Glaube, der ausreicht, daß man ewiges Leben erlangt

Aaronisches Priestertum -- Leitfaden 3, 1996


Ziel

Den Jungen ist klar, daß der Glaube an Jesus Christus sie dazu bewegen soll, in jeder Lebenslage auf ihn zu vertrauen.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Matthäus 11:28–30; Hebräer 11:32–40; 1 Nephi 3:31–4:1; 2 Nephi 9:18; 31:19,20; Alma 5:12–14; Moroni 6:4 und Lehre und Bündnisse 75:5; 98:11–13.

  2. 2.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Die heiligen Schriften (jeder Junge soll seine heiligen Schriften mitbringen).

    2. b)

      Buntstifte zum Schriftstellenmarkieren.

Vorschlag für den unterrichtsablauf

Wir müssen auf den Herrn vertrauen

Tafel/Besprechen

Schreiben Sie vor dem Unterricht folgendes an die Tafel:

believe to hope

Glaube → Glaube an Christus → Vertrauen → Zuversicht → Hoffnung

Bitten Sie die Jungen, das Tafelbild zu erklären; arbeiten Sie heraus, daß Glaube damit beginnt, daß man die Lehren des Herrn für wahr hält. Dadurch entwickelt man den Glauben daran, daß nur Jesus Christus die Menschen erretten kann. Machen Sie den Jungen bewußt, was der Glaube an Jesus Christus bedeutet, nämlich daß man auf ihn und seine Verheißungen vertraut. Dieser Glaube schenkt uns die Gewißheit, daß wir jeder Schwierigkeit und jeder Lebenslage gewachsen sind. Wenn wir treu zu Christus stehen, können wir auf eine herrliche Zukunft hoffen.

Schriftstelle/Besprechen

Lassen Sie die Jungen 2 Nephi 31:19,20 und Moroni 6:4 lesen, markieren und durch einen Querverweis miteinander verbinden. Schreiben Sie beide Versangaben an die Tafel, und fragen Sie zum besseren Verständnis von 2 Nephi 31:19,20 folgendes:

• Was bedeutet es, unerschütterlichen Glauben an Christus zu haben?

Erklären Sie: Wir alle müssen Jesus Christus völlig vertrauen lernen und uns bewußt machen, daß wir es nicht aus eigener Kraft schaffen können. Um ewiges Leben zu erlangen, brauchen wir seine Hilfe, und wenn wir Umkehr üben, immer beten und unsere Gedanken rein halten, wird uns diese Hilfe auch zuteil.

• Was müssen wir tun, wenn wir den engen und schmalen Pfad betreten haben und ewiges Leben erlangen wollen?

Arbeiten Sie heraus, daß wir mit Beständigkeit in Christus vorwärtsstreben müssen. Das bedeutet, daß wir nicht wankend werden und uns nicht ständig ändern dürfen. Wir müssen Christus vielmehr immer in unseren Gedanken die erste Stelle einräumen. Und das gelingt uns, indem wir täglich in den heiligen Schriften lesen, über das Gelesene nachsinnen und darüber beten. Dann müssen wir uns anstrengen, so zu leben, wie Jesus Christus es von uns erwartet.

Stellen Sie die folgenden Fragen, damit die Jungen Moroni 6:4 besser verstehen:

• Was wurde für die Menschen getan, die sich der Kirche angeschlossen hatten? (Man dachte an sie und nährte sie durch das gute Wort Gottes, um sie auf dem rechten Weg zu halten.)

• Wie können die Priestertumsträger beispielsweise über die Mitglieder der Kirche wachen und sie stärken? (Indem sie heimlehren gehen; siehe LuB 20:46–57.)

• Worauf muß jemand vertrauen, der an Jesus Christus glaubt? (Nur auf die Verdienste Christi.)

Um ewiges Leben zu erlangen, dürfen wir uns nur auf die Verdienste Jesu Christi verlassen, nicht auf unsere Verdienste oder die Verdienste unserer Freunde und Angehörigen.

Schriftstelle/Besprechen

Alma hat erklärt, der Glaube bewirke eine mächtige Wandlung im Herzen des Menschen. Lassen Sie die Jungen Alma 5:12–14 lesen und markieren, und erklären Sie, daß wir uns auch selbst die Frage stellen müssen, die Alma hier stellt, nämlich: „Habt ihr diese mächtige Wandlung im Herzen erlebt?“ (Alma 5:14.) Vertrauen wir wirklich auf Jesus Christus, verlassen wir uns auf ihn? Weisen Sie darauf hin, daß die mächtige Wandlung im Herzen durch den Heiligen Geist bewirkt wird, der dann mit uns ist, wenn wir ein rechtschaffenes Leben führen.

Wirklicher Glaube erfordert Vertrauen und Zuversicht

Berater

Wenn wir einmal gelernt haben, Jesus Christus zu vertrauen, können wir uns dem Leben zuversichtlich stellen, ungeachtet aller Umstände. Die Urchristen wurden verbrannt oder wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen, aber sie starben in Frieden, weil sie auf Christus und ihre Zukunft vertrauten.

Erklären Sie: Als George A. Smith einmal krank war, kam sein Vetter, der Prophet Joseph Smith, ihn besuchen. Präsident George A. Smith berichtet, was der Prophet damals zu ihm gesagt hat:

„Laß dich nie entmutigen, was für Schwierigkeiten dich auch immer umgeben mögen. Und wenn man dich in die tiefste Grube von Nova Scotia würfe und die Rocky Mountains über dich häufte, dann darfst du dich trotzdem nicht entmutigen lassen und mußt weiterkämpfen, Glauben üben und guten Mutes bleiben. Letztlich bist du dann doch wieder obenauf.“ (Ancestry, Biography, and Family of George A. Smith, Hg. Zora Smith Jarvis, Provo, 1962, Seite 55.)

• Woher rührte Joseph Smiths Zuversicht? (Er glaubte an Jesus Christus.)

Schriftstellen/Beispiel/Besprechen

Lassen Sie die Jungen 1 Nephi 3:31 und 4:1 lesen und markieren.

• Woher nahm Nephi den Mut, der in diesen Versen deutlich wird? (Durch den Glauben an Jesus Christus, der ihn mit völliger Zuversicht erfüllte.)

Das folgende Beispiel von Matthew Cowley zeigt, wie die Zuversicht wächst, wenn man gemäß dem Glauben lebt:

„Ich wurde gebeten, einem Baby in Neuseeland einen Segen zu geben. Der Vater kam mit diesem vierzehn Monate alten Baby zu mir und sagte: ,Unser Kind ist noch nicht gesegnet worden, deshalb möchte ich, daß Sie ihm einen Namen geben.‘ Ich sagte: ,Gerne, wie soll das Kind denn heißen?‘ Er nannte mir den Namen des Kindes und sagte dann beiläufig: ,Wenn Sie ihm einen Namen geben, können Sie ihm eigentlich auch gleich die Sehkraft geben.‘ Das Baby war nämlich von Geburt an blind. Der Vater sagte noch: ,Wir haben es zu einem Spezialisten nach Wellington gebracht, aber er hat gesagt, es sei blind geboren und er könne nichts tun. Mit derselben Vollmacht, mit der Sie ihm einen Namen geben, können Sie ihm auch gleich das Augenlicht geben.‘ So einfach war das für ihn!

Ich hatte natürlich Angst, denn so groß war mein Glaube noch nicht. Das Ansinnen des Vaters traf mich wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Aber ich gab dem Baby einen Namen.

Ich glaube nicht, daß ich je einen längeren Segen gegeben habe. Ich sagte alle Wörter daher, die mir einfielen und die ich je gehört hatte, um genug Inspiration zu sammeln – oder auch genug Mut – das Kind mit Sehkraft zu segnen. Schließlich tat ich es doch.

Acht Monate später sah ich das Kind wieder, und das Kind sah mich. … Lassen Sie den einfachen Glauben niemals aus Ihrem Leben entschwinden, niemals von Ihnen weichen, denn er ist das Kostbarste, was Sie besitzen!“ (Henry A. Smith, Matthew Cowley: Man of Faith, Salt Lake City, 1954, Seite 138 f.)

Schriftstelle/Besprechen

Manchmal wird unser Glaube an Christus nicht sofort mit einer Segnung belohnt. Lassen Sie die Jungen Hebräer 11:32–40 lesen; hier wird deutlich, was mit Menschen geschehen ist, die an Jesus Christus glaubten und auf ihn vertrauten. In Vers 38 und 39 steht, daß die Welt ihrer nicht wert war. Vers 39 macht deutlich, daß sie aus freien Stücken litten, um ihren Glauben unter Beweis zu stellen, daß sie das Verheißene aber nicht hier auf der Erde erlangt haben, sondern erst in einer besseren Welt.

Lassen Sie die Jungen Matthäus 11:28–30 lesen und markieren.

• Was hat Jesus Christus damit gemeint, daß sein Joch nicht drückt und seine Last leicht ist?

• Inwiefern gilt das auch für die Menschen, von denen in Hebräer 11 die Rede ist?

Arbeiten Sie heraus, daß das, was Jesus in Matthäus 11 sagt, nur dann gilt, wenn jemand Glauben hat. Wenn unser Glaube so groß ist, daß wir auch dann auf Jesus vertrauen, wenn wir gequält und verspottet werden, dann ist er auch groß genug, daß wir mit seiner Hilfe das ewige Leben erlangen können. Wenn wir auf Jesus Christus vertrauen, drückt uns das Joch nicht, und unsere Last wird leicht, unabhängig von dem, was andere uns antun. Folter und Tod sind nicht das Schlimmste, was einem Menschen zustoßen kann. Es ist viel schlimmer, wenn man den Glauben und das Vertrauen verliert, denn dann verliert man gleichermaßen auch das ewige Leben mit dem Herrn.

Wer dem Glauben treu ist, dem ist ewiges Leben verheißen

Schriftstelle/Tafel/Besprechen

Wenn wir an den Herrn glauben, verhalten wir uns auch entsprechend. Wir hoffen auf den Herrn, und wir vertrauen auf seine Verheißungen für die Zukunft.

Lassen Sie die Jungen Lehre und Bündnisse 75:5 und 98:11–13 lesen und markieren. Machen Sie deutlich, daß denjenigen, die dem Glauben treu sind, Ehre, Herrlichkeit und ewiges Leben verheißen sind.

• Warum müssen wir bereit sein, für das Evangelium Jesu Christi unser Leben hinzugeben?

Der Herr hat denen, die dem Glauben treu sind, wiederholt ewiges Leben verheißen. Lesen Sie 2 Nephi 9:18 vor. Dieser Vers zeigt, was wir tun müssen und wie wir dafür belohnt werden. Schreiben Sie die wichtigsten Punkte an die Tafel:

Was wir tun müssen

  1. 1.

    An den Heiligen Israels glauben

  2. 2.

    Die Widerwärtigkeiten der Welt ertragen

  3. 3.

    Den Schimpf der Welt gering achten

Wie wir dafür gesegnet werden

  1. 1.

    Wir ererben das Reich Gottes

  2. 2.

    Unsere Freude wird voll sein immerdar

Zum Abschluß

Auftrag

Fordern Sie die Jungen auf, ihren Glauben an Jesus Christus unter Beweis zu stellen und auf ihn zu vertrauen. Sie sollen über die folgenden Vorschläge nachdenken und sie während der kommenden Woche ausprobieren:

  1. 1.

    Versucht, dem Beispiel Jesu Christi nachzueifern. Bemüht euch, würdig zu sein, damit der Heilige Geist immer mit euch sein kann. Geht Schwierigkeiten und Probleme optimistisch an, denn ihr wißt ja, daß der Herr euch hilft.

  2. 2.

    Überlegt euch, welche Schwäche oder schlechte Angewohnheit ihr verbessern wollt, und bittet dann den Herrn um Hilfe, damit ihr euch ändern könnt. Vertraut fest darauf, daß er euch hilft.

Lassen Sie die Jungen im nächsten Unterricht erzählen, was sie dabei erlebt haben.