man in wheat field

Im Schweiße deines Angesichts, Gemälde von Gary Smith

Als Elder Heber C. Kimball (1801–1866) von dem Propheten Joseph Smith als Missionar nach England berufen wurde, um „die Tür zur Erlösung zu öffnen“, überkamen Elder Kimball Gefühle der Unzulänglichkeit.

„O Herr“, schrieb er, „ich bin ein Mann, der mit stammelnder Zunge spricht, und für ein solches Werk doch ungeeignet.“

Dennoch nahm Elder Kimball die Berufung an und fügte hinzu: „Diese Bedenken brachten mich jedoch nicht vom Pfad der Pflicht ab, sondern als ich den Willen meines himmlischen Vaters erkannte, da war ich entschlossen, keine Gefahren zu scheuen, im Vertrauen darauf, dass er mich mit seiner Allmacht stützen und mir alle Fähigkeiten geben würde, die ich brauchte.“1

Meine jungen Brüder und Schwestern, die Sie als Vollzeitmissionare berufen sind: Sie sind zu dem Werk berufen, weil Sie wie Elder Kimball „den Wunsch hab[en], Gott zu dienen“ (LuB 4:3), und weil Sie bereit und würdig sind.

Sie als ältere Ehepaare sind aus denselben Gründen zu dem Werk berufen. Sie bringen jedoch nicht nur den Wunsch zu dienen, sondern auch Weisheit mit, die Sie durch Zeiten des Opferns, der Liebe und der Erfahrung gewonnen haben. Der Vater im Himmel kann diese Weisheit nutzen, um das Herz seiner Söhne und Tochter anzurühren, die nach Wahrheit suchen. Sie haben mit Sicherheit gelernt, dass wir Gott nie wahrhaft lieben können, bis wir ihm dienen, indem wir anderen dienen.

Neben Ihrem Wunsch, als Missionar tätig zu sein, bringen Sie auch Glauben und Stärke, Mut und Zuversicht, Entschlossenheit, Durchhaltevermögen und Hingabe mit. Ein hingebungsvoller Missionar kann auf Mission Wunder bewirken.

Präsident John Taylor (1808–1887) hat die wichtigsten Fähigkeiten eines Missionars so zusammengefasst: „Wir wünschen uns solche Menschen als Verkündiger der Evangeliumsbotschaft, die an Gott glauben, die an ihre Religion glauben, die das Priestertum ehren, Menschen, … denen Gott vertraut. … Wir wünschen uns Menschen, die vom Heiligen Geist und von der Macht Gottes erfüllt sind[,] Menschen … voll Ehre, Redlichkeit, Tugend und Reinheit.“2

Der Herr hat gesagt:

„Denn siehe, das Feld ist schon weiß, zur Ernte bereit; und siehe, wer seine Sichel mit aller Macht einschlägt, der legt einen Vorrat an, sodass er nicht zugrunde geht, sondern seiner Seele die Errettung bringt; und Glaube, Hoffnung, Nächstenliebe und Liebe, das Auge nur auf die Herrlichkeit Gottes gerichtet, befähigen ihn für das Werk.“ (LuB 4:4,5.)

Sie wurden durch Inspiration berufen. Ich bezeuge: Wen Gott beruft, den befähigt er auch. Gott hilft Ihnen, wenn Sie gebeterfüllt im Weingarten des Herrn arbeiten.

Die wunderbare Verheißung, die der Herr den Missionaren in den Anfangstagen dieser Evangeliumszeit gegeben hat, gilt dann Ihnen: „Ich werde vor eurem Angesicht hergehen. Ich werde zu eurer rechten Hand sein und zu eurer linken, und mein Geist wird in eurem Herzen sein und meine Engel rings um euch, um euch zu stützen.“ (LuB 84:88.)

Bei Ihrer Arbeit schaffen Sie wertvolle Erinnerungen und bilden Freundschaften, die ewig andauern. Mir ist kein Betätigungsfeld bekannt, auf dem man Glück in reicherem Maße erntet als auf Mission.

Noch ein Wort an die Missionare, Missionarinnen und Ehepaare, die aus welchem Grund auch immer die ihnen bestimmte Zeit auf Mission nicht zur Gänze erfüllen können: Der Herr liebt Sie. Er schätzt Ihr Opfer. Er weiß, dass Sie enttäuscht sind. Seien Sie gewiss: Er hat noch immer eine Aufgabe für Sie. Lassen Sie sich vom Satan nicht das Gegenteil einreden. Lassen Sie sich nicht herunterziehen und entmutigen. Verzweifeln Sie nicht.

Wie ich kurz nach meiner Berufung zum Präsidenten der Kirche bei der Generalkonferenz erklärt habe: „Fürchten Sie sich nicht. Seien Sie guten Mutes. Die Zukunft ist so hoffnungsvoll wie Ihr Glaube.“3 Diese Verheißung trifft noch immer auf Sie zu. Verlieren Sie nicht den Glauben, denn der Herr glaubt noch immer an Sie. Halten Sie Ihre Bündnisse und gehen Sie voran.

Die Welt braucht das Evangelium Jesu Christi. Möge der Herr all seine Heiligen – ganz gleich, wo sie tätig sind – mit dem Herzen eines Missionars segnen.

Wie man Gedanken aus dieser Botschaft vermittelt

Ob wir nun als Vollzeitmissionar tätig sind oder nicht, jeder von uns hat die Möglichkeit, andere am Evangelium teilhaben zu lassen und seinen Mitmenschen zu dienen. Sie könnten diese Botschaft mit einer Generalkonferenzansprache aus jüngerer Zeit zu diesem Thema verbinden, zum Beispiel „Wie wir das wiederhergestellte Evangelium verbreiten können“ von Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel (Liahona, November 2016, Seite 57). Sie könnten außerdem die Aussage „Wen Gott beruft, den befähigt er auch“ besprechen. Inwiefern haben diejenigen, die von Ihnen unterwiesen werden, schon gespürt, dass Gott sie bei der Missionsarbeit und bei ihren Berufungen unterstützt? Sie könnten sie auffordern, um Kraft und Inspiration zu beten, damit sie erkennen, wie sie ihre Familie, Freunde und Nachbarn am Evangelium teilhaben lassen können.

Jugendliche

Eine Missionarin – auch ohne Namensschild

Die Verfasserin lebt in Utah.

teenage girl in school

In der Schule habe ich einen Lehrer, bei dem man sich seiner Art wegen nicht immer traut, zu einem Thema eine gegenteilige Meinung zu äußern. Einmal kam das Thema Missionare der Mormonen auf. Ich wusste, ich hätte seine Fragen beantworten können, aber ich hatte den Eindruck, ich solle es lassen. Also sagte ich gerade genug, um ihn für den Moment zufriedenzustellen.

Im Laufe der folgenden Wochen ließ mich unser Gespräch allerdings nicht los. Schließlich kam mir der Gedanke, ich solle ihm ein Buch Mormon geben und vorher darin einige Aussagen zur Missionsarbeit markieren. Der Gedanke machte mir Angst, aber er ging nicht weg. Ich wusste, es war eine Eingebung, der ich folgen musste.

Etwa zwei Monate später war das Buch Mormon fertig. Den ganzen Tag lang schien es ein Loch in meinen Rucksack zu brennen. In den paar Sekunden, die ich brauchte, um es meinem Lehrer zu geben, bevor ich in die Winterferien ging, hatte ich Angst wie noch nie zuvor.

Am ersten Tag nach den Ferien lief ich an seinem Klassenzimmer vorbei, traute mich aber nicht, hineinzugehen. Da hörte ich ihn nach mir rufen. Er gab mir eine Karte, die ich auf dem Flur las. Er schrieb, er habe sich ausführlich mit den Passagen, die ich markiert hatte, auseinandergesetzt, und er könne nun einige Gründe für meinen Glauben verstehen.

Jetzt erzähle ich anderen voller Begeisterung vom Evangelium, und ich freue mich schon sehr darauf, dem Vater im Himmel bald als Missionarin zu dienen.

Anregungen findet ihr unter lds.org/go/6176. #FutureMissionary

Kinder

Missionsdienst

Missionare werden berufen, damit sie den Menschen vom Evangelium erzählen, aber sie sollen ihnen auch dienen. Hilf den Missionaren, diese im Bild versteckten Werkzeuge zu finden.

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    Heber C. Kimball, zitiert in Orson F. Whitney, Life of Heber C. Kimball, 3. Auflage, 1967, Seite 104

  2.   2.

    Lehren der Präsidenten der Kirche: John Taylor, Seite 72f.

  3.   3.

    Thomas S. Monson, „Seien Sie guten Mutes“, Liahona, Mai 2009, Seite 92