Sarah muss zur MRT

Juliann Doman

Nach einer wahren Begebenheit

Die Verfasserin lebt in Colorado.

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    Vielleicht konnte der Heilige Geist Sarah helfen, nicht so viel Angst zu haben.

    „Den Heilgen Geist versprach der Herr vor langer Zeit; er sollte uns ein Tröster sein, der ständig uns begleit.“ (Liederbuch für Kinder, Seite 56)E

    Sarah and the MRI

    s sieht ganz so aus, als ob wir eine MRT von Sarahs Rücken machen müssen“, sagte Dr. Frank. Er lächelte Sarah zu. „Ich werde für morgen eine ansetzen. Ich bin gleich wieder da.“

    Sarahs Rücken tat schon eine Weile weh. Aber als sie heute Morgen aufgewacht war, tat er so weh, dass sie kaum gerade stehen oder gar laufen konnte. Sarah und ihre Mutter waren zu Dr. Frank gegangen. Sie wollten herausfinden, was Sarah fehlte.

    „Noch eine MRT?“, fragte Sarah und sah zu ihrer Mutter hoch. Sie hatte schon einmal zur MRT gemusst. Sie wusste noch genau, wie viel Angst sie bei der Untersuchung in der großen Röhre gehabt hatte, die Bilder vom Inneren ihres Körpers machte.

    „Es tut mir leid, Sarah“, sagte ihre Mutter. „Aber mit den Bildern kann Dr. Frank herausfinden, was mit deinem Rücken nicht stimmt. Ich weiß, dass du das schaffen kannst. Und ich bin ja bei dir.“ Sie drückte Sarahs Hand.

    „Aber du kannst ja nicht mit reinkommen“, sagte Sarah. Sie ließ den Kopf hängen und eine Träne rann ihr die Wange hinunter. Ihre Mutter durfte zwar mit in den Raum, aber sobald Sarah in die Röhre geschoben wurde, war sie allein.

    Die Mutter legte ihren Arm um Sarah. „Das stimmt, aber weißt du, wer da sein kann und dich tröstet?“

    Da fiel Sarah ein, dass der Heilige Geist ja auch der Tröster genannt wird. Vielleicht konnte ihr der Heilige Geist helfen, nicht so viel Angst zu haben.

    „Der Heilige Geist?“, fragte sie.

    Ihre Mutter nickte. „Genau. Du kannst darum beten, dass der Heilige Geist dir hilft. Papa und ich werden auch für dich beten.“

    Da hatte Sarah eine tolle Idee. „Darf ich Papa fragen, ob er mir einen Segen gibt?“

    Ihre Mutter lächelte. „Aber natürlich. Er wird dir sehr gern einen geben.“

    Am Abend legte Sarahs Vater ihr die Hände auf und gab ihr einen Priestertumssegen. Als er Sarah damit segnete, dass der Heilige Geist sie trösten werde, erfüllte eine sanfte Wärme ihren Körper. Das Gefühl blieb die ganze Nacht über.

    Am nächsten Tag lag Sarah auf einer Liege, die in die Röhre des MRT-Geräts geschoben werden sollte. In Gedanken wiederholte sie, was ihr Vater im Segen gesagt hatte: Der Heilige Geist wird da sein und dich trösten. Sarah drückte die Hand ihrer Mutter ganz fest. Dann schob die Krankenschwester sie in die Röhre.

    Das MRT-Gerät machte seltsame Geräusche, als es Aufnahmen von ihrem Rücken machte. Sarah musste ganz still liegen, damit die Bilder nicht unscharf wurden. Einen Moment lang überkam sie Panik, doch dann spürte sie wieder diese Wärme. Es fühlte sich an, als würde ihre Mutter sie umarmen, oder wie eine kuschelige Decke. Sie wusste, dass alles gut werden würde. Ehe sie sich versah, war die MRT vorbei.

    Dr. Frank zeigte Sarah und ihrer Mutter in seinem Büro die Bilder von Sarahs Rücken. „Du bist ganz still liegengeblieben. Das hast du toll gemacht“, sagte er zu Sarah und kniete sich neben sie. „Auf den Bildern kann ich erkennen, dass du operiert werden musst, damit du besser laufen kannst.“

    Sarah schluckte.

    „Wir möchten die Operation so schnell wie möglich durchführen“, sagte Dr. Frank und sah dabei zu Sarahs Mutter hoch. Dann wandte er sich wieder Sarah zu. „Danach dauert es zwar ein paar Wochen, bis du dich wieder besser fühlst, aber nach dem zu urteilen, wie du das heute gemacht hast, wirst du damit wunderbar klarkommen.“

    Sarah dachte an all das, was sie tun wollte, nachdem Dr. Frank ihren Rücken in Ordnung gebracht hatte. Sie konnte dann endlich rennen und schwimmen und in einen großen Laubhaufen springen. Sie vermisste das alles so sehr! Aber eine Operation machte ihr noch mehr Angst als die MRT. Dann erinnerte sich Sarah jedoch an ihre Gebete und ihren besonderen Segen. Der Vater im Himmel hatte ihr den Tröster geschickt. Er würde ihr auch wieder helfen.

    Sie sah Dr. Frank an. „Kann ich dann in einen großen Laubhaufen springen?“

    Er grinste. „Klar, dann kannst du in einen großen Laubhaufen springen!“