Eine mächtige Wandlung

Aaronisches Priestertum -- Leitfaden 3, 1996


Ziel

Jeder Junge versteht das Sühnopfer besser und ist sich dessen bewußt, wie wichtig es ist, daß er seinen Mitmenschen vergibt.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Ezechiel 18:21,22,31,32; Matthäus 18:32–35; Markus 14:32–34; 2 Nephi 2:6–9; 9:21–23; Mosia 4:2-8; Alma 5:11–16; 11:40–42; 34:14–32; 36:5–21; 3 Nephi 9:20–22; Moroni 6:2 und Lehre und Bündnisse 19:16–19; 59:8; 76:40–42; 132:23,24. Sie werden zwar nicht alle Schriftstellen im Unterricht besprechen können, aber lesen Sie sie bei der Unterrichtsvorbereitung dennoch aufmerksam durch.

  2. 2.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Die heiligen Schriften (jeder Junge soll seine heiligen Schriften mitbringen.)

    2. b)

      Buntstifte zum Schriftstellenmarkieren.

  3. 3.

    Zeigen Sie gegebenenfalls das Video What think Ye of Christ? (53277)

Vorschlag für den unterrichtsablauf

Eine mächtige Wandlung im Herzen

Berater

Die Jungen hören sicher des öfteren Sätze wie „Jesus Christus ist gestorben, damit wir leben können“; „Er hat für unsere Sünden gezahlt“; „Er hat uns das Tor zum ewigen Leben geöffnet“ oder „Er hat für unsere Sünden gesühnt“. Fragen Sie die Jungen, ob sie wissen, was diese Sätze bedeuten.

Zitat

Joseph Smith hat einmal gesagt: „Das Sühnopfer ist das wichtigste Ereignis, das sich jemals zugetragen hat; es ist die Grundlage des Evangeliums und alles anderen. Ja, ,alles andere, was mit unserer Religion zu tun hat, ist nur eine Zugabe dazu‘ (Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 124).“

Schriftstelle/Besprechen

Lesen und besprechen Sie Lehre und Bündnisse 76:40–42.

• Was bedeutet diese Schriftstelle für euch?

• Was müßt ihr tun, damit das Sühnopfer für euch wirksam wird?

Lesen Sie 2 Nephi 2:7–9.

• Was versteht man unter einem reuigem Herzen und einem zerknirschten Geist?

Lesen und besprechen Sie Mosia 5:2 und Alma 5:14–16.

• Was versteht man unter der mächtigen Wandlung im Herzen?

Lesen Sie 2 Korinther 7:4–16.

• Worin unterscheidet sich jemand, dessen Sünden offenbar geworden sind, von jemandem, der seine Sünden aus freien Stücken bekennt, gottgewollte Traurigkeit empfindet und aufrichtig bemüht ist, Umkehr zu üben?

Lesen Sie gemeinsam 2 Nephi 2:7–9.

• Was gehört zur gottgewollten Traurigkeit?

Lesen Sie gemeinsam Ezechiel 18:21,22.

• Wie wendet man sich von der Sünde ab?

• Inwiefern sterben wir, wenn wir sündigen? (Wir können den physischen Tod erleiden, und zwar aufgrund von Krankheiten, mit denen wir uns anstecken, wenn wir sündigen; und wir können den geistigen Tod erleiden, weil wir nämlich der Gegenwart Gottes und Jesu Christi nicht mehr würdig sind.)

Schriftstelle/Besprechen

Erzählen Sie mit eigenen Worten von Alma dem Jüngeren und den Söhnen Mosias. (Siehe Alma 36:5–21.)

Besprechen

Sie mit den Jungen Vers 17–19, und arbeiten Sie heraus, was Alma empfand, als ihm bewußt wurde, was es bedeutet, ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist zu haben. (Siehe auch 3 Nephi 20:22; Moroni 6:2 und LuB 59:8.)

Die ersten Grundsätze sind wesentlich

Glaubensartikel

Lassen Sie die Jungen gemeinsam den 4. Glaubensartikel aufsagen.

Besprechen

Besprechen Sie die genannten Grundsätze und Verordnungen des Evangeliums, und weisen Sie darauf hin, daß diese Grundsätze und Verordnungen in einer ganz bestimmten Reihenfolge stehen.

  1. 1.

    Der Glaube muß sich auf den Herrn Jesus Christus gründen; man muß daran glauben, daß Jesus die Macht besitzt, einen wieder rein zu machen.

  2. 2.

    Wer Umkehr übt, muß sich wahrhaft von der Sünde abwenden und gottgewollte Traurigkeit empfinden.

  3. 3.

    Die Taufe muß durch Untertauchen vollzogen werden, und zwar von jemandem, der die Vollmacht dazu hat; bei der Taufe versprechen wir, daß wir von Jesus Christus Zeugnis geben wollen.

  4. 4.

    Die Gabe des Heiligen Geistes wird durch Händeauflegen übertragen, und zwar von denen, die die Vollmacht dazu haben; außerdem muß derjenige, der den Heiligen Geist empfängt, auch den aufrichtigen Wunsch haben, sich von ihm leiten zu lassen.

Beispiel

Erzählen Sie das folgende Beispiel, das von Jane Snyder Richards handelt, die ihren Glauben dadurch unter Beweis stellte, daß sie sich taufen ließ.

Jane wurde 1823 in den Vereinigten Staaten geboren. Ihr Bruder Robert, der dem Tod nahe gewesen war, las eines Tages im Neuen Testament von der Taufe durch Untertauchen und fragte den Herrn im Gebet, wer diese Verordnung mit der richtigen Vollmacht vollziehen könne. Da hört er in seinem Sinn deutlich den Namen „John E. Page“. Erst später erfuhr er, daß John E. Page ein Missionar der Kirche war. Robert bat Bruder Page, ihn zu taufen und ihm einen Krankensegen zu geben, worauf er wieder gesund wurde. Später taufte er selbst viele hundert Menschen.

1839 hatte sich jeder in Janes Familie taufen lassen – nur Jane nicht.

Mit 16 Jahren wurde Jane sehr krank, und kein Arzt wußte, was zu tun war. Robert unterbrach seine Missionsarbeit, um seine jüngere Schwester zu besuchen. Jane berichtet:

„Als er sah, daß … ich so krank war, … fastete und betete er für mich. … Drei, vier Tage nahm er weder Nahrung noch Wasser zu sich. … Er kam in mein Zimmer, legte den Kopf neben meinen auf das Kissen und sagte: ,Ach Schwesterherz, wenn du dich doch taufen ließest.‘

Am nächsten Morgen … konnte ich mich nicht mehr bewegen und lag anscheinend im Sterben. Ich konnte weder sprechen noch mich bewegen. … Mein Bruder weinte … und … fragte, ob er mich mit Öl salben und für mich beten dürfe. … Während er betete, wurde mir der Sinn erhellt, und es war, als ob ein Buch vor mir aufgetan wurde, in dem ich lesen konnte, daß ich mich unbedingt taufen lassen mußte. Wenn Christus, der ja ohne Sünde war, sich taufen lassen mußte, dann durfte ich mich doch nicht für besser halten!

In diesem Augenblick wichen alle Schmerzen von mir, und die Lähmung war verschwunden. Ich war nur noch schwach. Als mein Bruder sich erhob, … bat ich ihn, mich zu taufen. Allerdings wollte er mir diesen Wunsch zuerst nicht erfüllen, weil es mitten im Winter war und wir dazu das Eis aufbrechen mußten. Die Kälte hätte mich umbringen können. Aber ich hatte keine Angst vor dem Tod – ich wollte unbedingt getauft werden.“

An dem Tag, als Robert seine Schwester taufen sollte, versammelten sich dreihundert Menschen an dem See, wo er ein Loch in das dreißig Zentimeter dicke Eis geschlagen hatte. Sie drohten damit, ihn ins Gefängnis zu bringen, wenn er seine todkranke Schwester der eiskalten Luft und dem eiskalten Wasser aussetzen sollte. Aber sie waren sehr erstaunt, als Jane aus dem Wasser hervorkam und ihnen erklärte, sie habe sich aus freien Stücken taufen lassen und sei nicht dazu gezwungen worden. Sie dürften ihrem Bruder nichts antun, da er das Werk Gottes tue und Gott sie bestrafen werde, wenn sie ihn daran hinderten. Robert kam nicht ins Gefängnis, und Jane, der die Kälte nicht im geringsten geschadet hatte, wurde auf wundersame Weise geheilt.“ (Nach Jane Snyder Richards, Reminiscenses of Mrs. F. D. Richards, unveröffentlichtes Manuskript, 1880, Seite 1–7.)

• Warum brauchte Jane Snyder Glauben, um sich taufen zu lassen?

• Wie hat Jane Snyder gezeigt, daß sie bereit war, als Zeugin für Jesus Christus aufzutreten?

Berater

Wenn wir die ersten Grundsätze und Verordnungen des Evangeliums befolgen, können wir eines Tages in die Gegenwart des himmlischen Vaters und Jesu Christi zurückkehren.

Zum Abschluß

Zeugnis

Geben Sie Zeugnis, daß das Sühnopfer Jesu Christi uns Vergebung ermöglicht, wenn wir uns demütigen, Jesus Christus annehmen und daran denken, daß er in Getsemani und am Kreuz für unsere Sünden gelitten hat.

Video

Zeigen Sie, wenn Sie noch Zeit haben, das Video What think Ye of Christ? (53277)