missionary bearing testimony

Illustration von Allen Garns

Ich komme aus Nigeria, einem Land, in dem Englisch gesprochen wird. Deshalb wurde mir auch mulmig, als ich in die Benin-Mission Cotonou berufen wurde. Mir war klar, dass ich dort Französisch sprechen musste. Wie sollte ich anderen das Evangelium nahebringen? Genau wie ich erwartet hatte, fiel es mir in der Missionarsschule in Ghana schwer, Französisch zu lernen. Oft war ich der Verzweiflung nahe.

Als ich dann in einem Zweig in meinem ersten Gebiet war, bat man mich, Zeugnis zu geben – auf Französisch! Alle saßen ganz still da, während ich langsam zum Pult ging. Ich griff in meine Tasche, um das kurze Zeugnis herauszuholen, das ich aufgeschrieben hatte. Doch ich konnte es nicht finden! Angst ergriff mich.

Als ich in die freundlichen Gesichter vor mir blickte, stiegen mir Tränen in die Augen. Es gab so vieles, was ich sagen wollte, doch ich wusste nicht, wie. Ich sagte das Einzige, was ich auf Französisch sagen konnte: „Ich weiß, dass Gott lebt.“

Ich setzte mich wieder auf meinen Platz und betete im Stillen für den Rest der Versammlung. Ich sagte dem Vater im Himmel, dass ich unbedingt Französisch sprechen wollte und dass ich ihm mit ganzem Herzen dienen würde, wenn er mir helfen würde.

Drei Monate später besuchte ein neues Missionarsehepaar aus den USA den Zweig. Auch sie wurden gebeten, Zeugnis zu geben. Die Schwester ging zum Pult, sagte ein paar Worte auf Französisch und hielt dann inne. Tränen rannen ihr über die Wangen. In der Kapelle war es still. Ich ging zu ihr und fragte sie, ob ich für sie übersetzen solle.

„Oh, das wäre wunderbar, Elder“, sagte sie. Ich spürte den Geist, während sie auf Englisch sprach und ich ihr Zeugnis Wort für Wort ins Französische übersetzte.

Nach der Versammlung sagte die Frau des Zweigpräsidenten zu mir: „Ich weiß noch, wie Sie kurz nach Ihrer Ankunft kaum den Satz ‚Ich weiß, dass Gott lebt‘ hervorbringen konnten. Ja, Gott lebt wirklich, und er hat Ihre Zunge berührt.“

Ich weiß, dass Gott jede Sprache und ein jedes unserer Probleme versteht. Er ist da, um uns zu helfen, wenn wir unser Vertrauen in ihn setzen, und er segnet uns für alle Anstrengungen, die wir unternehmen. Weil Gott mein Gebet erhört hat, war ich in der Lage, anderen das Evangelium auf Französisch nahezubringen, und ich bin gesegnet worden.