Botschaft von der Ersten Präsidentschaft

Von seinen Armen sanft umschlossen

Präsident Dieter F. Uchtdorf

Zweiter Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft

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    Die Todesqualen im Garten, Gemälde von Frans Schwartz

    Wie so viele von Ihnen bin auch ich von schönen Kunstwerken oder Musikstücken schon oft inspiriert worden. So stand ich einmal vor einem meisterhaft ausgeführten Gemälde des dänischen Künstlers Frans Schwartz mit dem Titel Die Todesqualen im Garten.1

    Dieses schmerzlich schöne Bild zeigt den Erlöser kniend im Garten Getsemani. Während er dort betet, legt ein Engel sanft einen Arm um ihn, spendet ihm Trost, steht ihm bei und gibt ihm himmlischen Rückhalt.

    Je länger ich dieses Bild betrachte, desto mehr durchdringen Herz und Seele unaussprechlich zarte, dankbare Gefühle. Ich kann in bescheidenem Maße nur erahnen, wie es gewesen sein muss, mitzuerleben, wie der Erlöser mit dem überragenden Werk seines irdischen Daseins begann, nämlich die Sünden der Welt auf sich zu nehmen. Ich staune, wie grenzenlos die Liebe und das Mitgefühl sind, die unser Vater seinen Kindern schenkt. Tiefe Dankbarkeit überkommt mich, wenn ich daran denke, was der Sohn, der ohne Sünde war, für alle Menschen vollbracht hat – auch für mich.

    Das Opfer des Gottessohnes

    Jedes Jahr um diese Zeit gedenken wir des Opfers, das Jesus Christus für die gesamte Menschheit gebracht hat.

    Was der Erlöser zwischen Getsemani und Golgota für uns getan hat, liegt außerhalb meines Vorstellungsvermögens. Er hat die Last unserer Sünden auf sich genommen und damit nicht nur für die Ursünde Adams, sondern auch für die Sünden und Übertretungen von Abermilliarden Menschenseelen, die jemals gelebt haben, ein ewig gültiges Lösegeld bezahlt. Dieses ewige, heilige Opfer ließ „selbst Gott, den Größten von allen, der Schmerzen wegen zittern und aus jeder Pore bluten und an Leib und Geist leiden“ (LuB 19:18).

    Er hat für mich gelitten.

    Er hat für Sie gelitten.

    Mir läuft das Herz vor Dankbarkeit über, wenn ich darüber nachdenke, wie kostbar dieses Opfer war. Die Erkenntnis stimmt mich demütig, dass ein jeder, der dieses Geschenk annimmt und sein Herz ihm zuwendet, Vergebung erlangen und von seinen Sünden befreit werden kann, wie schwer die Übertretung oder wie drückend die Last auch gewesen sein mag.

    Wir können noch einmal makellos und rein gemacht werden! Wir können durch das ewige Opfer unseres geliebten Heilands erlöst werden.

    Wer wird uns trösten?

    Auch wenn keiner von uns die Untiefen auskosten muss, die unser Herr durchlitten hat, wird doch ein jeder seine eigenen finsteren und schmerzhaften Stunden erleben – Zeiten, in denen Kummer und Gram uns übergroß und unerträglich erscheinen. Es wird Zeiten geben, da die Last unserer Sünden und die Reue, die wir empfinden, uns unbarmherzig niederdrücken.

    Doch selbst dann wird der Herr, wenn wir unser Herz in diesen Zeiten zu ihm emporheben, mit Sicherheit ein Einsehen und Verständnis haben. Er, der in jenem Garten und am Kreuz so selbstlos für uns gelitten hat, wird uns dann nicht ohne Trost zurücklassen. Er wird uns Kraft und Mut und Segen spenden. Er wird uns mit seinen Armen sanft umschließen.

    Er wird mehr als nur ein Engel für uns sein.

    Er wird uns süßen Trost, Heilung, Hoffnung und Vergebung gewähren.

    Denn er ist unser Erlöser.

    Unser Befreier.

    Unser barmherziger Erretter und unser gütiger Gott.

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    Anmerkung

    1. 1.

      Der Priester, der beim Begräbnis von Frans Schwartz eine Rede hielt, sagte, dass „seine Kunst von Gott beflügelt und lobenswerter war als so manche Predigt“ (Emmilie Buchanan-Whitlock, „History of Artists’ Lives Gives Greater Context for Exhibit“, Deseret News, 29. September 2013, deseretnews.com)