19: Ein reuiges Herz und ein zerknirschter Geist

"19: Ein reuiges Herz und ein zerknirschter Geist," Aaronisches Priestertum -- Leitfaden 2, (1994)


Ziel

Jeder Junge versteht, daß es notwendig ist, ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist zu haben.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Die heilige Schrift für jeden Jungen.

    2. b)

      Buntstifte zum Schriftstellenmarkieren.

  2. 2.

    Studieren Sie gebeterfüllt 1 Nephi 2:16; 2 Nephi 2:6,7; Mosia 4:2–8; Alma 36:5–20; 3 Nephi 9:19–22; Moroni 6:2; LuB 59:8.

Vorschlag für den unterrichtsablauf

Einleitung

Beispiel

Erzählen Sie folgendes:

Ein Töpfer formte einmal aus Ton eine wunderschöne Statue. Unglücklicherweise bekam der Ton beim Trocknen Risse. Der Töpfer versuchte vergeblich, die Risse im bereits harten Ton mit frischem Ton auszufüllen. Obwohl er sich sehr große Mühe gab, konnte er die Schönheit und Anmut der ursprünglichen Statue nicht wiederherstellen.

Dann tat er das einzige, was man mit hartem, gerissenem Ton noch machen kann: er zerschlug die Statue, zerstampfte den Ton zu feinem Pulver, fügte frisches Wasser hinzu und begann, eine neue Statue zu formen.

Schriftstelle/Besprechen

  • Inwiefern lassen sich unser Herz und unser Geist mit dem Ton des Töpfers vergleichen?

Machen Sie den Jungen bewußt, daß in der heiligen Schrift oft von „Herzenshärte“ die Rede ist. Ein Junge, dessen Herz verhärtet ist, hat kein Interesse an dem, was geistig ist. Er tut das, was seinen eigenen Wünschen entspricht, und ist nicht bereit, sich Gottes Willen zu unterwerfen.

  • Welche von Lehis Söhnen im Buch Mormon waren im Herzen verhärtet? (Laman und Lemuel; siehe 1 Nephi 2:18; 15:3.)

Lassen Sie die Jungen 1 Nephi 2:16 lesen.

  • Wodurch verhinderte Nephi, daß sein Herz verhärtete? (Nephi betete um Erkenntnis, und dadurch wurde ihm das Herz erweicht.)

Eine neue Form des Opferns

Schriftstelle/Besprechen

In alter Zeit galt für alle, die an Jesus Christus glaubten, das Gebot, Tieropfer, und zwar Blutopfer, darzubringen, nämlich als „Sinnbild für das Opfer des Einziggezeugten des Vaters“ (Mose 5:5–7). Amulek, ein Prophet des Buches Mormon, verkündete, daß Christus selbst das „große und letzte Opfer“ sei (Alma 34:14) und daß er sein Blut und sein Leben als Sühne für die Sünden der Menschen geben werde. Nach diesem großen und letzten Opfer sollte „dem Blutvergießen Einhalt getan werden“ (Alma 34:13). Jesus selbst erschien den Nephiten nach seinem Tod und seiner Auferstehung und sagte ihnen, sie sollten ihm nicht länger opfern, indem sie Blut vergossen (siehe 3 Nephi 9:19,20).

  • Was für ein Opfer verlangte der Herr statt dessen von allen, die an ihn glaubten?

  • Wodurch wurde das Blutopfer, wenn überhaupt, ersetzt?

Lassen Sie die Jungen 3 Nephi 9:19–22 lesen. Machen Sie deutlich, daß das Blutopfer vom Opfer eines reuigen Herzens und eines zerknirschten Geistes abgelöst wurde.

Das Blutvergießen beim Tieropfer war eine äußerliche Verordnung, die die Beteiligten an das künftige Opfer des Gottessohnes und daran erinnern sollte, daß der Gläubige gleichzeitig auch ein inneres Opfer darbringen muß, nämlich ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist.

Die Ermahnungen des Herrn an die Nephiten sind in unserer Zeit wiederholt worden. Lesen und besprechen Sie LuB 59:8.

Ein reuiges Herz und ein zerknirschter Geist

Tafel/Besprechen

  • Was bedeutet es, ein reuiges Herz zu haben? (Sehr trauern.)

  • Was bedeutet der Begriff „zerknirscht“? (Umkehrwillig.)

Schreiben Sie beides an die Tafel.

  • Warum möchte Christus, daß wir ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist haben?

Das „reuige Herz“, von dem in der heiligen Schrift die Rede ist, rührt nicht von der Trauer her, die jemand erfährt, der einen nahen Verwandten, einen Familienangehörigen verloren hat oder mit Enttäuschungen fertig werden muß. Das reuige Herz, von dem in der heiligen Schrift die Rede ist, ist vielmehr die natürliche Folge davon, daß ein Mensch seine Sünden und seine Unvollkommenheit erkennt und zugibt.

Wer die folgenden Wahrheiten kennt, fühlt sich eher gedrängt, ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist zu haben:

  1. 1.

    Wir alle befinden uns hier auf der Erde in einem natürlichen, fleischlichen und gefallenen Zustand; deshalb sündigen wir und übertreten die Gesetze Gottes. Dafür hat das Gesetz der Gerechtigkeit eine Strafe festgesetzt.

  2. 2.

    Jesus Christus ist rein und heilig. Sein Leben war vollkommen, und deshalb verdient er am wenigsten Strafe für Sünde.

  3. 3.

    Weil Jesus Christus uns so sehr liebt, hat er für unsere Sünden bezahlt. Er hat die Strafe für die Sünden aller Menschen erlitten.

Wir müssen uns bewußt sein, daß nur Jesus Christus allein vollkommen und ohne Sünde war, aber trotzdem die schreckliche Strafe für uns alle erlitten hat. Wenn wir über das schreckliche Leiden nachdenken, das der Herr für uns auf sich genommen hat, und darüber, wie unwürdig wir doch eigentlich sind, dann sollten wir schon ein reuiges Herz bekommen.

Schriftstelle/Besprechen

Die folgende Schriftstelle macht deutlich, was es heißt, ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist zu haben. Lassen Sie einen Jungen Alma 36:5–20 vorlesen.

  • Was hatte Alma getan, ehe ihm der Engel erschien? (Er hatte versucht, die Kirche zu vernichten; siehe Vers 6.)

  • Was geschah während der drei Tage und Nächte mit Alma? (Er wurde von ewiger Qual gepeinigt; siehe Vers 12,13,16.)

  • Warum wurde Alma gepeinigt? (Ihm fielen alle Sünden wieder ein, und er merkte, daß er sich gegen Gott aufgelehnt und seine heiligen Gebote nicht gehalten hatte. Wegen seiner Sünden verursachte der Gedanke, in Gottes Gegenwart zu kommen, ihm große Angst, und er wollte lieber ausgelöscht werden; siehe Vers 14, 15.)

  • Welcher Gedanke machte Alma Hoffnung, den Qualen entrinnen zu können? (Die Prophezeiung seines Vaters in bezug auf das Kommen Jesu Christi, der für die Sünden der Welt sühnen sollte; siehe Vers 17.)

  • Was tat Alma, als er sich seiner Unwürdigkeit bewußt wurde und an das Sühnopfer Christi dachte? (Er betete und schrie im Herzen: „O Jesus, du Sohn Gottes, sei barmherzig zu mir!“; siehe Vers 18.)

  • Was geschah, als er so gebetet hatte? (Er wurde von der Erinnerung an seine Sünden nicht mehr zerrissen, sondern von Freude und Licht erfüllt; siehe Vers 19,20.)

Berater

Alma der Jüngere hatte nun ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist entwickelt, und das brachte ihn zum Glauben an Jesus Christus und zur Umkehr. Unsere Sünden sehen sicher anders aus als Almas Sünden, aber auch wir müssen sie genauso ehrlich im Gegensatz zur Reinheit Christi sehen. Dadurch können wir ebenfalls ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist entwickeln.

Beispiel aus der heiligen Schrift/Besprechen

Die Menschen, die zusammengekommen waren, um König Benjamin sprechen zu hören (siehe Mosia 2:5,6), hatten ein ähnliches Erlebnis. König Benjamin sprach zu ihnen über das Sühnopfer Jesu Christi und sein großes Leiden für die Sünden seines Volkes. Und er hielt ihnen auch ihre eigenen Sünden und Übertretungen vor Augen.

Die Versammelten glaubten ihm, und die Folge davon war, daß sie sich selbst in ihrem fleisch- lichen Zustand erblickten, geringer als selbst der Staub der Erde. „Und sie riefen laut wie mit einer Stimme, nämlich: O sei barmherzig, und wende das sühnende Blut Christi an, damit wir Vergebung empfangen für unsere Sünden und damit uns das Herz rein gemacht werde.“ Als Antwort auf ihr Beten kam der Geist des Herrn über sie, und sie wurden von Freude erfüllt, weil sie Vergebung für ihre Sünden empfangen hatten. (Siehe Mosia 4:2,3.)

König Benjamin erklärte den Menschen, was mit ihnen geschehen war. Lassen Sie einen Jungen Mosia 4:4–8 vorlesen; besprechen Sie anschließend die Bedeutung dieser Verse.

Machen Sie den Jungen bewußt, daß ein reuiges Herz folgendes bedeutet: Sie spüren wegen ihrer Sünden eine gottgewollte Traurigkeit und werden sich ihres gefallenen Zustands bewußt.

Wenn die Propheten sagen, daß wir geringer sind als der Staub der Erde, dann wollen sie damit nur ausdrücken, daß der Staub der Erde Gottes Stimme vollkommen gehorcht und sich bewegt, wenn es ihm geboten wird. Im Gegensatz dazu ist der Mensch, der ja aus dem Staub der Erde gemacht ist, nicht vollkommen gehorsam und lehnt sich oft gegen die Gebote und den Rat Gottes auf, ja, verwirft sie sogar. (Siehe Helaman 12:6–8.)

Wer an Christus glaubt und sich seiner eigenen Nichtigkeit bewußt wird, der wird mit einem umkehrwilligen Geist zu ihm kommen und sich nach Vergebung für seine Sünden sehnen. Genau das ist unter einem „zerknirschten Geist“ zu verstehen. Es reicht nicht aus, ein verhärtetes Herz zu brechen, das sich aufgelehnt und die Gesetze Gottes übertreten hat. Man muß auch ernsthaft den Herrn suchen und mit aller Kraft um ein neues Herz, um Sündenvergebung und um Barmherzigkeit durch das sühnende Blut Christi beten. Das Gebet eines zerknirschten Geistes ist wie das Gebet des Volkes von König Benjamin: „O sei barmherzig und wende das sühnende Blut Christi an, damit wir Vergebung empfangen für unsere Sünden und damit uns das Herz rein gemacht werde.“ (Mosia 4:2.) Das Gebet eines zerknirschten Geistes ist auch wie das Gebet Almas des Jüngeren: „O Jesus, du Sohn Gottes, sei barmherzig zu mir, der ich in der Galle der Bitternis und von den immerwährenden Ketten des Todes umschlossen bin.“ (Alma 36:18.)

Wir müssen ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist entwickeln

Schriftstelle/Besprechen

Lassen Sie die Jungen Moroni 6:2 lesen und markieren.

  • Wem war laut diesem Vers die Taufe vorbehalten? (Dem, der ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist bewies.)

Vor oder spätestens nach der Taufe muß der Betreffende ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist haben.

Lassen Sie die Jungen 2 Nephi 2:6,7 lesen und markieren.

  • Wie wichtig sind laut dieser Schriftstelle ein reuiges Herz und ein zerknirschter Geist? (Nur wer ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist hat kann die vollen Segnungen des Sühnopfers des Herrn empfangen.)

Zum Abschluß

Zeugnis und Auftrag

Geben Sie Zeugnis, daß die Grundsätze aus dieser Lektion wahr sind. Fordern Sie die Jungen auf, die besprochenen Schriftstellen nachzulesen.

Bezeugen Sie, daß der Herr denen nahe ist, die ein reuiges Herz haben, und denen aufhilft, deren Geist zerknirscht ist (siehe Psalm 34:19). Ein Junge hingegen, der stolz und weltlich gesinnt ist, gefällt dem Herrn nicht.

Fordern Sie die Jungen auf, sich bewußtzumachen, wie sehr sie den Erretter brauchen und demütig werden müssen. Sie dürfen niemals vergessen, daß Christus auch für ihre Sünden gelitten hat.