Den Sabbat heilighalten

Aaronisches Priestertum -- Leitfaden 3, 1996


Ziel

Jedem Jungen ist bewußt, welchen Nutzen es ihm bringt, wenn er den Sabbat heilighält; außerdem lernt er, das richtige Verhalten für den Sabbat zu bestimmen.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Exodus 16:22–30; 20:8–11; Jesaja 58:13,14; Markus 2:27; 3:1–5 und Lehre und Bündnisse 59:9–13; 68:29.

  2. 2.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Die heiligen Schriften (jeder Junge soll seine heiligen Schriften mitbringen).

    2. b)

      Buntstifte zum Schriftstellenmarkieren.

  3. 3.

    Schreiben Sie die Fallstudien unter „Der Sabbat ist für den Menschen bestimmt“ je auf ein Blatt Papier.

Vorschlag für den unterrichtsablauf

Der Sabbat ist für den Menschen bestimmt

Schriftstelle/Besprechen

Erklären Sie, daß der Sabbat nicht dazu bestimmt ist, uns einzuschränken, sondern daß er uns zum Segen gereichen soll.

Lassen Sie einen Jungen Markus 3:1–5 vorlesen.

• Warum war Jesus voll Trauer über ihr verstocktes Herz?

Lassen Sie einen Jungen Markus 2:27 vorlesen.

• Was bedeutet dieser Satz?

Lassen Sie die Jungen erklären, was Jesus hier wohl gemeint hat.

Besprechen

• Wozu ist der Sabbat da? (Am Sabbat soll man von der gewohnten täglichen Arbeit ausruhen, zu den Versammlungen der Kirche gehen und sich Gott nahen.)

Lassen Sie die Jungen Exodus 20:8–11 aufschlagen und das Gebot lesen, das Mose und den Israeliten erteilt wurde.

• Was bedeutet: Am Sabbat „darfst du keine Arbeit tun“?

Machen Sie den Jungen bewußt, daß man am Sabbat nicht seiner gewohnten täglichen Arbeit nachgehen soll. Lassen Sie Beispiele nennen, wo jemand auch am Sabbat arbeiten muß, beispielsweise Ärzte, Sicherheitsbeamte und Personal für Notfälle. Auch im Energiesektor muß sonntags gearbeitet werden. Machen Sie den Jungen klar, daß die Entschei- dung, am Sabbat zu arbeiten, davon bestimmt sein muß, ob wir anderen mit unserer Arbeit helfen.

Fallstudien

Teilen Sie die Fallstudien an mehrere Jungen aus. Lassen Sie jeden Jungen eine Fallstudie vorlesen, und besprechen Sie sie dann.

  1. 1.

    Ein Schneesturm hat bei mehreren älteren Mitgliedern Auffahrt und Bürgersteig zugeweht.

    • Warum ist es gut, wenn Auffahrt und Bürgersteig vor Versammlungsbeginn freigeschaufelt werden?

  2. 2.

    Ein Junge bemüht sich, einige seiner Freunde außerhalb der Kirche für das Evangelium zu interessieren. Eines Sonntags sitzen alle noch nach der Kirche zusammen und unterhalten sich. Da schlägt ein Freund vor, ins Kino zu gehen. Der Junge weiß, daß er sonntags nicht ins Kino gehen soll, aber er befürchtet, daß seine Freunde gekränkt sein könnten, wenn er nicht mitkommt, und daß er sie dann gar nicht mehr für die Kirche interessieren kann.

    • Was soll er tun? (Er soll nicht ins Kino gehen. Wenn er sich nicht an seine Grundsätze hält, wird es ihm später noch weniger gelingen, seine Freunde für die Kirche zu interessieren.)

  3. 3.

    Ein Junge geht zur Kirche. Unterwegs kommt er an einem alten Auto vorbei. Die Kinder sitzen im Auto, die Eltern stehen auf der Straße. Er kennt sich gut mit Autos aus, aber wenn er ihnen hilft, kommt er zu spät zur Versammlung.

    • Was soll er tun? (Er soll nach dem Evangelium handeln und, wenn möglich, helfen.)

Sie können noch weitere Beispiele erzählen. Lassen Sie die Jungen ebenfalls Situationen nennen, die Sie gemeinsam besprechen könnten.

Arbeiten Sie heraus, daß der Sabbat für den Menschen da ist und daß wir anderen Menschen helfen sollen, wenn sie Hilfe brauchen. Machen Sie aber deutlich, daß man solche Situationen nicht absichtlich herbeiführen darf, um den Sabbat beruhigt brechen zu können. Lassen Sie die Jungen Beispiele dafür nennen, wie jemand den Sabbat nicht heilighält und dann versucht, Ausreden dafür zu suchen.

Besprechen/Berater

• Was ist die Goldene Regel? (Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.)

• Lebt ihr nach der Goldenen Regel?

Machen Sie deutlich, daß wir andere nicht dazu bringen dürfen, etwas zu tun, was wir selbst nicht tun würden. Das gilt auch hinsichtlich des Sabbats. Wir dürfen andere Menschen nicht am Sabbat arbeiten lassen, damit wir uns vergnügen und aus Dienstleistungen wählen können, die wir eigentlich gar nicht brauchen.

• Inwiefern leben wir nicht nach der Goldenen Regel, wenn wir am Sabbat zwar selbst nicht arbeiten wollen, aber dennoch etwas kaufen?

Der Herr hat verheißen, daß er uns hilft, wenn wir seine Gebote halten. Manchmal werden wir auf die Probe gestellt, damit wir zeigen können, ob wir die Gebote auch wirklich halten. Wenn wir Glauben üben und dem Herrn zeigen wollen, daß wir ihn lieben, müssen wir manchmal vielleicht scheinbar gute Gelegenheiten vorstreichen lassen. Das mag schwierig sein. Manchmal müssen wir uns auf einen Standpunkt stellen, von dem wir zwar wissen, daß er richtig ist, der aber dennoch schwer zu verwirklichen ist und von anderen auch nicht akzeptiert wird. Normalerweise bringen die Menschen uns dann aber mehr Achtung entgegen, und selbst wenn das nicht der Fall ist, müssen wir dennoch tun, was wir als richtig erkannt haben.

Verweisen Sie noch einmal auf Markus 3:1–5.

• Was wollte der Herr wohl deutlich machen, als er am Sabbat heilte?

Der Sabbat ist ein Tag des Dienens und der Gottesverehrung. Es war niemals beabsichtigt, daß man jemandem in Not nicht hilft, weil Sabbat ist. Die Jungen sollen verstehen, daß es vieles gibt, was am Sabbat getan werden muß, daß wir aber darauf achten müssen, nicht nach Ausreden für etwas zu suchen, was nicht notwendig oder auch nicht angemessen ist.

Ein Tag der Erneuerung

Berater

Der Herr weiß, daß wir einen Tag brauchen, um uns zu erholen, um uns körperlich und geistig zu erneuern. Darum hat er uns den Sabbat geschenkt. Im Zusammenhang mit dem Sabbat denkt man häufig an das, was man nicht tun soll, aber der Herr hat auch gesagt, was wir tun sollen.

Schriftstelle/Besprechen

Lassen Sie die Jungen Lehre und Bündnisse 59:9–13 aufschlagen und vorlesen. Sie sollen diese Verse markieren.

• Was bedeuten die Ausdrücke „heilige Handlungen, Ergebenheit, Gelübde“?

Das bedeutet, daß man zur Kirche geht und das Abendmahl nimmt, daß man Gott verehrt, seine Bündnisse erneuert und sich dem Herrn naht, daß man außerdem von sich selbst gibt und sich erneut verpflichtet, alles in seiner Macht Stehende für Gott zu tun.

• Wie hilft uns das richtige Befolgen des Sabbats, uns von der Welt unbefleckt zu halten?

• Was hat diese Schriftstelle mit der angestrebten Erneuerung zu tun?

• Was können wir unter anderem am Sabbat tun, um uns für die kommende Woche zu erneuern?

Sie können die Antworten der Jungen an die Tafel schreiben, etwa folgendermaßen: Beten, in der heiligen Schriften lesen, die Versammlungen besuchen. Lassen Sie die Jungen auch etwas nennen, womit wir anderen helfen können, beispielsweise Verwandte, Einsame oder Kranke besuchen, Briefe schreiben, den Eltern und Geschwistern helfen. Dadurch erneuern wir uns geistig, fühlen uns gut, vermitteln anderen ein gutes Gefühl und ermögliches es dem Geist Gottes, Einfluß auf uns zu nehmen.

• Nennt ein paar Beispiele dafür, wie es jungen Leuten helfen kann, die Wochentage sinnvoller zu gestalten, wenn sie den Sabbat heilighalten. (Sie bringen bessere Leistungen in Schule und Sport, kommen mit ihren Mitmenschen besser aus, widerstehen Versuchungen und spüren mehr Frieden und Zufriedenheit.)

Zitat

Präsident Kimball hat vorgeschlagen, daß wir am Sabbat folgendes tun sollen:

„Das ist der Tag, um in den heiligen Schriften zu lesen, Kranke zu besuchen, Verwandte und Freunde zu besuchen, Heimlehren zu gehen, an genealogischen Unterlagen zu arbeiten, einen Mittagsschlaf zu halten, an Missionare, Soldaten oder Verwandte zu schreiben, sich auf die Lektionen der folgenden Woche vorzubereiten, ein Gedicht zu schreiben, mit den Kindern zu spielen, für einen bestimmten Zweck zu fasten und anderes Sinnvolles zu tun, wovon es eine reiche Auswahl gibt.“ (Faith Precedes the Miracle, Salt Lake City, 1972, Seite 270 f.)

Zum Abschluß

Berater

Der himmlische Vater möchte, daß wir lernen, das Richtige zu tun. Er möchte uns nicht in allen Einzelheiten sagen müssen, was wir tun sollen beziehungsweise nicht tun dürfen. Wir müssen lernen, selbst die richtigen Entscheidungen zu treffen. Der himmlische Vater hat uns die allgemeinen Richtlinien gegeben und gestattet es uns, selbst zu entscheiden.

Damit wir entscheiden können, was für den Sabbat richtig oder falsch ist, müssen wir uns folgendes fragen:

  1. 1.

    Stimmt es mit den Lehren der Kirche überein?

  2. 2.

    Tue ich anderen damit etwas Gutes?

  3. 3.

    Hält es mich von der Welt unbefleckt?

Schriftstelle/Besprechen

Lassen Sie einen Jungen Jesaja 58:13,14 vorlesen.

• Was bedeutet es, den Sabbat als „Wonne“ zu empfinden?

• Welche Segnungen sind allen verheißen, die den Sabbat heilighalten?

• Wie seid ihr und eure Angehörigen schon dafür gesegnet worden, daß ihr den Sabbat heilighaltet?

Auftrag

Fordern Sie die Jungen auf, alles aufzuschreiben, was sie gerne tun möchten, um sich am Sabbat körperlich und geistig zu erneuern. Fordern Sie sie auch auf, das an jedem Sabbat aufs Neue zu versuchen.