scientist

Illustration von Carolyn Vibbert

Nach meinem Studium ging ich in die Forschung. Aufgrund meiner wissenschaftlichen Ausbildung akzeptierte ich nur das, was wahrgenommen und bewiesen werden konnte. Ich lebte ohne den Einfluss Gottes in meinem Leben – ich war im Grunde genommen Atheist.

Eines Morgens erhielt ich einen Anruf. Man teilte mir mit, dass mein Sohn einen schweren Autounfall gehabt hatte. Auf dem Weg ins Krankenhaus fühlte ich mich dazu gedrängt, das Vaterunser zu sprechen, das ich in meiner Kindheit gelernt hatte. Ich konnte mich nicht mehr an den Wortlaut erinnern, hatte aber das Gefühl, dass ich trotzdem beten sollte.

Obwohl Gott mich gerufen hatte, führte ich mein Leben, als die Notlage überwunden war und es meinem Sohn wieder gut ging, weiterhin ohne Gott.

Jahre später ging ich mit einer Frau namens Rubí aus. Sie war Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, war jedoch nicht aktiv. Wir waren seit drei Jahren zusammen, als der Wunsch in ihr wuchs, in die Kirche zu gehen. Sie bat mich immer wieder, sie zu begleiten, doch ich weigerte mich stets.

Eines Tages kamen die Missionare bei uns vorbei. Sie gaben mir ein Buch Mormon und ein paar Leseaufträge. Ich las die von ihnen vorgeschlagenen Schriftstellen, fühlte aber nichts dabei. Ich ging auch in die Kirche, war aber stets skeptisch. Und trotzdem hatte ich das Gefühl, ich solle weiterhin im Buch Mormon lesen. Gott rief mich erneut.

Ich las weiterhin in dem Buch und spürte allmählich, dass es wahr ist. Mein Glaube wuchs immer mehr. Als ich das dritte Buch Nephi, Kapitel 13, Vers 9 bis 13 erreichte und das Vaterunser las, verspürte ich ganz stark den Geist. Ich begann zu schluchzen. Gott rief mich ein drittes Mal. Diesmal hörte ich zu.

Mein Glaube an Gott wuchs. Ich wollte mehr wissen. Innerhalb kurzer Zeit las ich sämtliche Standardwerke der Kirche. Ich ging weiterhin zur Kirche, und nachdem Rubí und ich geheiratet hatten, ließ ich mich taufen. Ich werde nie vergessen, welche Freude ich verspürte, als ich als Mitglied der Kirche bestätigt wurde.

Ich bin immer noch in der Forschung tätig. Doch jetzt erkenne ich in allem die Hand Gottes. Ich stimme Alma zu, der gesagt hat: „Alles deutet darauf hin, dass es einen Gott gibt; ja, sogar die Erde und alles, was auf ihrem Antlitz ist, ja, und ihre Bewegung, ja, und auch alle Planeten, die sich in ihrer regelmäßigen Ordnung bewegen, bezeugen, dass es einen Allerhöchsten Schöpfer gibt.“ (Alma 30:44.)