Stimmen von Heiligen der Letzten Tage

Weihnachten mit den Augen meiner Tochter

Aaron Adams, South Carolina

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    little girl at nativity scene

    Illustration von Allen Garns

    Still und andächtig betraten meine Familie und ich die Scheune, wo man eine Krippenszene mit echten Tieren und Menschen betrachten konnte. In den Stallboxen standen Tiere, dazwischen ein Mann und eine Frau, wie Josef und Maria gekleidet, und die Frau hatte ein Baby in den Armen. Die beiden waren ganz still und betrachteten den Kleinen. Alles war vollkommen friedlich.

    Meine älteren Kinder, meine Frau und ich blieben stehen und unsere jüngste Tochter setzte sich auf einen Heuballen vor uns. Sie war ganz ruhig und richtete ihren Blick fest auf das Baby. Als der Rest der Familie gehen wollte, legte ich meiner Jüngsten die Hand auf die Schulter und flüsterte ihr zu, dass wir los mussten. Aber sie sagte, sie wolle beim Jesuskind bleiben. Ihre Worte berührten mich, und ich beschloss, mit ihr da zu bleiben.

    Ein paar Minuten später nahm ich sie sanft bei der Hand und sagte ihr, dass wir nun aber gehen müssten. Doch sie erwiderte, sie wolle immer noch bleiben. Da legte ich den Arm um sie und kniete mich neben sie.

    Es dauerte nicht lang und ich fühlte mich in die Zeit von Maria und Josef zurückversetzt. Da verstand ich, warum meine Tochter bleiben wollte. Der Geist überkam mich. Plötzlich war mir, als befände ich mich in der Gegenwart des Erretters. Mir stiegen Tränen in die Augen, als ich seine Liebe spürte. Schließlich mussten wir dann wirklich gehen. Ich hob meine Tochter hoch und ging auf den Ausgang zu. Da hörte ich, wie sie sich vom Jesuskind verabschiedete und ihm sagte, dass sie es lieb habe.

    An jenem Abend hatten meine Tochter und ich ein gemeinsames Erlebnis, für das ich mein Leben lang dankbar sein werde, und beinah wäre es mir entgangen. Damals wurde mir ein Geschenk zuteil: Ich fühlte mich Gott näher und spürte, dass er mich liebt. Ich bin dankbar für den Erretter und die Gelegenheit, seiner Geburt gedenken zu können. Ich weiß, dass das Leben, das Beispiel und das Sühnopfer des Erretters ein wunderbares Geschenk Gottes an alle seine Kinder ist, weil er uns so unendlich liebt. Für dieses Geschenk werde ich immer zutiefst dankbar sein.