Bis aufs Wiedersehen

Der Weg nach Hause


Wenn wir nicht wissen, welchen Weg wir einschlagen sollen, zeigt Jesus Christus uns den Weg.

Die Busfahrt von der Arbeit nach Hause begann wie jede andere. Nach wenigen Minuten lehnte ich den Kopf gegen die Fensterscheibe, und schon bald schaukelte mich das Anhalten und Anfahren des Busses in den Schlaf. Ich war frisch verheiratet und immer noch damit beschäftigt, mich an meine neuen Aufgaben zusätzlich zu Studium und Arbeit zu gewöhnen. An manchen Tagen verschlief ich fast die ganze Busfahrt zur Arbeit und auch die Rückfahrt.

Während ich immer wieder eindöste und wieder aufschreckte, hörte ich, dass dem Busfahrer Anweisungen zugerufen wurden. Offensichtlich musste jemand dem Busfahrer den Weg weisen – an jeder Biegung und jeder Straße, zu jeder Haltestelle auf der 80 Kilometer langen Strecke.

Da mir klar war, dass die Busfahrt nun noch länger dauern würde als die üblichen anderthalb Stunden, wurde ich sofort ärgerlich. Unfreundliche Gedanken über die Kompetenz des Busfahrers schossen mir durch den Kopf. Weil dem Fahrer ständig etwas zugerufen wurde, konnte ich nicht mehr einschlafen.

Nach einiger Zeit bemerkte ich jedoch, dass die Zurufe aufgehört hatten. Ich sah auf. Eine Frau, die zwei Reihen vor mir saß, wies dem Busfahrer geduldig den Weg. Ich beobachtete, wie sie dem Mann freundlich Anweisungen gab und ihm, ehe sie selbst ausstieg, noch kurz erklärte, wo die nächsten Haltestellen entlang der Straße waren. Noch lange nachdem ich zu Hause angekommen war, ärgerte ich mich über meine eigene Reaktion – dass ich den Busfahrer kritisiert hatte, während die Frau ihn freundlich angeleitet hatte.

Mir wurde bewusst, dass ich etwas mit ihm gemeinsam habe: Ich kenne meinen Weg durchs Leben kein bisschen besser als der Busfahrer die für ihn neue Strecke. Wir beide befinden uns auf einem uns unbekannten Weg. Sicher war er dankbar, dass jemand, der die Strecke kannte, bereit gewesen war, ihm geduldig zu zeigen, was vor ihm lag.

Genau das macht Jesus Christus für uns. Wenn wir nicht wissen, welchen Weg wir einschlagen sollen, zeigt sein Beispiel uns den Weg. Wenn wir Fragen haben, gibt er uns geduldig Antwort. Wie oft hat er, als er selbst erschöpft war, weil er einen langen Weg hinter sich hatte, sich dennoch um andere gekümmert?

Es ist seither immer wieder einmal vorgekommen, dass wir einen neuen Busfahrer hatten. Der eine oder andere braucht ein wenig Hilfe, den richtigen Weg zu finden, und dank dem Beispiel der freundlichen Frau und dem Beispiel unseres Erlösers bin ich gern bereit, die nötigen Anweisungen zu geben.