Stimmen von Heiligen der Letzten Tage

Die vielen Wunder in Cristinas Leben

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    Unsere Familie durfte wegen meiner Schwester Cristina viele Wunder miterleben. Cristina wurde mit einem schweren Herzfehler geboren. Als die Ärzte sie untersuchten, sagten sie meinen Eltern, dass sie wohl nicht überleben würde. Meine Eltern hielten ihr schwaches Baby jedoch in den Armen und setzten ihr Vertrauen in den Herrn. Cristinas Überleben war ein Wunder.

    Die Jahre vergingen und Cristina wuchs zu einem starken, klugen, verspielten, hübschen Mädchen heran. Als sie zwölf war, musste ihr eine künstliche Herzklappe eingesetzt werden. Wir machten uns Sorgen, dass sie die Operation vielleicht nicht überleben würde, sie war jedoch voller Kraft und Mut, als sie sich von uns verabschiedete und in den Operationssaal gebracht wurde.

    Cristina überlebte die Operation und kam wieder zu uns nach Hause. Sie schien stets glücklich zu sein und war dem Vater im Himmel dankbar, dass sie am Leben war und die Gelegenheit hatte, zu lernen und zu wachsen. Freunde und Bekannte hätten nie vermutet, dass sie einen Herzfehler hatte, weil sie so aktiv war.

    Nachdem sie sich mit 16 von einem Schlaganfall erholt hatte, wurde sie gebeten, als Lehrerin beim Seminar auszuhelfen. Sie spornte viele Schüler an, die gerade Schriftstellen auswendig lernten oder Lehren aus dem Buch Mormon verinnerlichten. Cristina spielte auch Klavier und sang gern. Als sie gebeten wurde, einen Chor aus 60 Sängern zu leiten, der bei einer Gemeindekonferenz singen sollte, zögerte sie keine Sekunde.

    Mit 22 heiratete Cristina im Tempel einen jungen Mann für alle Ewigkeit. Kurz darauf wurde sie als JD-Leiterin in ihrer Gemeinde berufen.

    Als sie 26 war, verschlechterte sich Cristinas Gesundheitszustand schlagartig. Sie fuhr nach São Paulo, um dort ein paar Tests durchführen zu lassen. Anschließend erfuhr sie, dass sie noch einmal operiert werden musste. Während der Operation erlitt Cristina einen Herzinfarkt, der einen Hirnschaden verursachte. Die Monate vergingen, doch es ging ihr einfach nicht besser. Wir kamen als Familie zusammen, um für ihre Genesung zu fasten und zu beten, aber ihr Zustand verbesserte sich nicht. Wir beschlossen, erneut zu fasten. Dieses Mal baten wir jedoch darum, den Willen des himmlischen Vaters akzeptieren zu können. Am darauffolgenden Tag verstarb Cristina.

    Dies war zwar nicht das, was wir erhofft hatten, aber wir erkannten, dass auch dies ein Wunder war. Cristina musste nicht mehr leiden. Das Evangelium brachte uns Freude und Frieden, selbst in Augenblicken tiefer Trauer. Weil wir aneinander gesiegelt wurden, wissen wir, dass wir wieder mit Cristina zusammen sein können.