Jeder junge Mann soll auf Mission gehen

Aaronisches Priestertum -- Leitfaden 3, 1996


Ziel

Jedem Jungen wird bewußt, daß es sowohl ein Vorzug als auch eine Verpflichtung ist, eine Vollzeitmission zu erfüllen.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Jakobus 5:20; Mosia 28:1–5; Alma 17:2–5; 28:13,14; 29:1,2,9,10,13–15 und Lehre und Bündnisse 1:4,5, 17–20; 4; 6:3, 18:10–16; 42:6–8; 50:13,14,22.

  2. 2.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Die heiligen Schriften (jeder Junge soll seine heiligen Schriften mitbringen).

    2. b)

      Buntstifte zum Schriftstellenmarkieren.

  3. 3.

    Freigestellt: Bitten Sie vor dem Unterricht zwei, drei Jungen, in der Klasse zu erzählen, wie die Missionare dazu beigetragen haben, daß sie (oder ihre Familie) zur Kirche gekommen sind.

  4. 4.

    Freigestellt: Bitten Sie einen jungen Mann, der erst vor kurzem von Mission zurückkehrt ist, im Unterricht fünf bis zehn Minuten mit den Jungen darüber zu sprechen, wie man sich auf eine Mission vorbereitet.

Hinweis

Sie können diese Lektion auch auf zwei Unterrichtsstunden aufteilen oder sich nur auf die Punkte konzentrieren, die Ihrer Meinung nach für die Jungen am wichtigsten sind.

Vorschlag für den unterrichtsablauf

Warum Missionsarbeit so wichtig ist

Schriftstelle/Besprechen

Sagen Sie den Jungen, daß Sie Ihnen jetzt etwas aus den heiligen Schriften vorlesen werden. Sie sollen dabei überlegen, von wem die Schriftstelle handelt, was zu der betreffenden Situation geführt hat und was später noch geschehen wird. Lesen Sie Mosia 28:1–5 vor, und zwar beginnend mit „Nachdem die Söhne Mosias …“

Arbeiten Sie mit den Jungen folgendes heraus:

  1. 1.

    Die Schriftstelle handelt von den vier Söhnen Mosias. (Siehe Mosia 27:34.)

  2. 2.

    Sie waren sehr schlecht gewesen und hatten versucht, die Kirche zu zerschlagen. (Siehe Mosia 27:10.)

  3. 3.

    Dann war ihnen ein Engel des Herrn erschienen und hatte sie zur Umkehr aufgerufen. (Siehe Mosia 27:11–17.)

  4. 4.

    Sie kehrten auch wirklich um und begannen, bei den Nephiten das Evangelium zu predigen. Dann wollten zu den Lamaniten auf Mission gehen. (Siehe Mosia 27:34–37, 28:1–4.)

  5. 5.

    Aufgrund ihres Predigens bekehrten sich viele tausend Lamaniten. (Siehe Alma 17:2–5; 19:35,36, 22:22,23, 23:4,5.)

• Warum wollten die Söhne Mosias unbedingt auf Mission gehen?

• Was hat die Missionsarbeit der Kirche für euch bewirkt?

Manche Jungen sind vielleicht neu in der Kirche, andere wiederum haben Vorfahren, die sich schon vor vielen Jahren der Kirche angeschlossen haben. Bitten Sie mehrere Jungen, davon zu erzählen, wie sie oder ihre Familie durch die Missionsarbeit zur Kirche geführt wurden. Wenn Sie vor dem Unterricht mehrere Jungen gebeten haben, über diesen Punkt zu sprechen, rufen Sie sie jetzt auf.

Beispiel

Geben Sie mit eigenen Worten die folgende Geschichte wieder, die von zwei jungen Missionaren handelt, die auf den Geist gehört haben und deshalb eine ganze Familie im Evangelium unterweisen konnten: Als Sarah Pea Rich siebzehn Jahre alt war, hatte sie einen herrlichen Traum und ein sehr eindrucksvolles Erlebnis im Zusammenhang mit dem Buch Mormon, durch das sie und ihre Familie zur Kirche geführt wurden. 1835 nämlich erzählten zwei Missionare der Kirche Sarah und ihrer Familie sowie mehreren Nachbarn von Joseph Smith und von der Übersetzung, die er von den goldenen Platten angefertigt hatte. Als Sarah sich angehört hatte, was die beiden „seltsamen“ Männer zu berichten hatten, tat sie folgendes:

„Ich wollte das Buch Mormon unbedingt sehen. … Ich ließ es mir geben, … und ging dann in mein Zimmer, wo ich den ganzen Abend und den größten Teil der Nacht mit Lesen verbrachte. Ich war in höchstem Maß erstaunt über das, was ich da las. Das Buch beeindruckte mich so sehr, daß ich es niemals vergessen werde. Noch mehrere Wochen später war mir, als hätte ich es aufgeschlagen vor Augen.“

Am folgenden Tag reisten die Missionare in eine etwa 800 Kilometer entfernte Stadt. Sie nahmen auch das Buch Mormon mit, und Sarahs Familie war sicher, sie würden nie wieder etwas von ihnen und vom Buch Mormon hören. Aber eines Freitagnachts, etwa sechs Wochen später, träumte Sarah, daß die Missionare am Ende des nächsten Tage wiederkommen, auf der Veranda stehen und ihr bestimmte Fragen stellen würden. Als sie erwachte, war sie so sicher, ihr Traum werde in Erfüllung gehen, daß sie ihren Vater bat, schon früher aus der Stadt nach Hause zu kommen, damit er da war, wenn die Missionare kamen.

„Vater erklärte mich für verrückt, denn die Missionare waren ja viele hundert Kilometer entfernt. Aber ich drängte ihn wieder: ,Vater, bitte komm heute abend früh nach Hause, denn ich bin sicher, daß sie kommen.‘ Vater aber lachte nur und fuhr mit Mutter in die Stadt. Da sagte ich zu meiner Schwester: ,Laß uns alles vorbereiten, die Missionare kommen ganz bestimmt.‘

Als die Sonne unterging, schritten die Missionare auf das Haus zu und betraten die Veranda. Und dann stellten sie Sarah Wort für Wort die Fragen, die sie schon im Traum gehört hatte. Einer der Missionare sagte: „Wir haben geträumt, daß wir hierher zurückkehren, Sie taufen und in dieser Gegend die Kirche aufbauen sollen.“ Sarah bat die Missionare, im Haus Platz zu nehmen, während sie draußen auf der Veranda auf ihre Eltern wartete. Sie schildert die Ankunft ihrer Eltern folgendermaßen:

„Mein Vater fragte: ,Na, Sarah, wo sind deine Mormenmissionare?‘ Ich sagte ihm, sie seien im Haus, und im selben Augenblick traten sie auf die Veranda hinaus, um ihn zu begrüßen. Vater war vor Erstaunen fast sprachlos.“

Die Missionare verbrachten die Nacht bei Sarah und ihren Eltern und sprachen noch einmal mit ihnen über das Hervorkommen des Buches Mormon. Sie blieben so lange in dem Gebiet, bis sie mehr als siebzig Menschen getauft hatten, unter anderem Sarah sowie ihren Vater, ihre Mutter und ihre Schwester.“ (Siehe Susan Easton Black, Stories from the Early Saints Converted by the Book of Mormon, Salt Lake City, 1992, Seite 12–14.

Tafel/Besprechen

• Warum sendet die Kirche Missionare aus, die das Evangelium verkünden?

Schreiben Sie die Antworten der Jungen an die Tafel, unter anderem folgendes:

  1. 1.

    Weil der himmlische Vater es so geboten hat.

  2. 2.

    Damit die Menschen zu Christus und zu seiner Kirche kommen.

  3. 3.

    Damit an den Menschen die errettenden heiligen Handlungen vollzogen werden können.

  4. 4.

    Damit die Menschen von ihren Sünden umkehren und Vergebung erlangen können.

  5. 5.

    Um die Menschen vor den Folgen der Sünde zu warnen.

  6. 6.

    Damit die Gläubigen aus der Welt gesammelt werden.

  7. 7.

    Damit wir die Möglichkeit haben, zu dienen und Fortschritt zu machen.

  8. 8.

    Um das Gottesreich aufzubauen und die Menschen auf das Zweite Kommen Christi vorzubereiten.

Jeder junge Mann soll auf Mission gehen

Zitat

Präsident Kimball hat gesagt:

„Es wird oft gefragt: Soll jeder junge Mann auf Mission gehen? Der Herr gibt die Antwort: ,Ja.‘ Jeder junge Mann soll auf Mission gehen. …

Jeder soll auch den Zehnten zahlen. Jeder soll den Sabbat heilighalten. Jeder soll zu den Versammlungen der Kirche gehen. Jeder soll im Tempel heiraten.“ („When the World Will Be Converted“, Ensign, Oktober 1974, Seite 8.)

Berater

Der Herr hat uns durch seine Propheten geboten, eine Mission zu erfüllen. Wir können uns dieser Pflicht genauso wenig entziehen wie der Pflicht, den Zehnten zu zahlen und die übrigen Gebote des Herrn zu halten.

• Welche Ausreden nennt jemand, der nicht auf Mission gehen will?

Zitat

Elder William R. Bradford von den Siebzigern hat dieses Thema angesprochen:

„Manch einer von euch sagt sich vielleicht: ,Ach, Sie verstehen meinen Fall einfach nicht. Meine Situation ist anders. Ich will ein bedeutender Rechtsanwalt oder Arzt oder Sportler oder sonst jemand Wichtiges werden. Sie und auch der Herr erwarten doch sicher nicht von mir, daß ich mein Studium in dieser wichtigen Phase unterbreche. Eine Mission würde bloß meine Pläne für die Zukunft durchkreuzen.

Andere wieder meinen: ,Ja, ich weiß, Mission und so, wenn Sie aber eine Freundin hätten so wie meine, dann würden Sie sie auch nicht verlassen. Was kann nicht alles passieren, während ich weg bin.‘

Und wieder andere denken: ,Eine Mission ist so teuer. Ich habe gerade eine gute Stelle gefunden und mir ein Auto und eine Stereoanlage gekauft. Jetzt geht es mir endlich einmal gut. Ich kann das nicht alles aufgeben. Ich kann es mir einfach nicht leisten.‘

Und noch andere denken: ,Ich kann nicht auf Mission gehen. Ich habe die Gebote übertreten, und ich gehe nicht zur Kirche. Ich hatte mir eigentlich immer vorgenommen, auf Mission zu gehen, aber dann habe ich gesündigt, und jetzt lebe ich nicht nach den Grundsätzen, die von einem Missionar erwartet werden.‘“ (Generalkonferenz, Oktober 1981.)

Besprechen

• Wer braucht nicht auf Mission zu gehen?

• Gibt es berechtigte Gründe, eine Mission aufzuschieben?

Aus dem, was Präsident Kimball und Elder Bradford gesagt haben, müßte eigentlich ganz deutlich geworden sein, daß ein junger Mann in der Kirche nur ganz selten nicht auf Mission zu gehen braucht. Hin und wieder kann es vorkommen, daß jemand aufgrund von schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen nicht auf Mission gehen kann.

Zitat

Lesen Sie das folgende Zitat von Elder Bradford vor:

„Wenn ich persönlich mit euch jungen Männern sprechen könnte, … würde ich mit aller Macht, die mir zu Gebote steht, sagen: ,Wofür haltet ihr euch eigentlich? Mit welchem Recht wollt ihr eure Weisheit mit Gottes Weisheit messen, der durch seine Propheten den unveränderlichen Beschluß hat ergehen lassen, daß das wiederhergestellte Evangelium durch die Stimme seiner Jünger aller Welt verkündigt werden muß? Damit seid doch ihr gemeint!‘“ (Generalkonferenz, Oktober 1981.)

Besprechen

• Was muß ein gesunder junger Mann tun, der nicht auf Mission gehen will?

Hier bietet sich den Jungen die gute Gelegenheit, einander zu unterweisen. Mögliche Antworten:

  1. 1.

    Mit dem Bischof über die Situation sprechen.

  2. 2.

    Umkehr üben und dafür sorgen, daß er würdig ist, eine Mission zu erfüllen.

  3. 3.

    Aufrichtig beten und in den heiligen Schriften forschen; sich bemühen, sein Zeugnis zu festigen, und sich auf den Missionsdienst vorbereiten.

  4. 4.

    Den Missionaren am Ort bei der Arbeit helfen; sich anschauen, was sie tun, und mit ihnen über ihre Erfahrungen sprechen.

  5. 5.

    Ehrlich überlegen, warum er nicht auf Mission gehen möchte; um Hilfe beten, damit er Angst und Schwierigkeiten überwindet.

Wir können unseren Mitmenschen dienen und uns dadurch heiligen

Schriftstellen/Besprechen

Alma wußte sehr gut, wie dringend Missionare gebraucht werden. Die Jungen sollen Alma 29:1,2 lesen und markieren.

• Woher rühren laut Alma Kummer und Ungleichheit auf der Erde? Siehe Alma 28:13,14; 29:2.)

• Wie lassen sich die Probleme der Welt laut Alma am besten lösen?

• Was würdet ihr tun, wenn ihr Alma wärt und diesen Wunsch hättet?

Lassen Sie die Jungen Alma 29:9,13 lesen und markieren.

• Wie sah Alma seine Aufgabe, das Evangelium zu verbreiten?

• Wie kann der ganzen Welt das Evangelium verkündet werden?

Lassen Sie die Jungen Lehre und Bündnisse 1:4,5 und 17,18 lesen und markieren.

Besprechen

Sie mit den Jungen die Gebote und Verheißungen für die Missionare, und machen Sie ihnen bewußt, daß der Herr uns angewiesen hat, alle Menschen zu warnen, und daß niemand die Missionare aufhalten kann, wenn sie ausgehen, um ihre Aufgabe zu erfüllen.

Zeugnis

Geben Sie Zeugnis davon, wie sehr wir gesegnet sind, daß wir gerade jetzt leben dürfen, wo das Evangelium in seiner ganzen Fülle wiederhergestellt worden ist, daß dies jedoch auch bestimmte Aufgaben mit sich bringt. Machen Sie den Jungen noch einmal deutlich, daß sie auf die Erde gekommen sind, um bei diesem Werk zu helfen. Wenn sie auf Mission gehen, erfüllen sie damit die Prophezeiungen über die Ausbreitung des Evangeliums in den Letzten Tagen.

Besprechen/Schriftstelle

• Welche Aufgaben hat ein Missionar?

Machen Sie deutlich, daß der Herr für die Missionsarbeit und auch für jeden Missionar einen speziellen Plan festgelegt hat. Die Jungen sollen jetzt Lehre und Bündnisse 42:6–8 lesen und markieren.

Arbeiten Sie heraus, daß die Missionare in gewisser Hinsicht tatsächlich wie mit dem „Ton einer Posaune“ sprechen, wenn sie Zeugnis geben. Fernsehen, Radio und andere moderne Kommunikationsmittel können zur Verkündigung des Evangeliums eingesetzt werden, aber der größte Teil der Missionsarbeit ruht auf den Missionaren.

Lassen Sie einen Jungen Lehre und Bündnisse 18:10–16 vorlesen. Die Jungen können diese Schriftstelle markieren, vor allem Vers 10, 15 und 16. Machen Sie deutlich, daß sich häufiger Einzelpersonen und Familien, seltener ganze Gruppen der Kirche anschließen.

• Wodurch ist euch bewußt geworden, daß eure Seele dem himmlischen Vater kostbar ist?

• Was würdet ihr empfinden, wenn jemand, den ihr sehr gern habt, Umkehr übt?

• Was würdet ihr für jemanden empfinden, der einem Freund oder einem Verwandten von euch vom Evangelium erzählt ht?

Zeugnis/Beispiel

Geben Sie Zeugnis, daß es immer der Mühe wert ist, das Evangelium zu verkünden, selbst wenn sich nur ein einziger Mensch der Kirche anschließt. Elder Gordon B. Hinckley zitiert Elder Charles A. Callis, der folgendes erzählt hat:

„Als ich Präsident der Südstaaten-Mission war, ließ ich jeden Missionar in mein Büro kommen, ehe er seine Mission beendete. Eines Tages kam ein junger Mann in mein Büro, und ich fragte ihn: ,Was haben Sie erreicht?‘

Er antwortete: ,Nichts, und jetzt fahre ich nach Hause.‘

,Warum meinen Sie, daß Sie nichts erreicht haben?‘

,Na ja‘, sagte er, ,ich habe in der tiefsten Provinz von Tennessee einen einzigen Mann getauft. … Er war so unzivilisiert, daß er noch nicht einmal Schuhe trug. Das ist alles. Ich habe meine Zeit und das Geld meines Vaters verschwendet.‘ …

Sechs Monate später reiste ich in das betreffende Gebiet, um mir den Mann einmal anzuschauen. Es hatte mich nämlich sehr beunruhigt, daß der junge Mann mit dem Gefühl nach Hause gefahren war, er habe nichts erreicht. Deshalb wollte ich den Mann, den er getauft hatte, kennenlernen. Ich stellte fest, daß er zum Diakon ordiniert worden war und in seinem Zweig verschiedene Berufungen erfüllte. Später wurde er zum Ältesten ordiniert und erhielt andere Aufgaben. Er hatte bis dahin einen Bauernhof gepachtet, kaufte sich jetzt aber ein eigenes Stück Land. Später wurde er Zweigpräsident. Dann verkaufte er seinen Hof und zog nach Idaho, wo er sich einen neuen Hof kaufte. Seine Kinder wurden erwachsen: seine Söhne und Töchter gingen auf Mission, und dann deren Söhne und Töchter. Ich habe gerade eine Erhebung abgeschlossen, die folgendes ergeben hat: Weil dieser eine Mann sich taufen ließ, und zwar von einem Missionar, der glaubte, er habe auf seiner Mission nichts bewirkt, sind über 1100 Menschen zur Kirche geführt worden.“ (The Consequences of Conversion, Ansprache an der Brigham Young University, Provo, 28. Januar 1959.)

Die Segnungen der Missionsarbeit

Berater/Zitat

Erklären Sie, daß die Missionsarbeit ein großer Segen ist und uns die Möglichkeit bietet, viel zu erreichen. Sie können den Jungen auch von den Segnungen erzählen, die Ihnen aufgrund Ihrer Mission zuteil geworden sind, oder von den Segnungen, die ein Missionar aus Ihrem Bekanntenkreis empfangen hat. Elder Bradford hat über die Segnungen gesprochen, die die Missionsarbeit mit sich bringt.

Er hat erklärt: „Die Missionsarbeit ist eine herrliche Zeit, nämlich eine Zeit, wo ihr hier auf der Erde einen Blick auf das Leben im Himmel erhaschen könnt. Das ist eine Zeit, wo ihr euch rein macht und neue Kraft schöpft. Das ist eine Zeit, wo der Heilige Geist euch die Erkenntnis des Plans für eure Erhöhung ins Herz siegeln kann. Es gibt kaum etwas Besseres, um sich für das celestiale Leben bereitzumachen.

Man kann den Menschen keinen größeren Dienst erweisen als den, sie in der Wahrheit zu unterweisen und ins Gottesreich zu führen.“ (Generalkonferenz, Oktober 1981.)

Lassen Sie die Jungen Jakobus 5:20 lesen, markieren und besprechen.

Berater

Erklären Sie, daß durch die Missionsarbeit sowohl der Missionar gesegnet wird als auch derjenige, der das Evangelium hört. Wer das Evangelium Jesu Christi annimmt und die Gebote hält, findet nämlich große Freude. Er wird vom Geist Gottes erfüllt und spürt einen Frieden, den er vorher nicht gekannt hat.

Lassen Sie die Jungen Lehre und Bündnisse 50:13,14,22 und 6:3 lesen und markieren.

• Welche Segnungen werden dem glaubenstreuen Missionar hier verheißen?

Zitat

Präsident Ezra Taft Benson hat gesagt:

„Jemand, der sein Leben Gott übergibt, macht die Erfahrung, daß Gott sehr viel mehr aus seinem Leben machen kann als er selbst. Er schenkt ihm innigere Freude, erweitert seinen Horizont, belebt seinen Verstand, stärkt ihm die Muskeln, baut ihn geistig auf, schenkt ihm überreichen Segen und neue Möglichkeiten, tröstet ihn, erweckt ihm Freunde und verleiht ihm inneren Frieden. Wer sein Leben Gott weiht, empfängt ewiges Leben.“ („Jesus Christ – Gifts and Expectations, New Era, Mai 1975, Seite 20.)

Beispiel

Aus dem folgenden Beispiel geht hervor, welche Segnungen die Missionsarbeit mit sich bringen kann. Lesen Sie es vor, oder geben Sie es mit eigenen Worten wieder:

Doug war ein außergewöhnlich guter Sportler und ein begabter Schüler. Während seines letzten Schuljahres hatten sich viele Colleges und Universitäten bemüht, ihn als Studenten zu gewinnen. Dougs Eltern waren nicht in der Kirche aktiv; sie waren sehr stolz auf ihren Sohn und spornten ihn an, seine Ausbildung und seine Sportlerkarriere fortzusetzen.

Da rief ihn der Bischof in sein Büro und wies darauf hin, daß er bald neunzehn Jahre alt wurde. Er schlug vor, daß sie deshalb schon jetzt damit beginnen sollten, die für eine Mission erforderlichen Papiere auszufüllen. Doug war zwar nicht sehr begeistert, er nahm die Dokumente aber trotzdem mit nach Hause und erzählte seinen Eltern, was der Bischof gesagt hatte. Sie waren überrascht, daß Doug eine Mission überhaupt in Betracht zog, wo er doch so gute Zukunftsaussichten hatte, wenn er direkt nach der Schule aufs College ging.

Doug dachte über seine Zukunftsaussichten nach und verglich sie mit dem Gefühl der Verpflichtung, das er dem himmlischen Vater und der Kirche gegenüber empfand. Er wollte gerne gleich nach der Schule aufs College gehen, aber er war sich nicht sicher, ob das richtig war. In seinen täglichen Gebeten bat er den himmlischen Vater, ihm zu helfen, die richtige Entscheidung zu treffen und dabei ein gutes Gefühl zu haben. Schließlich sagte er seinen Eltern, daß er sich entschieden habe, auf Mission zu gehen. Sie waren mit seiner Entscheidung zwar nicht einverstanden, wollten ihm aber auch keine Steine in den Weg legen.

Als der Pfahlpräsident Doug als Missionar einsetzte, verhieß er ihm, daß er seinen Entschluß, dem Herrn zu dienen, nicht bereuen werde. Außerdem verhieß er ihm, daß ihm Segnungen zuteil werden würden, an die er jetzt noch nicht einmal denke. Auf Mission strengte Doug sich sehr an, fragte sich aber gelegentlich, was wohl gewesen wäre, wenn er aufs College gegangen wäre.

Im Lauf der Zeit fiel ihm auf, daß sich der Ton in den Briefen seiner Eltern veränderte. Sein Vater schrieb, daß er nun schon einige Male in der Priestertumsversammlung gewesen sei, und seine Mutter schrieb, sie hätten die Abendmahlsversammlung besucht. Ein anderes Mal schrieben seine Eltern, daß der Bischof sie aufgefordert habe, an einem Seminar zur Vorbereitung auf den Tempel teilzunehmen, und daß sie sich entschlossen hätten, dieses Seminar auch zu besuchen, und zwar deswegen, weil er sich der Missionsarbeit so verschrieben habe und dabei offensichtlich sehr glücklich sei. Dougs Eltern besuchten das Seminar, gingen in den Tempel und ließen sich aneinander siegeln.

In der Woche nach Dougs Rückkehr wurde er im Tempel an seine Eltern gesiegelt. Während der Zeit im Tempel mußte Doug immer wieder das gleiche denken: „Was wäre gewesen, wenn ich nicht auf Mission gegangen wäre?“

Wir müssen uns auf den Missionsdienst vorbereiten

Schriftstelle/Besprechen

Lassen Sie die Jungen Alma 17:2,3 lesen und markieren.

• Welche geistige Kraft, welche Segnungen sind den Söhnen Mosias zuteil geworden?

• Wodurch hatten sie sich für diese Segnungen würdig gemacht?

Schriftstelle/Tafel/Besprechen

Lassen Sie die Jungen Lehre und Bündnisse 4 lesen und besprechen.

• Welche Eigenschaften braucht ein Missionar?

Schreiben Sie die Antworten der Jungen an die Tafel.

• Wie könnt ihr solche Eigenschaften entwickeln?

Arbeiten Sie heraus, daß ein Missionar nur dann Erfolg haben kann, wenn er sich vorher für seine Aufgabe bereitgemacht hat.

Zitat

Präsident Ezra Taft Benson hat gesagt:

„Der Herr will, daß jeder junge Mann eine Vollzeitmission erfüllt. … Man darf die Mission nicht nur als Obliegenheit des Priestertums ansehen, sondern jeder junge Mann soll sich voll Erwartung auf dieses Erlebnis freuen. Welch ein Vorzug, welch ein heiliger Vorzug, dem Herrn zwei Jahre lang mit ganzem Herzen, aller Macht, ganzem Sinn und aller Kraft zu dienen! Ihr könnt gar nichts Wichtigeres tun. …

Bereitet euch euer Leben lang auf eine Mission vor, nicht nur die sechs Monate oder das Jahr, bevor ihr dann geht.

Wir lieben alle unsere Missionare, die auf dem Missionsfeld ausschließlich dem Herrn dienen. Es gibt da aber einen Unterschied bei den Missionaren. Einige sind besser vorbereitet, dem Herrn in den ersten Monaten auf Mission zu dienen, als andere nach 24 Monaten.

Wir möchten, daß junge Männer auf Mission gehen, die gleichsam im Laufschritt an die Arbeit gehen können, die den aus Rechtschaffenheit und reiner Lebensführung erwachsenen Glauben haben, daß ihre Mission großartig und erfolgreich sein wird. …

Zeigt mir den jungen Mann, der sich sittlich rein erhalten hat und alle seine Versammlungen in der Kirche besucht hat; zeigt mir den jungen Mann, der sein Priestertum groß gemacht hat, sich die Auszeichnung ,Pflicht vor Gott‘ erworben hat und Adlerscout ist; zeigt mir den jungen Mann, der den Seminarabschluß geschafft hat und im Herzen ein brennendes Zeugnis vom Buch Mormon trägt; zeigt mir diesen jungen Mann, und ich zeige euch einen jungen Mann, der für den Herrn Wunder vollbringen kann – auf dem Missionsfeld und sein Leben lang.“ (Der Stern, Juli 1986, Seite 42, 43.)

Ehemaliger Missionar

Wenn Sie einen jungen Mann, der erst vor kurzem von Mission zurückkehrt ist, gebeten haben, im Unterricht einige Minuten mit den Jungen darüber zu sprechen, wie man sich auf eine Mission vorbereitet, dann rufen Sie ihn jetzt auf. Anschließend können Sie die Jungen noch Fragen an den zurückgekehrten Missionar stellen lasen.

Besprechen

• Wie könnt ihr euch für den Missionsdienst bereitmachen?

• Was könnt ihr schon jetzt tun, um das Evangelium zu verkünden?

Fordern Sie die Jungen auf, sich konkrete Ziele dazu zu setzen, wie sie sich für eine Mission bereitmachen wollen. Sie sollen schon jetzt mit ihren Freunden über das Evangelium sprechen und denen dienen, die nicht zur Kirche gehören.

Zum Abschluß

Lassen Sie die Jungen sich dazu äußern, wie sie zu einer Vollzeitmission stehen.

Zeugnis/Auftrag

Bezeugen Sie, daß jeder Junge dem Herrn als Vollzeitmissionar dienen soll und daß ihm große Segnungen zuteil werden, wenn er seine Mission ehrenhaft erfüllt. Sie können auch über die Segnungen sprechen, die Ihnen selbst durch die Missionsarbeit zuteil geworden sind.

Fordern Sie die Jungen auf, zu fasten und zu beten und den Herrn zu bitten, ihr Zeugnis zu festigen und in ihnen den Wunsch zu wecken, auf Mission zu gehen.