crossed hands

Illustration von Allen Garns

In der 18. Woche meiner vierten Schwangerschaft wachte ich eines Nachts mit einer geringfügigen Blutung auf. Als sie nicht aufhörte, bekam ich Angst und fuhr zur Notaufnahme.

Während der langen Fahrt zum Krankenhaus hoffte und betete ich, dass alles gut ausgehen würde. Schlimmstenfalls würde der Arzt mir sicher einfach nur ein paar Tage Bettruhe verordnen.

Als ich ins Krankenhaus eingewiesen wurde, führte man mehrere Untersuchungen durch. Es stellte sich heraus, dass das Baby keinen Herzschlag hatte – die Diagnose lautete: Totgeburt. Da der Arzt nichts mehr tun konnte, entließ er mich.

Auf der Heimfahrt war ich traurig und hatte Angst. Ich konnte die ganze Nacht kein Auge zumachen. Als ich am nächsten Morgen aufstand, fühlte ich mich gedrängt, frühmorgens an einer Endowmentsession im Tempel teilzunehmen.

Gegen Ende der Session fiel mein Blick auf meinen Ehering und meinen Verlobungsring. Die Ringe hatten der Urgroßmutter gehört, nach der ich benannt worden war. Sie war gestorben, als ich fünf Jahre alt gewesen war. Ich hatte erst kurze Zeit zuvor ihre Lebensgeschichte gelesen und erinnerte mich, dass sie im Alter zwischen 20 und 30 Jahren viele Fehlgeburten erlitten hatte.

Ich war den ganzen Morgen traurig gewesen, hatte Angst gehabt und mit den Tränen gekämpft, aber in diesem Augenblick verspürte ich Frieden und Trost. Meine Urgroßmutter hatte in ihrem Leben ähnliche Prüfungen durchgemacht, und der Erretter hatte ihr beigestanden. Ich war zuversichtlich, dass er auch mir helfen würde.

„Er wird ihre Schwächen auf sich nehmen, auf dass sein Inneres von Barmherzigkeit erfüllt sei gemäß dem Fleische, damit er gemäß dem Fleische wisse, wie er seinem Volk beistehen könne gemäß dessen Schwächen.“ (Alma 7:12.)

Ich bin äußerst dankbar für den Frieden, den wir verspüren, wenn wir in den Tempel gehen, für das Vermächtnis treuer Vorfahren und vor allem für das Sühnopfer des Erlösers Jesus Christus.