Die Führer der Kirche haben wiederholt gemahnt, dass die Menschen in allen Nationen die Religionsfreiheit gemeinsam fördern müssen.

„Die Mitglieder der Kirche streben an, zwischen Menschen aller Religionen und jeglicher politischer Überzeugung oder Herkunft ein wohlwollendes Miteinander zu schaffen“, sagte Präsident Dieter F. Uchtdorf, Zweiter Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, im April 2015 beim John-A.-Widtsoe-Religionssymposium an der University of Southern California in Los Angeles.

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Er erklärte: „Die Anstrengung, sich von althergebrachtem Misstrauen und von Kleinlichkeit zu lösen und einander mit anderen Augen zu sehen – nicht als Fremde oder Gegner, sondern als Mitreisende, als Brüder und Schwestern, als Kinder Gottes –, gehört zu den schwierigsten, doch zugleich lohnendsten und edelsten Erfahrungen des menschlichen Daseins.“ In ähnlicher Weise haben Propheten und Apostel in letzter Zeit wiederholt zu Respekt und Verständnis aufgerufen.

„Es darf keine Fehde zwischen Religion und Staat geben“, sagte Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel im Oktober 2015 bei einer gemeinsamen Konferenz von Richtern und Kirchenvertretern, die in der jüdischen Gemeinde B’nai Israel in Sacramento in Kalifornien stattfand. „In einer Atmosphäre der Wut, der Anfeindung und des Streits kann es nur Verlierer geben“, betonte er.

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„Der Staat und seine Gesetze können Gläubigen und religiösen Organisationen sowie deren Tätigkeiten grundlegenden Schutz bieten“, erklärte er und merkte an, dass religiöse Grundsätze, Lehren und Organisationen „dazu beitragen können, Bedingungen zu schaffen, unter denen Gesetze, staatliche Institutionen und die Bürger gedeihen“ und ein „glückliches, einträchtiges und friedliches Zusammenleben“ möglich ist.

Elder Oaks sprach auch bei einem Treffen in Argentinien über Religionsfreiheit (siehe „Nachrichten der Kirche“, Liahona, Januar 2016, Seite 16).

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Im Juni 2015 sprach Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf Apostel zu der parteiübergreifenden parlamentarischen Arbeitsgruppe Außenpolitik im Oberhaus in London. „Religionen und religiöse Organisationen sprechen die grundlegenden Werte eines Menschen an. Dadurch vermögen sie, Menschen zu motivieren und zugleich die Bereitschaft zur Vergebung und Versöhnung zu fördern sowie den Wunsch, sowohl im Privatleben als auch in der Gesellschaft immer wieder aufs Neue das Ideal anzustreben“, sagte er.

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„Religionsfreiheit ist der Grundstein für den Frieden in einer Welt mit vielen miteinander konkurrierenden Weltanschauungen“, erklärte Elder D. Todd Christofferson vom Kollegium der Zwölf Apostel im April 2015 bei einem interreligiösen Treffen in der brasilianischen Moschee in São Paulo. Er hielt seine Ansprache auf Portugiesisch. Bei der Veranstaltung, mit der Brasiliens großer Einsatz für die Religionsfreiheit gewürdigt wurde, befanden sich unter den Zuhörern Muslime, Katholiken, Adventisten, Juden, Protestanten, Heilige der Letzten Tage, indianische Spiritualisten und Teilnehmer ohne bestimmte Glaubenszugehörigkeit. „Mögen wir uns um Frieden bemühen und zu diesem Zweck gemeinsam die Freiheit aller Menschen bewahren und schützen, nach einer Religion oder Überzeugung ihrer Wahl zu leben und diese kundzutun, ob für sich oder in der Gemeinschaft mit anderen, zu Hause oder in der Ferne, in der Öffentlichkeit oder privat, auch was die Form der Verehrung, Ausübung, Umsetzung und Verkündung anbelangt“, sagte er.

„Gläubige Menschen müssen beim Schutz der Religionsfreiheit in vorderster Reihe stehen, da aus dieser Freiheit viele weitere wesentliche Freiheiten hervorgehen“, sagte Elder Quentin L. Cook vom Kollegium der Zwölf Apostel im Mai 2015 an der University of Notre Dame in Sydney, die ihn als Gastredner für den jährlichen Vortrag zum Thema Religionsfreiheit eingeladen hatte. „Wir müssen nicht nur die Möglichkeit schützen, uns zu unserer eigenen Religion zu bekennen, sondern auch das Recht einer jeden Religion, ihre eigenen Lehren und Gesetze umzusetzen“, erklärte er.

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Elder Ronald A. Rasband vom Kollegium der Zwölf Apostel war der dienstälteste Präsident der Siebziger, als er im September 2015 zu Studenten der Brigham-Young-Universität in Provo sprach.

„In Ihrem Alter fragen sich einige, weshalb sich religiöse Gruppen überhaupt in politische Themen einmischen. Sie stehen den Beweggründen religiöser Menschen, die dies tun, häufig skeptisch gegenüber“, sagte er. Die Stimmen derer, die der Meinung sind, dass Religion keine Rolle in politischen Erwägungen spielen sollte, seien in den letzten Jahren lauter geworden. Dies steigere die „Gefahr, eine weitere Gruppe in die Opferrolle zu drängen: gläubige Menschen wie Sie und ich“.

Elder Rasband erklärte den Studenten, dass ihre Generation sich auf diesem Gebiet aktiv engagieren muss. „Wir brauchen Ihre Generation mit ihrem natürlichen Verständnis von Mitgefühl, Respekt und Fairness. Wir brauchen Ihren Optimismus und Ihre Entschlossenheit, die komplexen sozialen Sachverhalte durchzuarbeiten.“ Die Antwort liege darin, mit dem Gebot des Erlösers anzufangen: „Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“ (Johannes 13:34.)