Das Schriftstudium stärkt die Familie


Schaffen Sie für sich und Ihre Familie durch beständigeres und sinnvolleres Schriftstudium eine stabile Grundlage.

Vielleicht finden Sie hier eine Anregung, die Ihnen und Ihrer Familie hilft, noch mehr vom Schriftstudium zu profitieren. Die Beispiele sind nur als Vorschläge gedacht, die Sie nach Bedarf anpassen können.

Bestimmte Fragen

Das Schriftstudium gewinnt an Bedeutung, wenn man nach Antworten auf bestimmte Fragen sucht. Sie könnten das Schriftstudium mit einem Gebet beginnen, in dem Sie darum bitten, Antwort auf konkrete Fragen zu finden. Beim Lesen markieren Sie dann die Schriftstellen, die sich auf Ihre Fragen beziehen. Schreiben Sie Anmerkungen dazu an den Rand der Schriften oder in ein Notizbuch.

Beim Schriftstudium mit der Familie könnten Sie zuerst immer Ihre Kinder fragen, ob es Fragen gibt, die sie beschäftigen. Achten Sie dann beim Lesen auf Schriftstellen, in denen diese Fragen beantwortet werden, und halten Sie inne, um sie zu besprechen.

Thematische Schwerpunkte

Wählen Sie ein Thema aus, das Sie vertiefen möchten, etwa das Gebet. Lesen Sie den entsprechenden Eintrag im Schriftenführer. Lesen Sie dann die Schriftstellen, die im Schriftenführer zu diesem Thema aufgeführt sind. Markieren Sie in dieser Liste die Verse, die Sie für hilfreich halten. Wenn Sie Ihre Lieblingsschriftstellen über das Beten markiert haben, haben Sie Ihre eigene Schriftstellenliste zu diesem Thema. Sie könnten auch Schriftstellen, die Sie zu einem bestimmten Thema finden, in einer bestimmten Farbe markieren. Wenn man mit einem Thema fertig ist, sucht man das nächste aus und verwendet für die Markierung eine andere Farbe.

Beim Schriftstudium mit der Familie können Sie gemeinsam ein Thema aussuchen und jedes Kind beauftragen, still für sich ein paar Schriftstellen dazu zu lesen und dann die Schriftstelle vorzulesen, die ihm am besten gefallen hat. Da es mehrere Tage dauern kann, bis ein Thema halbwegs erschöpfend behandelt ist, ist es sinnvoll, täglich das bisher Gelernte zu besprechen und sich nach jedem Schriftstudium Notizen zu machen.

Führung

Präsident Henry B. Eyring, Erster Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, hat einmal erklärt, wie er das Schriftstudium genutzt hat, um konkrete Führung für sein Leben und seine Berufung zu erhalten. Nachdem Präsident Eyring den Vater im Himmel gefragt hatte, was er von ihm erwarte, schrieb er die Antworten auf, markierte jedes Thema auf seiner Liste mit einer anderen Farbe und klebte die Liste vorne in eine kostengünstige Ausgabe der heiligen Schriften. Er sagte: „[Die erste Antwort auf der Liste war:] ‚Ich soll Zeuge dafür sein, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist.‘ Dann achtete ich beim Lesen der heiligen Schriften ganz besonders auf Denkanstöße dazu, wie ich davon Zeugnis geben kann, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist. Alle Schriftstellen zu diesem Thema unterstrich ich blau. Schon bald hatte ich eine Art privaten Schriftenführer zu allem, was der Herr meiner Ansicht nach von mir erwartete.“1

Für das Schriftstudium mit der Familie könnten Sie ein paar Anliegen auswählen – etwas, woran Sie gemeinsam arbeiten wollen. Schreiben Sie diese Anliegen auf, und hängen Sie sie gut sichtbar auf. Bitten Sie Ihre Kinder, beim Lesen auf Schriftstellen zu achten, die mit einem dieser Anliegen zu tun haben, und sie zu markieren.

Wenn es schon schwierig ist, jeden Tag auch nur ein paar Verse zu lesen, und ein tiefergehendes Schriftstudium unmöglich scheint, oder wenn Sie es kaum schaffen, die Familie überhaupt zum Schriftstudium zusammenzubringen, verzweifeln Sie nicht, und geben Sie nicht auf. Das Schriftstudium mit der Familie mag nicht unbedingt jedes Mal besonders erinnernswert oder erfolgreich sein, aber „unsere Beständigkeit darin, vermeintlich Unscheinbares zu tun, [kann] eine bedeutende Wirkung erzielen“, versichert Elder David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf Apostel.2

Wenn wir uns bemühen, regelmäßiger in den heiligen Schriften zu lesen und unser Schriftstudium sinnvoller zu gestalten, segnet der Herr unsere Anstrengungen. Er wird uns bei der Gestaltung unseres Schriftstudiums anleiten und es zu einer lohnenden Erfahrung für uns persönlich sowie für die gesamte Familie machen.

Eine Verheißung

Präsident Ezra Taft Benson

„Wenn jedes Mitglied und jede Familie sich regelmäßig und konsequent in die heiligen Schriften vertieft, kommt anderes von selbst. Das Zeugnis wird stärker, man engagiert sich mehr, die Familie wird gestärkt und man empfängt persönliche Offenbarung.“

Präsident Ezra Taft Benson (1899–1994), „The Power of the Word“, Ensign, Mai 1986, Seite 81

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    „Gedanken zum Schriftstudium“, Liahona, Juli 2005, Seite 9f.

  2.   2.

    David A. Bednar, „Zu Hause eifriger und besorgter“, Liahona, November 2009, Seite 20