Das Abendmahl

Aaronisches Priestertum -- Leitfaden 3, 1996


Ziel

Jedem Jungen ist bewußt, was das Abendmahl bedeutet und welche Rolle er als Vertreter des Herrn bei dieser heiligen Handlung spielt.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Levitikus 10:8–11; Matthäus 26:26-28; 1 Korinther 11:26–29; Mosia 18:10; 3 Nephi 18:1–12 und Lehre und Bündnisse 20:46,77,79 und 27:2.

  2. 2.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Die heiligen Schriften (jeder Junge soll seine heiligen Schriften mitbringen).

    2. b)

      Buntstifte zum Schriftstellenmarkieren.

Vorschlag für den unterrichtsablauf

Eine heilige Handlung zum Gedenken an Jesus Christus und zur Erneuerung unserer Bündnisse

Berater

Erklären Sie den Jungen, was das Abendmahl Ihnen bedeutet, und betonen Sie, daß es zu den heiligsten Handlungen des Priestertums gehört. Der himmlische Vater hat großes Vertrauen zu den Jungen und Männern, die das Aaronische Priestertum tragen; deshalb hat er ihnen gestattet, die heiligen Abendmahlssymbole zu segnen. Sagen Sie den Jungen, sie sollten sich einmal vorstellen, daß sie dabei gewesen wären, als Christus das Abendmahl gesegnet hat.

Schriftstelle/Besprechen

Lassen Sie die Jungen 3 Nephi 18:1–12 lesen und besprechen.

• Was erfahren wir hier über das Abendmahl und über unsere Aufgabe als Träger des Aaronischen Priestertums?

Die folgenden Punkte können für das Unterrichtsgespräch hilfreich sein:

  1. 1.

    Jesus hat geboten, daß das Abendmahl an die Kirche ausgeteilt werden soll (siehe Vers 3,4,6–8,10–12).

  2. 2.

    Nur ein rechtmäßig ordinierter und bevollmächtigter Priester darf das Abendmahl segnen; vorbereiten und austeilen dürfen es die Lehrer und die Diakone.

  3. 3.

    Wenn wir das Abendmahl nehmen, zeigen wir, daß wir an Jesus denken (siehe Vers 7,11).

  4. 4.

    Wer immer an Jesus denkt, dem ist verheißen, daß der Heilige Geist immer mit ihm ist (siehe Vers 7,11).

  5. 5.

    Wer das Abendmahl nimmt, befolgt damit ein Gebot des Herrn (siehe Vers 10).

  6. 6.

    Wenn wir das Abendmahl nehmen, versprechen wir damit, daß wir alle Gebote Jesu halten wollen (siehe Vers 10).

Es gibt nichts Wichtigeres im Leben, als den Geist des Herrn mit sich zu haben, denn wir alle brauchen seine Führung und die Kraft, die er vermitteln kann. Außerdem können wir nur durch den Heiligen Geist rein gemacht werden.

• In diesen Versen erklärt der Herr, wie man den Heiligen Geist immer mit sich haben kann. Was muß man dazu tun? (Man muß immer an ihn denken.)

• Was bedeutet es, immer an den Herrn zu denken? (Ihn zum Mittelpunkt des Denkens machen und in Gedanken, Worten und Taten so werden wie er.)

• Wenn wir das Sühnopfer Christi wirklich verstehen und dafür dankbar sind, kann es uns da noch schwerfallen, an ihn zu denken?

Berater

Das Abendmahl ist eine heilige Handlung, die uns hilft, an Jesus Christus und an das, was er für uns getan hat, zu denken. Er hat für unsere Sünden gezahlt, damit wir uns aus der Gewalt des Zerstörers, des Satans, befreien können. Das Sühnopfer Jesu ermöglicht es jedem Menschen, für seine Sünden Vergebung zu erlangen, vorausgesetzt, er übt Glauben und Umkehr. Das Abendmahl hilft uns, an ihn zu denken und die Bündnisse zu erneuern, die wir bei der Taufe geschlossen haben, nämlich daß wir seine Gebote halten wollen.

Schriftstelle/Besprechen

Lassen Sie einen Jungen Mosia 18:10 vorlesen. Erklären Sie vorher, daß diese Worte von Alma stammen, der gerade die Gläubigen an den Wassern Mormon im Evangelium unterwies.

• Inwiefern erinnert der Wortlaut an die Abendmahlsgebete? (Alma forderte die Anwesenden auf, den Namen Jesu Christi auf sich zu nehmen und zu bezeugen, daß sie einen Bund beziehungsweise eine Übereinkunft mit ihm geschlossen hatten, nämlich seine Gebote zu halten. Dann sollte Jesus Christus seinen Geist über sie ausgießen; das heißt, er sollte sie segnen und führen und ihnen Kraft schenken.

Berater

Erinnern Sie noch einmal an folgendes: Wenn wir Brot und Wasser nehmen, bezeugen wir damit, daß wir alles tun wollen, was Jesus Christus uns aufträgt, und daß wir uns so verhalten, wie es seiner würdig ist. Es ist wichtig, daß wir unsere Bündnisse jede Woche erneuern, denn wenn wir in Weltliches eingespannt sind, vergessen wir manchmal, was wir versprochen haben.

Zitat

Bei der Weihung des Jordan-River-Tempels hat Elder Mark E. Petersen betont, wie wichtig das Abendmahl ist:

„Das Abendmahl dient der Erinnerung an das heiligste und wichtigste Ereignis, das sich jemals zugetragen hat, nämlich das Sühnopfer des Herrn Jesus Christus. Nichts ist so heilig wie das Sühnopfer. Und nichts ist so wichtig.

Wir gedenken des Leidens und des Kreuzestodes Jesu Christi, wenn wir das Abendmahl nehmen. Und dabei gehen wir erneut einen Bund ein, nämlich wenn wir Brot und Wasser nehmen. Worin besteht dieser Bund, und wie wichtig und ernst ist er?

Sind wir uns dessen bewußt, wie wichtig er wirklich ist?

Nur ein Gott konnte das Sühnopfer bewirken. Und Christus war ein Gott, nämlich der Sohn Gottes, unser Erlöser, der Schöpfer von allem.

Als er davon sprach, wie er am Kreuz leiden mußte, sagte er:

,Siehe, ich, Gott, habe das für alle gelitten, damit sie nicht leiden müssen, sofern sie umkehren;

aber wenn sie nicht umkehren wollen, müssen sie leiden wie ich,

und dieses Leiden ließ selbst mich, Gott, den Größten von allen, der Schmerzen wegen zittern, aus jeder Pore bluten und an Leib und Geist leiden – und ich wollte den bitteren Kelch nicht trinken müssen, sondern zurückschrecken –,

doch Ehre sei dem Vater: ich trank davon und führte das, was ich für die Menschenkinder vorhatte, bis zum Ende aus.‘ (LuB 19:16–19.)

Wie sehr mußte er doch leiden! Wir Menschen können niemals das Ausmaß seines Leidens ermessen. Er ist für uns gestorben, er hat für uns gelitten, und wir gedenken beim Abendmahl seines Todes und seines Leidens.

Wenn wir das Abendmahl nehmen, dann muß uns bewußt sein, wie ungeheuer wichtig und heilig es ist, denn dabei versprechen wir dem allmächtigen Gott, dem Vater im Himmel, daß wir immer an Christus denken wollen. Wir bezeugen dem Vater, wir versprechen dem Vater, daß wir willens sind, den Namen Christi auf uns zu nehmen und immer an ihn zu denken und seine Gebote, die er uns gegeben hat, zu halten.

Das ist der Bund, den wir immer dann eingehen, wenn wir das Abendmahl nehmen. Sind wir uns dessen bewußt? Sind wir uns dessen bewußt, wie wichtig der Bund ist, den wir auf uns nehmen?“ (Ansprache anläßlich der Weihung des Jordan-River-Tempels, 16. November 1982.)

Die Priester handeln für die versammelten Mitglieder

Besprechen

Im Alten Testament brachte der Priester für die Tempelbesucher das Opfer dar.

• Welches Priestertum trugen die Priester im Alten Testament? (Das Aaronische Priestertum.)

Machen Sie deutlich: Die Priester in alter Zeit amtierten, weil sie das Priestertum trugen; sie waren offizielle Vertreter des Herrn.

Die Priester im Alten Testament vertraten am Altar das Volk, das selbst nicht am Altar amtieren und auch keine heiligen Handlungen im Tempel vollziehen durfte. Gleichermaßen dürfen die Mitglieder der Kirche nicht das Abendmahl segnen und austeilen, wann immer ihnen danach zumute ist. Der Herr hat Vorschriften dazu erteilt, die in den heiligen Schriften zu finden sind.

Schriftstelle/Besprechen

Lassen Sie einen Jungen Lehre und Bündnisse 20:46 vorlesen.

Sagen Sie, daß der Priester die Pflicht hat, den Abendmahlsdienst zu versehen. Er handelt dabei für die Mitglieder, wie es auch die Priester in alter Zeit getan haben.

Lassen Sie einen Jungen Levitikus 10:8–11 vorlesen.

• Wovon ist in diesen Versen die Rede? (Es geht um Weisungen an die Priester, die am Opferaltar amtierten.)

• Der Herr sagt in Vers 10, Aaron und seine Söhne müßten zwischen heilig und profan unterscheiden. Was meint er damit? (Sie mußten anders sein als die Versammelten, nämlich des Amtierens würdig.

• Wie sagt diese Schriftstelle über die Pflicht des Priesters aus, des Abendmahlsdienstes würdig zu sein?

• Was könnt ihr tun, um euch würdig zu machen, den Abendmahlsdienst zu versehen?

Besprechen

Sie auch, was die Jungen während der Woche tun müssen, um würdig zu sein – was sie denken und wie sie sich verhalten müssen. Wenn ein Junge das Gefühl hat, er sei des Abendmahlsdienstes nicht würdig, soll er mit dem Bischof sprechen.

Lassen Sie einen Jungen 1 Korinther 11:26–29 vorlesen.

• Was sagt Paulus hier über das Abendmahl? (Es ist eine heilige Handlung. Wir dürfen nicht unwürdig das Abendmahl nehmen, nämlich dann nicht, wenn wir nicht Umkehr geübt haben.)

Machen Sie deutlich, daß wir nicht vollkommen zu sein brauchen, uns aber bemühen müssen, die Gebote zu halten.

• Wozu sind wir als Priestertumsträger und Vertreter des Herrn verpflichtet, wenn wir das Abendmahl segnen und austeilen? (Wir müssen Vorbild sein und uns bemühen, würdig zu sein.)

Besprechen/Berater

Machen Sie den Jungen bewußt, daß ein Priester seine beste Kleidung tragen und gepflegt sein muß, um seiner Berufung Ehre zu machen.

Wenn die Priester am Abendmahlstisch amtieren, vertreten sie die Mitglieder, die ihre Bündnisse mit dem Herrn erneuern und seinen Geist mit sich haben möchten. Die Priester vollziehen die gleiche heilige Handlung, die Christus beim Letzten Abendmahl durchgeführt hat. Sie treten auf die gleiche Weise vor den Herrn wie die Priester in alter Zeit. Diesen Priestern war bis in die kleinste Einzelheit vorgeschrieben, welche Kleidung sie tragen mußten, um den Herrn zu verehren. (Siehe Exodus 28:2–4.) Wir hingegen haben nur allgemeine Richtlinien erhalten.

• Was würdet ihr anziehen, wenn ihr eine Audienz bei einem Staatsmann, einem König oder dem Präsidenten der Kirche hättet?

Beispiel

Die Priester (und auch die Lehrer und die Diakone) haben die Möglichkeit, dem Abendmahlsdienst mehr Bedeutung zu verleihen, und zwar zum Nutzen derer, die ihre Bündnisse mit dem Herrn erneuern und auch selbst geistig erneuert werden möchten. Die Priester können durch ihr Verhalten viel dazu beitragen.

Lesen Sie das folgende Beispiel vor, oder geben Sie es mit eigenen Worten wieder:

Vor einigen Jahren besuchte ich die Abendmahlsversammlung einer Gemeinde. Als die Zeit für das Abendmahl gekommen war, fand ich es sehr beeindruckend, wie das Abendmahlsgebet gesprochen wurde.

Ich hatte dieses Gebet schon oft gehört, aber hier war eine Aufrichtigkeit zu spüren, die ihm neue Wichtigkeit verlieh. Ich spürte, daß ich mich an heiliger Stätte befand, und das Abendmahlsgebet drückte genau das aus, was ich auch gerne gesagt hätte. Nach dem Segnen des Brotes sah ich den Priester an, der das Gebet gesprochen hatte. Er sah gepflegt aus und trug seine beste Kleidung, was ihm ein angenehmes Äußeres verlieh. Aber das Gefühl, das er in das Gebet hineingelegt hatte, machte es für mich zu etwas ganz Besonderem. Damals wurde mir bewußt, wie man ein Gebet spricht und die Versammelten dazu bewegen kann, an den Herrn zu denken. Und das alles habe ich von einem jungen Mann gelernt, dem daran lag, die Mitglieder vor dem Herrn zu vertreten.

Berater

Die Priester müssen die Abendmahlsgebete mit viel Gefühl sprechen, damit deutlich wird, wie wichtig sie sind. Dazu gehört auch, daß sie die Gebete so laut und deutlich und mit soviel Gefühl sprechen, daß es für die Versammelten ein erhebendes Erlebnis ist. Wenn die Jungen die Abendmahlsgebete mit viel Gefühl sprechen, dann erhalten diese dadurch größere Bedeutung.

Schriftstelle/Aktivität

• Wo in den heiligen Schriften sind die Abendmahlsgebete zu finden? (Lehre und Bündnisse 20:77,79 und Moroni 4 und 5.)

Die Jungen sollen Lehre und Bündnisse 20:77,79 unterstreichen und auswendig lernen.

In den genannten Schriftstellen ist zwar von Wein die Rede, aber in Lehre und Bündnisse 27:2 steht, daß es nicht darauf ankommt, welches Getränk für das Abendmahl verwendet wird, solange das Auge dabei nur auf die Herrlichkeit Christi gerichtet ist.

Sie können die Gebete Zeile für Zeile durchgehen, damit den Jungen die Bedeutung der Gebete bewußt wird.

Lassen Sie mehrere Jungen die Gebete vorlesen; achten Sie darauf, daß der Wortlaut korrekt ist. Zeigen Sie den Jungen, daß sie die Worte deutlich aussprechen müssen, und machen Sie ihnen bewußt, daß es nicht darum geht, wie schnell sie das Gebet aufsagen können, sondern darum, daß sie ihm Bedeutung verleihen und daß der Wortlaut korrekt ist. Das geht leichter, wenn man sich Zeit läßt. Wenn man über das Opfer Jesu Christi und die Bedeutung des Abendmahlsgebets nachdenkt, stellt sich auch das richtige Gefühl ein.

Zum Abschluß

Tafel/Besprechen

• Wie kann man sicherstellen, daß das Abendmahl für die Versammelten eine Zeit geistiger Erneuerung ist?

Schreiben Sie die Antworten der Jungen an die Tafel, unter anderem folgendes:

  1. 1.

    Früh zum Abendmahlstisch gehen

  2. 2.

    Nachprüfen, ob das Abendmahl richtig vorbereitet ist

  3. 3.

    Während der Versammlung andächtig sein

  4. 4.

    Sich angemessen und ordentlich anziehen

  5. 5.

    Die Priester müssen die Gebete andächtig sprechen und ihnen beim Sprechen Bedeutung verleihen; die Lehrer müssen das Abendmahl andächtig vorbereiten, und die Diakone müssen es andächtig austeilen Auftrag Fordern Sie die Jungen auf, jede Woche alles Notwendige zu tun, um das Abendmahl so vorzubereiten, den Abendmahlsdienst so zu versehen und das Abendmahl selbst so zu nehmen, daß es für sie selbst und für die Versammelten, denen sie dienen, soviel Bedeutung erhält wie möglich.