinder

Ich kann anderen Gutes tun

Jeder von uns kann etwas tun, um anderen zu helfen. Präsident Monson sagt, dass wir jeden lieb haben und lernen sollen, darauf zu achten, wie wir helfen können.

Schau dir den Jungen, der am Baum sitzt, an. Siehst du in seiner Nähe Menschen, denen er helfen könnte?

Beim Abendessen könntest du deiner Familie vorschlagen, dass jeder erzählen darf, wie er an diesem Tag jemandem geholfen hat. Schreib jeden Tag in dein Tagebuch, wie du jemandem geholfen und was du dabei erlebt hast.

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    Mose 1:39

  2.   2.

    William Shakespeare, König Heinrich VIII., 3. Akt, Schluss der 2. Szene

  3.   3.

    Lehre und Bündnisse 64:34

  4.   4.

    Lehren der Präsidenten der Kirche: John Taylor, Seite 164

  5.   5.

    Lukas 22:27

  6.   6.

    Siehe Lukas 10:30-37; siehe auch Matthäus 22:39

  7.   7.

    Siehe Matthäus 19:16-24; Markus 10:17-25; Lukas 18:18-25

  8.   8.

    Siehe Matthäus 14:15-21; Markus 6:31-44; Lukas 9:10-17; Johannes 6:5-13

  9.   9.

    Siehe Matthäus 6:33

  10.   10.

    3 Nephi 27:21

  11.   11.

    Siehe Apostelgeschichte 10:38