Eigenständigkeit führt zu Selbstachtung

José Alberto Navas

Wie José Alberto Navas aus San José in Costa Rica es Miriam Sweeney erzählt hat

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    Ich war verheiratet, hatte drei Kinder – und ich war arbeitslos. Eine Arbeitslosenwelle nahm mir jegliche Hoffnung. Ich machte mir Sorgen um meine Familie und hatte kein Selbstvertrauen mehr.

    Meine Frau Carla schlug mir vor, an einer Gesprächsgruppe für Eigenständigkeitsförderung teilzunehmen. Es war mir unangenehm, vor anderen zuzugeben, dass ich keine Arbeit hatte, aber Carla ermunterte mich zur Teilnahme, damit ich für die Familie sorgen konnte.

    Widerwillig probierte ich es aus. In meiner Gesprächsgruppe wurde mir bewusst, dass meine Englischkenntnisse im Berufsleben sehr nützlich sein konnten. Ich hatte auf Mission Englisch gelernt, konnte aber eigentlich nur über Religion sprechen. Um mein Vokabular zu erweitern, nahm ich an einem Englischkurs teil, der von der Kirche angeboten wurde. Als ich eines Tages nach dem Englischunterricht nach Hause kam, reichte mir Carla das Telefon.

    „Wer ist dran?“, fragte ich.

    „Keine Ahnung“, erwiderte sie. „Aber er spricht Englisch.“

    Es handelte sich um jemanden aus der Personalabteilung eines der größten Unternehmen in Costa Rica. Er wollte ein Vorstellungsgespräch mit mir führen. Ich war verblüfft, aber das Gespräch lief erstaunlich gut. Später fand ich heraus, dass Carla das Gespräch arrangiert hatte.

    Ich wurde eingestellt, vergaß aber auch nicht, wie sehr mir die Gesprächsgruppe für Eigenständigkeitsförderung geholfen hatte. Dann überlegte ich, wie ich das Gelernte noch besser anwenden konnte. Also suchte und fand ich eine sogar noch bessere Stelle. Danach begann ich, die Gründung meines eigenen Bauunternehmens vorzubereiten.

    Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es meiner Familie und mir ohne die Starthilfe ergangen wäre, die wir durch das Programm für Eigenständigkeitsförderung erhalten haben. Ich habe gelernt, demütig zu sein und den Herrn um Hilfe zu bitten. Ich habe auch gelernt, die Hilfe anderer anzunehmen. Wir sind reichlich gesegnet. Jetzt habe ich Selbstachtung und kann mit dem Geld, das ich verdiene, für meine Familie sorgen. Ich weiß: Wenn wir demütig sind, segnet uns der Geist.