Stimmen von Heiligen der Letzten Tage

Ein Geschenk an Christus von der ganzen Familie

Maria Aparecida da Kiyama Silva, São Paulo, Brasilien

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    Der Dezember rückte näher und ich war geschäftig dabei, mich auf die Hektik der Weihnachtszeit einzustellen. Seit vier Jahren hatten wir Weihnachten bei uns zuhause gefeiert, doch dieses Jahr fühlte ich mich überfordert. Als ich mit meinem Mann besprach, was alles zu tun war – Geschenke kaufen, Essen kochen und so weiter –, beschlossen wir, auf eine große Feier zu verzichten und dieses Weihnachten anders anzugehen. Wir wollten etwas tun, womit wir den Erretter beschenken konnten.

    Im Dezember sprachen wir beim Familienabend jedes Mal über das Leben Jesu Christi. Außerdem gingen wir in den Tempel und planten Dienstprojekte als Familie. Mein Mann war gerade Bischof, und wir beschlossen, am ersten Weihnachtsfeiertag alle Witwen aus der Gemeinde zu besuchen und Weihnachtslieder für sie zu singen. Also übten wir als Familie gemeinsam eine Reihe von Kirchenliedern, die wir singen wollten. Meinen Kindern gefiel das Lied „Im Stroh in der Krippe“ (Gesangbuch, Nr. 135) am besten.

    An Heiligabend bastelten wir Karten mit einer besonderen Weihnachtsbotschaft und backten Plätzchen, die wir den Witwen mitbringen wollten. Ich freute mich sehr darüber, dass meine Familie so vereint und froh dabei war, anderen liebevoll etwas Gutes zu tun. Ich konnte den Geist der Weihnacht spüren.

    Am ersten Weihnachtsfeiertag waren unsere Kinder schon ganz gespannt auf die Besuche. Mit jedem Besuch wuchs unsere Freude, und auch unser Gesang schien mit jedem Mal besser zu werden. Als wir beim letzten Haus ankamen, sah es so aus, als sei niemand da. Wir warteten ein paar Minuten, und die Kinder wurden langsam unruhig. Schließlich kam eine alte Witwe in Sonntagskleidung und schick frisiert zu uns heraus. Als sie uns sah, stiegen ihr Tränen in die Augen. Auch ich war sehr gerührt, sodass ich kaum einen klaren Ton singen konnte.

    Auf dem Heimweg sagte unserefünfjährige Tochter, dass sie nicht nach Hause fahren, sondern lieber weiter singen wolle. Bevor ich antworten konnte, sagte mein neunjähriger Sohn: „Machen wir es doch einfach nächstes Jahr wieder!“

    Es waren unvergessliche Weihnachten für unsere Familie, weil wir andere erbauen und Jesus Christus unsere Liebe zeigen konnten. Als ich über die Ereignisse an diesem Tag nachdachte, spürte ich die Liebe des Herrn, und mir kamen seine Worte in Erinnerung: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25:40.)