Die Indexierung ist von großer Tragweite


Durch die Indexierung werden immer mehr genealogische Aufzeichnungen im Internet zugänglich, was es den Mitgliedern erleichtert, Namen ihrer Vorfahren zu finden und zum Tempel zu bringen.

Auf dem Notizzettel an der Tastatur stand: „PC ab 5 Uhr für Samuel reserviert.“ Der Pfahlpräsident hatte die Mitglieder des Pfahles aufgefordert, insgesamt eine Million Namen zu indexieren, woraufhin der 14-jährige Samuel B. aus Utah beschloss, morgens um 5 Uhr aufzustehen, um noch vor der Schule eine Weile indexieren zu können. Da Samuel den Familiencomputer mit sechs Geschwistern teilen muss, die ihn auch für die Hausaufgaben brauchen, musste er ein wenig Schlaf opfern, um Zeit am Computer zu bekommen.

Seine Begeisterung steckte die ganze Familie an. Sein Bruder Nathan und seine Schwester Ivyllyn begannen bald darauf ebenfalls mit dem Indexieren. Sie verbrachten dafür etwas weniger Zeit mit Basketballspielen beziehungsweise Lesen. „Da haben mich meine Kinder ganz schön gefordert“, meint Samuels Vater. „Bevor sie mit dem Indexieren angefangen haben, dachte ich, es sei wirklich schwierig. Sie haben mir aber gezeigt, dass es ganz leicht ist und Spaß macht.“ Am Silvesterabend waren die Kinder eifrig damit beschäftigt, ihr Jahresziel vor Mitternacht zu erreichen.

Tausende Kilometer entfernt packte Familie Lanuza in Guatemala die gleiche Begeisterung. Die neunköpfige Familie – fünf Kinder, die Eltern und die Großeltern – besitzt ebenfalls nur einen einzigen Computer. Die Kinder müssen Hausaufgaben machen, die Mutter arbeitet an ihrem Universitätsabschluss, der Vater nutzt ihn beruflich – der Computer ist also ständig in Gebrauch, und nun auch noch für das Indexieren. Die Familie hat 2011 insgesamt mehr als 37.000 Einträge indexiert.

Diese Kinder und ihre Familien sind der Aufforderung nachgekommen, die Elder David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf Apostel im Oktober 2011 an die Jugend der Kirche gerichtet hat:

„Viele von euch denken vielleicht, dass Genealogie hauptsächlich eine Sache für ältere Leute ist. Mir ist aber in den heiligen Schriften und in den Richtlinien der Führer der Kirche keine Altersgrenze bekannt, durch die diese wichtige Arbeit auf Erwachsene beschränkt wird. …

Ich fordere die jungen Leute der Kirche auf, mehr über den Geist des Elija zu erfahren und ihn selbst zu erleben.“1

Die Familienforschung wird schneller und einfacher

Das Indexieren ist eine ganz einfache Methode, sich mit der Familienforschung anzufreunden und den Geist des Elija zu verspüren. In Ämtern und Kirchen werden seit Jahrhunderten Personenstandsregister und Familienregister aufbewahrt, die teilweise nur sehr schwer zugänglich sind und die zu durchsuchen sehr viel Zeit kostet. Früher musste man sogar in die möglicherweise weit entfernte Heimat seiner Vorfahren reisen und dort die Aufzeichnungen durchforsten, ohne jede Garantie, dass man auch nur einen einzigen Namen finden würde.

Die Einführung der FamilySearch-Indexierung im Jahr 2006 hat die Ahnenforschung erheblich beschleunigt. Namen, die zuvor in handschriftlichen Aufzeichnungen in irgendeinem fernen Archiv sozusagen verborgen waren, liegen nun in digitalisierter Form (indexiert) vor und können im Internet rasch gefunden werden. Um dies zu ermöglichen, laden die ehrenamtlichen Indexierer einen Datensatz herunter, der etwa 10 bis 50 Namen enthält. Sie geben dann die Namen, die Daten und weitere Angaben in die FamilySearch-Datenbank ein, wodurch durchsuchbare elektronische Verzeichnisse entstehen.

Ehe FamilySearch mit der Indexierung begann, konnte es mit damaligen Methoden der Urkundenauswertung Jahre dauern, ein durchsuchbares Verzeichnis für nur einen einzigen Satz von Aufzeichnungen zu erstellen. Michael Judson, bei FamilySearch für die Indexierung zuständig, weist darauf hin, dass es 11 Jahre dauerte, die Freedman Bank Records (US-amerikanische Unterlagen über befreite Sklaven, die ein Bankkonto eröffneten) zu indexieren. Das würde nach seinen Schätzungen jetzt nur noch Monate dauern.

Ehrenamtliche Helfer in aller Welt haben seit 2006 bereits mehr als eine Milliarde Aufzeichnungen indexiert. Aber es gibt noch viel zu tun. Im Granitgewölbe bei Salt Lake City lagern Milliarden weiterer Aufzeichnungen, die noch indexiert werden müssen. Darüber hinaus befinden sich in aller Welt weitere Archive mit Aufzeichnungen, die von Mitarbeitern der Abteilung Familiengeschichte in einer Geschwindigkeit von etwa 35 Millionen Digitalaufnahmen pro Monat abfotografiert werden.

Der Situation angepasste Segnungen

Die Erste Präsidentschaft hat erklärt: „Die Mitglieder sind angehalten, sich an der FamilySearch-Indexierung zu beteiligen, die für Genealogie und Tempelarbeit von entscheidender Bedeutung ist.“2 Mitglieder aus vielen Ländern der Welt nehmen sich dies zu Herzen und werden reich gesegnet.

Mitglieder in der Ukraine arbeiten fleißig daran, elektronische Verzeichnisse zu erstellen, die die Familienforschung in Osteuropa beschleunigen werden. Familie Rudenko in Kiew geht mit gutem Beispiel voran. Sie verzichtet auf andere Dinge, um ihren Internetanschluss bezahlen zu können, damit die ganze Familie Namen indexieren kann. Schwester Rudenko hat den Familien-Laptop immer auf dem Küchentisch stehen, damit sie in freien Augenblicken im Laufe des Tages indexieren kann. Mit einem Arm hält sie das Baby, mit der freien Hand gibt sie die Namen ein. Auch der 16-jährige Sohn und die 12-jährige Tochter indexieren regelmäßig, und manchmal besucht die ganze Familie staatliche Archive, um nach ihren Vorfahren zu forschen. Familie Rudenko reicht regelmäßig Namen für den Tempel ein und lässt die heiligen Handlungen an sich vollziehen. Manchmal ist die Familie mehrmals in der Woche im Tempel.

Schwester Rudenko sagt über die Segnungen, die sie durch die Familienforschung empfangen hat: „Ich glaube, dass das Indexieren und die Familienforschung ein Schutz für meine Familie sind. In meinem Patriarchalischen Segen wurde mir verheißen, dass diese Arbeit mich und meine Kinder beschützen wird. Ihre Gedanken werden rein sein und sie werden imstande sein, dem schlechten Einfluss der Welt zu widerstehen. … Durch diese Arbeit ruht die Macht Gottes auf meinen Kindern.“

Viele Mitglieder entdecken, dass jeder Einzelne mit dem Indexieren einen wertvollen Beitrag leisten kann, ganz unabhängig von den eigenen Fähigkeiten oder Lebensumständen. Malinda Perry aus Utah erlitt im Alter von 24 Jahren bei einem Autounfall eine Querschnittslähmung vom Hals abwärts. Während Schwester Perry ihr Leben neu gestalten musste, betete sie darum, wie sie dem Herrn dienen konnte. Sie erhielt die Antwort, als Rayleen Anderson von der Pfahl-FHV-Leitung sie besuchte und ihr beibrachte, wie man indexiert. Jetzt verbringt Schwester Perry jeden Tag Zeit am Computer. Mit Hilfe eines Stabs, der an ihrer Hand befestigt wird, kann sie mit geringen Handbewegungen die Tastatur bedienen. Sie indexiert täglich einen Satz Namen.

„Anstatt mich mit mir selber zu befassen wie bisher, befasse ich mich damit, anderen etwas Gutes zu tun“, meint Schwester Perry. „Ich liebe den Herrn, und es macht mir Freude, mit dem Indexieren dazu beizutragen, dass andere seine Segnungen bekommen.“

Während David Pickup, Pfahlpräsident in Chorley in England, sich einen Vortrag über Familienforschung anhörte hatte er die Eingebung, das Indexieren könne dazu beitragen, dass die Mitglieder seines Pfahles vermehrt den Wunsch verspürten, den Tempel zu besuchen. Er fragte sich aber, wie etwas, was einfach eine banale Dateneingabe zu sein schien, Menschen zum Tempel führen konnte.

Also beschloss er, es selbst einmal mit dem Indexieren zu versuchen, und er stellte fest, dass er den Geist des Elija vermehrt verspürte. Das Indexieren hat auf ihn eine „läuternde“ Wirkung. „Man kann nicht indexieren, ohne sich nicht nur über die Namen Gedanken zu machen, die man gerade eingibt, sondern auch über die eigenen Vorfahren“, stellt er fest.

Präsident Pickup hat die Mitglieder seines Pfahles aufgefordert, das Indexieren zu nutzen, um sich an der Familienforschung zu beteiligen. Schon nach kurzer Zeit bemerkten er und andere Führungsbeamte des Pfahles eine deutliche Zunahme der Tempelwürdigkeit und der Anwesenheit in der Abendmahlsversammlung. Es zeigte sich, dass die Mitglieder, die sich am Indexieren beteiligten, nun auch die Namen ihrer eigenen Vorfahren zum Tempel bringen wollten.

Die 17-jährige Mackenzie H. nahm sich Präsident Pickups Aufforderung zu Herzen. Sie beteiligte sich an der Indexierung und brachte auch ihre Geschwister, ihre Eltern und ihre Großeltern dazu, mitzuarbeiten. In weniger als zwei Jahren hatte Mackenzie über 44.000 Namen indexiert. Noch wichtiger aber ist, dass Mackenzie und ihre Familie sich daranmachten, die Namen ihrer Vorfahren ausfindig zu machen, zum Tempel zu bringen und die errettenden heiligen Handlungen für sie an sich vollziehen zu lassen.

Das Indexieren erwies sich für die Mitglieder des Pfahles Chorley als Segen, weil sie vermehrt den Heiligen Geist bei sich hatten und außerdem die notwendigen Hilfen kennenlernten, um auch die Namen ihrer eigenen Vorfahren zum Tempel zu bringen. „Man muss für das Indexieren nicht tempelwürdig sein“, erklärt Präsident Pickup, „aber wenn man indexiert, wird man geläutert, und man hat den Wunsch, tempelwürdig zu sein, in den Tempel zu gehen und die Arbeit für die eigenen Vorfahren zu verrichten. … Das weiß ich, weil ich es selbst erlebt habe.“

Vom Indexieren profitieren alle

Der Herr hat verheißen: „Siehe, ich werde mein Werk in seiner Zeit beschleunigen.“ (LuB 88:73.) Das Indexieren ist ein Beitrag zur Erfüllung dieser Verheißung. Natürlich kann man einfach nach seinen eigenen Vorfahren forschen und es anderen überlassen, ihre Vorfahren zu finden, aber das Indexieren erleichtert und beschleunigt die Familienforschung für alle. „Der Herr hat uns die Technik gegeben, damit das Finden von Namen erheblich erleichtert wird“, meint Bruder Judson. „Jetzt forscht man nicht nur nach den eigenen Vorfahren. Vielmehr ist das Indexieren ein gemeinsames Unterfangen, allen Kindern des Vaters im Himmel Segen zu bringen.“

Mehr als bloße Dateneingabe

Zunächst könnte man meinen, das Indexieren sei nur eine banale Dateneingabe, aber viele erfahrene Indexierer bestätigen, dass es eine geistige Arbeit ist, die Menschen auf beiden Seiten des Schleiers Segen bringt.

Hier einige Anregungen, wie das Indexieren zu einer geistig erfüllenden Erfahrung wird:

  1. 1.

    Beginnen Sie mit einem Gebet. Vielleicht möchten Sie darum beten, den Geist des Elija zu verspüren, damit sich Ihr Herz Ihren Vorfahren zuwendet.

  2. 2.

    Beseitigen Sie Ablenkungen, schalten Sie auch den Fernseher oder Musik ab, die Sie davon abhält, den Geist zu verspüren.

  3. 3.

    Indexieren Sie gemeinsam mit Angehörigen oder Freunden. Dann ist es leichter, schwierige Handschriften zu entziffern, und zudem ist es eine Anregung, sich über die eigene Familiengeschichte unterhalten.

  4. 4.

    Denken Sie daran, dass jeder Name, den Sie indexieren, für einen Menschen steht, der von seinen lebenden Nachfahren gefunden werden kann und für den die heiligen Handlungen im Tempel stellvertretend vollzogen werden können.

  5. 5.

    Vergessen Sie nicht, dass der Herr Ihnen helfen wird. Durch den Erretter kann jedes Hindernis beim Indexieren überwunden werden (siehe 2 Korinther 12:9,10).

Indexieren kann man in Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Schwedisch und Spanisch. Näheres erfahren Sie unter familysearch.org/indexing.

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    David A. Bednar, „Das Herz der Kinder wird sich den Vätern zuwenden“, Liahona, November 2011, Seite 26

  2.   2.

    Schreiben der Ersten Präsidentschaft, 29. Februar 2012