Wer das Aaronische Priestertum trägt, ehrt jede Frau

Aaronisches Priestertum -- Leitfaden 3, 1996


Ziel

Jedem Jungen ist bewußt, welch hohe Berufung eine Frau hat und daß er jede Frau ehren und achten muß.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Genesis 2:24; 1 Korinther 11:11; Jakob 2:28,31–35; Alma 56:45–48 und Lehre und Bündnisse 18:10; 21:41–45; 131:1–4.

  2. 2.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Die heiligen Schriften (jeder Junge soll seine heiligen Schriften mitbringen).

    2. b)

      Buntstifte zum Schriftstellenmarkieren.

  3. 3.

    Fragen Sie mehrere Schwestern in der Gemeinde, wie sie sich gerne von Männern geehrt und geachtet sehen. Geben Sie das, was Sie erfahren haben, an die Jungen weiter.

  4. 4.

    Freigestellt: Sie können eine Podiumsdiskussion mit den Jungen Damen organisieren, bei der die Jungen darüber sprechen können, wie Jungen und Mädchen miteinander umgehen sollen, wenn sie Jesus Christus wirklich nachfolgen wollen.

Hinweis

Berücksichtigen Sie die familiäre Situation der Jungen, und passen Sie die Lektion entsprechend an.

Vorschlag für den unterrichtsablauf

Einleitung

Zitat

Lesen und besprechen Sie das folgende Zitat von Präsident Kimball:

„Um deutlich zu machen, wie wichtig die Frau ist, hat der Herr gesagt:

,Darum verläßt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau, und sie werden ein Fleisch.‘ (Genesis 2:24.)

Ist Ihnen das aufgefallen? Sie, nämlich die Frau, kommt an erster Stelle. Sie ist das Wichtigste, sogar wichtiger als die Eltern, die uns allen doch so lieb sind. Selbst die Kinder müssen ihren angemessenen, sicher bedeutenden Platz einnehmen.“ („The Blessings and Responsibilities of Womanhood“, Ensign, März 1976, Seite 72.)

Zwischen Mann und Frau gibt es gottgegebene Unterschiede

Lesen Sie das folgende Zitat von Bischof Victor L. Brown vor:

„In der heiligen Schrift steht: ,Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.‘ (Genesis 1:27.) Der Herr hat einige wesentliche Unterschiede zwischen Mann und Frau bestimmt. Er gab dem Mann, was wir männliche Eigenschaften nennen, und der Frau, was wir weibliche Eigenschaften nennen. Er will nicht, daß das eine Geschlecht die Eigenschaften des anderen Geschlechts übernimmt, sondern daß der Mann wie ein Mann aussehen und sich so verhalten soll und daß die Frau wie eine Frau aussehen und sich so verhalten soll.“ (Generalkonferenz, April 1971.)

• Gibt es Anzeichen dafür, daß der Satan versucht, die Rollen zu verändern, die der himmlische Vater für den Mann und die Frau vorgesehen hat?

Im Leben eines Jungen, der das Aaronische Priestertum trägt, muß die Mutter im Mittelpunkt stehen

Besprechen

• Warum muß ein Junge seiner Mutter tiefempfundene Achtung entgegenbringen?

Arbeiten Sie heraus, daß die Mutter ihm das Leben geschenkt hat; sie hat ihm Mut gemacht und seine Fehler und Fehlschläge übersehen. Und sie ist normalerweise die letzte, die ihn aufgibt, wenn er auf Irrwege gerät. Sie wäscht und bügelt seine Kleidung, kocht ihm das Essen, hält das Haus sauber, pflegt ihn, wenn er krank ist, und trägt viel zum gemütlichen Zuhause bei.

Erzählen Sie von der Beziehung zu Ihrer Mutter, und gehen Sie dabei besonders auf die oben genannten Eigenschaften ein. Lassen Sie die Jungen auch selbst Beispiele für diese Eigenschaften nennen.

Beispiel

Geben Sie das folgende Beispiel mit eigenen Worten wieder:

Elder Frank Croft war in Alabama auf Mission. Weil er vehement auf die Rechte pochte, die ihm die Verfassung der Vereinigten Staaten garantierte, nämlich daß er den Menschen Rechtschaffenheit verkünden durfte, wurde er von gewaltbereiten, bewaffneten Männern an eine abgelegene Lichtung im Wald geschleppt, wo sie ihn auspeitschen wollten. Als die Lichtung erreicht war, mußte er seinen Rock und sein Hemd ausziehen und den Rücken freimachen. Dann banden die Männer ihn an einen Baum, damit er sich nicht bewegen konnte, während sie ihn auspeitschten. Sie wollten so lange auf ihn einschlagen, bis er blutüberströmt zusammenbrach.

Weil Elder Croft sich nicht wehren konnte, kam er der Aufforderung des Pöbels nach. Dabei fiel ein Brief, den er erst kürzlich von seiner Mutter erhalten hatte, zu Boden. Kurz zuvor noch hatte er seinen Eltern geschrieben und die Gewalttaten gegen die Missionare der Kirche scharf verurteilt. Seine Mutter hatte ihm zurückgeschrieben: „Mein lieber Junge, du mußt immer an die Worte des Herrn denken, der doch gesagt hat: ,Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.‘ Und denk auch daran, was Jesus Christus am Kreuz gesagt hat, als er für die Sünden der Welt gelitten hat: ,Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.‘ Die Männer, die den Missionaren gegenüber gewalttätig sind, wissen nicht, was sie tun, denn sonst täten sie es nicht. Irgendwann und irgendwo wird es ihnen bewußt werden, und dann tut es ihnen leid, und sie verehren euch für das, was ihr tut. Deshalb sei geduldig, mein Junge; bring denen, die dich mißhandeln und schmähen, Zuneigung entgegen. Dann wird der Herr dich segnen und dich vor ihnen großmachen, und du kannst deine Mission erfolgreich beenden. Denke immer daran, mein Junge, daß deine Mutter Tag und Nacht für dich betet.“

Elder Croft war so an den Baum gebunden, daß er den Anführer des Pöbels sehen konnte. Dieser hatte den heruntergefallenen Brief aufgehoben und wollte ihn nun lesen, ehe er das Zeichen zum Auspeitschen gab. Der Missionar sah seine steinernen Züge und die Grausamkeit in seinen Augen.

Da wurde ihm bewußt, daß er keine Gnade zu erwarten hatte. Er schloß die Augen und wartete auf den ersten Schlag. Dabei dachte er an zu Hause und an seine Angehörigen, vor allem aber an seine liebe Mutter, und sprach still ein Gebet für sie. Als er kurz darauf wieder die Augen aufschlug, sah er, daß der Anführer den Brief zu Ende gelesen hatte. Zu seinem großen Erstaunen hatte er sich inzwischen auf einen Baumstumpf gesetzt, um den Brief noch einmal zu lesen. Aber noch erstaunlicher war die Wandlung, die sich in seinen Gesichtszügen malte. Er las ein, zwei Sätze oder einen ganzen Absatz und schien dann darüber nachzudenken. In Elder Croft keimte leise die Hoffnung auf, daß die Worte seiner Mutter dem Anführer des Pöbels das Herz erweicht hatten.

Eine endlos lange Zeit schien zu vergehen, bis der Anführer schließlich aufsprang und auf den Missionar zutrat. Er sagte: „Kerl, du mußt eine wunderbare Mutter haben. Ich hatte auch einmal eine solche Mutter.“ Dann sagte er zu seinen Leuten: „Jetzt, wo ich den Brief dieser Mormonenmutter gelesen habe, kann ich den Jungen nicht mehr auspeitschen. Es ist wohl am besten, wenn wir ihn laufenlassen.“ Die Männer banden Elder Croft los und ließen ihn seines Weges gehen. Ihm war, als könne er die Liebe seiner Mutter fast körperlich spüren.“ (Nach Arthur M. Richardson, The Life and Ministry of John Morgan, 1965, Seite 268 ff.)

Schriftstelle/Besprechen

Lassen Sie die Jungen Alma 56:45–48 lesen und markieren.

Am Beispiel der zweitausend jungen Krieger Helamans wird deutlich, was für Männer wir sein sollen. Die jungen Leute hatten ihre Mutter in Ehren gehalten. Auch wir müssen die richtige Einstellung zu Frauen entwickeln, sie ehren und ihnen dienen. Wie wir unsere Mutter und unsere Schwestern behandeln, bestimmt meistens auch die Art und Weise, wie wir unsere Frau und unsere Töchter behandeln. Wir müssen sie in Ehren halten.

• Was heißt es, jemandem das Gefühl zu geben, daß er geachtet und in Ehren gehalten wird?

Arbeiten Sie heraus, daß es eine Seite ist, gemocht oder anerkannt zu werden, daß es aber etwas anderes ist, sich geachtet und in Ehren gehalten zu fühlen. Sich geachtet und in Ehren gehalten zu fühlen heißt, sich geschätzt zu fühlen und den eigenen Wert zu spüren.

Befragung

Sagen Sie den Jungen, daß Sie mehrere Schwestern in der Gemeinde gefragt haben, wie sie von Männern in Ehren gehalten und geachtet werden möchten. Legen Sie jetzt dar, was Sie dabei erfahren haben.

Ein Junge, der das Aaronische Priestertum trägt, hält Mädchen in Ehren

Schriftstelle/Besprechen

Lassen Sie einige Jungen Jakobus 2:28,31–35 vorlesen.

• Wie denkt der himmlische Vater über Tugend und Keuschheit?

• Was hält der himmlische Vater wohl von Jungen, die ein Mädchen ausnutzen?

Besprechen

Sie, was laut Lehre und Bündnisse 121:41–46 wahres Mannestum mit der Macht des Priestertums ist. Besprechen Sie, wie wir uns unseren Mitmenschen gegenüber verhalten sollen.

• Welchen Nutzen habt ihr, wenn ihr Frauen in Ehren haltet?

• Inwiefern zeigt die Art und Weise, wie ein Junge ein Mädchen behandelt, mit dem er sich verabredet hat, seine Einstellung zu Frauen und zu sich selbst?

Die Haltung eines Jungen gegenüber Mädchen spiegelt seine allgemeine Einstellung zu Frauen wider. Sein Verhalten zeigt, ob er sie als Töchter Gottes sieht, als zukünftige Frau und Mutter, oder ob er sie als Spielzeug für seine Wünsche und seine körperliche Befriedigung sieht. Ein Junge kann sich selbst als Priestertumsträger und Sohn Gottes verstehen, als ewiges Wesen und als Vater einer ewigen Familie, aber auch als Wesen, das zuallererst an die Befriedigung seiner Bedürfnisse denkt. Natürlich kann er sich auch irgendwo zwischen beiden Polen befinden, aber meistens tendiert er mehr zur einen oder zur anderen Seite.

Jeder Junge, der das Aaronische Priestertum trägt, muß sich dessen bewußt sein, daß die Frau, die er einmal heiratet, schon lange vorher in seiner Vorstellung gelebt hat, ehe er sich für ein bestimmtes Mädchen entscheidet. Er wird von einer bestimmten Art von Mädchen angezogen und später wahrscheinlich auch ein solches Mädchen heiraten. Dabei muß er sich vor Augen halten, daß die Frau für die Atmosphäre zu Hause verantwortlich ist und die gemeinsamen Kinder gebären und erziehen wird.

Je mehr ein Junge die Mädchen ehrt, schätzt und nach den geistig gesinntesten, fähigsten und nettesten Ausschau hält, desto größer ist seine Chance, auch einmal ein solches Mädchen zu heiraten.

• Wie könnt ihr den Mädchen helfen, die Gebote zu halten?

Wenn der Junge später einmal verheiratet ist, muß er als Ehemann und Vater seiner Familie dabei helfen, die Gebote zu halten. Vor der Ehe muß er den Mädchen helfen, die Gebote zu halten.

Tafel/Besprechen

• Wie werdet ihr jedes Mädchen in Ehren halten, mit dem ihr zu tun habt?

Schreiben Sie die Antworten der Jungen an die Tafel, unter anderem folgendes:

  1. 1.

    Bedient euch nur einer ehrerbietigen Ausdrucksweise.

  2. 2.

    Seid ein guter Partner! Helft ihr, die Gebote zu halten.

  3. 3.

    Begleitet sie an anständige Orte und besucht mit ihr gute Veranstaltungen.

  4. 4.

    Respektiert ihre Tugend, indem ihr körperliche Intimität meidet.

  5. 5.

    Haltet euch an die Wünsche ihrer Eltern, und benehmt euch vernünftig. Bringt das Mädchen zu einem angemessenen Zeitpunkt wieder nach Hause.

  6. 6.

    Fahrt vorsichtig und versucht nicht, euch zu produzieren. Fahrt auch nur bei Freunden mit, die vorsichtig fahren.

  7. 7.

    Behandelt sie als gleichwertige Partnerin.

  8. 8.

    Seid ihr ein Freund, und freut euch, daß sie da ist.

  9. 9.

    Nehmt sie zur Kirche mit, und stellt fest, wie geistig sie gesinnt ist.

  10. 10.

    Zeigt Achtung und gute Manieren.

Schriftstelle erklären

Lassen Sie einen Assistenten Lehre und Bündnisse 18:10 vorlesen und erklären. Er soll den Jungen noch einmal deutlich machen, wie wichtig und wertvoll jede Seele in den Augen Gottes ist. Jeder, der eine Tochter Gottes dazu bringt, sich falsch zu verhalten, steht unter schwerem Schuldspruch und muß Umkehr üben.

Besprechen

• Welche Eigenschaften fördern den gegenseitigen Respekt und die gegenseitige Bewunderung zwischen Mann und Frau?

Mann und Frau stehen als Einheit zusammen

Schriftstelle/Besprechen

Lassen Sie die Jungen Lehre und Bündnisse 131:1–4, Genesis 2:24 und 1 Korinther 11:11 lesen. Sie sollen diese Schriftstellen markieren und durch Querverweise miteinander verbinden.

• Was ist laut diesen Schriftstellen zur Erhöhung unbedingt erforderlich?

Machen Sie den Jungen bewußt, daß ein Mann nicht allein vor dem Herrn stehen kann, sondern daß Mann und Frau als Einheit vor ihm stehen müssen. Fordern Sie die Jungen auf, die Frauen, die sie kennen, in Ehren zu halten und sich dafür bereitzumachen, eines Tages mit ihrer zukünftigen Frau Partner vor dem Herrn zu werden.

Zum Abschluß

Zitat

Präsident Joseph Fielding Smith hat einmal gesagt:

„In den Lehren des Evangeliums ist nichts zu finden, was besagt, daß der Mann mehr wert sei als die Frau. … Die edelste, erhabendste Berufung von allen ist die Berufung, die den Frauen gegeben worden ist, nämlich Mutter des Menschen zu sein. Eine Frau trägt zwar nicht das Priestertum, aber wenn sie glaubenstreu ist, kann sie im Gottesreich Priesterin und Königin werden.“ (Doctrines of Salvation, Salt Lake City, 1954–56, 3:178.)

Aufträge

Geben Sie den Jungen die folgenden Aufträge:

  1. 1.

    Tut im nächsten Monat etwas Besonderes, um eurer Mutter besondere Achtung und Ehrerbietung zu erweisen.

  2. 2.

    Erweist euren Schwestern (vorausgesetzt, ihr habt Schwestern) in der kommenden Woche besondere Aufmerksamkeit und Ehrerbietung, und bereitet euch darauf vor, in der nächsten Kollegiumsversammlung von euren Erfahrungen zu berichten.

  3. 3.

    Behandelt jedes Mädchen, das ihr kennt, als euch ebenbürtig. Erweist ihr immer Achtung.