Junge Erwachsene

Der erste Schritt zur Umkehr

Aurilas Peterson

Der Verfasser lebt in Ouest in Haiti.

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    Ich schien von Finsternis umgeben. Dann wurde mir klar, dass ich mit meinem Bischof sprechen musste.

    man praying, thinking of Christ

    Illustration von Joshua Dennis

    Ich weiß noch, wie ich mit den Missionaren mein Taufdatum festlegte. Sie fragten mich, ob ich bereit sei, diesen Bund mit dem Vater im Himmel einzugehen. Ohne darüber nachzudenken, antwortete ich voller Freude: „Ja!“ Ich wollte dieses besondere Geschenk von meinem liebevollen Vater annehmen. Ich wusste, dass ich ohne den Erretter in meinem Leben nicht so glücklich wäre. Aber ich war mir nicht sicher, was die Zukunft für mich bereithielt.

    Schließlich kam der große Tag. Es war unvergesslich. Ich war so glücklich.

    Schwierige Zeiten

    Auf meine Taufe und Konfirmierung folgten schwierige Zeiten. Es gab Probleme in meiner Familie, und es fiel mir schwer, alle Gebote Gottes zu halten. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, und wollte am liebsten ganz aufgeben. Ich hatte den Eindruck, dass mich niemand verstand.

    Sonst hatte ich immer gerne im Buch Mormon gelesen, aber während dieser Zeit legte ich es beiseite. Eines Tages, als ich allein zu Hause war, spürte ich, wie mir der Geist zuflüsterte, ich solle im Buch Mormon lesen. Ich betete vorher darum, ich möge eine Antwort finden, die mir in meinen Schwierigkeiten Trost spenden würde. Ich schlug direkt Alma 5 auf. In Vers 27 steht: „Seid ihr so gewandelt, dass ihr euch vor Gott untadelig gehalten habt? Könntet ihr, wenn jetzt der Ruf an euch erginge zu sterben, in eurem Innern sagen, ihr seiet genug demütig gewesen? Eure Kleider seien durch das Blut Christi, der kommen wird, um sein Volk von ihren Sünden zu erlösen, gesäubert und weiß gemacht worden?“

    Diese Worte drangen schließlich zu mir durch. Ich wusste, dass ich umkehren musste. Deshalb vereinbarte ich einen Termin mit meinem Bischof. Ich hatte zwar Angst davor, doch ich zwang mich dazu, mit ihm zu sprechen.

    Ich verstand Gottes Verheißung

    Als ich beim Büro des Bischofs ankam, fühlte ich mich so schuldig, dass ich am liebsten wieder gehen wollte. Doch ich betete um Mut, damit ich alles, was nötig war, sagen könne. Der Bischof bat mich in sein Büro und sprach dann ein Gebet. Darin bat er um Gottes Hilfe. Er sprach mit mir wie mit einem Sohn, und durch seine Worte zeigte er mir, dass ich ihm am Herzen lag. Er gab mir Ratschläge und erklärte mir, was ich konkret tun sollte, um Gottes Vergebung zu erlangen. Danach sollte ich mich noch einmal mit ihm treffen.

    Ich war dafür sehr dankbar. Ich folgte seinem Rat und verstand allmählich, was Gott Alma über die Vergebung verheißen hatte: „Wenn er seine Sünden bekennt vor dir und mir und in der Aufrichtigkeit seines Herzens umkehrt, sollt ihr ihm vergeben, und ich werde ihm auch vergeben.“ (Mosia 26:29.) Nachdem ich aufrichtig umgekehrt war, wusste ich, dass Gott mir vergeben hatte. Endlich konnte ich im Herzen die Liebe des himmlischen Vaters spüren, und die Finsternis verflog. Ich war glücklich und stolz auf mich.

    Der Bischof ist für dich da

    Der Bischof ist für die Gemeinde der Vertreter des Herrn. Er ist für dich da und möchte dir helfen, wahres Glück zu finden, das Glück, das Gott für dich bereithält. Vertrau ihm. Falls du Probleme hast oder umkehren musst, wende dich an ihn. Er wird dir helfen.

    Ich weiß, dass es nicht immer leicht ist, sich an ihn zu wenden. Präsident Lorenzo Snow (1814–1901) sagte jedoch über den ewigen Plan des himmlischen Vaters: „Ich wage zu behaupten, dass wir in der [vorirdischen] Geisterwelt, als uns dargelegt wurde, dass wir … die Erfahrungen machen, die wir jetzt machen, nicht sonderlich erfreut waren … Aber es besteht kein Zweifel, dass wir dort genau gesehen und verstanden haben, dass dies eine notwendige Erfahrung ist, um unsere Erhöhung und Herrlichkeit zustande zu bringen. … Wir waren bereit, uns nach dem Willen Gottes zu richten, und deshalb sind wir hier.“ (Lehren der Präsidenten der Kirche: Lorenzo Snow, Seite 119f.)

    Wenn wir umkehren, befolgen wir den Willen Gottes. Hab also keine Angst vor dem Bischof, betrachte ihn als einen Freund. Er ist von Gott erwählt und kann dir helfen, umzukehren und deine Seele zu heilen, indem du zu Jesus Christus kommst. Der Herr möchte uns helfen, doch der erste Schritt zur Umkehr liegt bei uns. Dann sehen wir, wie die Verheißung in Jesaja 1:18 sich erfüllt: „Sind eure Sünden wie Scharlach, weiß wie Schnee werden sie.“ Der Bischof ist dazu da, dir dabei zu helfen.

    Ich bezeuge, dass Gott lebt und dass Jesus Christus unser Erretter ist. Sie beide haben uns sehr lieb!