Henry B. Eyring

Der Erretter ist unser Vorbild für selbstloses Dienen. Er verbrachte sein vollkommenes Leben damit, dem Vater im Himmel und all seinen Kindern zu dienen. Die gemeinsame Absicht des Vaters und des Sohnes besteht darin, uns allen die Gabe der Unsterblichkeit und den Segen des ewigen Lebens zu gewähren (siehe Mose 1:39).

Um uns für das ewige Leben bereitzumachen, müssen wir uns durch das Sühnopfer Jesu Christi verändern – von Neuem geboren und von Sünde gereinigt werden. Kleine Kinder unter acht Jahren sind jedoch ohne Sünde und sind durch das Sühnopfer erlöst (siehe Mosia 3:16,21; Moroni 8:10-12).

Für all diejenigen von uns, die das Alter der Verantwortlichkeit erreichen, gibt es einen wunderbaren Plan, der es uns ermöglicht, von Sünde gereinigt und auf das ewige Leben vorbereitet zu werden. Diese Vorbereitung beginnt mit der Taufe durch Priestertumsvollmacht und dem Empfang des Heiligen Geistes. Danach müssen wir immer an den Heiland denken und die Gebote halten, die er uns gegeben hat.

Im Buch Mormon lesen wir, dass König Benjamin seinem Volk von der Freude erzählte, die sich einstellt, wenn man spürt, dass man durch das Sühnopfer Jesu Christi Vergebung für seine Sünden erlangt hat. Dann erklärte er den Menschen, dass sie, um die Vergebung ihrer Sünden zu bewahren, ihre Kinder anleiten mussten, einander zu dienen, und dass sie sich so großzügig wie möglich der zeitlichen sowie geistigen Bedürfnisse ihrer Mitmenschen annehmen mussten (siehe Mosia 4:11-16).

Er erklärte zudem: „Und siehe, ich sage euch dies, damit ihr Weisheit lernt, damit ihr lernt, dass, wenn ihr im Dienste eurer Mitmenschen seid, ihr nur im Dienste eures Gottes seid.“ (Mosia 2:17.)

Jesus zog umher, lehrte sein Evangelium und tat Gutes (siehe Apostelgeschichte 10:38). Er heilte die Kranken. Er weckte Tote auf. Mit seiner Macht speiste er Tausende, als sie hungrig waren und nichts zu essen hatten (siehe Matthäus 14:14-21; Johannes 6:2-13). Nach seiner Auferstehung gab er mehreren seiner Apostel etwas zu essen, als sie am Ufer des Sees von Galiläa an Land gingen (siehe Johannes 21:12,13). Auf dem amerikanischen Kontinent heilte er die Kranken und segnete die Kinder, eines nach dem anderen (siehe 3 Nephi 17:7-9,21).

Der Apostel Jakobus erklärte, dass der Wunsch, dem Nächsten zu dienen, unserer Dankbarkeit für das, was der Herr für uns getan hat, entspringt:

„Wer sich aber in das vollkommene Gesetz der Freiheit vertieft und an ihm festhält, wer es nicht nur hört, um es wieder zu vergessen, sondern danach handelt, der wird durch sein Tun selig sein. …

Ein reiner und makelloser Dienst vor Gott, dem Vater, besteht darin: für Waisen und Witwen zu sorgen, wenn sie in Not sind, und sich vor jeder Befleckung durch die Welt zu bewahren.“ (Jakobus 1:25,27.)

Dass wir rein gemacht werden, ersehen wir auch daraus, dass wir vermehrt den Wunsch haben, um des Heilands willen anderen zu dienen. Das Heimlehren oder das Besuchslehren empfinden wir mehr als Freude und weniger als Pflicht. Wir melden uns öfter freiwillig zur Mithilfe, etwa an einer Schule vor Ort oder bei der Betreuung bedürftiger Menschen. Wenn wir wenig Geld haben, das wir denen geben können, die noch weniger haben, wünschen wir uns, mehr Geld zu haben, um mehr geben zu können (siehe Mosia 4:24). Wir möchten für unsere Kinder da sein und ihnen zeigen, wie man anderen Gutes tut.

Unser Wesen ändert sich und wir verspüren den Wunsch, mehr zu dienen, ohne dafür Anerkennung zu bekommen. Ich kenne Jünger des Erlösers, die viel Geld verschenkt oder anderweitig große Dienste geleistet haben und fest entschlossen waren, dass niemand außer Gott und ihren Kindern davon erfahren sollte. Gott hat ihren Dienst anerkannt, indem er sie in diesem Leben gesegnet hat, und er wird sie auch im ewigen Leben segnen (siehe Matthäus 6:1-4; 3 Nephi 13:1-4).

Wenn Sie das Gebot, dem Nächsten zu dienen, halten (siehe Matthäus 22:39), spüren Sie eine Veränderung, was Ihren Stolz angeht. Als die Apostel darüber stritten, wer der Größte unter ihnen sei, wurden sie vom Erretter zurechtgewiesen. Er sagte:

„Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus.

Der Größte von euch soll euer Diener sein.“ (Matthäus 23:10,11.)

Der Erlöser zeigt uns auf, wie wir lernen können, anderen Gutes zu tun. Er diente auf vollkommene Weise, und wir müssen das Dienen erlernen, wie er es erlernt hat – Zeile um Zeile (siehe LuB 93:12,13). Durch den Dienst, den wir leisten, können wir ihm ähnlicher werden. Dann beten wir mit der ganzen Kraft unseres Herzens, dass wir unsere Feinde so lieben mögen, wie er sie liebt (siehe Matthäus 5:43,44; Moroni 7:48). So werden wir schließlich würdig, ewiges Leben bei ihm und unserem Vater im Himmel zu erlangen.

Ich verheiße Ihnen, dass wir noch viel besser dienen werden, wenn wir den Lehren und dem Beispiel des Heilands folgen.

Wie man Gedanken aus dieser Botschaft vermittelt

Elder M. Russell Ballard vom Kollegium der Zwölf Apostel hat uns ans Herz gelegt, um Gelegenheiten zu beten, Gutes zu tun: „Bitten Sie den Vater im Himmel an jedem neuen Tag beim Morgengebet, Sie so zu führen, dass Sie eine Gelegenheit erkennen, etwas für eines seiner kostbaren Kinder zu tun. Halten Sie dann den ganzen Tag über … nach jemandem Ausschau, dem Sie helfen können.“ („Widmen wir uns eifrig einer guten Sache“, Liahona, November 2012, Seite 31.) Vielleicht möchten Sie Ihre Zuhörer auffordern, sich zum Ziel zu setzen, dass sie jeden Morgen um Gelegenheiten beten, Gutes zu tun, und dann den ganzen Tag danach Ausschau halten.

Ihr Gebet wurde erhört

Die Verfasserin lebt in Gauteng in Südafrika.

Eines Abends kam eine Freundin bei mir vorbei, die einem anderen Glauben angehört. In der Regel lese ich alleine in den heiligen Schriften, und an dem Abend hatte ich sie gerade geholt, um darin zu lesen. Ich hatte das Gefühl, ich solle meine Freundin einladen, mit mir in den Schriften zu lesen, aber ich hatte Angst und fing stattdessen an, alleine zu lesen. Ich wusste jedoch, dass ich eine Eingebung des Geistes ignoriert hatte. Nach ein paar Minuten fragte ich vorsichtig: „Möchtest du gern mit mir in den Schriften lesen?“ Ohne zu zögern antwortete meine Freundin: „Ja.“

Wir lasen gemeinsam im Buch Mormon. Sie stellte mir einige Fragen, und ich spürte, dass der Heilige Geist mich bei meinen Antworten führte. Ich gab ihr Zeugnis, dass das Buch Mormon wahr ist. Daraufhin sagte sie: „Ich habe den ganzen Tag geweint und Angst gehabt. Als du mich gefragt hast, ob ich mit dir in den Schriften lesen wolle, hatte ich gerade Gott um Hilfe gebeten. Jetzt geht es mir viel besser. Ich danke dir.“

Der Herr hatte mich als Werkzeug benutzt, um ein Gebet zu erhören und einem seiner Kinder in der Not beizustehen. Ich weiß, dass Eingebungen göttliche Anweisungen von einem weisen, wunderbaren Vater sind. Wenn wir unsere Angst überwinden, erlauben wir ihm, seine Macht durch unseren Gehorsam zu offenbaren.

Kinder

Wie könntest du helfen?

Auch Kinder können sich dafür entscheiden, jemandem etwas Gutes zu tun. Kreise die Bilder ein, die zeigen, dass ein Kind Jesus Christus nachfolgen will, indem es jemandem hilft.