Der Heilige Geist

Aaronisches Priestertum -- Leitfaden 3, 1996


Ziel

Jeder Junge weiß, daß der Heilige Geist ein Wesen aus Geist ist, das von Gott dem Vater und vom Sohn Zeugnis gibt und die Menschen zu ihnen führt.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Markus 1:9–11; Lukas 3:22; 1 Nephi 11:27; 2 Nephi 32:4,5; Moroni 10:5 und Lehre und Bündnisse 88:3,4; 130:22.

  2. 2.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Die heiligen Schriften (jeder Junge soll seine heiligen Schriften mitbringen).

    2. b)

      Bleistift und Papier für alle.

    3. c)

      Buntstifte zum Schriftstellenmarkieren.

  3. 3.

    Zeigen Sie gegebenenfalls das Video Following the Spirit (53276).

Vorschlag für den unterrichtsablauf

Der Heilige Geist ist ein Wesen aus Geist

Fragen/Besprechen

Teilen Sie Bleistift und Papier aus; die Jungen sollen angeben, ob die folgenden Aussagen richtig oder falsch sind. (Die richtige Antwort steht in der Klammer.)

  1. 1.

    Der Heilige Geist ist der Einfluß Gottes beziehungsweise seine Macht und erfüllt die Unermeßlichkeit des Raums. (Falsch.)

  2. 2.

    Der Heilige Geist ist eine Person der Gottheit. (Richtig.)

  3. 3.

    Der Heilige Geist ist „der Heilige Geist der Verheißung“. (Richtig.)

  4. 4.

    Der Heilige Geist kann die Gestalt einer Taube annehmen. (Falsch.)

Sagen Sie den Jungen, daß sie die richtigen Antworten im Unterricht erfahren werden.

Zitate/Schriftstellen/Besprechen

Lassen Sie die Jungen Lehre und Bündnisse 130:22 lesen.

Erläutern Sie, daß der Heilige Geist eine Person ist. Er ist ein eigenständiges Wesen aus Geist, und keine Erscheinungsform des himmlischen Vaters oder Jesu Christi. Lesen und besprechen Sie die folgenden Schriftstellen und Zitate.

Der Prophet Joseph Smith hat geschrieben:

„Ich habe immer gesagt, Gott sei ein eigenständiges Wesen, Jesus Christus sei ein eigenständiges Wesen, abgegrenzt von Gott dem Vater, und der Heilige Geist sei ein eigenständiges Wesen aus Geist: und diese drei sind also drei eigenständige Wesen, drei Götter.“ (History of the Church, 6:474.)

• Was erfahren wir hier über den Heiligen Geist?

• Warum hat der Heilige Geist keinen Körper aus Fleisch und Gebein? (Damit er in uns wohnen kann; siehe LuB 130:22.)

Lassen Sie einen Jungen Markus 1:9–11 (oder Lukas 3:22 beziehungsweise 1 Nephi 11:27) vorlesen.

• Was an diesen Versen könnte zu Verwirrung führen? (Man könnte daraus schließen, daß der Heilige Geist die Gestalt einer Taube annehmen kann.)

Weisen Sie darauf hin, daß der Prophet Joseph Smith erklärt hat, der Heilige Geist sei ein Wesen in Menschengestalt. Die Taube ist nur ein äußeres Symbol beziehungsweise Zeichen für den Heiligen Geist. Der Prophet Joseph Smith hat auch gesagt, der Heilige Geist sei bei der Taufe Christi „in Gestalt – oder vielmehr im Zeichen – der Taube herabgekommen“ und habe so die heilige Handlung bestätigt. Er hat ferner erläutert: „Das Zeichen der Taube wurde vor der Erschaffung der Erde eingeführt, ein Zeuge für den Heiligen Geist, und der Teufel kann nicht im Zeichen einer Taube kommen. Der Heilige Geist ist eine Person und hat die Gestalt einer solchen. Er zwängt sich nicht in die Gestalt der Taube, sondern erscheint im Zeichen der Taube. Der Heilige Geist kann sich nicht in eine Taube verwandeln, sondern Johannes erhielt das Zeichen der Taube, so daß ihm die Wahrheit des Vorgangs deutlich gemacht wurde; denn die Taube ist ein Sinnbild oder Kennzei- chen von Wahrheit und Unschuld.“ (Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 281.)

Macht und Einfluß des Heiligen Geists

Berater

Die Propheten verwenden in den heiligen Schriften die Begriffe „Heiliger Geist“, „Geist“, „Geist der Wahrheit“, „Geist des Herrn“ und „Heiliger Geist der Verheißung“ mit synonymer Bedeutung. Manchmal meinen sie damit die Person des Heiligen Geistes, manchmal aber auch nur seine Macht beziehungsweise seinen Einfluß. Um die genaue Bedeutung einer Schriftstelle zu verstehen, muß man sie aufmerksam und sorgfältig lesen.

Zitat/Schriftstelle/Berater

Präsident Joseph F. Smith hat zwischen dem Heiligen Geist als Wesen und seinem Einfluß unterschieden:

„Der Heilige Geist ist ein Wesen aus Geist; er kann deshalb ebensowenig wie Gott der Vater und der Sohn allgegenwärtig sein; aber durch seine Intelligenz und Erkenntnis, seine Macht und seinen Einfluß auf die Naturgesetze kann er überall in Gottes Schöpfung gegenwärtig sein.“ (Gospel Doctrine, Salt Lake City, 1939, Seite 61.)

Arbeiten Sie heraus, daß der Heilige Geist nur an einem einzigen Ort auf einmal sein kann, daß seine Macht und sein Einfluß aber allgegenwärtig sein können.

Lassen Sie einen Jungen Lehre und Bündnisse 88:3,4 vorlesen, und zeichnen Sie dann die folgende Darstellung an die Tafel:

sun

Der Unterschied zwischen dem Heiligen Geist einerseits und seiner Macht und seinem Einfluß andererseits läßt sich durch den Vergleich mit der Sonne und dem von ihr ausgestrahlten Licht veranschaulichen. Wir wissen, daß sich die Sonne selbst nur an einem einzigen Ort befinden kann; ihre Wärme, ihr Licht und ihre Kraft hingegen können das gesamte Sonnen- system zugleich erwärmen. So kann auch der Heilige Geist als Person nur an einem einzigen Ort sein, während sein Einfluß und seine Macht die Unermeßlichkeit des Universums erfüllen können und auch erfüllen.

Wie der Heilige Geist auf den Menschen wirkt

Schriftstelle/Besprechen

Lesen Sie mit den Jungen 2 Nephi 32:4,5 und Moroni 10:5.

• Was erfahren wir hier über die Aufgabe des Heiligen Geists? (Wenn wir danach streben, den Heiligen Geist mit uns zu haben, sagt er uns von allem, ob es wahr ist, und zeigt uns, was wir tun müssen, um ewiges Leben zu erlangen.)

Zitate

Weisen Sie darauf hin, wie wichtig es ist, daß man auch spürt, wann der Heilige Geist mit einem ist. Der Prophet Joseph Smith hat gesagt:

„Dieser erste Tröster oder Heilige Geist hat keine andere Wirkung als reine Intelligenz.“ (Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 152.)

Auch Elder Parley P. Pratt hat geschildert, wie der Heilige Geist wirkt:

„Durch den Heiligen Geist werden die intellektuellen Fähigkeiten des Menschen, seine natürlichen Empfindungen und Vorlieben gefördert, entwickelt, veredelt und zur vollen Entfaltung geführt. Er erfüllt uns mit Tugend, Freundlichkeit, Frömmigkeit, Zartgefühl, Güte und Nächstenliebe. Er verschönt das Äußere, die Gestalt und die Gesichtszüge. Er führt zu Gesundheit, Lebenskraft, Munterkeit und Geselligkeit. Er kräftigt den Körper und den Geist. Er stärkt und festigt die Nerven. Kurz gesagt, er ist Mark für die Knochen, Freude fürs Herz, Licht für die Augen, Musik für die Ohren und Leben für das ganze Wesen.“ (Key to the Science of Theology, Salt Lake City, 1965, Seite 101.)

Berater

Erklären Sie, daß wir uns um den Einfluß des Heiligen Geistes in der von Elder Pratt beschrieben Form bemühen müssen. Oft wirkt der Heilige Geist als Tröster und spricht dem Verstand und dem Herzen Frieden zu. Manchmal gibt er einem plötzliche Einfälle oder Inspiration ein, so als ginge in unserem Kopf auf einmal ein Licht an. Und in diesem Licht wird einem dann eine neue Erkenntnis bewußt. Das ist die reine Intelligenz, von der Joseph Smith gesprochen hat. Der heilige Geist ist die leise, sanfte Stimme, die wir „im Verstand und im Herzen“ hören (siehe LuB 8:2); er ist das Brennen im Herzen (siehe LuB 9:8).

Zum Abschluß

Zusammenfassung

• Was muß man tun, um den Heiligen Geist, die dritte Person der Gottheit, ständig mit sich zu haben? (An Christus glauben, umkehren, beten, in den heiligen Schriften lesen und auf die leise, sanfte Stimme hören.)

Als Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage haben wir nach der Taufe die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Dadurch ist es uns möglich geworden, den Heiligen Geist immer mit uns zu haben, vorausgesetzt, wir sind dessen würdig. Wenn wir in die Gegenwart des Vaters und des Sohnes zurückkehren wollen, müssen wir auf die Eingebungen des Heiligen Geistes hören. Der Heilige Geist sagt uns von allem, ob es wahr ist, und führt uns zum ewigen Leben.