Eine Partnerin für die Ewigkeit wählen

Aaronisches Priestertum -- Leitfaden 3, 1996


Ziel

Jeder Junge lernt Grundsätze kennen, an die er sich bei der Wahl seiner Partnerin für die Ewigkeit halten soll.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Lesen Sie gebeterfüllt Lehre und Bündnisse 9:7–9 und 131:1–4.

  2. 2.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Die heiligen Schriften (jeder Junge soll seine heiligen Schriften mitbringen).

    2. b)

      Buntstifte zum Schriftstellenmarkieren.

Vorschlag für den unterrichtsablauf

Einleitung

Besprechen

• Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, daß ihr eines Tages Kinder haben werdet?

• Welche Eigenschaften wollt ihr als Vater dieser Kinder haben?

• Welche Eigenschaften wünscht ihr euch für ihre Mutter?

Bei der Wahl der Partnerin für die Ewigkeit ist es wichtig, daß ihr euch vorstellt, was für eine Mutter ein Mädchen einmal sein könnte. Warum ist das so wichtig?

Die Wahl der Partnerin wirkt sich in alle Ewigkeit aus

Schriftstelle/Besprechen

• Warum kann ein Mann nicht erhöht werden, ohne an eine Frau gesiegelt zu sein?

Lesen und besprechen Sie Lehre und Bündnisse 131:1–4.

• Was bedeutet es, daß er keine Vermehrung haben kann? (Er kann in der Ewigkeit keine Geistkinder haben.)

Tafel/Besprechen

Die Partnerwahl für die Ewigkeit ist eine außerordentlich wichtige Entscheidung, die manchmal auf einer sehr begrenzten Vorstellung von der „Liebe“ beruht. Wer nur auf körperliche Anziehung und Verliebtheit Wert legt, übersieht vielleicht wichtige Eigenschaften, die für die Wahl des Menschen, mit dem man die Ewigkeit verbringen will, von Bedeutung sind.

• Was zieht euch an jungen Mädchen am meisten an?

Schreiben Sie die Antworten der Jungen an die Tafel, beispielsweise:

  1. 1.

    Sie ist selbstlos.

  2. 2.

    Sie erweist mir Achtung.

  3. 3.

    Sie ist aktiv.

  4. 4.

    Sie nimmt auf andere Rücksicht.

  5. 5.

    Sie zeigt in schwierigen Situationen Geduld.

  6. 6.

    Sie ist in der Kirche aktiv.

  7. 7.

    Sie hat ein Zeugnis vom Evangelium und hält die Gebote.

  8. 8.

    Sie hat eine gesunde Einstellung zum Leben.

  9. 9.

    Ihre Wertvorstellungen und Ziele stimmen mit meinen überein.

Lassen Sie die Jungen sagen, welche Eigenschaften sie für die drei wichtigsten halten. Stimmen Sie darüber ab, worauf die Jungen am meisten achten müssen, und besprechen Sie, warum sie sich gerade so entschieden haben.

Zitat/Besprechen

Vergleichen Sie das Ergebnis der Abstimmung mit dem, was Präsident Spencer W. Kimball einmal gesagt hat. Lassen Sie einen Jungen dazu das folgende Zitat vorlesen:

„Wir empfehlen allgemein, daß man innerhalb seiner Rasse heiratet und in etwa den glei- chen wirtschaftlichen, sozialen und bildungsmäßigen Hintergrund hat (einiges ist vielleicht nicht unbedingt nötig, aber empfehlenswert). Zweifellos ist vor allem der gleiche religiöse Hintergrund wichtig.“ („Marriage and Divorce“, Ansprache an der Brigham-Young- Universität, 1976.)

• Warum ist es so wichtig, daß ein Ehepaar der Kirche angehört und würdig ist? Arbeiten Sie die folgenden Punkte heraus:

  1. 1.

    Ohne die celestiale Ehe gibt es keine Erhöhung.

  2. 2.

    Religiöse Wertvortstellungen haben großen Einfluß, und unterschiedliche Wertvorstellungen können unablässig für Spannung sorgen.

  3. 3.

    Präsident Kimball hat auf eine Umfrage hingewiesen, die deutlich belegt, daß es nur bei einer von sieben Eheschließungen mit einem Partner außerhalb der Kirche gelingt, den Partner zu bekehren und zur Taufe zu führen. (Nach „Marriage and Divorce“.)

  4. 4.

    Wenn der Partner nicht der Kirche angehört, sind die Kinder zwischen den unterschiedli- chen Wertvorstellungen der Eltern hin- und hergerissen.

• Warum ist es wichtig, daß ein Ehepaar den gleichen wirtschaftlichen, bildungsmäßigen und sozialen Hintergrund hat?

Zitat/Besprechen

Die Partnerwahl ist eine sehr bedeutsame Entscheidung. Präsident Kimball hat einige Regeln genannt, an die man sich bei der Wahl des Ehepartners halten soll:

„Bei der Wahl des Partners für das Leben und die Ewigkeit muß man sehr sorgfältig überlegen, nachdenken, beten und fasten, damit man sicher sein kann, daß diese Entscheidung richtig ist. In einer wahren Ehe müssen Mann und Frau nämlich im Sinn und im Herzen eins sein. Die Entscheidungen dürfen nicht ausschließlich von den Gefühlen bestimmt sein, sondern erst Verstand und Herz bieten nach Fasten und Beten die Gewähr dafür, daß man eine glückliche Ehe führen wird.“ („Marriage and Divorce.“)

• Worauf weist Präsident Kimball hier besonders hin? Arbeiten Sie folgendes heraus:

  1. 1.

    Sorgfältiges Überlegen und Nachdenken ist notwendig.

  2. 2.

    Beten und Fasten ist notwendig.

  3. 3.

    Die Entscheidungen dürfen nicht ausschließlich von den Gefühlen bestimmt sein.

Schriftstelle/Tafel/Besprechen

Der Herr hat Oliver Cowdery ganz deutlich erklärt, wie man sein Bemühen mit Inspiration verbinden muß, wenn es um wichtige Entscheidungen geht. Lassen Sie die Jungen Lehre und Bündnisse 9:7–9 lesen und markieren.

• Wie läßt sich dieser Grundsatz auf die Partnerwahl anwenden?

Schreiben Sie die Antworten der Jungen und die Gedanken aus der Schriftstelle an die Tafel, und erklären Sie dann, welche Schritte für die Wahl des Partners für die Ewigkeit wichtig sein können:

  1. 1.

    Lernt vor eurer Mission verschiedene Mädchen kennen. Denkt dabei daran, wie wichtig es ist, daß ihr die gleiche Religion sowie ähnliche Ideale, Wertvorstellungen, Ziele und Interessen habt wie das Mädchen, das ihr eines Tages möglicherweise heiraten werdet.

  2. 2.

    Denkt nach eurer Mission über diese Frage nach. Wenn ihr öfter mit einem Mädchen ausgegangen seid, dann lernt es in unterschiedlichen Situationen kennen, beispielsweise in Streßsituationen, wenn es glücklich oder müde ist und wenn es arbeitet. Macht euch auch mit seiner geistigen Gesinnung vertraut. Lernt das Mädchen gut kennen. Und dann trefft eure Entscheidung.

  3. 3.

    Tragt eure Entscheidung schließlich dem Herrn vor, damit er sie bestätigt, und bittet ihn bei dieser wichtigen Frage um seine Hilfe und Weisung. In Alma 37:37 heißt es: „Berate dich mit dem Herrn in allem, was du tust, und er wird dich zum Guten lenken.“

Der richtige Zeitpunkt für die Heirat

Beispiel

Erzählen Sie das folgende Beispiel:

Tim war siebzehn und Kathy fünfzehn Jahre alt, als die beiden heirateten. Ihr gemeinsames Leben gestaltete sich sehr schwierig, denn ihr Baby wurde mit einem Herzfehler geboren. Tim mußte zwei Arbeitsstellen annehmen, und Kathy verbrachte viele angstvolle Stunden im Krankenhaus, da ihr Baby zweimal operiert werden mußte. Beide waren erleichtert, als der Arzt sagte, daß das Kind nach der Operation ein normales Leben führen könne. Aber es brauchte noch mindestens ein Jahr lang intensive Pflege.

Kathy sah ihre Freundinnen zur Schule gehen, während sie Wäsche aufhängte. Tim sah nichts mehr außer dem Krankenhaus und der Arbeit. Für ihn gab es kein Basketballspiel und auch keine andere Aktivitäten mehr, zumindest nicht in der nahen Zukunft.

Tim und Kathy hatten sich für die Ehe entschieden, als beide weder geistig noch seelisch noch praktisch dafür bereit waren. Man braucht aber einiges an Erfahrung, ehe man sich selbst kennt und weiß, wer am besten zu einem paßt. Das mag wohl auch ein Grund dafür sein, daß im Teenageralter geschlossene Ehen relativ häufig scheitern.

Tim und Kathy wußten zwar, daß sie wegen ihrer Heirat auf einiges verzichten mußten; sie hatten jedoch nur eine sehr vage Vorstellung davon, auf was sie verzichten mußten und was sie vielleicht erst später im Leben unter veränderten Umständen nachholen konnten, höchstwahrscheinlich unter weit schwierigeren Umständen.

Tafel/Besprechen

• Welche wertvollen Erfahrungen sind Tim und Kathy entgangen? Welche Erfahrungen können sie nur unter erschwerten Umständen machen, weil sie so jung geheiratet haben?

Schreiben Sie die Antworten der Jungen an die Tafel. Dazu gehört folgendes:

  1. 1.

    Mission

  2. 2.

    Ausbildung

  3. 3.

    Seelische und soziale Weiterentwicklung

  4. 4.

    Entwicklung ihrer Talente

  5. 5.

    Gewünschte Lebensweise

Den richtigen Partner finden

Beispiel

Erzählen Sie folgendes:

Als Bernd von Mission zurückkam, fühlte er sich von seinen Freunden zu einer Eheschließung gedrängt. Er aber schrieb sich an der Universität ein und begann zu studieren. Obwohl er mit seinem Studium vorankommen wollte, schoben sich die Gedanken an eine Heirat dazwischen. Jede Nacht kniete Bernd nieder und bat den Herrn, ihm „die einzig Richtige“ zu senden. Aber seine Gebete schienen ungehört zu verhallen.

• Gibt es für jeden die „einzig Richtige“?

Zitate/Besprechen

Sie können zwei Jungen bitten, die folgenden Zitate von Präsident Kimball und Elder Boyd K. Packer vorzulesen:

„,Die einzig Richtige‘ ist nur eine Illusion. Jeder junge Mann und jedes junge Mädchen, die sorgfältig und gebeterfüllt nach einem Partner suchen, mit dem zusammen das Leben harmonisch und schön sein kann, können sicher sein: Jeder gute Mann und jede gute Frau können eine glückliche und erfolgreiche Ehe führen, wenn beide bereit sind, den dafür notwendigen Preis zu zahlen.“ („Marriage and Divorce.“)

„Ich glaube zwar, daß manches junge Paar zusammengeführt wird, aber ich glaube nicht an die vorherbestimmte Liebe. Wenn ihr euch bei dieser wichtigen Entscheidung Inspiration vom Herrn wünscht, müßt ihr nach den Grundsätzen der Kirche leben und stets darum beten, daß euch bewußt wird, welche Eigenschaften für eine glückliche Verbindung notwendig sind. Ihr müßt selbst auswählen, anstatt auf den Richtigen oder die Richtige zu warten – der von jemand anders für euch bestimmt wurde und irgendwo auf euch wartet. Ihr müßt selbst auswählen. Ihr müßt Weisheit an den Tag legen, die euer Alter übersteigt, und demütig beten, damit ihr die richtige Entscheidung trefft.“ (Eternal Love, Salt Lake City, 1973, Seite 11.)

Weisen Sie darauf hin, daß ein junger Mann nicht nach der einzig Richtigen Ausschau halten soll, sondern nach einer Richtigen, deren Religion, Wertvorstellungen, Ziele und Ideale den seinen entsprechen.

Selbst der Richtige sein

Berater

Erklären Sie, daß eine glückliche Ehe in erster Linie darin besteht, daß man selbst der Rich- tige ist. Eine glückliche Ehe setzt voraus, daß jeder Partner bereit ist, Opfer zu bringen und den anderen an die erste Stelle zu setzen. Nichts stellt größere Anforderung an unsere christlichen Ideale als die Ehe. Aber gerade sie kann auch den größten Lohn bringen, was Partnerschaft, Liebe und Glück betrifft.

Tafel/Besprechen

• Was könnt ihr tun, um selbst ein guter Ehepartner zu werden?

Schreiben Sie die Antworten der Jungen an die Tafel, beispielsweise –

  1. 1.

    sich darum bemühen, dem Herrn nahe zu sein

  2. 2.

    lernen, mit den Menschen auszukommen und ein guter Freund zu sein

  3. 3.

    Selbstlosigkeit üben

  4. 4.

    jetzt zu Hause freundlich sein

  5. 5.

    Talente und Fähigkeiten entwickeln

  6. 6.

    eine gute Ausbildung durchlaufen, damit man für eine Familie sorgen kann

  7. 7.

    die geistige Gesinnung vertiefen

  8. 8.

    sich bemühen, Schwächen abzulegen

  9. 9.

    verstehen lernen, was Nächstenliebe ist, und sich durch Beten und Handeln darum bemühen

  10. 10.

    immer rechtschaffen leben, nicht nur dann, wenn es einem gefällt

Zum Abschluß

Schriftstelle/Besprechen

Fordern Sie die Jungen auf, sich jetzt dem himmlischen Vater zu nahen, damit ihnen bei der Wahl ihrer Ehefrau Inspiration zuteil wird. Wenn die Zeit gekommen ist, daß sie sich um eine Heirat Gedanken machen sollen, dann müssen sie weiterhin täglich beten, dürfen aber nicht erwarten, daß der Herr ihnen ihre Aufgabe abnimmt.

Fordern Sie die Jungen auf, jetzt so zu werden, daß ein Mädchen sie gerne heiraten würde. Sie sollen achtgeben, wenn sich im Tagesverlauf Möglichkeiten ergeben, anderen Menschen zu helfen und ihnen zu dienen. Sie sollen sich dem Herrn so sehr nahen, daß sie bei einer der wichtigsten Entscheidungen, die sie jemals treffen werden, die richtige Wahl treffen.