Heute ein Mann des Friedens

Drucken Weitergeben

    Der Tempel, Missionen und der Dienst am Nächsten haben dazu beigetragen, dass Roger Randrianarison und seine Familie auf dem besten Weg sind, eine ewige Familie zu werden.

    Roger Randrianarison war sich dessen bewusst, dass im Leben seiner Familie etwas fehlte.

    „Ich habe zu Gott gebetet, er möge mich erkennen lassen, wie ich meine Familie anleiten könne“, sagt er. „Ich wollte meine Familie so gern bei etwas Gutem anführen, bei etwas, was uns auf den rechten Weg bringen würde.“

    Er machte sich Gedanken, wie er seine drei Kinder – die Söhne Randrianandry und Sedinirina und die Tochter Nirina – erziehen sollte. Es bekümmerte ihn, dass er so reizbar und aufbrausend war und dies zu Schwierigkeiten in der Familie geführt hatte. Er wollte ein gütigerer Vater werden.

    „Ich wusste, dass ich derjenige war, der sich ändern musste, weil ich klar erkannte, was aus mir geworden war“, stellt er fest.

    Roger hatte einige Jahre zuvor seine Baufirma verloren und arbeitete nun als Taxifahrer in Antananarivo in Madagaskar. Eines Tages nahm er zwei Missionarinnen im Taxi mit.

    „Kaum waren sie eingestiegen, fragten sie mich nach meinem Namen und ob ich eine Familie habe“, erzählt er. „Sie fragten mich, ob ich Gott kenne und ob ich zu ihm bete.“

    Die Missionarinnen sangen während der Fahrt mit Roger und luden ihn zur Kirche ein. Er machte ein paar Anläufe hinzugehen, aber irgendwie passte es nie in den Tagesablauf, und er verlor den Kontakt zu den Missionarinnen.

    Etwa fünf Monate später arbeitete Roger gerade zu Hause, als er hörte, dass sich zwei Missionare draußen mit jemandem unterhielten. Roger wusste, dass sie auch zu ihm kommen würden. Er hatte das Gefühl, er solle jede Frage, die sie ihm stellten, mit Ja beantworten.

    Nachdem sich die Missionare vorgestellt hatten, fragten sie ihn, ob er von Gott wisse. Ja. Wollte er zu Gott beten? Ja. Wollte er sich mit den Missionaren unterhalten? Ja. Wann? Jetzt gleich. Die Missionare sagten, sie würden in zwanzig Minuten wiederkommen. Sie kamen und brachten ein Mitglied der Kirche mit, das in der Nähe wohnte.

    Die Missionare besuchten Roger im folgenden Monat häufig und sprachen mit ihm über das Evangelium. Die übrige Familie wollte allerdings wegen allem, was sie über die Kirche gehört hatte, bei den Gesprächen mit den Missionaren nicht dabei sein. Nachdem sich Roger einen Monat lang mit dem Evangelium beschäftigt hatte, ging er mit den Missionaren in die Kirche. Der freundliche Empfang dort beeindruckte ihn. „Die Mitglieder hießen mich willkommen, als würden sie mich schon lange kennen“, erzählt er.

    Roger ging nach der Kirche nach Hause und teilte seiner Familie mit, er werde sich in einem Monat taufen lassen und jeder von ihnen könne sich frei entscheiden, ob er sich der Kirche anschließen wolle oder nicht. Sie baten ihn, noch zu warten, damit sie sich gemeinsam der Kirche anschließen konnten. Nun besuchten auch sie die Versammlungen und waren positiv überrascht.

    Als Rogers ältester Sohn Randrianandry zum ersten Mal die Versammlungen der Kirche besuchte, war er tief beeindruckt. „Als ich zum ersten Mal in die Kirche ging, war ich sehr erstaunt, dass die Menschen so demütig waren“, berichtet er. „Sie waren sonntäglich gekleidet. Aber es war offensichtlich, dass sie zu einem bestimmten Zweck dort waren, und nicht, um von den Leuten gesehen zu werden.“

    Familie Randrianarison ließ sich am 20. Februar 2003 taufen. Damals war Nirina 8, Sedinirina war 17 und Randrianandry war 19. Die Familie hörte auf, sonntags zu arbeiten, und stellte das Evangelium in den Mittelpunkt ihres Lebens.

    Veränderungen

    „Nach unserer Taufe bemerkte ich viele Veränderungen in unserer Familie“, sagt Arelina, Rogers Frau. „Unser Familienleben war nun auf Geistiges ausgerichtet, und wir empfingen dadurch, dass wir nach dem Evangelium lebten, sehr viele Segnungen, zeitliche und geistige.“

    Roger ist überzeugt, dass der Vater im Himmel ihm geholfen hat, seine Firma wieder aufzubauen. Nachdem er zwei Jahre lang Taxi gefahren war und nach besten Kräften für seine Familie gesorgt hatte, erhielt er wieder die ersten Bauaufträge. „Ich glaube, dass Gott mich immer segnet, wenn ich mich dafür entscheide, ihm zu folgen“, betont er.

    Seine Söhne sind der Meinung, die größte Wende sei das veränderte Wesen ihres Vaters. Er sei nun ein Beispiel an Demut und Güte, erklären sie. Roger sagt, das Evangelium habe ihn davon überzeugt, dass er sich ändern müsse. Seit er angefangen hat, sich mit dem Evangelium zu befassen, bemüht er sich, viel Gutes in sein Leben aufzunehmen.

    „Wegen der Lehren des Evangeliums verliere ich nicht mehr die Beherrschung“, sagt er. „Manchmal spüre ich Ärger in mir hochkommen, aber das Evangelium durchdringt mein Herz, mein Denken und meinen Geist. Es hilft mir, ruhig zu bleiben.“

    In Situationen, die zu Ärger führen könnten, ist Roger derjenige, der einen beruhigenden Einfluss auf die anderen ausübt und sie bittet, so zu handeln, wie Jesus es tun würde.

    „Mein Vater ist demütig geworden und kümmert sich nun liebevoll um seine Familie“, sagt Sedinirina. „Diese Veränderung in ihm macht mich sehr dankbar für den Vater im Himmel, für das Evangelium und unsere Mitgliedschaft in der Kirche.“

    Eine ewige Familie

    2006 konnten Roger und Arelina dank des Allgemeinen Fonds zur Unterstützung von Tempelbesuchern nach Johannesburg in Südafrika reisen, wo sie im Tempel aneinander gesiegelt wurden.

    Von 2009 bis 2011 waren Sedinirina und Randrianandry auf Vollzeitmission in Südafrika – Sedinirina in Kapstadt und Randrianandry in Johannesburg. Ihr Beweggrund lag unter anderem auch in dem Wunsch, weiteren Familien zu helfen, sich zu verändern – so, wie sich ihre Familie verändert hatte.

    „Ein solches Wunder kann geschehen. Er ist geschehen, weil Missionare uns gefunden haben“, stellt Randrianandry fest. „Deshalb hatte ich den Wunsch, einer anderen Familie irgendwo auf der Welt zu helfen, dieses Wunder ebenfalls zu erleben.“

    Dass die Söhne auf Mission gingen, führte zu einer weiteren Segnung für die ganze Familie. Sedinirina und Randrianandry waren neun Tage lang gleichzeitig in der Missionarsschule in Johannesburg. Also flog Roger mit seiner Frau Arelina und der Tochter Nirina nach Südafrika, damit die ganze Familie im Tempel aneinander gesiegelt werden konnte. Nirina, die damals 14 war, fällt es schwer, das Erlebte und ihre Gefühle in Worte zu fassen.

    „Es hat meinen Glauben gestärkt. Ich habe mich Gott viel näher gefühlt“, sagt sie.

    Heute zieht die Familie an einem Strang, um andere Menschen in ihrer Umgebung aufzubauen und zu stärken. Roger ist Bischof seiner Gemeinde. Arelina ist in der PV tätig und arbeitet mit dem Programm Glaube an Gott. Sedinirina ist Pfahlzweitsekretär. Randrianandry ist Gemeindezweitsekretär. Nirina ist Gemeinde-Musikbeauftragte.

    Das Evangelium war für Familie Randrianarison die Antwort auf ihre Gebete. Es hat alte Verletzungen geheilt, sie einander nähergebracht und es möglich gemacht, dass sie eines Tages für immer zusammen sein werden. Es hat Roger gelehrt, liebevoll zu sein. „Unser Familienleben ist ein Leben voller Liebe“, sagt er.

    Der Allgemeine Fonds zur Unterstützung von Tempelbesuchern

    Präsident Thomas S. Monson

    „Es gibt noch immer Gegenden in der Welt, wo der Tempel so weit von den Mitgliedern entfernt ist, dass sie sich die Fahrt dorthin nicht leisten können. Somit können sie also nicht an den heiligen und ewigen Segnungen teilhaben, die man im Tempel bekommen kann. Um da etwas Abhilfe zu schaffen, steht uns der sogenannte Allgemeine Fonds zur Unterstützung von Tempelbesuchern zur Verfügung. Aus diesem Fonds wird für diejenigen, die andernfalls nicht in den Tempel gehen könnten, obwohl sie sich das doch so sehr ersehnen, ein einmaliger Tempelbesuch finanziert. Wer etwas zu diesem Fonds beitragen möchte, braucht das nur auf dem normalen Spendenzettel, den er monatlich dem Bischof überreicht, angeben.“

    Präsident Thomas S. Monson, „Da wir uns nun wiedersehen“, Liahona, November 2011, Seite 5