Wie eine Konferenzansprache dein Leben verändern kann

Die Verfasserin lebt in Utah.

Drucken Weitergeben

    Du kannst tatsächlich mehr wie Jesus Christus werden – und diese Anregungen zeigen dir wie.

    desk with laptop and general conference issue

    Musst du geistig auftanken? Brauchst du ein wenig geistige Führung? Hast du ein Glück! Die Generalkonferenz könnte nämlich genau das sein, wonach du suchst. Elder Robert D. Hales vom Kollegium der Zwölf Apostel hat gesagt: „Den jungen Mitgliedern der Kirche verheiße ich: Wenn ihr [bei der Generalkonferenz] zuhört, werdet ihr spüren, wie der Heilige Geist in euch aufkeimt. Der Herr wird euch kundtun, was ihr mit eurem Leben anfangen sollt.“1

    Das muss nach der Konferenz keineswegs aufhören. Wenn du dich anschließend mit den Ansprachen befasst, kannst du den Geist auch weiterhin verspüren.

    Die Konferenz hilft uns auf vielerlei Weise. Am wichtigsten ist vielleicht, dass sie dich dem Erretter näher bringen kann, denn dort erfährst du ja, wie du mehr wie er sein kannst. Ein tolle Möglichkeit, wie du möglichst viel von der Generalkonferenz mitnehmen kannst, besteht darin, dass du gezielt darauf achtest, was über christliche Eigenschaften gesagt wird. Wenn du eine Ansprache anhörst (ob nun live oder später) oder sie durchliest und dabei bestimmte christliche Eigenschaften im Hinterkopf hast, können die Worte und der Geist dir aufzeigen, wie du mehr wie Christus sein kannst.

    Finde über diesen kurzen Selbsttest heraus, auf welche ein, zwei Eigenschaften du dich konzentrieren könntest, wenn du dich mit den Konferenzansprachen befasst. (Einen ausführlicheren Selbsttest findest du in Kapitel 6 der Anleitung Verkündet mein Evangelium!.)

    Wähle bei den nachstehenden neun christlichen Eigenschaften jeweils die Aussage aus, die am ehesten auf dich zutrifft.

    1. 1.

      Glaube:

      1. a)

        Ich bin mir nicht sicher, ob Jesus Christus mein Erretter ist.

      2. b)

        Ich glaube an Jesus Christus und nehme ihn als meinen Erretter an.

      3. c)

        Ich hoffe, dass Jesus Christus mein Erretter ist.

    2. 2.

      Hoffnung:

      young man
      1. a)

        Ich sehe der Zukunft gefasst und zuversichtlich entgegen.

      2. b)

        Ich habe Angst vor der Zukunft.

      3. c)

        Ich denke gar nicht an die Zukunft. Wenn ich nicht daran denke, bereitet sie mir auch keine Sorgen.

    3. 3.

      Nächstenliebe und Liebe:

      1. a)

        Ich bin bemüht, Nächstenliebe zu zeigen, aber manche Leute gehen mir einfach ständig auf die Nerven.

      2. b)

        Mein eigenes Leben kostet mich schon so viel Anstrengung, da kann ich nicht noch an andere denken.

      3. c)

        Das ewige Wohlergehen und Glück anderer liegt mir am Herzen.

    4. 4.

      Tugend:

      1. a)

        In Gedanken und Taten rein sein? Das klingt ziemlich langweilig.

      2. b)

        Ich habe ein reines Herz.

      3. c)

        Es fällt mir sehr schwer, rein zu bleiben.

    5. 5.

      Erkenntnis:

      young woman reading scriptures with younger sister
      1. a)

        Ich habe so viel zu tun, dass mir einfach die Zeit fehlt, Antworten auf Fragen zu finden.

      2. b)

        Bäh, Schriftstudium? Es ist manchmal so langweilig, immer was Neues lernen zu müssen.

      3. c)

        Ich bemühe mich ernsthaft, die Wahrheit zu verstehen und Antworten auf meine Fragen zu finden.

    6. 6.

      Geduld:

      1. a)

        Ich kann auf etwas warten, ohne verärgert oder enttäuscht zu sein.

      2. b)

        Ich kann zwar auf etwas warten, ärgere mich aber dennoch ein wenig, falls es länger dauert.

      3. c)

        Ich finde es furchtbar, auf etwas warten zu müssen. Ich will es jetzt!

    7. 7.

      Demut:

      1. a)

        Es ist mir wichtig, dass ich alles allein bewältige.

      2. b)

        Ich verlasse mich darauf, dass der Herr mir hilft.

      3. c)

        Wenn ich mich mit etwas befasse, vergesse ich oft, dass ich ja den Vater im Himmel um Hilfe bitten kann.

    8. 8.

      Eifer:

      1. a)

        Ich verbringe meine Zeit im Großen und Ganzen damit, fernzusehen, mit meinen Freunden abzuhängen und keine Verantwortung zu übernehmen.

      2. b)

        Es fällt mir oft schwer, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren, aber ich bemühe mich darum.

      3. c)

        Ich investiere meine Zeit und Kraft nur in Wesentliches.

    9. 9.

      Gehorsam:

      1. a)

        Ich beherzige bereitwillig den Rat meiner Jugendführer und meiner Eltern.

      2. b)

        Ich bin normalerweise mein eigener Chef. Oft fällt es mir schwer, auf jemand anderen zu hören.

      3. c)

        Ich beherzige zwar den Rat meiner Jugendführer und meiner Eltern, aber manchmal nur murrend.

    young woman

    Schau dir deine Antworten an. An welchen Eigenschaften möchtest du gern arbeiten? Such dir ein, zwei aus und achte bei der Konferenz darauf, was darüber gesagt wird. So erfährst du, wie du dich darin verbessern kannst.

    Falls du in all diesen Eigenschaften schon gut bist – mach weiter so! Such dir aber trotzdem ein, zwei aus, die dir aufgefallen sind, und konzentriere dich darauf, wenn du dich mit der Generalkonferenz befasst. Wo du dich auf deiner Reise, mehr wie Christus zu werden, auch befindest, du kannst dich stets an das halten, was die Führer der Kirche uns sagen. Das hilft dir auf deinem Weg.

    Falls du dich momentan für keine Eigenschaft entscheiden kannst, ist das nicht schlimm. Du kannst ja auch bei der Konferenz darauf achten, ob dir dort eine bestimmte auffällt.

    Wenn du dich dann für eine entschieden hast, auf die du dich konzentrieren möchtest, schreib sie am besten auf. So bist du bereit, diesbezüglich Offenbarung zu empfangen, wenn du dir die Konferenz anhörst oder dich später mit den Ansprachen befasst. Lass dich dabei vom Geist führen, damit du erkennst, wie du ganz konkret an dieser Eigenschaft arbeiten kannst. Schau dir dazu das nachstehende Beispiel an!

    Nächstenliebe für fünf neue Freunde

    In der Schule gibt es ein paar Jugendliche, die die meisten bloß als „Nieten“ bezeichnen, weil sie anders sind. Früher habe ich nie mit ihnen geredet. Ich war zwar nicht gemein zu ihnen, aber auch nicht besonders nett.

    Dann hielt Präsident Dieter F. Uchtdorf, Zweiter Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, bei der Frühjahrs-Generalkonferenz 2012 die Ansprache „Die Barmherzigen finden Erbarmen“, und das rief eine Änderung in mir hervor. Er legte uns ans Herz, etwas Bestimmtes zu tun, wenn wir andere verurteilen – nämlich sofort damit aufzuhören! Dank seiner Ansprache wurde mir klar, dass ich diese Mitschüler nicht verurteilen, sondern negative Gedanken und Gefühle durch ein Herz mit „viel Liebe für Gott und seine Kinder“ ersetzen sollte.

    Am nächsten Tag gesellte ich mich nicht zu meinen Freunden, sondern ging auf die sogenannten „Nieten“ zu. Als wir miteinander sprachen, merkte ich, dass sie sich gar nicht so sehr von den anderen unterscheiden. Ich verbrachte Zeit mit ihnen und entwickelte ein gutes Verhältnis zu ihnen. Ich gewann fünf neue Freunde dazu.

    Auch wurde mir klar, dass jeder meiner neuen Freunde überhaupt keine Niete war – in Gottes Augen war jeder schon immer wertvoll gewesen. Ich freue mich, dass ich mehr über Gottes Liebe zu seinen Kindern erfahren durfte.

    Holly H., 19, Kalifornien

    Nächstenliebe bei der Orchesterprobe

    Bei der Herbst-Generalkonferenz 2015 stach für mich eine Ansprache besonders heraus, und zwar die Ansprache „Mit den Augen Gottes“ von Elder Dale G. Renlund vom Kollegium der Zwölf Apostel. Er sprach darüber, wie wichtig es ist, andere mit den Augen liebevoller Eltern zu sehen. Da spürte ich, dass ich mich mehr anstrengen muss, meinen Mitmenschen Liebe zu erweisen.

    Eines Morgens nach der Konferenz hielt ich Ausschau nach einer guten Gelegenheit, jemandem eine Freude zu machen. Bei der Orchesterprobe sah ich einen Jungen, der mir nie richtig aufgefallen war. Etwas schien ihm zuzusetzen, also ging ich zu ihm und fragte ihn, ob alles in Ordnung sei. Er war nicht sonderlich gesprächig, also fragte ich ihn, wie es ihm gefiel, im Orchester zu spielen. Er berichtete, er könne die Noten noch nicht so gut und habe Angst vor dem Konzert. Ich bot ihm an, dass wir gemeinsam üben könnten, und so spielten wir das Lied zusammen. Es klang toll! Dann unterhielten wir uns über unsere Instrumente. Wir haben uns miteinander angefreundet, und ich bin froh, dass ich mir Zeit für ihn genommen habe.

    Christa M., 12, Texas

    Quellenangaben anzeigen

      Anmerkung

    1.   1.

      Robert D. Hales, „Die Generalkonferenz stärkt den Glauben und das Zeugnis“, Liahona, November 2013, Seite 6