Söhne des lebendigen Gottes

Aaronisches Priestertum -- Leitfaden 3, 1996


Ziel

Jeder Junge lernt die Eigenschaften des himmlischen Vaters besser kennen und wünscht sich, dem himmlischen Vater ähnlicher zu werden.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Deuteronomium 32:4; Psalm 103:6–8; Johannes 17:3; Apostelgeschichte 10:34,35; 17:24,26,28–30: Römer 8:16,17; Hebräer 1:10–12; 12:9; 1 Johannes 4:8, 16; 2 Nephi 9:20; Alma 26:35; 3 Nephi 12:48; Ether 3:11,12 und Lehre und Bündnisse 35:1.

  2. 2.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Die heiligen Schriften (jeder Junge soll seine heiligen Schriften mitbringen).

    2. b)

      Bild 1, „Ein väterlich aussehender Mann“.

    3. c)

      Buntstifte zum Schriftstellenmarkieren.

Hinweis

Nehmen Sie diese Lektion bitte nicht im Eiltempo durch, sondern besprechen Sie die angegebenen Schriftstellen eingehend und ausführlich. Bei Bedarf können Sie das Lernmaterial auch auf zwei Unterrichtsstunden aufteilen.

Vorschlag für den unterrichtsablauf

Den himmlischen Vater ehren

Bild besprechen Zeigen Sie Bild 1, „Ein väterlich aussehender Mann“, und besprechen Sie, daß der Mensch von Natur aus den Wunsch hat, seinen Vater in Ehren zu halten.

• Warum ist es so wichtig, daß man seinen Vater ehrt?

Schriftstelle/Zitat/Besprechen

Lassen Sie einen Jungen Hebräer 12:9 vorlesen; er selbst und die übrigen Jungen sollen diese Verse markieren. Arbeiten Sie heraus, daß wir den himmlischen Vater noch viel mehr ehren müssen als unseren irdischen Vater. Um den himmlischen Vater aber richtig verehren und Glauben an ihn üben zu können, müssen wir wissen, wer und wie er ist.

Lesen Sie die folgende Aussage des Propheten Joseph Smith vor:

„Wenn der menschliche Sinn sich keine Vorstellung von den Eigenschaften Gottes machen könnte, dann könnte er auch nicht so fest an ihn glauben, wie es für das ewige Leben erforderlich ist.“ (Lectures on Faith, 4:2.)

• Warum ist es so wichtig, daß wir wissen, wie der himmlische Vater ist?

Wenn wir es nicht wüßten, könnten wir dem himmlischen Vater nicht vertrauen. Lesen und besprechen Sie Johannes 17:3 mit den Jungen, und machen Sie ihnen bewußt, wie wichtig es ist, daß sie den himmlischen Vater und Jesus Christus wirklich erkennen. Regen Sie an, daß die Jungen diesen Vers markieren.

Das Wesen und die Eigenschaften des himmlischen Vaters

Tafel/Schriftstelle/Besprechen

Erklären Sie die folgenden Eigenschaften des himmlischen Vaters, und lassen Sie die entsprechenden Schriftstellen von verschiedenen Jungen vorlesen. Einige Schriftstellen beziehen sich zwar auf Jesus Christus, aber der himmlische Vater besitzt die dort genannten Eigenschaften ebenfalls. Schreiben Sie nur den kursiv gedruckten Teil der folgenden Aussagen an die Tafel.

Fragen Sie die Jungen, inwiefern ihr Glaube fester wird, wenn sie mehr über den himmlischen Vater und Jesus Christus erfahren. Fassen Sie die Antworten an der Tafel zusammen, wenn Sie genug Platz dafür haben.

Das Wesen des himmlischen Vaters

  1. 1.

    Er war Gott, ehe die Welt erschaffen wurde, und er bleibt Gott. (Siehe Hebräer 1:10–12.)

    Schreiben Sie „allwissend“ an die Tafel, und sagen Sie, daß der himmlische Vater alles weiß.

    Lassen Sie einen Jungen 2 Nephi 9:20 vorlesen.

    Erklären Sie, daß der himmlische Vater alles weiß. Wenn man sich dessen bewußt ist, fällt es einem leichter, ihm völlig zu vertrauen.

  2. 2.

    Er ist barmherzig, großzügig, gnädig, langmütig und reich an Güte. (Siehe Psalm 103:6–8.)

    Er ist freundlich, verständnisvoll und geduldig, was unsere Sünden und unsere Unvollkommenheit betrifft. Er schenkt uns die Hoffnung, daß wir umkehren, Vergebung erlangen und so wie er werden können.

  3. 3.

    Er ändert sich nicht, und seine Bahn ist dieselbe ewige Runde. (Siehe LuB 35:1.)

    Wir können ihm völlig vertrauen. Er ändert sich nie, sondern ist und bleibt derselbe.

  4. 4.

    Er ist ein Gott der Wahrheit und kann nicht lügen. (Siehe Ether 3:11,12.)

    Was er sagt, geschieht auch. Wir können seinem Wort völlig vertrauen.

  5. 5.

    Er sieht nicht auf die Person. (Siehe Apostelgeschichte 10:34,35.) Er liebt uns, und der eine ist ihm so wichtig wie der andere.

  6. 6.

    Gott ist Liebe. (Siehe 1 Johannes 4:8,16.)

    Er liebt uns und will nur das Beste für uns. Alles, was er tut, ist zu unserem Nutzen.

  7. 7.

    Er hat alle Macht. (Siehe Alma 26:35.)

    Schreiben Sie „allmächtig“ an die Tafel, und erklären Sie, daß Gott alle Macht besitzt. Deshalb kann er auch alle seine Verheißungen erfüllen. Seine Macht ist größer als die Macht des Satans oder irgendeine andere Macht.

  8. 8.

    Er ist völlig gerecht. (Siehe Deuteronomium 32:4.)

    Das bedeutet, daß wir gemäß unserem Gehorsam belohnt und gemäß unserem Ungehorsam bestraft werden.

Unser Verhältnis zum himmlischen Vater

Schriftstelle/Besprechen

Lassen Sie die Jungen Apostelgeschichte 17:24,26,28–30 lesen.

Arbeiten Sie heraus, daß wir buchstäbliche Nachkommen Gottes sind. Und so wie Kinder ihren Eltern ähnlich sehen, so sehen wir Gott ähnlich, und er sieht uns ähnlich. Wir sind seine Kinder, und wir besitzen die Fähigkeit, so zu werden, wie er ist.

Zitat

Lesen Sie das folgende Zitat von Elder George Q. Cannon vor:

„Wir stammen von diesem Vater ab. Wir sind seine Nachkommen. Wir besitzen seine Eigenschaften. Zwar haben wir sie noch nicht vollständig entwickelt, aber wir besitzen sie dennoch, und Gott möchte uns führen, bis wir so geworden sind wie er. Das ist das Ziel des Evangeliums.“ (Gospel Truth, Salt Lake City, 1957–1974, 1:131.)

Schriftstelle/Zitat/Besprechen

Auch der Apostel Paulus hat verkündet, daß wir Kinder Gottes sind. Lassen Sie einen Jungen Römer 8:16,17 vorlesen.

• Was ist ein Erbe? (Jemand, der etwas erbt – ein Haus, einen Rang, einen Titel oder ein Amt.)

Weil wir Erben Gottes und Miterben Christi werden können, besitzen wir die Fähigkeit, so zu werden wie sie. Jeder Mensch hat vom himmlischen Vater gottähnliche Eigenschaften geerbt. Und wir als Priestertumsträger haben mit einem Bund versprochen, diese Eigenschaften weiterzuentwickeln.

Lesen Sie das folgende Zitat von Präsident Brigham Young vor:

„Ich möchte euch sagen, … daß ihr den himmlischen Vater gut kennt. … Ihr alle kennt ihn gut, und es gibt nicht einen einzigen Menschen, der nicht Jahr um Jahr gemeinsam mit ihm in seinem Haus gelebt hätte. …

Wir sind Söhne und Töchter celestialer Wesen, und in uns lebt der Keim des Gottseins.“ (Discourses of Brigham Young, Salt Lake City, 1954, Seite 50.)

Lassen Sie einen Jungen 3 Nephi 12:48 vorlesen.

• Was steht in diesem Vers über die uns innnewohnenden gottgegebenen Möglichkeiten?

Tafel/Besprechen

• Was könnt ihr jetzt tun, um die euch innewohnenden gottgegebenen Fähigkeiten zu entwickeln und wie der himmlische Vater zu werden? Schreiben Sie die Antworten der Jungen an die Tafel.

Zum Abschluß

Zitat und Zeugnis

Lesen Sie das folgende Zitat von Elder Robert L. Simpson vor:

„,Was ist der Mensch, daß du an ihn denkst?‘ [Psalm 8:5.] Der liebevolle himmlische Vater, dem das Wohlergehen seines Kindes am Herzen liegt, würde sicherlich antworten: ,Du bist doch mein Sohn. … Ich liebe dich sehr. Ich warte jeden Tag darauf, daß du mit mir sprichst. Und ich möchte, daß du eines Tages dorthin zurückkehrst, wo du hingehörst.‘“ (General- konferenz, April 1970.)

Geben Sie Zeugnis, daß der himmlische Vater uns liebt, daß er unser Vater ist, daß wir seine Eigenschaften geerbt haben und daß wir diese Eigenschaften durch die Macht des Heiligen Geistes vollständig entwickeln müssen.

Auftrag

Fordern Sie die Jungen auf, beim Beten daran zu denken, daß sie mit ihrem buchstäblichen Vater im Himmel sprechen. Legen Sie ihnen ans Herz, sich während der kommenden Woche jeden Morgen und jeden Abend zum Beten zurückzuziehen und niederzuknien. Am nächsten Sonntag sollen sie dann berichten, was sie dabei empfunden haben.